Immer mehr Menschen kommen in Abschiebehaft – aber was dann?

von Fremdeninfo

     Von :Haz 3.8.2026 

Während in Europa strenge Maßnahmen in Bezug auf Asyl ergriffen werden, wird auch die Wiedereinführung von Kontrollen an den eigentlich abgeschafften Grenzen gefordert. Dass an einem einzigen Tag 60.000 Menschen von Marokko nach Spanien gelangten, muss die Europäische Union so sehr verängstigt haben, dass Menschen mit Polizeigewalt (Schlagstöcken) abgeschoben wurden. Unter diesen Menschen, die über den Seeweg kamen, sind Dutzende im Meer ertrunken oder aufgrund der Kälte ums Leben gekommen.

Während die neue Migrationswelle alle EU-Länder beunruhigt, ignorieren sie die Kriege, die sie selbst verursacht oder unterstützt haben. Da die USA und Israel die Welt durch Kriege im Iran und im Nahen Osten in eine Wirtschaftskrise gestürzt haben, gerieten die Menschen in Existenznot. Menschen, die in ihren Heimatländern ihren Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten können, suchen ihr Heil in der Migration, und eine neue Migrationswelle in die EU-Länder beginnt.

Sie wissen sehr wohl, dass man mit Grenzschließungen nichts erreicht. Den Menschen, die in die EU kommen, muss eine humane Behandlung zuteilwerden; sie sollten nicht mit Polizeigewalt vertrieben werden.

Die Statistiken der Personen, die in den letzten Jahren aus den deutschen Bundesländern abgeschoben wurden, liegen nach Bundesländern aufgeschlüsselt vor.“

Die Zahlen bei der Inhaftierung von illegalen Migranten haben sich in Niedersachsen fast verdoppelt, bei den realen Abschiebungen gibt es aber eine große Lücke im Vergleich zu anderen Bundesländern

Die Sicherheitsbehörden in Niedersachsen erhöhen beim Thema illegale Migration offenbar den Druck. Darauf deuten zumindest aktuelle Angaben der rot-grünen Landesregierung hin. Danach nimmt nicht nur die Zahl der Abschiebungen, sondern vor allem die Zahl der Migranten, die in Abschiebehaft sitzen, immer mehr zu.

Laut Innenministerium wurden im Zeitraum von Januar bis Juni 2026 insgesamt 691 Personen aus Niedersachsen abgeschoben. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum seien 626 Personen aus Niedersachsen abgeschoben worden. Damit sei die Zahl der Abschiebungen in Niedersachsen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10,38 Prozent gestiegen.

Nach Angaben des Justizministeriums saßen im vergangenen Jahr insgesamt 747 Personen in Abschiebehaft. Das waren fast doppelt so viele wie noch 2023 (400). In diesem Jahr lag die Zahl am 27. Juli bei 440. Das deutet darauf hin, dass die Gesamtzahl von 2025 in diesem Jahr noch übertroffen werden könnte.

Oliver Grimm, Sprecher des Innenministeriums, sagte, dass in Niedersachsen entsprechend des Trends in anderen Bundesländern mehr Rückführungen aus der Abschiebehaft oder dem Ausreisegewahrsam durchgeführt werden. „Diese Entwicklung kann als Indiz dafür gesehen werden, dass die Ausländerbehörden bei Vorliegen der Voraussetzungen für freiheitsentziehende Maßnahmen vermehrt einen entsprechenden Antrag bei den Amtsgerichten stellen.“

Auch in der gemeinsamen Abschiebehafteinrichtung (AHE) der Länder, Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern in Glückstadt steigen die Zahlen. Nach Angaben des AHE-Beirats waren es 2025 im Vergleich zum Vorjahr knapp ein Drittel mehr: 550 waren es im vergangenen Jahr, 422 im Jahr 2024.

Der CDU-Fraktionschef im Landtag, Sebastian Lechner, kritisierte, dass die steigenden Zahlen in der Abschiebungshaft noch kein Beleg für mehr vollzogene Abschiebungen seien. „Entscheidend ist, wie viele ausreisepflichtige Personen tatsächlich außer Landes gebracht werden. Hier liegt Niedersachsen im Ländervergleich weiterhin zurück“, sagte Lechner unserer Redaktion. Lechner forderte eine grundlegende Reform des Abschiebungsmanagements, damit insbesondere Straftäter und hartnäckige Integrationsverweigerer schnellstmöglich abgeschoben werden könnten. „Wir brauchen zentrale Landesausreisezentren für Asylbewerber ohne Bleibeperspektive, statt diese weiterhin auf die Kommunen zu verteilen.“

„Die Zahlen zeigen, dass das Instrument der Abschiebehaft intensiv genutzt wird, der Rechtsstaat in Niedersachsen funktioniert“, sagte der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Ulrich Watermann. Die Abschiebehaft als ultima ratio sei Teil des Ansatzes einer konsequenten rechtsstaatlichen und verhältnismäßigen Asylpolitik. „Schutzbedürftige verdienen in Niedersachsen unseren Schutz, Menschen, die die rechtlichen Voraussetzungen nicht erfüllen, müssen das Land wieder verlassen“, sagte Watermann.

Nach einem bundesweiten Ranking, das die „Bild“-Zeitung zuerst veröffentlicht hatte, landete Niedersachsen 2025 mit 5,8 Prozent Abschiebungen, gemessen an der Zahl der Ausreisepflichtigen, auf dem drittletzten Platz aller Bundesländer. Schlechter waren nur Bremen (2,5) und Brandenburg (2,1). Am meisten schoben das Saarland (13,5), Hessen (13,4) und Bayern (13,3) ab.

Im vergangenen Jahr sollten aus Niedersachsen 3351 Menschen abgeschoben werden, aber nur in 1242 Fällen ist es tatsächlich dazu gekommen. Dementsprechend sind rund 63 Prozent der Versuche nicht wie geplant vollzogen worden. Entweder seien die Geflüchteten untergetaucht, seien bereits vorher freiwillig ausgereist oder es hätten Reisedokumente gefehlt, hieß es

Ähnliche Beiträge