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Startseite Rassismus

Islamfeindlichkeit in Deutschland erreicht Höchststand – „Ein Alarmsignal“

von Fremdeninfo 25 Juni 2026
von Fremdeninfo 25 Juni 2026
Ferda Ataman
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             Von: Artikel von Pia Pentzlin/ Waz 

Antimuslimischer Rassismus in Deutschland nimmt zu und ist für viele Menschen eine alltägliche Erfahrung. Wer betroffen ist, wird in ganz unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft damit konfrontiert. Fest steht aber: Die Zahlen steigen und haben im vergangenen Jahr einen Höchststand erreicht. Das geht aus einem heute vorgestellten Bericht der „CLAIM“-Organisation hervor. Diese setzt sich bundesweit gegen antimuslimischen Rassismus und Islam- und Muslimfeindlichkeit ein und wird vom Bundesbildungsministerium gefördert. Bereits zum vierten Mal erscheint das von „CLAIM“ erarbeitete „zivilgesellschaftliche Lagebild antimuslimischer Rassismus“.

Antimuslimische Vorfälle: Zahl der Angriffe in Deutschland steigt deutlich

Wie Ferda Ataman, unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, einordnet, handelt es sich nicht um repräsentative Zahlen. Dennoch gebe das Lagebild „wichtige Hinweise darauf, wie Diskriminierung erlebt wird und mit welcher Bandbreite an Übergriffen Muslim*innen konfrontiert werden“. Die Ergebnisse würden mit repräsentativen Befragungen übereinstimmen, die besagen, dass Musliminnen und Muslime in Deutschland jeden Tag Diskriminierungen erleben.

Ataman: „Migration gehört zu Deutschland wie die Bratwurst“

Laut des „CLAIM“-Berichts gab es 2025 in Deutschland 4096 dokumentierte Fälle antimuslimischer Vorfälle. Das sei ein Höchststand. Zum Vergleich: In dem Jahresbericht zuvor lagen die Fälle bei 3080. Rechnet man die Fälle auf einen einzelnen Tag, so habe es im vergangenen Jahr elf solcher islamfeindlicher Vorfälle in Deutschland gegeben. Über 60 Prozent dieser Fälle sollen verbale Angriffe gewesen sein, hinzu kommen Diskriminierungen mit 20 Prozent und verletzendes Verhalten mit knapp über 17 Prozent. Für rund 200 Fälle sollen laut Bericht keine Angaben zur Art des Vorfalls vorliegen. Die Zahlen aus dem Bericht stammen mitunter aus Melde- und Beratungsstellen und Polizeimitteilungen. Die Datengrundlage wird in dem Bericht auf mehreren Seiten genau beschrieben

Anmerkung der Redaktion

Von (häuslicher) Gewalt betroffene Personen können sich an die Telefonseelsorge wenden. Sie erreichen sie telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt. Das Opfer-Telefon des Weißen Rings ist unter 116 006 erreichbar. Opfer und Zeugen von häuslichen Gewalttaten können – bei Tag und Nacht – über den Notruf 110 Hilfe holen.

Frauen erhalten zudem Unterstützung beim bundesweiten Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ der Bundesregierung unter der 116 016. Der Anruf ist kostenlos und auf Wunsch anonym. Über die Internetseite www.hilfetelefon.de können sich Betroffene zudem online per E-Mail oder Chat beraten lassen.

Das Männerhilfetelefon ist unter der bundesweiten Telefonnummer 0800 123 99 00 zu erreichen. Hilfe erhalten Betroffene auch im Internet auf der Seite der Bundesfach- und Koordinierungsstelle Männergewaltschutz.

Antimuslimische Vorfälle 2025: Zahl und Brutalität nehmen deutlich zu

„Insgesamt zeigt sich für 2025 nicht nur ein Anstieg dokumentierter antimuslimischer Vorfälle, sondern auch eine Zunahme bei schweren Delikten in Form von Körperverletzungen“, heißt es in einer Zusammenfassung des Lagebilds weiter. Diese Brutalität zeige sich anhand von:

  • zwei Tötungsdelikten
  • 214 Körperverletzungen mit vier schweren Körperverletzungen/versuchten Tötungen
  • 320 Sachbeschädigungen
  • fünf Brandstiftungen

„Das Lagebild von CLAIM ist ein Alarmsignal, das wir ernst nehmen müssen“, kommentiert Ferda Ataman den Bericht. Es dürfe nicht zur Normalität werden, dass Musliminnen und Muslime wegen ihres Glaubens beschimpft, bedroht oder angegriffen werden. „Lassen Sie uns gemeinsam dafür einsetzen, dass der Schutz vor Diskriminierung im Grundgesetz und im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz zur gelebten Normalität wird“, so Ataman.

Antimuslimische Gewalt: Frauen besonders häufig betroffen

Derzeit tritt antimuslimische Gewalt laut Bericht in allen Bereichen der Gesellschaft auf. Sowohl im öffentlichen Raum, Bildungseinrichtungen, auf der Arbeit als auch in Wohnungen. Auch zwischen online und offline unterscheidet der Bericht. Demnach sollen sich knapp 60 Prozent der islamfeindlichen Fälle offline ereignen, rund 40 Prozent in der digitalen Welt.

Auch bei den Geschlechtern zeigt sich ein deutlicher Unterschied. Laut „CLAIM“ sollen überwiegend Frauen von antimuslimischer Gewalt betroffen sein (knapp 65 Prozent). Diese Erkenntnis decke sich mit repräsentativen Befragungen. Frauen, die sichtbar muslimisch sind, seien häufig von einer Verschränkung von Sexismus und Rassismus betroffen.

EU-Vergleich: Deutschland schützt am wenigsten vor sexueller Belästigung

„CLAIM“ macht in dem Lagebild deutlich, dass von einer hohen Dunkelziffer im Bereich der Islamfeindlichkeit auszugehen ist. Antimuslimischer Rassismus werde häufig nicht erkannt. Viele Vorfälle würden zudem nicht gemeldet oder angezeigt. Denn: Bei Personen, die häufig Diskriminierung erleben, führe das zu einer schleichenden Normalisierung. Das beeinträchtige nicht nur das Sicherheitsgefühl, sondern auch die Lebensqualität von Betroffenen.

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