• Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Fremdeninfo
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Fremdeninfo
Fremden Info
Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Startseite Flüchtlinge

Minderjährige dürfen nicht zurückgeschickt werden – Hunderte aufs spanische Festland gebracht

von Fremdeninfo 8 August 2026
von Fremdeninfo 8 August 2026
Dutzende Migranten schlafen auf der Straße – darunter viele Minderjährige Marcos Moreno/EUROPA PRESS/dpa
155

Von : Welt

 Minderjährige zurückzuschicken, ist faktisch verboten. Sie erhalten alle eine reguläre Aufenthaltserlaubnis. Und da Ceuta keine Aufnahmekapazitäten hat, werden junge Migranten aufs spanische Festland übergesiedelt.

Nach dem Massenansturm von 72.000 Migranten auf Spaniens Nordafrika-Exklave Ceuta ist das Schicksal der Minderjährigen weiter ungewiss. Die erwachsenen Migranten wurden fast alle schnell zurückgeschickt, aber bei Minderjährigen ist das faktisch verboten. Ein engmaschiges Netz aus nationalen spanischen Gesetzen und internationalen Abkommen untersagen unmittelbare Abschiebungen (sogenannte Pushbacks) Minderjähriger, da das Kindeswohl obenan steht.

Dennoch sind die überwiegend aus Marokko stammenden Kinder und Jugendlichen zur politischen Verhandlungsmasse im Streit um die Migrationspolitik geworden. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Wie viele Minderjährige sind in Ceuta?

Die Zahlen variieren. Anfang der Woche nannte die Verwaltung von Ceuta eine Zahl von 1017 unbegleiteten minderjährigen Migranten, zwei Tage später von rund 1200. Davon seien 750 schon vor dem Massenansturm vom 30. und 31. Juli in die Exklave gekommen. Auch die Hilfsorganisation Save the Children schätzt ihre Zahl auf gute tausend. Jugendministerin Sira Rego nannte am Freitag bei einem Besuch in Ceuta dann die Zahl von 1342 bereits registrierten Minderjährigen, um die sich gekümmert werde.

Dutzende Migranten schlafen auf der Straße – darunter viele Minderjährige Marcos Moreno/EUROPA PRESS/dpa

Da das reguläre, primäre Aufnahmezentrum der Stadt jedoch für nur 29 Plätze ausgelegt ist, lief das System schon vor dem Massenansturm im totalen Notbetrieb. Kinder und Jugendliche waren auf Notunterkünfte und improvisierte Zivilschutzeinrichtungen verteilt. Inzwischen sind auch Schulen und eine alte Fabrikhalle geöffnet und Wohncontainer bereitgestellt worden.

Die Zeitung „El País“ berichtete, Bürgerwehren würden zum Teil gewaltsam gegen Migranten vorgehen. Besonders prekär ist die Lage nach Angaben von Hilfsorganisationen für die ganz jungen Migranten, die teilweise erst zehn Jahre alt seien. Mädchen seien wegen sexueller Übergriffe gefährdet.

Was sind die nächsten Schritte für die Kinder und Jugendlichen?

Nach der formellen Registrierung und medizinischen Altersprüfung schreibt das Ausländergesetz in Artikel 35 bei einer Überschreitung der Aufnahmekapazität einer Region wie nun in Ceuta einen Transfer der Minderjährigen auf das spanische Festland innerhalb von maximal 15 Tagen vor.

Es sind wohl Hunderte unbegleitete Minderjährige, die aus Marokko nach Spanien eingereist sind Antonio Sempere/AP/dpa

Aufgrund der Überlastung der Bürokratie verzögert sich dieser Prozess in der Realität jedoch leicht um Wochen und Monate. Die Verteilung auf die autonomen Gemeinschaften erfolgt über einen festen Schlüssel, der sich nach Bevölkerungsgröße und Wirtschaftskraft richtet. Seitdem dieser Verteilungsschlüssel im August 2025 eingeführt wurde, kamen vor dem Massenansturm auf Ceuta bereits insgesamt etwa 1750 minderjährige Migranten aus Ceuta, Melilla und von den Kanarischen Inseln auf das spanische Festland und zu den Balearen.

Welche Vorgaben gibt es in Spanien für den Umgang mit ihnen?

Unbegleitete minderjährige Migranten unterliegen in den autonomen Gemeinschaften nach dem Ausländergesetz der Schulpflicht und erhalten eine reguläre Aufenthaltserlaubnis und ab dem 16. Lebensjahr automatisch auch eine vollwertige Arbeitserlaubnis.

Mit dem Erreichen des 18. Geburtstags endet zwar die staatliche Vormundschaft, doch die Jugendlichen behalten ihre Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung als Erwachsene bei. Die Verlängerung der Papiere ist an relativ niedrige finanzielle Hürden gekoppelt, sodass bereits ein geringes Einkommen aus Ausbildung, Arbeit oder Beihilfen für den legalen Status ausreicht. Viele Regionen bieten zudem freiwillige Nachbetreuungsprogramme in betreuten Wohngruppen bis zum 21. Lebensjahr an, um den Jugendlichen den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern.

Könnten die Minderjährigen auf andere Länder verteilt werden?

Eine Verteilung der unbegleiteten Minderjährigen aus Ceuta auf andere europäische Länder ist rechtlich zulässig und organisatorisch machbar; sie scheitert in der Praxis jedoch am mangelnden politischen Willen der übrigen EU-Mitgliedstaaten, diese Jugendlichen freiwillig aufzunehmen.

Spanien darf die Minderjährigen auch nicht in andere EU-Länder abschieben, da es gesetzliche Vormundschaft für die Jugendlichen übernommen hat. Zudem existiert auf EU-Ebene kein verpflichtender Verteilungsmechanismus, und andere Mitgliedstaaten würden aufgrund der hohen Betreuungskosten eine freiwillige Übernahme vermutlich verweigern.

Die in Spanien ausgestellten Aufenthaltsdokumente berechtigen die Jugendlichen auch nicht zur legalen Übersiedlung oder zum dauerhaften Aufenthalt in einem anderen EU-Staat. Reisen Jugendliche eigenmächtig weiter und werden in einem anderen EU-Land aufgegriffen, wären die dortigen Behörden aber im Sinne des Kindeswohls verpflichtet, die Minderjährigen in Schutz zu nehmen und ein Vormundschaftsverfahren einzuleiten.

Wie ist die politische Debatte in Spanien?

Mehrere von der konservativen Volkspartei (PP) mit der rechtspopulistischen Vox als Koalitionspartner regierte Regionen hatten zunächst Widerstand gegen die automatischen Zuweisungen angekündigt. Nach einigem Zögern betonten sie dann zwar, sie würden die spanische Gesetzgebung achten. Zugleich aber fordern sie lückenlose Altersnachweise und es stehen Drohungen mit juristischen Klagen gegen Transferanordnungen im Raum. PP und Vox geben der linken Zentralregierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez die Schuld an dem Massenansturm auf Ceuta.

Die Regionalpräsidentin von Madrid, Isabel Díaz Ayuso (PP), machte sich dafür stark, die Jugendlichen direkt in ihre Heimatländer zurückzuführen. Rechtspopulistische Parteien nicht nur in Spanien nutzen die Bilder aus Ceuta, um die Angst vor einer „Invasion“ durch Ausländer zu schüren.

Die Minderjährigen selbst haben Medienberichten zufolge ganz unterschiedliche Wünsche. Einige möchten zu ihren Eltern zurück, andere hoffen auf eine bessere Zukunft in Spanien, um von dort später Geld an die Familie in Marokko schicken zu können.

Wie verhält sich Marokko?

Rabat hat offiziell die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Spanien bei der Rückführung Minderjähriger angekündigt. Spanischen Medienberichten zufolge haben die marokkanischen Behörden aber in der Vergangenheit oft Identitätsanfragen spanischer Stellen unbeantwortet gelassen, womit eine Abschiebung nach spanischem Recht unmöglich wurde.

In spanischen Medien wird spekuliert, Rabat habe den Massenansturm auf Ceuta wohl zugelassen, um Spanien und Europa zu demonstrieren, welchen Hebel das Land als Türsteher in Hinblick auf Migration an der spanischen Südgrenze in der Hand hat. Zudem betrachtet Marokko Ceuta und Madrids zweite Nordafrika-Exklave Melilla als „besetzte“ Gebiete. Medien verweisen auch auf den hohen inneren Druck in Marokko aufgrund fehlender Chancen gerade für junge Leute. Migration sei da aus Sicht Rabats ein willkommenes Ventil.

Teilen FacebookTwitterWhatsappEmail
Fremdeninfo

Redaktioneller Fokus auf Recht, Politik und Soziales im Kontext von Migration. Wir beobachten Hintergründe und stärken die Position von Einwanderern und Geflüchteten.

vorheriger Beitrag
Verhandlungsprozesse zwischen bewaffneten Organisationen und Staaten
nächster Beitrag
Die kurdische Frage kann nicht gelöst werden, ohne dass Selahattin Demirtaş freigelassen wird

Ähnliche Beiträge

CDU-Innenminister will Grundrecht auf Asyl streichen – und noch härter abschieben

26 September 2026

Bundesregierung will Syrern offenbar Schutzstatus auf breiter Front entziehen

21 September 2026

Schutzquote bei Asylverfahren: Anteil der Schutzsuchenden in Deutschland steigt

13 September 2026

Migranten in Ceuta: Spanien will 500 minderjährige Ceuta-Flüchtlinge aufnehmen

20 August 2026

22.500 Migranten auf deutschen Schiffen: Rom fordert Geld von Berlin

19 August 2026

Pro Asyl kritisiert Bruch von Aufnahmezusagen für Menschen aus Afghanistan

14 August 2026

Beliebte Artikel

  • Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025

    22 Juli 2025
  • Ermittlungen gegen Ex-SPD-Ratsfrau Iri: Was ist am Kronsberg wirklich passiert?

    28 April 2026
  • Appell für Gerechtigkeit: Frauen der AABF wehren sich gegen Willkür und Rechtsbrüche

    4 Dezember 2025
  • Journalist und Aktivist Hakan Tosun stirbt nach brutalem Angriff

    14 Oktober 2025
  • Der Löwenanteil -Para _Şêr

    19 August 2025

Unser Team

Cumali Yağmur

Verantwortliche Redaktor

Ayşe Eker

Ayşe Eker

Redaktorin

Erdoğan Sedef

Erdoğan Sedef

Redaktor

Rojin Erten

Rojin Erten

Redaktor

Can Taylan Tapar

Can Taylan Tapar

Redaktor

Halit Yaşar Demirbağ

Halit Yaşar Demirbağ

Redaktor

Kategorien

  • Allgemein
  • Archive
  • Impressum
  • Politik
  • Religion
  • Flüchtlinge
  • Kultur
  • Frauen
  • Jugend
  • Salafismus
  • Veranstaltungen
  • Information
  • Rassismus
  • Antisemitismus
  • Fremdenfeindlichkeiten
  • Bildung
  • Featured

Neueste Artikel

  • Islam gehört zu Deutschland“? – Wulff bekräftigt umstrittene Aussage

    26 September 2026
  • Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente.

    26 September 2026
  • CDU-Innenminister will Grundrecht auf Asyl streichen – und noch härter abschieben

    26 September 2026
  • EIN ECHTER FRIEDE UND EINE ECHTE DEMOKRATIE WERDEN DAS WERK DER VÖLKER, DER WERKTÄTIGEN, DER FRAUEN UND DER ÖKOLOGEN SEIN

    25 September 2026
  • Berliner Linken-Chefin: «sehr überrascht» über Kritik

    25 September 2026

Über uns

Die „Fremden“ Info-Zeitung ist eine in Niedersachsen ansässige Redaktion, die sich auf die rechtlichen, politischen und sozialen Angelegenheiten von Einwanderern und Flüchtlingen konzentriert. Wir beobachten und analysieren relevante Entwicklungen in der Region Hannover und vertreten die Interessen von Mitbürgern mit Migrations- und Fluchthintergrund bei Behörden, Verbänden und politischen Parteien.

Die Berliner Koalitionsregierung muss schnellstmöglich gebildet werden

24 September 2026

Neueste Artikel

Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente.
26 September 2026
CDU-Innenminister will Grundrecht auf Asyl streichen – und noch härter abschieben
26 September 2026
EIN ECHTER FRIEDE UND EINE ECHTE DEMOKRATIE WERDEN DAS WERK DER VÖLKER, DER WERKTÄTIGEN, DER FRAUEN UND DER ÖKOLOGEN SEIN
25 September 2026

Hervorgehoben

Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025
22 Juli 2025
Ermittlungen gegen Ex-SPD-Ratsfrau Iri: Was ist am Kronsberg wirklich passiert?
28 April 2026
Appell für Gerechtigkeit: Frauen der AABF wehren sich gegen Willkür und Rechtsbrüche
4 Dezember 2025
  • Startseite
  • Anmelden
  • Über uns
  • Kontakt
  • Datenschutzerklärung
  • Newsletter
  • Impressum
Fremdeninfo
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung