Bulgarien gewinnt den Eurovision Song Contest 2026

von Fremdeninfo

Von:  Wien Eurovision

Der in Wien ausgetragene Eurovision Song Contest 2026 stand im Schatten von Protesten gegen Israel. Während Bulgarien den Wettbewerb mit einem historischen Vorsprung gewann, belegte Israel den zweiten Platz.

Der 70. Eurovision Song Contest (ESC), der dieses Jahr in der österreichischen Hauptstadt Wien stattfand, wurde unter dem Eindruck von Anti-Israel-Protesten abgeschlossen. Bulgarien ging als Sieger aus dem Wettbewerb hervor, während das im Zentrum der Proteste stehende Israel den zweiten Platz erreichte.

Das Finale des ESC, einer der weltweit größten Musikorganisationen, wurde von heftigen Debatten über die Teilnahme Israels begleitet. Spanien, die Niederlande, Island, Irland und Slowenien zogen sich aus Protest gegen die Teilnahme Israels vom diesjährigen Wettbewerb zurück. Trotz aller Kontroversen sicherte sich Bulgarien den Sieg.

Historischer Vorsprung für Bulgarien

DARA, die Bulgarien mit dem Song „Bangaranga“ vertrat, belegte im Jury-Voting mit 204 Punkten den ersten Platz. Durch zusätzliche 312 Punkte aus dem Publikumsvoting gewann Bulgarien den Wettbewerb mit einem massiven Gesamtvorsprung.

Im Finale, an dem insgesamt 25 Länder teilnahmen, lag Israel nach der Jury-Wertung zunächst auf dem fünften Platz. Mit den Zuschauerstimmen erreichte Israel jedoch insgesamt 343 Punkte und kletterte auf den zweiten Platz. Dass Bulgarien Israel mit insgesamt 173 Punkten Unterschied schlug, ging als einer der größten Punktabstände in die Geschichte des Eurovision Song Contests ein.

In der Finalnacht traten Dänemark, Deutschland, Israel, Belgien, Albanien, Griechenland, die Ukraine, Australien, Serbien, Malta, Tschechien, Bulgarien, Kroatien, Großbritannien, Frankreich, Moldau, Finnland, Polen, Litauen, Schweden, Zypern, Italien, Norwegen, Rumänien und Österreich auf.

Proteste gegen den israelischen Auftritt

Der israelische Künstler Noam Bettan, der als dritter Starter auf die Bühne ging, wurde vom Publikum mit Palästina-Flaggen protestiert. Während seines Auftritts wurden im Saal zahlreiche palästinensische Flaggen entfaltet.

Agnes Callamard, Generalsekretärin von Amnesty International, erklärte in einem Social-Media-Beitrag: „Angesichts des anhaltenden Genozids, der illegalen Besetzung und der Apartheid-Bedingungen sollte Israel keine Bühne beim Eurovision Song Contest gegeben werden.“ Der Rückzug von Spanien, Slowenien, den Niederlanden, Island und Irland prägte ebenfalls die Ereignisse des Abends.

Die Türkei nahm zuletzt im Jahr 2012 mit Can Bonomo am Eurovision Song Contest teil. Seit 2013 bleibt das Land dem Wettbewerb mit der Begründung fern, dass das „Punktesystem nicht fair“ sei.

Rückgang der Einschaltquoten

Die Boykottaufrufe aufgrund der Teilnahme Israels spiegelten sich auch in den Zuschauerzahlen wider.

In Italien verfolgten 1,856 Millionen Menschen das erste Halbfinale auf dem staatlichen Sender RAI. Im Vergleich zum Vorjahr, als 2,489 Millionen Zuschauer einschalteten, war ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen.

In den Niederlanden, einem der Länder, die sich zum Boykott entschieden hatten, sanken die Einschaltquoten im Vergleich zum Vorjahr um 42 Prozent. Das erste Halbfinale wurde dort von durchschnittlich 541.000 Menschen gesehen, was den niedrigsten Stand seit 2012 markiert. Auch in Großbritannien (minus 253.000), Schweden (minus 316.000) und Belgien (rund 430.000 weniger) verfolgten deutlich weniger Menschen den Wettbewerb.

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