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Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
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Flüchtlinge

Die in Europa gestellten Asylanträge sind deutlich weniger geworden. In Deutschland wird...

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Flüchtlinge

Asyl: Familiennachzug findet kaum noch statt

von Fremdeninfo 22 Juni 2025
von Fremdeninfo

Asyl: Familiennachzug findet kaum noch statt

Von (APA)

Schon vor dem formalen Stopp des Familiennachzugs von Flüchtlingen ist dieser beinahe zum Erliegen gekommen.

Gemäß Mai-Statistik des Innenministeriums fanden unter dem Titel in diesem Monat nur noch 74 Einreisen statt. Im Vergleichsmonat 2024 waren es noch 1.270. Die Entwicklung hängt vor allem damit zusammen, dass Anträge von Syrern seit dem Machtwechsel in Damaskus nur noch in Ausnahmefällen bearbeitet werden.

                                

Seit Jahresbeginn haben mehr als 300 Syrer Österreich verlassen. Das ist laut Innenministerium um ein Drittel mehr als in den Jahren 2023 und 2024 zusammen. 58 Personen mit syrischer Herkunft wurden in Folge von Dublin-Überstellungen in das zuständige europäische Land gebracht.

Gut 1.400 Asylanträge bis Ende Mai

Asylanträge gab es im Mai insgesamt 1.443. Das ist zwar nach dem Jänner der zweithöchste Monatswert, jedoch gegenüber dem Vergleichsmonat 2024 ein Rückgang um 42 Prozent. Insgesamt sind in den ersten fünf Monaten die Zahlen um 36 Prozent zurückgegangen.

Stärkste Asylwerber-Gruppe waren im Mai Afghanen mit 513 Ansuchen. Nur 223 davon waren neu, der Rest Folgeanträge. Das betrifft etwa Personen, die schon ein Recht auf subsidiären Schutz haben, sich nun aber noch einmal um Asyl bemühen. Überhaupt nur 117 neue Anträge kamen von Syrern, insgesamt waren es 341. Der Großteil der Anträge betrifft bei Syrern ihre in Österreich geborenen Kinder.

In der EU (plus Norwegen und Schweiz) gab es 2025 bis Ende Mai mit 332.655 Asylanträgen um 22 Prozent weniger Ansuchen als im Vorjahr. Hochgerechnet auf die Bevölkerung liegt Österreich in der europaweiten Statistik auf dem zehnten Platz.

(APA)

22 Juni 2025 0 Kommentare
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Bildung

Lehrerinnen mit Kopftuch in Berlin: Schwarz-Rot ringt um Reform des Neutralitätsgesetzes

von Fremdeninfo 22 Juni 2025
von Fremdeninfo

Lehrerinnen mit Kopftuch in Berlin: Schwarz-Rot ringt um Reform des Neutralitätsgesetzes

               Artikel von Daniel Böldt, Alexander Fröhlich

              Von: Tagesspiegel

Bei ihrer Klausur beraten die Fraktionsspitzen der Regierungskoalition über einen Dauerbrenner: das vom höchsten Gericht gekippte Kopftuchverbot für Lehrerinnen. Eine Gesetzesnovelle ist überfällig.

                                                  

                                                                              Symbolbild. © Foto: Bernd Thissen/dpa

An Berliner Schulen könnte es Lehrerinnen bald per Gesetz erlaubt sein, ein islamisches Kopftuch zu tragen. Die Fraktionsspitzen der schwarz-roten Koalition haben dazu bei ihrer Klausur am Sonnabend Details beraten. Denn das Berliner Neutralitätsgesetz muss angepasst werden. Nach mehreren Gerichtsentscheidungen ist das im Gesetz enthaltene Kopftuchverbot nicht haltbar.

Das Gesetz von 2005 verbietet Lehrkräften an normalen Schulen, Justiz- und Polizeibeamten das Tragen sichtbarer religiöser oder weltanschaulicher Symbole und Kleidungsstücke, also auch das Kopftuch. Das Bundesverfassungsgericht hatte diese Vorgabe für Lehrkräfte jedoch 2023 für verfassungswidrig erklärt. Das Verbot für Beamte in Justiz und Polizei sowie für Richter ist dagegen unstrittig.

Im Koalitionsvertrag hatten sich CDU und SPD daher darauf verständigt, das Gesetz „gerichtsfest“ anzupassen. Allerdings wollten Teile der CDU davon nichts mehr wissen. „Ich persönlich bin der Auffassung, man sollte das Gesetz nicht anfassen“, sagte CDU-Innenexperte Burkard Dregger dem Tagesspiegel kürzlich. Das Gesetz werde „rechtmäßig angewandt“.

Der SPD-Fraktionschef Raed Saleh pochte dagegen vor wenigen Tagen in der „B.Z.“ auf eine Erfüllung des Koalitionsvertrages. Zur Gretchenfrage könnte werden, ob CDU und SPD sich auf eine Definition für die „Gefährdung des Schulfriedens“ verständigen können. Liegt diese vor, ist auch laut Bundesverfassungsgericht ein Kopftuchverbot grundgesetzkonform.

In der CDU besteht die Sorge, dass Saleh einen Passus als Verhandlungsmasse einbringen könnte, der das Kopftuch generell von den religiösen Symbolen ausnimmt, die den Schulfrieden gefährden könnten. Ein Kompromiss könnte sich an einem Rundschreiben orientieren, das die Bildungsverwaltung noch unter SPD-Führung während der schwarz-roten Koalitionsverhandlung im Frühjahr 2023 herausgab.

Damit rückte Berlin wegen des Urteils aus Karlsruhe bereits in der Praxis von der „wortgetreuen Anwendung des Neutralitätsgesetzes ab“. Seither kann nur noch in den Fällen, in denen sich hinreichend konkret die Gefährdung des Schulfriedens oder der staatlichen Neutralität abzeichnet, das Tragen religiös geprägter Kleidungsstücke und Symbole untersagt werden. Ob Saleh dafür jene Teile seiner Fraktion gewinnen kann, die die Kopftuchdebatte ohnehin für diskriminierend halten, ist fraglich.

22 Juni 2025 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Hunderte Migranten im Mittelmeer südlich von Kreta gerettet

von Fremdeninfo 21 Juni 2025
von Fremdeninfo

 

Hunderte Migranten im Mittelmeer südlich von Kreta gerettet

                     Artikel von dpa

                        

                           Ein Boot der griechischen Küstenwache. (Archivbild) © —/Griechische Küstenwache/dpa

Die griechische Küstenwache hat erneut Hunderte Migranten aus Seenot südlich der Ferieninsel Kreta gerettet. In mehreren Einsätzen wurden rund 700 Menschen von Booten und Kuttern geborgen, die aus Libyen kamen. Die Boote trieben aus verschiedenen Gründen manövrierunfähig in internationalen Gewässern, berichtete der griechische Rundfunk ERTnews unter Berufung auf die Küstenwache.  Am Freitagmorgen wurden 278 Menschen südlich von Kreta geortet und gerettet. Die Migranten wurden medizinisch untersucht und eine Identitätsfeststellung läuft. Danach sollen sie zu Registrierlagern auf dem Festland weitergebracht werden, berichteten Reporter vor Ort. Auch vier Handelsschiffe nahmen an der Bergung der Menschen teil, hieß es aus Kreisen der Küstenwache.

Auf Kreta kommen seit Wochen stetig mehr Migranten an

Bereits am Vortag waren vor der südlich von Kreta liegenden Insel Gavdos in drei verschiedenen Einsätzen rund 400 Migranten gerettet und in ein temporäres Aufnahmezentrum gebracht worden. Die Geretteten gaben an, im libyschen Hafen Tobruk in See Richtung Kreta gestochen zu sein. Die Menschen sollen aus Staaten Nordafrikas und des Nahen Ostens stammen, berichtete der Regionalsender des griechischen Rundfunks und Berufung auf die Küstenwache der Insel weiter. 

Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) seien seit Jahresbeginn und bis zum 11. Mai 3.430 Migranten auf Kreta angekommen. Binnen weniger Tage stieg ihre Zahl Anfang Juni auf 4.600, bis zum 15. Juni dann auf 5.700. Mit den neuen Ankünften seien bis Freitagvormittag nun insgesamt rund 6.500 Migranten auf der Insel angekommen, sagten griechische Reporter vor Ort.

Die Regierung in Athen fordert, die Flüchtlingslast innerhalb der EU gerechter zu verteilen, und wehrt sich gegen Pläne in Deutschland, Flüchtlinge zurück nach Griechenland zu schicken, wenn sie dort bereits Asyl erhalten haben.

21 Juni 2025 0 Kommentare
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Religion

Keine Rückkehr deutscher IS-Kämpfer

von Fremdeninfo 21 Juni 2025
von Fremdeninfo

Keine Rückkehr deutscher IS-Kämpfer

           Artikel von Ursula Rüssmann / F.R.

                     

                      Im Hochsicherheitsgefängnis in Hasaka im kurdisch verwalteten Teil Syriens sitzen auch Deutsche wegen IS-Mitgliedschaft ein. © Hayden/SOPA Images/imago

Seit Jahren sitzen rund 30 deutsche „Dschihadisten“ in syrischer Haft – unter katastrophalen Bedingungen. Ihre Familien bitten die Bundesregierung um Hilfe, doch die zeigt sich zugeknöpft. Von Ursula Rüssmann

Ihre Zahl ist überschaubar, doch sie bescheren der Bundesregierung eine Bredouille. Etwa 30 deutsche IS-Kämpfer, die einst zum „Dschihad“ nach Syrien zogen und sich der Terrororganisation „Islamischer Staat“ anschlossen, sitzen seit Jahren in Haftzentren im kurdisch verwalteten Teil Syriens gefangen. Sie sind ohne Verbindung zur Außenwelt, ohne rechtsstaatliches Verfahren und laut UN unter „katastrophalen Bedingungen“ inhaftiert, ohne Kontakt zu ihren Angehörigen in Deutschland

Einige dieser Familien wenden sich jetzt in einem offenen Brief an die Bundesregierung. Sie fordern, dass sich Deutschland um die deutschen Staatsbürger in den Lagern kümmert und sie irgendwann zurückholt, um damit hier ihre Strafverfolgung und später auch ihre Reintegration zu ermöglichen. Die Bundesregierung winkt ab – und setzt sich dabei in Widerspruch zu internationalen Verpflichtungen.

„Unsere Söhne, Enkel oder Brüder haben sich in den Jahren vor ihrer Ausreise in Deutschland radikalisiert. Wir alle tragen hierfür die Verantwortung, nicht Syrien“, schreiben die Angehörigen. Seit Jahren warten sie darauf, „dass Deutschland eine Entscheidung darüber trifft, wie es mit ihnen weitergehen soll“. Unterstützt werden sie vom Verein „Grüner Vogel“, der langjährige Erfahrungen in der Deradikalisierungsberatung hat und unter anderem vom Bundesinnenministerium (BMI) gefördert wird

Die Antwort der Bundesregierung kam schnell und fiel ernüchternd aus. „Eine Rückholung der in Nordostsyrien inhaftierten Männer ist nicht geplant“, erklärten Sprecher des Auswärtigen Amtes und des BMI gegenüber der Frankfurter Rundschau. „Perspektivisch sollte es zu einer gesamtsyrischen Verantwortung und damit einhergehend auch zu einer Strafverfolgung vor Ort kommen, auch gegen ausländische IS-Kämpfer“, begründet das Auswärtige Amt sein Nein. Das BMI lässt durchblicken, dass auch mögliche Auswirkungen auf die Sicherheitslage in Deutschland eine Rolle spielen.

Frauen und Kinder durften zurück

Anders war es bei den deutschen Frauen, die als IS-Anhängerinnen in syrisch-kurdischen Lagern festgehalten wurden: Fast 30 Frauen mit etwa 80 Kindern holte Deutschland über die Jahre in aufwendigen Verfahren zurück. Dabei arbeiteten der Bund, sieben Bundesländer, Bundes- und Landeskriminalämter und regionale Jugendämter eng zusammen, unterstützt von psychotherapeutischen Einrichtungen und Beratungsstellen wie dem Verein „Grüner Vogel“. Wiederholt hat das Auswärtige Amt betont, die Bundesregierung habe „alle ihr bekannten rückkehrwilligen Frauen zurückgeholt“.

Entsprechend enttäuscht ist Claudia Dantschke, Leiterin der Beratungsarbeit beim „Grünen Vogel“, über das Nein zur Hilfe für die Männer: „Die Rückholung ist unsere Maximalforderung, davor gibt es viele weitere notwendige Schritte, die jetzt angegangen werden müssten“, sagt sie der FR. So wollen die Angehörigen zunächst erfahren, ob die Gefangenen „überhaupt noch am Leben sind und wie es um ihre Gesundheit steht“. Auch sollen sie Zugang zu Rechtsanwälten bekommen.

Die Männer sitzen seit acht, einige seit zehn Jahren in den Lagern. Seit fast vier Jahren lasse die kurdische Regionalverwaltung aus Angst vor Befreiungsaktionen nicht mal das Internationale Rote Kreuz (ICRC) in die Gefängnisse. Zwei deutsche IS-Kämpfer seien in Haft gestorben, so der offene Brief, in einem Fall erfuhr die Familie erst ein Jahr später davon.

Die kurdische Regionalverwaltung hält noch rund 9000 frühere IS-Kämpfer in etwa 25 Gefängnissen fest, darunter bis zu 3000 Nicht-Syrer. Getrennt von ihnen leben 38 000 Frauen und Kinder in Lagern. Ob die Männer dem islamistischen Terror abgeschworen haben, bleibt unklar, da reguläre Ermittlungsverfahren fehlen. Maximal einige Hundert wurden Schätzungen zufolge vor kurdischen Gerichten verurteilt.

 

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                                     Im nordsyrischen Lager Al-Hol sind Tausende IS-Anhängerinnen mit Kindern interniert.

Unstrittig ist: Die Lebensbedingungen in den Haftzentren sind katastrophal. Die UN sprechen von willkürlicher Haft, Folter und erniedrigender Behandlung. Auch das Auswärtige Amt räumt ein, dass ihm „Berichte über menschenunwürdige Haftbedingungen in Nordostsyrien bekannt“ sind. Im offenen Brief berichten Angehörige von Erpressungen: Ihren Söhnen seien Nahrungsentzug und Schläge angedroht worden, sollten sich die Mütter weigern, Geld zu überweisen.

Fachleute wie der deutsche Sicherheitsexperte Guido Steinberg von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) warnen seit Jahren, dass die Lager, auch wegen dieser Zustände, ein Nährboden für Radikalisierung und eine Gefahr für die internationale Sicherheit seien. Wiederholte Appelle der Kurdenregierung, die Herkunftsstaaten sollten die Männer zurücknehmen und vor eigene Gerichte stellen, blieben weitgehend ungehört. Die Familien in Deutschland fürchten für ihre Verwandten „schwere gesundheitliche und psychische Beeinträchtigungen“, je länger deren Internierung dauere. Das könne eine „erfolgreiche Reintegration in die deutsche Gesellschaft erheblich erschweren“, schreiben sie.

Beraterin Dantschke sieht die Bundesregierung in der Pflicht zu handeln. Sie verweist darauf, dass nach dem Sturz von Diktator Assad und der Machtübernahme durch die islamistische HTS auch die deutsche Botschaft in Damaskus wieder eröffnet wurde. „Es gibt vor Ort wieder Kontakte deutscher Behörden zu syrischen Stellen, auch zur kurdischen Selbstverwaltung. Die Bundesregierung kann und muss nun endlich aktiv werden.“

Keine konsularischen Haftbesuche

Das Auswärtige Amt schreibt, der Dienstbetrieb der Botschaft sei noch „stark eingeschränkt“. Auch sei „insbesondere aufgrund der weiterhin volatilen politischen Situation und der angespannten Sicherheitslage noch nicht absehbar, ob und wann konsularische Haftbesuche stattfinden können“. Tatsächlich gehören solche Besuche zum Aufgabenkanon, den das Konsulargesetz deutschen Auslandsvertretungen im Umgang mit deutschen Auslands-Gefangenen vorschreibt.

Die abwartende Haltung der Regierung passt auch nicht recht zu internationalen Verabredungen. Denn der UN-Sicherheitsrat hat alle UN-Mitgliedsstaaten verpflichtet, ausländische Kämpfer strafrechtlich zu verfolgen. Die entsprechenden Resolutionen fordern die Rückführung inhaftierter IS-Kämpfer in ihre Herkunftsstaaten zur Strafverfolgung – auch um in der instabilen Lage die potenzielle Gefahr, die von den Lagern ausgeht, zu mindern.

Expertin Dantschke rügt zudem die vom Auswärtigen Amt geäußerte Erwartung, dass die kurdische Justiz die Strafverfolgung selbst übernehmen wird: „Das ist illusorisch. Es wird keine eigene Gerichtsbarkeit der Kurden geben.“ Diese Einschätzung teilt sie mit vielen Fachleuten.

Denn die Kurdenverwaltung in Nordostsyrien und die HTS-Zentralregierung haben zwar im März ein Abkommen zur Machtverteilung geschlossen. Doch viele Details sind offen, auch besteht die islamistische HTS-Miliz auf einem zentralistischen Staatsaufbau. Gänzlich ungeklärt zwischen Kurden und der HTS ist der Umgang mit den IS-Lagern. Demokratische Wahlen und eine neue Verfassung hat die neue Führung unter Machthaber Ahmed al-Scharaa erst in vier Jahren in Aussicht gestellt, eine geordnete Gerichtsbarkeit dürfte kaum früher entstehen. „Das hieße, dass weitere vier Jahre vergehen, in denen die Inhaftierten keine Möglichkeit haben, die Rechtmäßigkeit ihrer Haft gerichtlich überprüfen zu lassen“, heißt es im offenen Brief.

Die Angehörigen und der Verein „Grüner Vogel“ wollen trotz des Neins der Bundesregierung nicht lockerlassen. Sie verweisen auf die guten Erfahrungen bei der Rückholung der Frauen: Etwa die Hälfte verbüßte hier zunächst eine Haftstrafe, meist wegen Unterstützung des IS, während die Kinder bei Verwandten lebten. Fast alle Frauen sind inzwischen auf Bewährung in Freiheit. Im offenen Brief heißt es, dank der guten Unterstützung der Behörden und der zivilgesellschaftlichen Beratungsstellen sei „ihre Tataufarbeitung, Deradikalisierung und Reintegration in Deutschland sehr gut gelungen. Keine einzige dieser Frauen ist bis heute rückfällig geworden.“

Bei den Männern rechnet Dantschke mit schwerwiegenderen Tatvorwürfen, etwa Anklagen wegen Mitgliedschaft im IS oder Beteiligung an dessen Terror. Strafverfolgung sei auch bei ihnen der erste Schritt nach einer Rückkehr: „Die Gefahr, dass sie hier sofort freikommen würden, besteht also nicht.“ Zur Wiedereingliederung wünschen sich die Angehörigen ein ähnlich komplexes Netzwerk, wie es für die Frauen aufgebaut wurde. Sie selbst versprechen, dass sie „dieses Netzwerk aktiv unterstützen und unseren Söhnen, Enkeln oder Brüdern ein stabiles soziales Umfeld bieten“ wollen. Denn das sei „Voraussetzung dafür, dass sie (…) wieder Teil unserer Gesellschaft werden können.“

21 Juni 2025 0 Kommentare
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Migrationspolitik: Aktivisten wollen Aufnahme von Afghanen erzwingeVon

von Fremdeninfo 21 Juni 2025
von Fremdeninfo

 

Migrationspolitik: Aktivisten wollen Aufnahme von Afghanen erzwingeVon

                   Von: Welt

Trotz weniger Geburten als Sterbefälle stieg in Deutschland die Bevölkerungszahl. Das liegt am Zuzug. Allein die ausländische Bevölkerung wuchs nach Angaben des Statistischen Bundesamts um 283.000 Personen. Regional zeigen sich große Unterschiede.

 

 

                                                     

                                                          Leipziger Innenstadt: Der Osten verliert eher Einwohner Jan Woitas/dpa

 

Die Zahl der Menschen in Deutschland ist im vergangenen Jahr geringfügig auf knapp 83,6 Millionen gestiegen. Der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr 2023 betrug 0,1 Prozent, das entsprach 121.000 Menschen, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Er war demnach das Resultat eines Wanderungsüberschusses – es gab also insgesamt mehr Zu- als Wegzüge. Dagegen starben erneut mehr Menschen, als hier geboren wurden. Im Vorjahr hatte der Zuwachs noch 338.000 Menschen beziehungsweise 0,4 Prozent betragen. Hinter dem Zuwachs im vergangenen Jahr verbargen sich außerdem regional unterschiedliche Entwicklungen. Nach Angaben der Statistiker stieg die Bevölkerungszahl in den westlichen Bundesländern im Vorjahresvergleich um 0,2 Prozent oder 136.000 auf 67,5 Millionen. In den östlichen Bundesländern ohne die Hauptstadt Berlin ging sie dagegen parallel um 0,3 Prozent oder 38.000 auf 12,4 Millionen zurück.

Die Bundesländer mit den größten Verlusten waren Thüringen mit einem Minus von 0,7 Prozent oder 15.000, Sachsen mit einem Minus von 12.000 oder 0,3 Prozent und Sachsen-Anhalt mit Minus von 9000 oder 0,4 Prozent. Den größten Zuwachs verzeichnete dagegen Bayern mit einem Plus von 73.000.

Der Wanderungsüberschuss sank im Vergleich zum Vorjahr nach vorläufigen Zahlen von 660.000 auf 420.000, blieb aber klar positiv. Dagegen nahm die Bestandsbevölkerung erneut ab, weil es mehr Sterbefälle als Geburten gab. Der Sterbefallüberschuss war dabei mit 330.000 ähnlich hoch wie 2023. Die ausländische Bevölkerung wuchs nach Angaben des Bundesamts 2024 um 283.000 oder 2,3 Prozent auf 12,4 Millionen. Die deutsche Bevölkerung nahm um 162.000 oder 0,2 Prozent auf 71,2 Millionen ab. Der Ausländeranteil erhöhte sich demnach insgesamt von 14,5 auf 14,8 Prozent. Den höchsten Anteil stellte die Altersgruppe 20- bis 59-Jahre mit 19,7 Prozent, den niedrigsten die ab 60-Jährigen mit 6,3 Prozent.

Infolgedessen erhöhte sich der Ausländeranteil von 14,5 Prozent zum Jahresende 2023 auf 14,8 Prozent Ende 2024. Die größten ausländischen Gruppen bildeten Türken (etwa 1,4 Millionen), Ukrainer (knapp 1,1 Millionen) und Syrer (etwa 890.000

21 Juni 2025 0 Kommentare
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Migrationspolitik: Aktivisten wollen Aufnahme von Afghanen erzwingen

von Fremdeninfo 21 Juni 2025
von Fremdeninfo

Migrationspolitik: Aktivisten wollen Aufnahme von Afghanen erzwingen

Von: dpa

            

                                         

Aktivsten stehen während einer symbolischen Protestaktion am Weltflüchtlingstag zur Unterstützung mehrerer Klagen von Afghanen gegen die Bundesregierung vor dem Auswärtigen Amt. © Michael Brandt/dpa

Mit Klagen gegen das Auswärtige Amt will die Organisation „Kabul Luftbrücke“ die Fortsetzung des Bundesaufnahmeprogramms für besonders gefährdete Afghaninnen und Afghanen erzwingen. Eine „erste Welle“ mit 26 Verfahren zur Erteilung von Visa sei beim Verwaltungsgericht Berlin eingereicht worden, teilte die Initiative mit. Mit einer Protestaktion zum Weltflüchtlingstag vor dem Auswärtigen Amt unterstrichen Aktivisten ihre Forderung.

Dem Bundesinnenministerium sind die Klagen nach Angaben eines Sprechers noch nicht bekannt. Auch eine Sprecherin des Verwaltungsgerichts konnte den Eingang der Verfahren nicht bestätigen. Den Richtern liegen aber vergleichbare Fälle vor. So hat eine Frau, die mit ihrer Familie in Pakistan auf ein Visum wartet, einen Eilantrag und eine Klage eingereicht. Das Auswärtige Amt soll verpflichtet werden, ihnen die nötigen Visa für eine Einreise nach Deutschland zu erteilen. (dpa)

21 Juni 2025 0 Kommentare
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Religion

Innenministerium zählt hunderte deutsche Islamisten im Ausland

von Fremdeninfo 19 Juni 2025
von Fremdeninfo

Innenministerium zählt hunderte deutsche Islamisten im Ausland

                             Von: DTS Nachritenagentur

                       

                                      Innenministerium (Archiv) © via dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Nach Informationen des Bundesinnenministeriums halten sich mehrere Hundert deutsche Islamisten im Ausland auf. „Von den etwa 1.150 deutschen Islamisten beziehungsweise Islamisten aus Deutschland, die seit 2011 in Richtung Syrien und Irak gereist sind, halten sich nach hiesiger Kenntnis circa 35 Prozent im Ausland auf“, teilte eine Sprecherin des Ministeriums auf Nachfrage der Tageszeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagsausgaben) mit. Ein „relevanter Anteil“ dieser Personen sei nach Kenntnis der Sicherheitsbehörden weiterhin in der Region Syrien. Zu etwa 65 Prozent der mehr als 1.000 ausgereisten Personen liegen laut Ministerium „konkrete Anhaltspunkte“ vor, dass sie auf Seiten des selbsternannten „Islamischen Staates“ (IS), al-Qaida oder denen nahestehenden Gruppierungen sowie anderer terroristischer Organisationen an Kampfhandlungen teilnehmen oder teilgenommen haben sowie diese unterstützen oder unterstützt haben.

Wie die Zeitungen berichten, sind laut kurdischen Behörden derzeit noch immer etwa 30 mutmaßliche Anhänger der Terrororganisation IS mit deutscher Staatsangehörigkeit im Norden Syriens inhaftiert. Insgesamt sitzen dort mehrere Tausend mutmaßliche IS-Kämpfer aus dem Ausland in Gefängnissen der kurdischen Selbstverwaltung. Die Bundesregierung geht nach eigenen Angaben „von einer niedrigen bis mittleren zweistelligen Zahl“ an deutschen Staatsangehörigen in Haftanstalten in Nordostsyrien aus.

Das Bundesinnenministerium gibt an, dass eine Rückholung der dort inhaftierten Männer nach Deutschland „nicht geplant“ sei. Ähnlich hatte sich zuletzt auch das Auswärtige Amt geäußert.

Familienangehörige von zehn deutschen Inhaftierten hatten sich nun in einem „Offenen Brief“ an die Bundesregierung gewandt und die Politik aufgefordert, die Männer nach Deutschland zurückzuholen. „Unsere Söhne, Brüder oder Enkel haben sich in unserer deutschen Gesellschaft radikalisiert. Wir alle tragen hierfür die Verantwortung, nicht Syrien“, schreiben die Angehörigen in dem Brief, über den die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten.

Die Verwandten der mutmaßlichen IS-Kämpfer weisen auf die gravierende humanitäre Notlage in den Gefängnissen hin. „Unter diesen Umständen besteht die große Gefahr, dass sich unsere Söhne, Enkel oder Brüder, die sich zum Ende des sogenannten Kalifats immerhin vom IS distanziert hatten, nun wieder radikalisieren oder zumindest schwere gesundheitliche und psychische Beeinträchtigungen erleiden“, heißt es in dem Brief. Mehrere Frauen und Kinder hatte die Bundesregierung in der Vergangenheit bereits aus den Lagern in Nordsyrien nach Deutschland zurückgeholt.

Den mutmaßlichen Anhängern des IS werden teilweise schwere Verbrechen vorgeworfen, darunter neben der Mitgliedschaft in einer Terrororganisation auch Folter und Vergewaltigungen. Die Sicherheitsbehörden in Deutschland würden „die Beteiligung deutscher Staatsangehöriger an terroristischen Gruppierungen und Taten im Ausland“ sowie mögliche Reisebewegungen genau beobachten, teilte die Sprecherin des Innenministeriums mit. „Personen, die militärisch im Umgang mit Waffen/Sprengstoff geschult sowie ideologisch indoktriniert wurden, stellen dabei ein besonderes Sicherheitsrisiko dar.“

19 Juni 2025 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Berliner Behörde widerspricht Polizei und bringt neue Brisanz in Somalier-Fall

von Fremdeninfo 19 Juni 2025
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Berliner Behörde widerspricht Polizei und bringt neue Brisanz in Somalier-Fall

                          Artikel von Niklas Golitschek-Focus

                              

                           Beamte der Bundespolizei überwachen die Einreise am deutsch-polnischen Grenzübergang in Frankfurt/Oder. © dpa

Die Aufregung um die verschärften Grenzkontrollen, über Recht und Unrecht ist groß: Erst weist die Bundespolizei drei Somalier an der Grenze nach Polen zurück. Dann erklärt das Verwaltungsgericht Berlin den Vorgang für rechtswidrig. Deutschland muss das Trio zwar nicht einreisen lassen, aber nach dem Dublin-Verfahren prüfen, welches EU-Land für das Schutzersuchen zuständig ist. Doch statt einer geordneten Übernahme aus Polen tauchen die Somalier dann plötzlich in Berlin auf, was für Kritik und wilde Spekulationen sorgt.

Nach Recherchen von FOCUS online folgt der Aufenthalt in Berlin aber einem regulären Vorgang. Zwar bleibt unklar, wie die Somalier nach Deutschland gekommen sind. Doch ein Sprecher des Berliner Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) erklärt auf Anfrage: „Das Trio ist aus medizinischen Gründen nach Berlin verlegt worden.“ Auch weitere Aspekte hätten dafür gesprochen.

Somalier legal in Berlin: Widerspruch zu Akten der Sicherheitsbehörden

Eine solche Verlegung ist ein verwaltungsrechtlicher Vorgang, der entsprechend von den Behörden geprüft und umgesetzt wird. Zuvor hatten sich die drei Asylsuchenden in Brandenburg aufgehalten. Demnach sind sie jedoch nicht mit der Hilfe von Aktivisten nach Berlin gelangt und haben sich die Hauptstadt auch nicht selbst ausgesucht. Sie halten sich dort aktuell legal auf.

Die Darstellungen des Berliner LAF stehen in krassem Widerspruch zu den Akten der Sicherheitsbehörden, aus denen die „Bild“ in der vergangenen Woche zitiert hat. Dort hieß es, dass die Somalier „eigenmächtig und mit vollzogener unerlaubter Einreise bis nach Berlin gefahren sind und dort erneut Asylanträge gestellt haben“. Ein Sprecher des Berliner Innensenats sagte dem „Tagesspiegel“ zudem: „Die betreffenden Personen haben sich in Berlin mit einem Asylbegehren gemeldet, das nun rechtsstaatlich geprüft wird.“

Ungereimtheiten haben Recherchen von FOCUS online auch bei der gescheiterten geordneten Übergabe der drei Somalier an deutsche Behörden ergeben. Die Bundespolizei beschuldigt laut „Bild“ die Anwältin des Trios, sie habe die Beamten abblitzen lassen. Pro Asyl wiederum behauptet, sie habe alles dafür gegeben. Von der Einreise der Somalier habe der Verein selbst erst aus den Medien erfahren.

Doch kein Kirchenasyl für Somalier

Auch Berichte über angebliches Kirchenasyl für die Somalier dementieren LAF und Evangelische Kirche Berlin auf Nachfrage. Das kommt laut einer Kirchensprecherin aktuell auch nicht in Frage, weil das Asylverfahren noch läuft – Kirchenasyl komme erst als letztes Mittel in Betracht, wenn nach einer Ablehnung alle juristischen Mittel ausgeschöpft seien und dennoch gewichtige humanitäre Gründe gegen eine Abschiebung sprächen. Das Verfahren ist mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geregelt.

Die Asylsuchenden sind im Berliner Ankunftszentrum gemeldet, werden dort sozial und medizinisch „engmaschig betreut“, wie es heißt. Am Mittwoch haben sie sich nach Informationen von FOCUS online zuletzt dort für einen Termin aufgehalten. Ob sie dort aktuell übernachten und wohnen, will das LAF nicht sagen. 

Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte jüngst berichtet, dass die Somalier anderweitig untergebracht werden. Nachdem die „Bild“ ihren Aufenthaltsort veröffentlicht habe, hätten sie die Unterkunft aus Sorge vor Demonstrationen noch einmal wechseln müssen. Da das Ankunftszentrum keine geschlossene Einrichtung ist, müssen sich Asylsuchende hier nicht dauerhaft aufhalten. Die Evangelische Kirche will sich nicht dazu äußern, ob sie an der Unterbringung beteiligt ist.

Ist Somalierin minderjährig?

Dem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge kam die angebliche Minderjährigkeit der Somalierin auch gar nicht so überraschend, wie vielfach dargestellt. Die Bundespolizei hatte sie zwar bereits beim ersten Einreiseversuch als volljährig erfasst. Das soll zumindest aus einem handschriftlich verfassten Formular hervorgehen, in dem 2008 als Geburtsjahr eingetragen und das von einem Dolmetscher unterschrieben ist. Die Bundespolizei führte sie demnach dennoch als 2006 geboren und damit volljährig.

Offen bleibt, ob die beim dritten Einreiseversuch vorgelegte Geburtsurkunde gefälscht ist, wie von der Bundespolizei vermutet. Das Strafverfahren gegen Unbekannt wegen möglicher Beihilfe zum Einschleusen dürfte hier Klärung bringen. Die Anzeige hatte Heiko Teggatz, Chef der Bundespolizeigewerkschaft DPolG, gestellt und mehrfach den Verdacht auf den Verein Pro Asyl gelenkt.

19 Juni 2025 0 Kommentare
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Frauen

Beleidigung und Gewalt: Antimuslimischer Rassismus trifft Frauen besonders stark

von Fremdeninfo 18 Juni 2025
von Fremdeninfo

 

Beleidigung und Gewalt: Antimuslimischer Rassismus trifft Frauen besonders stark

                      Köler r Stadt Anzeigen

 

                                    

                               Frauen, die Kopftuch tragen, werden besonders häufig zur Zielscheibe. (Symbolbild) © Patrick Pleul/dpa

Von antimuslimischem Rassismus betroffene Menschen in Deutschland wenden sich nur selten an staatliche Stellen, um Anzeige zu erstatten oder Unterstützung zu erhalten. Zu dieser Einschätzung kommen Mitarbeiter von Beratungsstellen, die mit dem Netzwerk Claim zusammenarbeiten. 

Im vergangenen Jahr sei hier „ein hohes Maß an Misstrauen gegenüber staatlichen, aber auch zivilgesellschaftlichen Institutionen“ deutlich geworden, heißt es in der bundesweiten Jahresbilanz von Claim. Es herrsche ein Klima der Angst. Zudem sei eine zunehmende Resignation unter den Betroffenen zu beobachten. Im schulischen Bereich würden Vorfälle häufig nicht gemeldet, weil Eltern Angst vor Repressionen hätten.

Mehr als 3.000 verifizierte Fälle im Jahr 2024

Wie die Bilanz für 2024 zeigt, hat das Netzwerk im vergangenen Jahr 3.080 Fälle von antimuslimischem Rassismus oberhalb und unterhalb der Strafbarkeitsgrenze dokumentiert, nach 1.926 registrierten Fällen im Jahr 2023. 

Direkt vergleichbar sind diese Zahlen nicht: So stieg die Zahl der teilnehmenden Beratungsstellen im vergangenen Jahr von 17 auf nunmehr 26 in 13 Bundesländern, wie Güzin Ceyhan von Claim erklärte. Doch auch die 17 Beratungsstellen, die 2023 schon teilnahmen, hätten über ein „deutlich höheres Beratungsaufkommen“ berichtet. Einige Taten des vergangenen Jahres seien „sehr brutal und menschenverachtend“, sagte Ceyhan. 

In rund 70 Prozent der 2024 dokumentieren antimuslimischen Vorfälle wurden Frauen zur Zielscheibe. Da von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden müsse, lasse die Geschlechterverteilung zwar keine repräsentativen Rückschlüsse zu. Die Fallzahlen stünden jedoch im Einklang mit Ergebnissen entsprechender Studien. 

Pauschale Kriminalisierung von Muslimen

Erwachsene, aber auch Kinder würden als „Messerstecher“, Antisemiten oder Terroristen beschimpft und teils auch bedroht, berichtet das Netzwerk. Darin spiegelten sich gesellschaftliche, mediale und politische Debatten wider. Verbale und tätliche Angriffe hätten besonders nach dem terroristischen Angriff der Hamas in Israel am 7. Oktober 2023 zugenommen sowie in zeitlichem Zusammenhang zu mutmaßlich islamistisch motivierten Terroranschlägen in Deutschland.

In einigen Fällen wird die Verharmlosung des Holocaust bei Sachbeschädigungen und Beleidigungen mit Hass auf Muslime verknüpft, hat Claim festgestellt. Ceyhan berichtete von 13-jährigen Mädchen, die in Dresden von Rentnerinnen als „Kopftuchjuden“ beschimpft worden seien, und von Moscheen, die mit Hakenkreuzen beschmiert wurden. Eine palästinensische Familie sah sich laut Claim mit dem Spruch „Dreckige Araber, verschwindet endlich aus Europa!“ konfrontiert. Einer anderen Familie habe man einen Schweinekopf vor die Tür gelegt. (dpa)

18 Juni 2025 0 Kommentare
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Religion

Zentralrat der Muslime beklagt salonfähig gewordenen Islam-Hass

von Fremdeninfo 18 Juni 2025
von Fremdeninfo

                    Zentralrat der Muslime beklagt salonfähig gewordenen Islam-Hass

                                                       Artikel von Jan Drebes/ RP Online

Berlin. Sachsen-Anhalts Regierungschef Haseloff erwägt einen Wegzug aus seiner Heimat, sollte die AfD an die Macht kommen. Der Zentralrat der Muslime bestätigt ähnliche Befürchtungen von Gläubigen in Deutschland – und fordert Politik und Gesellschaft zum Gegensteuern auf.

                                       

                   

                                 Muslimische Männer beten in der Khadija Moschee in Berlin zum muslimischen Fest Eid al-Adha. Das Opferfest ist das wichtigste Fest im Islam. (Archiv) © Annette Riedl

In der Debatte um die Folgen des Erstarkens der AfD hat der Zentralrat der Muslime vor salonfähig gewordenem Islam-Hass gewarnt und Gegenmaßnahmen gefordert. Zuvor hatte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) gesagt, er erwäge einen Wegzug aus seiner Heimat, sollte die AfD nach der Landtagswahl im kommenden Jahr die Regierung stellen.

Die Äußerungen von Ministerpräsident Reiner Haseloff offenbaren eine wachsende Sorge, die viele Demokratinnen und Demokraten in diesem Land teilen – besonders jene mit familiärer Migrationsgeschichte oder solche, die sich aktiv gegen Rassismus und Ausgrenzung engagieren“, sagte nun der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Abdassamad El-Yazidi, unserer Redaktion. „Wenn selbst langgediente Politikerinnen und Politiker darüber nachdenken, das Land im Falle einer Regierungsübernahme durch die AfD zu verlassen, ist das ein alarmierendes Signal über den Zustand unserer demokratischen Kultur“, mahnte er. Als Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland könne er diese Sorge nur zu gut nachvollziehen. „Auch viele Musliminnen und Muslime fragen sich zunehmend, ob sie noch sicher in diesem Land leben können, wenn rechtsextreme und antidemokratische Kräfte an Einfluss gewinnen“, sagte er.

Die größere Gefahr liege jedoch nicht allein im möglichen Wahlerfolg der AfD, sondern vielmehr darin, dass ihre menschenfeindliche und ausgrenzende Rhetorik längst salonfähig geworden sei, beklagte El-Yazidi. „Viel gravierender ist, dass diese Narrative inzwischen von Politikerinnen und Politikern sogenannter bürgerlicher Parteien übernommen werden – teils wörtlich, teils im Ton. Antimuslimischer Rassismus ist zur Eintrittspforte für weitere Formen von Hass und Ausgrenzung geworden“, mahnte er.

Mit Blick auf ein mögliches AfD-Verbotsverfahren sagte er, dass dies mit höchster Sorgfalt geprüft werden müsse. „Doch allein das wird nicht reichen. Es braucht eine gesamtgesellschaftliche Haltung, die Ausgrenzung und Hass widerspricht – und zwar nicht nur in Sonntagsreden, sondern im Alltag, im Parlament, in den Medien, in den Schulen und am Arbeitsplatz“, sagte El-Yazidi.

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