Leiche von sechsfachem Mörder Fatih G. bleibt liegen: Niemand will sie übernehmen

von Cumali Yağmur

               Von:Halit Yaşar Demirbağ

Niemand kümmert sich um die Bestattung des 45-jährigen Fatih G., der das Sorgerecht für sein Kind von seiner Ex-Frau erstreiten wollte. Nachdem Fatih G. im Jugendamt sechs Menschen ermordet und anschließend in seiner Gefängniszelle Suizid begangen hatte, ist sein Leichnam nun unbeansprucht geblieben.

Es wurde bekannt, dass der Verdächtige mit seiner Lebensgefährtin nicht standesamtlich verheiratet war, sondern nur in einer religiösen Ehe (Imam-Ehe) zusammenlebte. Die Staatsanwaltschaft händigt den Leichnam mit der Begründung der fehlenden offiziellen Eheurkunde nicht an die Freundin aus. Während das Jugendamt nach dem Vorfall die Kinder in Obhut nahm, wurde die Familie des Täters kontaktiert; diese lehnte es jedoch ebenfalls ab, den Leichnam anzunehmen.

Einäscherung des Leichnams steht im Raum

Da unbeanspruchte Leichen in Deutschland nach dem üblichen Protokoll eingeäschert werden, spricht sich die Freundin des Täters dagegen aus und fordert eine Beisetzung auf dem muslimischen Friedhof in Stendal. Rechtliche Hürden und die Tatsache, dass niemand die Verantwortung übernimmt, blockieren jedoch den Prozess. Während die Ungewissheit der Staatsanwaltschaft darüber, wem der Leichnam übergeben werden soll, anhält, wird in der Öffentlichkeit auch über eine mögliche Einäscherung durch die Stadtverwaltung Stendal spekuliert.

Große Wut in der Migrantengemeinschaft

Die brutale Ermordung von sechs Menschen durch Fatih G. hat unter den in der Region lebenden Migranten große Entrüstung und Zorn ausgelöst. Es besteht die Sorge, dass dieses schwere Verbrechen der gesamten Migrantengemeinschaft zur Last gelegt wird. Insbesondere die Tatsache, dass die AfD (Alternative für Deutschland) diesen Vorfall im Vorfeld der Kommunalwahlen in Sachsen-Anhalt als migrationsfeindliches Propagandamaterial nutzt, verstärkt die Unruhe innerhalb der migrantischen Gesellschaft.

„Wir werden nicht einmal das Totengebet verrichten“

Die in Stendal lebenden türkischen und kurdischen Migranten haben den Schock über den Vorfall noch nicht überwunden. Anwohner drückten ihre Reaktion mit den Worten aus: „Im Islam kümmert man sich um die Bestattung der Verstorbenen, aber für diesen Mörder werden wir nicht einmal das Totengebet (Janaza) verrichten. Er soll in seinem eigenen Dreck bleiben, und sein Leichnam soll ruhig unbestattet bleiben.“

Bürger wiesen darauf hin, dass der gesellschaftliche Frieden in kleinen Orten wie Stendal gestört sei, und betonten den Ernst der Lage: „Wegen der Tat einer einzelnen Person wird der Eindruck erweckt, als seien alle Migranten potenzielle Kriminelle. Die Menschen können sich kaum noch gegenseitig in die Augen schauen.“

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