Von: Turgut Öker
Ali İldem ist der Sohn von Haydar İldem. Haydar İldem gehört zu den Gründern des Alevitischen Kulturzentrums Hamburg, dessen Grundstein wir vor genau 38 Jahren mit einer Handvoll gläubiger und standhafter Freunde legten. Das Zentrum wurde 1989 offiziell anerkannt und markierte einen Wendepunkt in der alevitischen Bewegung.
Ali war erst 7 Jahre alt, als er zu uns stieß. Er kam gemeinsam mit seiner Familie zu unseren Versammlungen; mit stillen, aufmerksamen und neugierigen Augen beobachtete er seine Umgebung. Er hörte zu, beobachtete und begann diesen „Weg“ (Yol) bereits in diesem jungen Alter zu lieben.
Mit der Zeit übernahm er aktive Aufgaben in unseren Jugendgruppen. Er reifte heran, leistete große Arbeit und diente der Gemeinschaft. Schritt für Schritt wuchs er in diesem „Weg“ auf. Nachdem er verschiedene Verantwortungen innerhalb des Alevitischen Kulturzentrums Hamburg übernommen hatte, wurde er gestern auf der Generalversammlung in das Amt des Vorsitzenden gewählt.
Nicht nur Ali, sondern auch der Großteil der Jugendlichen, die mit ihm in den Vorstand gewählt wurden, sind unsere Kinder, die in unseren Jugendgruppen großgeworden sind und diesen „Weg“ verinnerlicht haben. Dieses Bild zeigt uns deutlich:
Dieser „Weg“ bringt jene hervor, die aus seinem eigenen Schoß kommen, und nicht jene, die ihm fremd sind. Er beherbergt keine Elemente, die nicht seinem Wesen entsprechen, und versteht es, sich mit der Zeit von ihnen zu reinigen. Im Gegensatz zu jenen, die in den letzten Jahren ohne jegliche Anstrengung und aus kalkulierten Gründen in Organisationen „hineingeschmuggelt“ wurden, ist der Amtsantritt dieser in Europa geborenen Jugendlichen, die durch Erfahrung, Arbeit und Dienst gereift sind, die Botschaft des Beginns einer neuen Ära.
Die Beziehungen werden nun nicht mehr über Dolmetscher geführt. Jetzt sind unsere Jugendlichen an der Reihe, deren Muttersprache Deutsch ist, die Europa kennen und aus der Mitte dieser Gesellschaft kommen. Dieser Wandel ist nicht zu unterschätzen; es ist eine Transformation, die die Richtung der Zukunft bestimmen wird.
Auf dem Foto unten sehen Sie Ali als 9-jährigen Jungen an meiner Seite. Zwischen damals und heute liegen nicht nur vergangene Jahre; dort stecken große Mühe, ein unerschütterlicher Glaube und ein heiliger „Weg“.
Diesen Jungen heute auf dem Stuhl des Vorsitzenden des Alevitischen Kulturzentrums Hamburg zu sehen, zu dessen Gründern ich gehören darf, ist für mich nicht nur eine Freude, sondern auch ein Anlass für großen Stolz.
Möge dein Weg offen sein, Ali İldem.