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Minister: Hiesige Debatte kann Arbeitsmigranten abschrecken

von Fremdeninfo 11 Februar 2025
von Fremdeninfo 11 Februar 2025
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Minister: Hiesige Debatte kann Arbeitsmigranten abschrecken

                                                                               Von Frankfurter Rundschau

                                                                  

                                                                    Kaweh Mansoori (SPD), hessischer Wirtschaftsminister © Lando Hass/dpa

Deutschland streitet über die Verschärfung der Migrationspolitik. Hessens Wirtschaftsminister Mansoori warnt vor der internationalen Wirkung beim Werben um dringend benötigte ausländische Fachkräfte.

Wiesbaden – Im Kampf gegen Fachkräftemangel warnt Hessens Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori (SPD) vor abschreckenden Misstönen in der Migrationsdebatte. „Wir brauchen dringend auch ausländische Arbeitskräfte. Der Mangel an Fachkräften ist zur Wachstumsbremse geworden. Aber der Ton der Migrations- und Asyldebatte schadet manchmal dem internationalen Ansehen unseres Landes“, sagte der Vizeministerpräsident in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden.

Im Bundestag hatte kürzlich die Union einen nicht bindenden Antrag zur Verschärfung der Migrationspolitik nur mit den Stimmen der in Teilen als rechtsextrem eingestuften AfD durch das Parlament gebracht. Das sorgte wenige Wochen vor der Bundestagswahl für etliche Demonstrationen.

Einwanderer als Fachkräfte

Mansoori sagte, natürlich dürften die Probleme der irregulären Migration und der Überlastung von Kommunen bei der Aufnahme von Flüchtlingen nicht geleugnet werden. „Dafür brauchen wir konkrete Lösungsschritte. Aber ohne Zuwanderung werden wir unser Fachkräfteproblem nicht lösen können“, betonte der Sozialdemokrat – auch mit Blick auf den demografischen Wandel.

Für die Gewinnung von mehr Fachkräften aus dem Ausland gebe es viel Handlungsbedarf. „Wir brauchen kürzere Bearbeitungsfristen, besseren Datenaustausch und mehr Digitalisierung bei den zuständigen Behörden“, sagte Mansoori. Ausländische Berufsabschlüsse und Berufserfahrungen müssten rascher und pragmatischer anerkannt werden.

Mansoori nannte das Beispiel eines syrischen Mitarbeiters eines hessischen Autohauses, „den ich kennengelernt habe. Obwohl er in seiner Heimat schon eine eigene Autowerkstatt hatte, musste er hier wieder alle Ausbildungsmodule durchlaufen. Da frage ich mich, warum wir uns so was leisten?“

Vorbild USA

Der Wirtschaftsminister verwies auch auf die USA, wo ausländische Studierende mit einem Abschluss schon arbeiten könnten, bis sie ihre beantragten längerfristigen Aufenthaltspapiere bekämen. „Das ist natürlich attraktiver, als wenn ausländische Studierende bei uns einen Abschluss machen, ab aber ihr Anschlussvisum nicht gewährleistet ist und ihr Zugang zum Arbeitsmarkt auch nicht“, sagte Mansoori.

„Wir stecken also viel Geld in die Ausbildung von Leuten, die dann oft in ein anderes Land gehen, wo sie leichter in den Arbeitsmarkt kommen.“ Zumal viele internationale Fachkräfte bei englischsprachigen Staaten keine so hohe Sprachbarriere wie in Deutschland hätten. „Deutsch ist nicht ganz einfach zu lernen“, sagte der Minister. dpa

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Redaktioneller Fokus auf Recht, Politik und Soziales im Kontext von Migration. Wir beobachten Hintergründe und stärken die Position von Einwanderern und Geflüchteten.

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