Artikel von Ceren Balantekin / WE
Die AfD steht in den Umfragen so stark da wie keine andere Partei. Trotzdem wird weiter darüber gestritten, ob sie überhaupt verboten werden sollte. Eine neue INSA-Umfrage für BILD zeigt nun, wie die Deutschen über ein mögliches AfD-Verbot denken.
Das Ergebnis fällt knapp aus, ist aber eindeutig: 40 Prozent der Befragten sprechen sich für ein Verbot aus, 45 Prozent sind dagegen. Besonders groß ist die Zustimmung unter den Anhängern der SPD. Dort würden 69 Prozent ein Verbotsverfahren unterstützen. Auch bei den Wählern von CDU und CSU gibt es mit 55 Prozent eine Mehrheit dafür.
📌 So wurde die Umfrage erhoben
- Den Sonntagstrend führte INSA im Auftrag von BILD durch
- Befragt wurden 1205 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger
- Der Befragungszeitraum lag zwischen dem 29. Juni und dem 3. Juli 2026
- Die maximale Fehlertoleranz beträgt plus/minus 2,9 Prozentpunkte
- Zu AfD-Verbot und Brandmauer befragte INSA am 2. und 3. Juli 1005 Bundesbürger
- Bei diesen Fragen liegt die maximale Fehlertoleranz bei plus/minus 3,1 Prozentpunkten
AfD-Verbot? Mehrheit der Deutschen ist dagegen
Damit findet ein AfD-Verbot unter allen Befragten derzeit keine Mehrheit. Und das ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem die Partei im Sonntagstrend weiter deutlich vor der Konkurrenz liegt.
Wäre am Sonntag Bundestagswahl, käme die AfD erneut auf 29 Prozent. Die Union verliert dagegen einen Prozentpunkt und rutscht auf 21 Prozent ab. Der Vorsprung der AfD wächst damit auf acht Prozentpunkte.
Die Infografik zeigt aktuelle Umfragewerte zur Haltung der Deutschen gegenüber einem AfD-Verbot und der Brandmauer sowie den aktuellen Sonntagstrend. Foto: Infografik/KI-generiert
SPD und Grüne liegen jeweils bei 13 Prozent, die Linke kommt unverändert auf zehn Prozent. Das BSW legt zwar einen Punkt zu, würde mit vier Prozent aber ebenso den Einzug in den Bundestag verpassen wie die FDP.
Für die schwarz-rote Bundesregierung sind das keine guten Nachrichten. Union und SPD erreichen zusammen gerade einmal 34 Prozent. Eine Mehrheit hätten sie damit nicht mehr.
AfD und Union kämen zusammen auf 50 Prozent
Rechnerisch gäbe es mehrere Möglichkeiten, eine Regierung zu bilden. Eine Kenia-Koalition aus Union, SPD und Grünen käme auf 47 Prozent und hätte eine parlamentarische Mehrheit.
Noch deutlicher wäre das Ergebnis bei einem Bündnis aus Union und AfD. Beide Parteien erreichen zusammen 50 Prozent. Eine solche Zusammenarbeit schließt die Union mit ihrer Brandmauer allerdings aus.
Dieser Kurs hat unter den eigenen Wählern weiterhin großen Rückhalt. 63 Prozent der Anhänger von CDU und CSU lehnen eine Zusammenarbeit oder Koalition mit der AfD ab. Nur 29 Prozent sehen die Brandmauer kritisch.
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