Konföderation der Aleviten Gemeinden in Europa – AABK

von Fremdeninfo

 

  ÖFFENTLICHE BEKANNTMACHUNG

Einleitung rechtlicher Schritte zur strafrechtlichen Verfolgung der Täter des Madımak-Massakers in Deutschland.

Das Madımak-Massaker, das am 2. Juli 1993 im Madımak-Hotel in Sivas verübt wurde und bei dem 33 unserer Intellektuellen, Künstler, Kinder und Mitmenschen (Canlar) ihr Leben verloren, ist als schwarzer Fleck in die Menschheitsgeschichte eingegangen.

Dass trotz der vergangenen Jahrzehnte noch immer nicht alle Täter des Massakers vor die Justiz gebracht wurden, sorgt weiterhin für ein tiefes Gefühl der Ungerechtigkeit im gesellschaftlichen Gewissen und insbesondere innerhalb der alevitischen Gemeinschaft sowie bei den betroffenen Familien.

Als Konföderation der Aleviten Gemeinden in Europa (AABK) haben wir nun in Deutschland den Rechtsweg eingeleitet, damit die Täter des Madımak-Massakers – wo auch immer sie sich befinden – zur Rechenschaft gezogen werden und die Straflosigkeit ein Ende findet.

In diesem Rahmen werden rechtliche Schritte und eine Strafanzeige bei den zuständigen deutschen Staatsanwaltschaften über Ali Çağan eingeleitet. Herr Çağan, der heute in Schweden lebt, ist Vorstandsmitglied der AABK und war zum Zeitpunkt des Massakers Vorstandsmitglied des Kulturzentrums Pir Sultan Abdal; er überlebte das brennende Hotel im letzten Moment.

Diese rechtliche Initiative ist nicht nur eine Aufarbeitung der Vergangenheit, sondern gleichzeitig eine Verteidigung der Gerechtigkeit, der Rechtsstaatlichkeit und des Grundsatzes, dass schwere Verbrechen gegen die Menschlichkeit nicht ungestraft bleiben dürfen.

Als AABK werden wir neben dem juristischen Prozess mit Entschlossenheit folgende Schritte verfolgen:

  • Die notwendigen rechtlichen Anträge und die Begleitung der Verfahren, damit die Täter des Madımak-Massakers in Deutschland vor Gericht gestellt werden können.
  • Eine Unterschriftenkampagne zur Information der Öffentlichkeit und zur Schärfung des gesellschaftlichen Bewusstseins.
  • Die Einreichung der gesammelten Unterschriften bei nationalen Parlamenten, dem Europäischen Parlament, dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte und Menschenrechtsorganisationen, begleitet von öffentlichkeitswirksamen Pressemitteilungen.
  • Die Durchführung notwendiger Initiativen bei politischen Institutionen in Deutschland und Europa.
  • Bemühungen zur Einreichung von parlamentarischen Anfragen im Deutschen Bundestag, um das Thema auf die politische Agenda zu setzen.
  • Die Fortführung der Solidarität und Zusammenarbeit mit den Opferfamilien, Juristen, demokratischen Massenorganisationen und relevanten Institutionen.

Wir werden niemals von unserer Forderung nach Gerechtigkeit für die Opfer des Madımak-Massakers abrücken.

Die verstrichene Zeit hat weder den Schmerz über die begangenen Verbrechen noch das Bedürfnis nach Gerechtigkeit gemindert. Im Gegenteil: Sie macht es zwingend erforderlich, den Kampf für Gerechtigkeit jeden Tag noch stärker und entschlossener zu führen.

Wir erklären hiermit gegenüber der Öffentlichkeit respektvoll, dass wir als AABK alle notwendigen rechtlichen, politischen und demokratischen Initiativen in Deutschland und Europa fortsetzen werden, bis das Madımak-Massaker in all seinen Dimensionen aufgeklärt ist, die Täter und Verantwortlichen vor dem Gesetz zur Rechenschaft gezogen wurden und der Gerechtigkeitsanspruch der Opfer erfüllt ist.

Gerechtigkeit für Madımak, Gerechtigkeit für die Menschheit!

Konföderation der Aleviten Gemeinden in Europa (AABK)
Der Vorstand

Ähnliche Beiträge