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Flüchtlinge

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Politik

Neues Schulfach: Christliche Religion soll die Konfessionen zusammenführen

von Fremdeninfo 6 September 2025
von Fremdeninfo

Von Christopher Weckwerth/haz
Im kommenden Schuljahr lernen evangelische und katholische Kinder und Jugendliche zusammen – auch, weil immer weniger Schüler getauft sind. Teilnehmen kann an dem Fach jeder, der möchte.
Hannover. Der evangelische und katholische Religionsunterricht soll in Niedersachsen vom kommenden Schuljahr an im neuen Fach Christliche Religion zusammengefasst werden. Die Vereinbarung dazu haben Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) und die Leitungen der Kirchen und Diözesen in Niedersachsen am Freitag in Hannover unterzeichnet. Der Unterricht werde an Grundschulen sowie an weiterführenden Schulen bis zur 10. Klasse eingeführt.

Den Impuls für die Zusammenlegung gaben die Kirchen selbst. Es geht dabei unter anderem darum, den Religionsunterricht überhaupt für die Zukunft zu sichern: Gäbe es die Zusammenlegung nicht, sei nicht auszuschließen, dass die Fortführung gefährdet wäre, „da es in beiden großen Konfessionen zunehmend weniger getaufte Schülerinnen und Schüler gibt“, erklärte das Bistum Hildesheim.

Das Kultusministerium sieht im gemeinsamen Unterricht ein Signal „für Dialog, Kooperation und gegenseitiges Verständnis“. Die Schüler erhielten so die Möglichkeit, sich mit Vielfalt auseinanderzusetzen, Unterschiede zu reflektieren und Respekt sowie Toleranz gegenüber anderen zu entwickeln.

Etwa jeder zweite Schüler in Niedersachsen gehört der evangelischen oder katholischen Kirche an. Für diese ist der neue Religionsunterricht verbindlich. Aber auch Schüler anderer Konfessionen oder Religionen sowie Schüler ohne Konfession sollen – wie bisher – auf eigenen Wunsch an dem Unterricht teilnehmen können. Das Bistum Hildesheim beschreibt es so: „Religiöse Bildung eröffnet einen einzigartigen Zugang zur Wirklichkeit und bietet Raum für existenzielle Fragen sowie ein gemeinsames Nachdenken über Gott und die Welt.“

Die evangelische Landeskirche erklärt, das neue Unterrichtsfach werde sowohl die religiöse Orientierung als auch die Pluralitätskompetenz der Schüler stärken. Diese Inhalte seien gerade in der heutigen Zeit von großer Bedeutung.

Der Landesschülerrat findet, der Unterricht müsse sich konsequent an der Lebensrealität der Schülerinnen und Schüler orientieren. „Das bedeutet, dass nicht nur christliche Inhalte vermittelt werden dürfen, sondern auch andere Religionen sowie nicht-religiöse Weltanschauungen gleichwertig berücksichtigt werden müssen“, sagt der Vorsitzende Matteo Feind.

Wer sich vom Religionsunterricht abmeldet, für den gibt es einen ethisch und religionskundlich ausgerichteten Ersatzunterricht. Das entsprechende Fach heißt in Niedersachsen Werte und Normen.

Neben katholischer und evangelischer Religion werden laut Kultusministerium auch Islamische Religion sowie in einzelnen Lerngruppen Jüdische, Orthodoxe, Syrisch-Orthodoxe und Alevitische Religion angeboten.

Vor 20 Jahren gab es noch mehr als 550.000 evangelische, mehr als 150.000 katholische und nur knapp 140.000 konfessionslose Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen. Heute sind es etwas mehr als 300.000 evangelische, rund 110.000 katholische, rund 230.000 konfessionslose und fast 90.000 islamische Schüler.

Jeweils fast ein Drittel der Schülerschaft hatte im Schuljahr 2024/25 entweder evangelischen Religionsunterricht, konfessionell-kooperativen Religionsunterricht oder das Fach Werte und Normen. Einen rein katholischen Religionsunterricht erhielten lediglich 4 Prozent, islamischen Religionsunterricht sogar nur 0,4 Prozent.

Der Religionsunterricht ist das einzige Unterrichtsfach, das im Grundgesetz verankert ist, wie das niedersächsische Kultusministerium erklärte. Die Einrichtung von bekenntnisfreien Schulen könne daher nur eine Ausnahme sein. Ohne eine Änderung des Grundgesetzes wird der Religionsunterricht also bleiben.

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Flüchtlinge

Abschiebestopp für Syrer verlängert: Österreich bezieht Stellung

von Cumali Yağmur 6 September 2025
von Cumali Yağmur

Artikel von Elisa Auer

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat den im Vormonat verhängten vorläufigen Stopp der Abschiebung eines Mannes nach Syrien bis mindestens 25. September verlängert.

Das Gericht wolle vorher noch weitere Informationen zum Fall hören, berichtete die „Presse“ (online). Mittlerweile hat auch Österreich die eingeforderte Stellungnahme zum Fall abgegeben. Bei dem Mann handelt es sich laut „Presse“ um einen unter anderem wegen gewerbsmäßigen Diebstahls, Raub und Urkundenunterdrückung verurteilten Syrer, der mehrfach untergetaucht ist und dessen Eltern und Geschwister in seinem Heimatland leben. Er selbst sei nach eigenen Angaben 2022 ausschließlich wegen des Kriegs aus Syrien geflohen und habe dort Angst um sein Leben.

Österreich gab Stellungnahme ab

Mittlerweile hat das Bundesamt für Asyl und Fremdenwesen diese Stellungnahme abgegeben und laut „Presse“ etwa argumentiert, dass der Mann „sicher in seinen Herkunftsort reisen“ könne, weil die syrische Regierung mitgeteilt habe nachzuverfolgen, dass Rückkehrer sicher an ihrem Zielort innerhalb Syriens ankommen. Außerdem bestehe dort keine „Gefahrensituation, die einem offenen bewaffneten Konflikt gleichzuhalten wäre“. Die Anzahl der „sicherheitsrelevanten Vorfälle“ in der Herkunftsregion des Mannes sei auch vergleichsweise niedrig, darüber hinaus seien viele syrische Flüchtlinge mittlerweile in ihre Heimat zurückgekehrt. (APA/RED, 5.9.25)

 

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Bildung

Deutsch-Arabische Sprachschule in Berlin unter Polizeischutz – aus einem traurigen Grun

von Fremdeninfo 6 September 2025
von Fremdeninfo

Artikel von Redaktion BERLIN LIVE

Die Deutsch-Arabische Sprachschule „Ibn Khaldun“ in Berlin-Neukölln steht für Demokratie und Toleranz. Gegründet von Hudhaifa Al-Mashhadani, der aus dem Irak stammt und seit fünf Jahren die Schule leitet, schulen dort 23 Lehrer rund 700 Schüler.

Mit einem Monatsbeitrag von 30 Euro ermöglicht die Schule den Kindern eine besondere Bildung, die weit über den normalen Unterricht hinausgeht. Das Konzept kombiniert laut „BZ“ Sprachunterricht mit Lektionen zur jüdischen Geschichte, zum Holocaust und zur demokratischen Bildung. Synagogenbesuche und ein Projekt gegen Radikalisierung sind feste Bestandteile. Zudem gibt es einen Schüleraustausch mit Israel. Doch genau diese Haltung und Aktivitäten machen die Schule zu einem Angriffsziel von Extremisten.

Berlin braucht Räume für Dialog und Hoffnung

Die Sicherheitslage um die Schule hat sich seit den Ereignissen in Israel im Oktober 2023 dramatisch verschlechtert. Inzwischen steht sie unter Polizeischutz. Beschmierte Fassaden, Steinwürfe durch Fenster und offene Drohungen machen das Engagement der Lehrer zu einer Herausforderung. Trotzdem bleibt Gründer Al-Mashhadani entschlossen: „Ich habe keine Angst.“ Aber er sorge sich um die Kinder.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner besuchte die Schule kurz vor Schuljahresbeginn und betonte deren Bedeutung: „Wir brauchen in Berlin mehr Brücken zwischen den Religionen. Die Schule ermöglicht einer multikulturellen Stadt wie Berlin wichtige Begegnungen, die Vorurteile abbauen. Wegner kritisierte den wachsenden Hass auf den Straßen und 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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iskan-tolun
Kultur

Ein Interview über Deniz

von Fremdeninfo 5 September 2025
von Fremdeninfo

F. I.: Sie haben ein beeindruckendes Buch über Deniz geschrieben. Was war der Hauptgrund, der Sie dazu bewogen hat, es zu verfassen?

İskan Tolun: Zunächst einmal vielen Dank für Ihr Interesse und dieses Kompliment!

Allerdings ist „Deniz’in Ütopyası“ kein Sachbuch, sondern ein Roman. Die deutsche Version heißt „Deniz’ Utopie“.

Deniz’ Utopie

Deniz’ Utopie

Zu diesem Roman hatte ich mit Ragıp Zarakolu ein Interview unter dem Titel „Lasst uns auch einen Roman für Deniz schreiben“ geführt. Dieses Gespräch wurde sowohl auf Deutsch als auch auf Türkisch in zahlreichen renommierten Zeitungen veröffentlicht. Die deutsche Fassung wurde zuletzt sogar in Ihrer Zeitung (Fremden Info) publiziert.

Ein Buch zu schreiben, geschweige denn einen Roman über eine Legende wie Deniz, kam mir anfangs überhaupt nicht in den Sinn. Ich war mir schon bei meinem ersten Buch („Wahre Geschichten und Zusammenfassungen von 444 Büchern“) unsicher, ob ich es veröffentlichen sollte. Doch ein befreundeter Lektor, der die Entwürfe gelesen hatte, überzeugte mich mit seiner Hartnäckigkeit: „Lass es uns als Buch herausbringen. Es wäre schade darum, es einfach liegen zu lassen. Überleg mal, wie viele Menschen gibt es, die all das so aufschreiben können?“
Ich hatte alles mit einem Kugelschreiber auf Papier geschrieben. Er tippte es auf seinem Laptop ab, brachte es zum Verlag und ließ mein erstes Buch drucken. Er hat sich wirklich sehr darum gekümmert, wofür ich ihm dankbar bin. Nach diesem ersten Buch begann ich also, Romane zu schreiben. Und nach der Veröffentlichung meines Romans „Girdap / Remzis Qual endet erst mit dem Tod-2“ kamen viele Anfragen von Lesern: „Schreib einen Roman über Deniz. Wir möchten Deniz aus deiner Feder lesen.“ Der Hauptgrund, der mich zum Schreiben motivierte, waren also diese Bitten. Aber natürlich spielte auch der Respekt und die Bewunderung, die ich seit meiner Kindheit für Deniz empfinde, eine wichtige Rolle.

F. I.: Gab es während des Schreibprozesses besondere Herausforderungen oder Themen, die Ihnen Schwierigkeiten bereitet haben?

İskan Tolun: Da ich diese Arbeit mit Leidenschaft mache, hatte ich keine wirklichen Schwierigkeiten. Allerdings hat der Roman vier Jahre meiner Zeit in Anspruch genommen. Die Recherche in den Archiven und die Kontaktaufnahme zu Deniz‘ Weggefährten aus Studien- und Kampfzeiten kosteten viel Zeit. Aber es hat sich gelohnt. Am Ende ist ein wunderbares Werk, ein großartiger Roman entstanden. Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich nochmals herzlich bei Deniz‘ Weggefährten bedanken, die mich stets unterstützt haben, insbesondere bei den geschätzten Atilla Keskin, Ragıp Zarakolu und Cengiz Çandar.

F. I.: War Deniz, den Sie nie persönlich kannten, sondern nur durch die revolutionären Bewegungen der 68er-Generation kannten, für Sie ein Held?

İskan Tolun: Er war bereits ein Held, als ich seinen Namen zum ersten Mal hörte. Er wurde als lebende Legende mit großer Begeisterung beschrieben. Er war in aller Munde, ich war damals noch ein Kind. Später kam seine Kleidung in Mode, obwohl sie verboten war. Besonders sein grüner Parka war sehr beliebt. Im Winter schmückte er die Schaufenster, und man konnte ihn an fast jedem jungen Menschen sehen. Viel später, als ich erwachsen war, kaufte ich mir natürlich auch einen dieser berühmten grünen Parkas mit der Fellkapuze.

F. I.: Waren Ihnen die Beiträge von Deniz zur revolutionären Bewegung in der Türkei bekannt?

İskan Tolun: Selbstverständlich. Seine Beiträge und seine Aufopferung sind unbestreitbar. Wie seine Weggefährten sagten: Deniz war überall. Ich kannte ihn aus Zeitungen, Zeitschriften und den Büchern, die ich gelegentlich las. In den letzten fünfzehn Jahren habe ich das Lesen nie aufgegeben; ich kann sagen, dass ich fast alle Bücher über Deniz gelesen habe und immer noch alles mit Begeisterung lese, was ich über ihn finde.

F. I.: Auf dem Weg zum Galgen soll Deniz gesagt haben: „Es lebe die Unabhängigkeit des kurdischen und des türkischen Volkes.“ Hat dieser Satz Sie als Kurde besonders berührt?

İskan Tolun: Natürlich hat er das. Wie könnte er auch nicht? Deniz war ein internationalistischer Revolutionsführer. Im Roman kann man das vollständige Zitat lesen. Dieser Satz war seine Vision, seine Utopie. Deshalb habe ich den Titel des Romans gewählt:

. Henry Dunant sagt: „Die Utopie ist die Realität von morgen!“

Deniz wurde großes Unrecht angetan. An jenem schwarzen Tag seiner Hinrichtung, dem 6. Mai 1972, weinten alle. Ich war fünf oder sechs Jahre alt, als ich davon erfuhr, und ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen, wie mich eine tiefe Traurigkeit erfasste. Auch deshalb ist ein Roman entstanden, der wie eine Elegie, wie ein Gedicht anmutet.

F. I.: Wurden Sie auch von anderen Anführern der 68er-Generation wie Mahir Çayan und İbrahim Kaypakkaya beeinflusst?

İskan Tolun: Ich kannte ihre Namen und respektierte natürlich ihren Kampf. Aber während meiner Recherchen über Deniz stieß ich immer wieder auf diese Namen, wodurch mein Respekt für sie noch weiter wuchs.

F. I.: Planen Sie, auch über diese Persönlichkeiten Bücher zu schreiben?

İskan Tolun: Das ist in Zukunft möglich, aber im Moment bin ich sehr beschäftigt. Ich arbeite parallel an drei verschiedenen Manuskripten, und das in zwei Sprachen: Türkisch und Kurdisch.


Informationen zum Buch:

F. I.: Bei welchem Verlag ist Ihr Buch erschienen?

İskan Tolun: Bei den Verlagen Babıali Kitaplığı und Ozan Yayıncılık. Die beiden arbeiten zusammen. Sie veröffentlichen alle meine 16 Bücher. In letzter Zeit haben sie auch begonnen, meine Bücher in drei Sprachen herauszugeben: Türkisch, Kurdisch und Deutsch: „Verdammnis“, „Der schlaue Fuchs“ und „Deniz’ Utopie“.

Der schlauer Fuchs, Deniz’ Utopie und Verdammnis

Der schlauer Fuchs, Deniz’ Utopie und Verdammnis

F. I.: Wo können die Leser das Buch erwerben?

İskan Tolun: Meine Bücher sind in allen nationalen und internationalen Buchhandlungen sowie online erhältlich. Kurz gesagt, überall auf der Welt, wo Bücher verkauft werden. Anfangs war „Deniz’ Utopie“ nach der Veröffentlichung jedoch nicht auf deutschen Websites gelistet. Aber jetzt ist es auf amazon.de verfügbar und hat in kurzer Zeit großes Interesse geweckt. Meine deutschen Leser waren so freundlich, viele wunderbare Kommentare und Bewertungen zu hinterlassen, alle mit 5 Sternen.

Kitap BerlinZudem hat die deutsch-türkische Buchhandlung „Gökkuşağı Kitabevi-Regenbogen Buchhandlung“ (Kitap Berlin) eine schnelle WhatsApp-Bestellhotline: 00 90 533 020 65 39. Alle meine Bücher sind auch dort erhältlich. Der Inhaber der Buchhandlung, Metin Hoca, hat sich sehr für den Roman „Deniz’ Utopie“ eingesetzt, ihn in den sozialen Medien beworben und stellt ihn, wie viele andere engagierte Buchhändler auch, immer noch im Schaufenster aus.

Ich spüre, dass das Interesse an meinen deutschsprachigen Büchern gestiegen ist, insbesondere nach der Anzeige „Der Löwenanteil-Para Şêr“, die in Ihrer Zeitung Fremden Info über meine Bücher veröffentlicht wurde. Vielen Dank, dass Sie diese Anzeige geschaltet haben. „Deniz’ Utopie“ ist erst seit Kurzem bei Amazon erhältlich und hat dank Ihnen in kürzester Zeit große Aufmerksamkeit erlangt.

Vielen Dank für das Interview. Mit freundlichen Grüßen und den besten Wünschen für Ihre weitere Arbeit.

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Archive

Tochter von NSU-Opfer: Kein Aussteigerprogramm für Zschäpe

von Fremdeninfo 5 September 2025
von Fremdeninfo

Artikel von dpa

25 Jahre nach dem ersten NSU-Mord fordert die Tochter des Opfers Enver Şimşek, die verurteilte Rechtsterroristin Beate Zschäpe aus einem Neonazi-Aussteigerprogramm herauszunehmen. «Sie hatte genügend Zeit, aufzuklären, zu sprechen», sagte Semiya Şimşek der Deutschen Presse-Agentur in Nürnberg. «Sie hat immer noch Kontakt zu Rechten. Da kann mir niemand erzählen, dass sie aussteigen will.»

Die Terrorzelle bestand aus den drei Hauptmitgliedern Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe, die aus Thüringen stammten und jahrelang in Sachsen im Untergrund lebten. Mundlos und Böhnhardt hatten sich 2011 getötet, um einer Festnahme zu entgehen. Zschäpe wurde 2018 als Mittäterin zu lebenslanger Haft bei besonderer Schwere der Schuld verurteilt.

Gedenken zum 25. Jahrestag

Am 9. September werden Semiya und ihr Bruder Abdulkerim Şimşek am Tatort in Nürnberg an ihren Vater erinnern. An dem Tag vor 25 Jahren feuerten Mundlos und Böhnhardt acht Schüsse auf den türkischen Blumenhändler. Der 38-Jährige starb zwei Tage später im Krankenhaus.

«Die Namen der Opfer und die Taten dürfen nicht vergessen werden», sagte Semiya Şimşek. Der Rechtsruck in Deutschland bereite ihr Sorgen. Eine ähnliche Mordserie halte sie künftig nicht für ausgeschlossen. «Wegen der Kontinuität von rechter Gewalt nach den NSU-Morden – Hanau, Halle, Walter Lübcke – kann ich mir schon vorstellen, dass das wieder passieren könnte.»

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Politik

Die Ereignisse in der Türkei müssen als Teil der neuen Weltordnung akzeptiert werden.

von Cumali Yağmur 5 September 2025
von Cumali Yağmur

Von  Cumali Yağmur

Die Verhaftung des Istanbuler Bürgermeisters Ekrem İmamoğlu verstärkt die Sorgen um die Zukunft der türkischen Politik, während die internationale Presse diese Situation im Kontext einer „sich wandelnden Weltordnung“ behandelt. Aber warum vermeidet Europa eine direkte Konfrontation mit Ankara?

Die Verhaftung des Istanbuler Bürgermeisters Ekrem İmamoğlu hat weltweit bemerkenswerte Reaktionen hervorgerufen. Insbesondere Organisationen der Europäischen Union und europäische Parlamentarier haben über soziale Medien und mit Videos Unterstützung bekundet. In einigen europäischen Städten wurden Protestmärsche organisiert.

Während die Verhaftungswelle in der Türkei mit voller Geschwindigkeit weitergeht, gab es eine interessante Einschätzung der Lage aus der israelischen Presse. In einer Analyse, die in der in Tel Aviv ansässigen, rechtsgerichteten Zeitung Jerusalem Post veröffentlicht wurde, wurden die Ereignisse in der Türkei im Kontext einer „sich wandelnden internationalen Ordnung“ betrachtet.

Auf der einen Seite will Europa sich nicht zu sehr in einen Konflikt mit der Türkei einmischen. Sie schweigen angesichts des Drucks, den die AKP und MHP auf die sozialdemokratische CHP ausüben. Dies wird vom Westen oft ignoriert. Europäische Länder und die NATO haben die Türkei über viele Jahre hinweg weiterhin unterstützt. Die Türkei positioniert sich zwischen Europa und Russland, gibt vor, Moskau entgegenzutreten, agiert aber gleichzeitig in enger Zusammenarbeit mit ihm. Gleichzeitig baut sie auch starke Beziehungen zum Iran auf.

In der Vergangenheit hatte Ankara auch Drohungen gegen Israel und Griechenland ausgesprochen, versucht, die NATO-Mitgliedschaft Schwedens zu verhindern, und die Flüchtlingskrise als Verhandlungsinstrument gegen Europa genutzt, um Kritik westlicher Länder an der Türkei zu unterbinden.

Europäische Länder sind besorgt, dass die Türkei Einfluss auf Migrationspopulationen ausüben könnte, und vermeiden daher eine direkte Konfrontation mit Ankara.

Die Verhaftung des Istanbuler Bürgermeisters wird im Westen und in den Ländern der Region genau verfolgt. Er ist jedoch nicht der einzige Oppositionspolitiker, der von den politischen Repressionen der AKP MHP betroffen ist. Der ehemalige Vorsitzende der Demokratischen Partei der Völker (HDP), Selahattin Demirtaş, ist seit fast zehn Jahren inhaftiert, und auch andere Oppositionsführer wurden zu langen Haftstrafen verurteilt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass kein oppositioneller Politiker in der Türkei von den politischen Prozessen ausgenommen ist, die die AKP MHP mithilfe des Justizapparats durchführt.

Im Gerichtsverfahren des CHP-Parteitags kam es zu einer Entwicklung bezüglich der „Einsetzung eines Treuhänders für Istanbul“. Das 42. Zivilgericht von Ankara hat Straf- und Zivilakten zum CHP-Provinzparteitag in Istanbul angefordert. In der Klage zur Aufhebung des CHP-Provinzparteitags, der am 8. Oktober 2023 in Istanbul stattfand, hatte das Gericht entschieden, den Provinzvorsitzenden Özgür Çelik und die derzeitige Führung von ihren Aufgaben zu entbinden.

Anstelle des Istanbuler Provinzvorsitzenden Özgür Çelik wurde ein Treuhänder eingesetzt, wodurch ehemalige CHP-Führer in die Istanbuler CHP-Verwaltung zurückkehrten. Diese Situation führte zu einer neuen Debatte innerhalb der CHP.

Diese politische Vernichtungspolitik der AKP MHP gegen die CHP wurde von der kurdischen Partei DEM Partei scharf verurteilt. In der Vergangenheit hatte die DEM Partei sich nicht geäußert, als Treuhänder für Bürgermeister der DEM Partei eingesetzt wurden. Einige CHP-Mitglieder haben im Laufe der Zeit Selbstkritik für ihre Fehler geübt.

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Information

Grüne wollen AfD-Verbotsverfahren vorantreiben – mit Union, SPD und Linken

von Fremdeninfo 4 September 2025
von Fremdeninfo

Artikel von AFP

Die Grünen im Bundestag wollen die Prüfung eines AfD-Verbotsverfahrens vorantreiben – und streben dabei ein gemeinsames Vorgehen mit den Fraktionen von Union, SPD und Linken an. Es gehe darum, „die Einleitung eines Parteiverbotsverfahrens verantwortungsvoll zu prüfen und gegebenenfalls zeitnah auf den Weg zu bringen“, schrieben die Fraktionschefinnen Britta Haßelmann und Katharina Dröge in einem am Donnerstag veröffentlichten Brief an ihre Kolleginnen und Kollegen von Union, SPD und Linkspartei.

In dem Brief luden Dröge und Haßelmann die Vorsitzenden der anderen Bundestagsfraktionen – mit Ausnahme der AfD – zu entsprechenden Gesprächen ein. Darin wollen die beiden Grünen-Politikerinnen „das weitere gemeinsame Vorgehen in dieser Sache“ absprechen, wie es in dem Schreiben heißt. „Ein gemeinsames Vorgehen der demokratischen Fraktionen und aller Demokrat*innen im Deutschen Bundestag ist von zentraler Bedeutung.“

Vorgeschlagen wird ein Termin in der ersten Sitzungswoche nach der parlamentarischen Sommerpause, diese wäre also schon in der kommenden Woche. „Die Angelegenheit drängt: Es geht um die Verteidigung unserer Demokratie“, schrieben Haßelmann und Dröge weiter.

Die beiden begründen die Dringlichkeit mit der „fortschreitenden Radikalisierung der AfD und zahlreichen Hinweise auf ihre mögliche Verfassungswidrigkeit“. Letztere seien Gegenstand rechtlicher und fachlicher Gutachten, unter anderem des Bundesamtes für Verfassungsschutz.

Gerichtet ist der Brief vom Mittwoch an die Fraktionschefs von Union, Jens Spahn (CDU), und SPD, Matthias Miersch, sowie die Linken-Fraktionsspitze Heidi Reichinnek und Sören Pellmann. Die Linksfraktion nahm die Einladung umgehend an, wie eine Sprecherin auf Anfrage bestätigte.

Für AfD-Chefin Alice Weidel entbehrt ein Verbotsverfahren gegen ihre Partei „jeder Grundlage“. Der Nachrichtenagentur AFP sagte sie: „Ein Verbot der größten Oppositionspartei würde der Demokratie schweren Schaden zufügen und das Vertrauen der Bürger in den Staat erschüttern.“ Weidel sprach vom „verzweifelten Versuch von Grünen und SPD, von ihrem eklatanten Versagen als Regierungsparteien und ihrem Absturz in der Wählergunst abzulenken“.

Über den Versuch, die AfD als verfassungsfeindliche Bestrebung verbieten zu lassen, wird schon seit langem sehr kontrovers diskutiert. Die Hürden gelten als sehr hoch. Ein Parteiverbotsverfahren beantragen können Bundestag, Bundesrat oder Bundesregierung. Über das Verbot entscheidet dann ausschließlich das Bundesverfassungsgericht.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte die AfD in einem im Mai vorgelegten Gutachten als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft. Die Partei reichte dagegen per Eilantrag Beschwerde beim Verwaltungsgericht Köln ein. Das Bundesamt für Verfassungsschutz gab daraufhin für die Dauer des Verfahrens eine sogenannte Stillhaltezusage ab und behandelt die AfD vorläufig weiter lediglich als rechtsextremistischen Verdachtsfall.

awe/

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Allgemein

Deutlicher Anstieg: Syrer auf Platz 1 bei Einbürgerungen in NRW

von Fremdeninfo 4 September 2025
von Fremdeninfo

 

Syrer stellen seit 2021 die größte Gruppe bei den Einbürgerungen in Nordrhein-Westfalen. Seit 2021 seien im bevölkerungsreichsten Bundesland 66.366 syrische Staatsangehörige eingebürgert worden, teilte das Statistische Landesamt am Donnerstag in Düsseldorf mit.

Allein 2024 waren es 24.349 Menschen. Die Zahl der Einbürgerungen sei seit 2021 merklich angestiegen, weil immer mehr der zwischen 2014 und 2016 eingereisten syrischen Schutzsuchenden die formellen Voraussetzungen für eine Einbürgerung erfüllt hätten, hieß es.

Syrer sind die zweitgrößte Ausländergruppe in NRW

Insgesamt stellen Syrerinnen und Syrer laut Statistik inzwischen die zweitgrößte Ausländergruppe in NRW, nach türkischen Staatsangehörigen. Ihre Zahl hat sich demnach in den vergangenen zehn Jahren verneunfacht: Ende 2024 lebten knapp 288.000 syrische Staatsangehörige in NRW, 2014 waren es erst gut 31.000. Den größten Anstieg gab es den Angaben zufolge in den Jahren 2015 und 2016, als besonders viele Menschen aus Syrien nach Europa flüchteten.

Einbürgerung schneller möglich

Im Juni 2024 trat das Gesetz zur Modernisierung des Staatsangehörigkeitsrechts in Kraft. Nun kann eine Einbürgerung bereits nach fünf statt bisher acht Jahren Aufenthalt in Deutschland beantragt werden. Bei besonderen Integrationsleistungen (etwa Erfolg in Schule oder Beruf) kann sich die Frist auf bis zu drei Jahre verkürzen. Auch kann die bisherige Staatsangehörigkeit generell behalten werden.

Die Zahl der Einbürgerungen stieg infolge der Änderungen bundesweit im Jahr 2024 um 46 Prozent auf einen neuen Höchststand: Laut Statistischem Bundesamt erhielten 291.955 Ausländer die deutsche Staatsangehörigkeit. 28 Prozent von ihnen – und damit mit Abstand die meisten der Neubürger – waren syrischer Herkunft.

In dieser Zeit sei der Anteil männlicher Jugendlicher und junger Erwachsener bei den syrischen Staatsangehörigen zunächst überdurchschnittlich hoch gewesen, erklärte die Statistikbehörde: Der Männeranteil lag 2015 bei zwei Drittel (65 Prozent) in Folge des Familiennachzugs ging er auf 58,4 Prozent im vergangenen Jahr zurück.

In diesen Ruhrgebiets-Städten leben die meisten Syrer

Besonders viele aus Syrien stammende Menschen leben laut Statistik im Ruhrgebiet: Mehr als 125.000 und damit 43,5 Prozent aller syrischen Staatsangehörigen in NRW sind dort zu Hause. Die meisten syrischen Einwohner gibt es den Angaben zufolge in Essen (18.970), Dortmund (14.600), dem Kreis Recklinghausen (13.610), Wuppertal (11.475) und Bochum (11.350). Die Zahlen basieren auf Daten aus dem Ausländerzentralregister des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge und der kommunalen Einbürgerungsbehörden.

Von: dpa

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terrorfreie Türkei
Politik

Hinter dem Slogan „Nationale Einheit“: Klasse, Staat und das Projekt „Terrorfreie Türkei“

von Can Taylan Tapar 4 September 2025
von Can Taylan Tapar

Die politische Atmosphäre in der Türkei wird einmal mehr von einem der fundamentalsten Widersprüche des Staates geprägt: der „Terrorfrage“. Ein neues Projekt mit dem Namen „Eine Türkei ohne Terror“ und die in diesem Zuge im Parlament eingerichtete „Kommission für Nationale Solidarität, Brüderlichkeit und Demokratie“ werden von der Regierung als historischer Schritt zur Lösung der chronischen Probleme des Landes präsentiert. Die offizielle Rhetorik spricht von einem strategischen Zug, der auf dem Weg zu den Zielen des „Jahrhunderts der Türkei“ den gesellschaftlichen Frieden und die nationale Einheit festigen soll. Um jedoch das wahre Wesen dieses Projekts zu verstehen, ist es unerlässlich, die hinter dieser glänzenden Rhetorik liegenden Klassendynamiken, die ideologischen Funktionen des Staatsapparates und das durch historische Erfahrungen gewachsene Misstrauen einer marxistischen Kritik zu unterziehen.

In diesem Artikel werde ich diese Initiative im Lichte der Grenzen bürgerlicher Demokratie und der Natur von Sekuritisierungspolitik analysieren. Ich werde darzulegen versuchen, warum das Projekt Gefahr läuft, weniger ein Versprechen für echten Frieden und Demokratisierung zu sein, sondern vielmehr zu einem Instrument zu werden, das die Hegemonie des aktuellen Machtblocks reproduziert und gesellschaftliche Widersprüche verschleiert.

Die glänzende Fassade des offiziellen Narrativs und die autoritäre Realität

Die Art und Weise, wie das Projekt der Öffentlichkeit präsentiert wird, bedient sich des gesamten Instrumentariums der herrschenden Ideologie: Abstrakte und emotional aufgeladene Begriffe wie „nationale Einheit“, „Brüderlichkeit“ und „gesellschaftliche Integration“ bilden das Fundament seiner Legitimität. In den Erklärungen des Kommunikationsdirektorats der Präsidentschaft wird mit Formulierungen wie „eine Verwässerung des Prozesses wird von der Nation nicht verziehen“ der Boden dafür bereitet, kritische Stimmen potenziell als Gegner des „nationalen Willens“ zu positionieren. Dass die Arbeitsbereiche der Kommission auch Themen wie „Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit“ umfassen, zielt darauf ab, den Eindruck zu erwecken, die Initiative sei nicht nur sicherheitsorientiert, sondern besitze auch einen reformistischen Charakter.

Dieses Narrativ kollidiert jedoch hart mit der konkreten Realität der Türkei. Berichte von Organisationen wie der Menschenrechtsstiftung der Türkei (TİHV) belegen, dass das Land in Bezug auf demokratische Werte eine seiner dunkelsten Perioden seit dem Militärputsch von 1980 durchlebt. Es herrscht ein Klima, in dem Rechtswidrigkeit zur Normalität und die Autoritarisierung institutionalisiert wurde. In einer solchen Atmosphäre klingen Versprechen von „Demokratie“ und „Brüderlichkeit“ wie eine tiefe Ironie oder gar wie „ein schlechter Scherz“.

Der Vorhang der nationalen Einheit und die verborgenen Konflikte

Die marxistische Analyse definiert den Staat nicht als über den Klassen stehenden, neutralen Schiedsrichter, sondern als Repressions- und Ideologieapparat, der die Interessen der herrschenden Klasse, der Bourgeoisie, schützt. Narrative wie „Nationale Solidarität“ und „Brüderlichkeit“ erfüllen genau an diesem Punkt die grundlegendste ideologische Funktion des Staates: Sie verschleiern die Klassengegensätze. Eine kapitalistische Gesellschaft basiert naturgemäß auf unversöhnlichen Widersprüchen. Auf der einen Seite steht die Bourgeoisie, die die Produktionsmittel besitzt, auf der anderen Seite die Arbeiterklasse und die Werktätigen, die gezwungen sind, ihre Arbeitskraft zu verkaufen, um zu überleben. Dieses grundlegende Ausbeutungsverhältnis ist die Hauptquelle gesellschaftlicher Konflikte.

Das Projekt „Eine Türkei ohne Terror“ versucht, diesen fundamentalen Widerspruch sowie die seit Jahrzehnten andauernde ethnische Unterdrückung (insbesondere in der Kurdenfrage) im Schmelztiegel der „nationalen Einheit“ aufzulösen. Durch die Schaffung einer künstlichen „Wir“-Identität gegen einen als „Terror“ kodierten gemeinsamen „Feind“ werden die wirtschaftlichen Forderungen der Arbeiter, die Suche des kurdischen Volkes nach politischen und kulturellen Rechten sowie der Kampf der Aleviten und anderer Minderheiten um gleiche bürgerliche Rechte zweitrangig oder sogar als „spalterisch“ dargestellt. Ein Beweis dafür, wie selektiv und ausgrenzend dieses Verständnis von „nationaler Einheit“ ist, ist die Tatsache, dass das Projekt sich zwar auf die Kurdenfrage konzentriert, aber mit keinem Wort die systemischen Probleme anderer ethnischer und religiöser Gruppen in der Türkei (Araber, Aleviten etc.) erwähnt. Es geht weniger darum, gesellschaftlichen Frieden zu schaffen, als vielmehr darum, jede Opposition, die nicht in die vom Staat definierten Grenzen eines genehmen Bürgertums passt, unter die Klammer des „Terrors“ zu setzen und damit zu kriminalisieren.

Das neue Gesicht des Sicherheitsstaates: Die Instrumentalisierung des Rechts

Das Projekt kann als ein weiteres Glied in der Kette der Manifestationen des Konzepts der „Sekuritisierung“ in der Türkei gelesen werden. Sobald ein Problem als „existenzielle Bedrohung für die nationale Sicherheit“ kodifiziert wird, werden normale demokratische und rechtliche Prozesse ausgesetzt; außerordentliche Maßnahmen werden legitim. Die türkische Geschichte ist voll von Beispielen, wie linke und sozialistische Bewegungen als „subversiv und spalterisch“ abgestempelt und zerschlagen wurden. Auch heute steht das Bekenntnis der Kommission zum „Rechtsstaat“ im krassen Gegensatz zur Praxis der aktuellen Regierung, die Urteile des Verfassungsgerichts und des EGMR missachtet und das Recht als politischen Knüppel einsetzt.

Dies ist ein klares Indiz dafür, wie der bürgerliche Staat Demokratie und Recht im Sinne seiner eigenen Interessen instrumentalisiert. Demokratie ist hier kein zu schützendes Ziel, sondern ein flexibles Werkzeug zur Erreichung bestimmter politischer Zwecke. Wenn es die Interessen der herrschenden Klasse erfordern, können die grundlegendsten Freiheiten im Namen der „Sicherheit“ problemlos eingeschränkt werden. Es besteht die große Gefahr, dass diese Kommission nicht die bestehende autoritäre Struktur in Frage stellt, sondern zu einer Institution wird, die deren sicherheitspolitischen Maßnahmen Legitimität verleiht.

Der Weg, der vom Waffenstillstand nicht zum Frieden führt

Das Schweigen der Waffen und die Verhinderung von Todesopfern sind zweifellos positive und unterstützenswerte Schritte. Kein Sozialist wünscht sich die Fortsetzung von Krieg und Gewalt. Die marxistische Dialektik erfordert jedoch, sich auf das Wesen hinter der Erscheinung zu konzentrieren. Die als „Terror“ bezeichnete Gewalt ist keine Ursache, sondern das Ergebnis tief liegender sozioökonomischer, politischer und kultureller Probleme. Wie der Abgeordnete der Arbeiterpartei der Türkei (TİP), Ahmet Şık, in der Kommissionssitzung betonte, bedeutet eine Reduzierung des Prozesses auf die bloße Niederlegung der Waffen „nichts weiter als einen Waffenstillstand“.

Ein echter und dauerhafter Frieden erfordert, an die Wurzeln des Problems zu gehen. Dies ist nur möglich durch die Einrichtung von „Wahrheits- und Gerechtigkeitskommissionen“ zur Aufarbeitung der Vergangenheit, die Abschaffung antidemokratischer Gesetze wie des Anti-Terror-Gesetzes und vor allem durch die Schaffung eines neuen Gesellschaftsvertrags auf der Grundlage „gleicher Staatsbürgerschaft“. Die Strategie des Staates, den Konflikt von seinen Ursachen zu abstrahieren und ihn lediglich als Frage der „Waffenabgabe“ zu behandeln, ist Teil seiner Strategie, die bestehenden Ausbeutungs- und Unterdrückungsverhältnisse zu bewahren. Das Problem wird nicht gelöst, sondern lediglich für eine Weile eingefroren.

Nicht verhandelbare Rechte: Demokratie ist eine Vorbedingung

Die Grundlogik des Projekts basiert auf einer problematischen Kausalität, die sich so zusammenfassen lässt: „Wenn der Terror endet, kommt die Demokratie“. Dieser Ansatz betrachtet Rechte und Freiheiten als eine Belohnung, die als Gnadenakt des Staates gewährt wird – als Verhandlungsmasse. Die sozialistische und universelle Menschenrechtsperspektive stellt diese These jedoch auf den Kopf: Demokratie ist nicht das Ergebnis von Frieden, sondern seine unabdingbare Voraussetzung.

Nur in einem Umfeld, in dem Grundrechte und -freiheiten garantiert sind, Meinungs- und Organisationsfreiheit kompromisslos gelten und Rechtsstaatlichkeit herrscht, können gesellschaftliche Probleme ohne Gewaltanwendung auf demokratischem Wege diskutiert und gelöst werden. Wie auch die TİHV betont, sind Grundrechte nicht verhandelbar. In einem Land, in dem Gesetzlosigkeit und Willkür grassieren, eine „Demokratiekommission“ einzurichten, ist wie der Versuch, das Dach eines baufälligen Gebäudes zu reparieren.

Das Misstrauen der Geschichte und der Zwang der neuen Konjunktur

Hinter der vorsichtigen Haltung der links-sozialistischen und der kurdischen politischen Bewegung gegenüber diesem Prozess verbirgt sich ein schmerzhaftes historisches Gedächtnis. Man erinnert sich gut daran, wie frühere ähnliche Initiativen – insbesondere der, in den Worten von Tanıl Bora, „verstorbene ‚Lösungsprozess‘“ – verschwendet wurden, wie der Staat solche Prozesse für seine eigenen politischen Interessen manipulierte und sie letztlich zu einer noch größeren Zerstörung führten. Der Staat ist immer die Partei, die die Regeln festlegt und die Macht besitzt, den Spielverlauf zu ihren Gunsten zu wenden. Dieses historische Erbe nährt ein tiefes Misstrauen gegenüber den Versprechungen des neuen Projekts.

Gleichzeitig wäre es eine unvollständige Analyse, anzunehmen, dieser Prozess entspringe ausschließlich der internen Dynamik der Regierung. Die sich wandelnde internationale Konjunktur, insbesondere die neuen Gleichgewichte im Nahen Osten (in Syrien und im Irak), zwingen den türkischen Staat, eine neue Position zur Kurdenfrage einzunehmen. Dieser Schritt ist also nicht nur ein innenpolitisches Manöver, sondern auch eine Folge regionaler und globaler Machtverhältnisse. Doch während diese notwendige Veränderung ein inklusives, demokratisches zivilgesellschaftliches Verständnis erfordert, sind die nationalistischen, konservativen und staatszentrierten ideologischen Codes des aktuellen AKP-MHP-Machtblocks weit davon entfernt, die Kapazität für eine solche Transformation zu besitzen.

Fazit: Der Weg zum wahren Frieden führt über den Klassenkampf

Das Projekt „Eine Türkei ohne Terror“ und die dazugehörige Kommission sind in ihrer jetzigen Form weniger ein Versuch, gesellschaftlichen Frieden zu schaffen, als vielmehr eine Initiative, die den Staat restrukturiert, das sicherheitsorientierte Paradigma mit einer neuen Rhetorik fortsetzt und vor allem darauf abzielt, Klassen- und ethnische Widersprüche durch die Ideologie der „nationalen Einheit“ zu unterdrücken. Auch wenn das Schweigen der Waffen angestrebt wird, ist das eigentliche Ziel dahinter, die Dynamiken unter Kontrolle zu bringen, die die herrschende Ordnung von Ausbeutung und Unterdrückung bedrohen.

Ein echter und dauerhafter Frieden ist nur möglich, wenn nicht die Symptome, sondern die Krankheit selbst bekämpft wird. Dies erfordert die Schaffung einer neuen, demokratischen Verfassungsordnung, die den Willen zum Zusammenleben aller in diesem Land lebenden Völker und Glaubensgruppen – nicht nur der Kurden, sondern auch der Türken, Araber, Aleviten – auf der Grundlage gleicher Staatsbürgerschaft widerspiegelt. Dieser Weg führt nicht über scheinheilige Kommissionen, sondern über einen gemeinsamen gesellschaftlichen Kampf gegen Ausbeutung, Ungleichheit und jede Form von Diskriminierung – also über den Klassenkampf. Der Frieden wird nicht durch die Gnade des kapitalistischen Staates oder des Palastes gewährt, sondern durch den Willen der Völker selbst erkämpft.

Referenzen und verwendete Quellen:

Türkiye Büyük Millet Meclisi (TBMM) bünyesinde oluşturulan “Millî Dayanışma, Kardeşlik ve Demokrasi Komisyonu” ile ilgili Türkiye İnsan Hakları Vakfı’nın (TİHV) görüş ve önerileri – TİHV – Türkiye İnsan Hakları Vakfı

Komisyonun ilk toplantısında hangi parti ne dedi?

TİHEK – Terörsüz Türkiye Sürecinde Terör Örgütünün Kendini Feshetmesi Hakkında Basın Açıklaması

“Terörsüz Türkiye” – Tanıl Bora | Birikim Yayınları

5 Ağustos 2025 | Ahmet Şık’ın TBMM’deki Komisyon Konuşması – Türkiye İşçi Partisi

Millî Dayanışma, Kardeşlik ve Demokrasi Komisyonu Hk. Değerlendirmem – Mustafa Yeneroğlu

Sürece dair notlar… – Gazete Nisan

Milli Dayanışma, Kardeşlik ve Demokrasi Komisyonu, TBMM Başkanı Kurtulmuş başkanlığında toplandı

4 September 2025 0 Kommentare
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Sie wollen in den Stadtrat! Tarnen sich „Graue Wölfe“ für Kommunalwahl in Gelsenkirchen?

von Fremdeninfo 4 September 2025
von Fremdeninfo

Sie wollen in den Stadtrat! Tarnen sich „Graue Wölfe“ für Kommunalwahl in Gelsenkirchen?

Artikel von Metin Gülmen

Schlichte Wahlplakate, freundlich blickende Kandidaten und der Schriftzug „GUT“ – tarnen sich zur Kommunalwahl in Gelsenkirchen in Wirklichkeit türkische „Graue Wölfe“, um in den Stadtrat einzuziehen? Erstmal tritt die Partei „GUT“ zu einer Wahl an. Sie fordert „eine aktive, solidarische Integrationspolitik“ oder die „soziale und ökologische Transformation“ der Wirtschaft in Gelsenkirchen. So weit, so normal.

Doch das alles könnten womöglich nur Nebelkerzen sein. Denn die Spitzenkandidaten der „GUT“ gehören den „Grauen Wölfen“ an, haben mindestens sehr enge Verbindungen zur türkisch-rechtsextremen Ideologie! Lenken diese Männer also nach der

Dass die „Grauen Wölfe“ keine Folklore-Gruppe ist, beweisen bereits unsägliche Vorgänge bei Veranstaltungen in Dortmund oder Köln, als islamistische Allah-Akbar-Rufe und Hass-Parolen gegen Israel durch den Saal hallten. Laut Verfassungsschutz sind sie mit rund 11.000 Anhängern die stärkste rechtsextremistische Bewegung Deutschlands. Die Bewegung gilt als antisemitisch, rassistisch und als gewalttätig, insbesondere gegen Kurden, Armenier und Aleviten. Selbst hierzulande werden diese Bevölkerungsgruppen als „Feinde des Türkentums“ angegriffen.

Besonders perfide: Diese Organisationen arbeiten daran, ihre menschenfeindliche Agenda unbemerkt in die Mitte der Gesellschaft zu tragen. Der NRW-Verfassungsschutz nennt das „Strategie der Entgrenzung“, die auch lokal vor kleineren Wahlen stattfinde. Wie „Correctiv“ berichtet, ist der „GUT“-Spitzenkandidat Gökhan Yilmaz ein typisches Beispiel dafür.

Er ist nämlich gleichzeitig auch Vorsitzender des „ATF Gelsenkirchen“, kandidiert für den Rat im Wahlbezirk Hüllen und für die Bezirksvertretung Mitte. Es gibt viele Fotos, die im Vereinsheim des „ATF“ in Gelsenkirchen aufgenommen wurden, beispielsweise eines, als er eine Rede vor Mitgliedern hält. Im Hintergrund eine rote Flagge mit drei weißen Halbmonden – ein eindeutiges und berüchtigtes Erkennungszeichen der „Grauen Wölfe“.

AfD-Kandidaten vor Kommunalwahl in NRW gestorben – ihr Tod hat Folgen

Nicht nur das: Auf einem Foto vom Oktober 2024 posiert er auch neben einem ehemals hochrangigen MHP-Abgeordneten, der als Ehrengast aus der Türkei nach Gelsenkirchen kam. Andere Fotos zeigen, wie Yilmaz den berüchtigten „Wolfsgruß“ macht – ein weiteres Erkennungszeichen der „Grauen Wölfe“, die in Frankreich und Österreich übrigens verboten sind. Es bleibt abzuwarten, ob die „Wölfe im Schafspelz“ letztlich wirklich den Einzug in den Stadtrat schaffen

 

 

 

 

4 September 2025 0 Kommentare
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