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Allgemein

Oberster türkischer Richter: „Individualbeschwerde ist Herzstück des Rechtsstaats

von Fremdeninfo 8 Oktober 2025
von Fremdeninfo

Von: dtj-Online

In der Türkei hat der Präsident des Verfassungsgerichts, Kadir Özkaya, die Durchsetzungsstärke des Rechtsstaats gelobt. Er verwies auf mehr als 81.000 Fälle, in denen das Höchstgericht seit 2012 türkischen Behörden oder Gerichten Verstöße gegen die Grundrechte attestiert habe. Özkaya erzählt jedoch nur einen Teil der Wahrheit.

In der Türkei ist die Justiz willkürlicher geworden. Die Vielzahl politisch motivierter Verfahren schwächt die Verfahrensrechte der Bürger und überfordert die Richter selbst. Dies lässt sich zwischen den Zeilen aus einer Rede herauslesen, die der Präsident des Verfassungsgerichts, Kadir Özkaya, jüngst gehalten hatte.

In den vergangenen 13 Jahren hat das türkische Verfassungsgericht in 81.481 Entscheidungen einen Verstoß vonseiten der Verwaltung oder Justiz festgestellt. Darin enthalten sind auch Verletzungen des Rechts auf ein Verfahren innerhalb einer angemessenen Frist.

Die Türkei und das System der Europäischen Menschenrechtskonvention

Özkaya sprach in der Vorwoche bei einer Veranstaltung mit international angesehenen Juristen, darunter Saadet Yüksel und weiteren Richtern am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR). Seine Rede galt dem Thema „Aktuelle Fragen in der Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte und des Verfassungsgerichts im Rahmen des Rechts auf Eigentum und ein faires Verfahren“.

Der Präsident des türkischen Verfassungsgerichts erinnerte an die Stationen der Einbindung der Türkei in das System des EGMR. Im Jahr 1954 trat das Land der

Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) bei. Seit 1987 gibt es das Recht auf Individualbeschwerde vor dem EGMR, seit 1990 verpflichtete sich die Türkei, die Verbindlichkeit seiner Entscheidungen anzuerkennen. Im Jahr 2004 wurde sogar die Verfassung geändert, um den Vorrang der Europäischen Menschenrechtskonvention zu institutionalisieren.

Die Möglichkeit einer Individualbeschwerde vor dem Verfassungsgericht gibt es in der Türkei seit 2012, und Özkaya betonte in seiner Rede insbesondere deren Bedeutung. Sie sei zentral für den Schutz der Grundrechte und Freiheiten und stärke den Rechtsstaat. Die individuelle Anwendung, so der Höchstrichter, „dient der Rechtssuche des Einzelnen ebenso wie der synchronisierten Entwicklung unserer Rechtsordnung“.

Zuletzt 70.000 Individualbeschwerden innerhalb eines Jahres

Özkaya erklärte, die Individualbeschwerde ermögliche einen schnelleren und effektiveren Rechtsschutz für den Einzelnen. Zugleich trage sie dazu bei, dass „die Türkei ihre internationalen Verpflichtungen in Bezug auf die Menschenrechte stärker erfüllt“. Der individuelle Zugang zur Beschwerde wegen der Verletzung von Rechten nach der Europäischen Menschenrechtskonvention mache die Verfassungsprinzipien „sichtbarer und funktionsfähiger“.

Die individuelle Anwendung sei „zu einem dynamischen und transformativen Mechanismus geworden, der es der Verfassung ermöglicht, ein lebendiger Text zu sein“. Bis Ende 2024 seien 700.000 Anträge dieser Art eingereicht worden. Zuletzt seien es 70.000 innerhalb von nur einem Jahr gewesen. Etwa 67.000 hatte man zuletzt im Jahr bearbeitet, wobei in 5.551 Fällen Verstöße festgestellt worden seien. Dazu gebe es 75 Verfahren, in denen nach Feststellung eines Verstoßes die Entscheidungen noch nicht umgesetzt sei.

Die Zahl der Beschwerden zeige, „wie wichtig der individuelle Rechtsbehelf für den Schutz der Grundrechte und -freiheiten unserer Bürgerinnen und Bürger ist“. Das

Verfassungsgericht setze das System „mit großer Entschlossenheit und Erfolg fort“.

Verfassungsgericht sieht sich als Wahrer der Individualrechte – und bleibt hinter dem Anspruch zurück

In weiterer Folge sprach der oberste Verfassungsrichter von Menschenrechten im internationalen System – und von Kriegen, Migrationsbewegungen und Ungleichheit. Die Menschheit müsse „mit einem gemeinsamen Gewissen gegen all diese Ereignisse aufschreien und mit einem gemeinsamen Gewissen handeln“, erklärte Özkaya.

Bezeichnend war dieser Themenwechsel insofern, als sich das Verfassungsgericht insbesondere in heiklen Fragen der türkischen Rechtspflege selten als Wahrer individueller Rechte gerierte. So konnten beispielsweise die Säuberungsaktionen und willkürlichen Anklagen und Verurteilungen mutmaßlicher Angehöriger der Gülen-Bewegung unter seinen Augen geschehen.

Offiziellen Zahlen zufolge fanden seit 2016 etwa 700.000 Gerichtsverfahren gegen tatsächliche oder vermeintliche Gülen-Anhänger in der Türkei statt. Bis Mitte 2023 gab es dabei 122.632 Verurteilungen, in mehr als 1.300 davon zu lebenslangen Haftstrafen. Gegen fast 68.000 Personen dauern Ermittlungen noch an.

EGMR hat Türkei mehrfach verurteilt – Ankara ignoriert seine Erkenntnisse

Es gab rund 125.000 Entlassungen von Beamten und mehr als 230.000 Pässe wurden entzogen. Zahlreiche Schulen, Vereine und Medienhäuser wurden geschlossen, rund 270 Stipendien gestrichen und tausende Institutionen dauerhaft aufgelöst. In vielen Fällen reichte es aus, die ByLock-Messenger-App auf dem Handy installiert oder bei der Bank Asya ein Konto geführt zu haben, um ins Visier der Justiz zu geraten.

Der EGMR hat in zahlreichen Fällen eine Verletzung der Rechte nach der EMRK durch die türkische Regierung festgestellt. Dabei sprach der Gerichtshof den Beschwerdeführern auch Entschädigungen zu. Die Türkei setzt die Urteile jedoch im Regelfall bis heute nicht um.

8 Oktober 2025 0 Kommentare
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Allgemein

BKMO X: Erfolgreicher Austausch und Neuwahl des Vorstandes  

von Fremdeninfo 8 Oktober 2025
von Fremdeninfo

Nach einer erfolgreichen 10. Bundeskonferenz der Migrant*innenorganisationen in Berlin am 19. Und 20. September stellt die BKMO ihren neuen Vorstand vor. Die Bundeskonferenz der Migrant*innenorganisationen (BKMO) fand in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal statt und hat sich erneut als zentraler Ort des Dialogs, der Vernetzung und des gemeinsamen Gestaltens der Migrationsgesellschaft erwiesen. Zahlreiche Vertreter*innen von Migrant*innenorganisationen, Zivilgesellschaft, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft kamen zusammen, um aktuelle Herausforderungen zu diskutieren, Perspektiven zu teilen und gemeinsame Strategien zu entwickeln.

Neuigkeiten im Vorstand
Im Rahmen der anschließenden BKMO-Vereinsmitgliederversammlung stellte sich der Vorstand der BKMO mit ein paar Neuerungen auf: Neuer Co-Vorsitzender der BKMO ist neben Karen Taylor nun Ehsan Djafari, der als Vorsitzender der Iranischen Gemeinde in Deutschland, den Vorstandsvorsitz von Mamad Mohamad übernimmt. Zu seiner Wahl sagte er: „Eine gerechte und zukunftsfähige Gesellschaft entsteht dort, wo Herkunft nicht über Chancen entscheidet und Vielfalt nicht nur sichtbar, sondern gestaltend wirkt. Das ist auch mein Ziel bei der BKMO. Mit klarer Stimme, gemeinsamen Strategien und dem Anspruch, Gesellschaft aktiv mitzugestalten.“ Mit seiner langjährigen Erfahrung und seinem Engagement für eine starke und vielfältige Migrant*innen-Selbstorganisation bringt Herr Djafari wichtige Impulse für die zukünftige Arbeit der BKMO mit.
Zudem wurde Eter Hachmann, Vertreterin des Dachverbands der Migrant*innenorganisationen in Ostdeutschland, als neue Beisitzerin im Vorstand gewählt. Sie betont: „Ich, als Kommunalpolitikerin im Osten, weiß wie wichtig starke Strukturen und Netzwerke sind, daher bin ich froh darüber, ein Teil der schönsten migrantischen Familie Deutschlands – der BKMO – zu sein.“
Die BKMO dankt Mamad Mohamad für seinen unermüdlichen Einsatz in den vergangenen Jahren und freut sich auf die kommenden Aufgaben unter der neuen Führung.
Über die BKMO
Die Bundeskonferenz der Migrant*innenorganisationen (BKMO) ist das bundesweite Forum für Austausch, Kooperation und Interessenvertretung von Migrant*innenorganisationen in Deutschland. Sie stärkt die politische Teilhabe, setzt Impulse für gesellschaftliche Debatten und wirkt aktiv an der Gestaltung einer vielfältigen und demokratischen Gesellschaft mit.
Weitere Eindrücke und Fotos der diesjährigen Konferenz: https://bundeskonferenz-mo.de/bundeskonferenzen/bkmo-archiv/10-bkmo/

Lale Ertong

Referent*in Presse- und Öffentlichkeitsarbei

Bundeskonferenz der Migrant*innenorganisationen

Obentrautstraße 72

10963 Berlin

01575 559 934 05

8 Oktober 2025 0 Kommentare
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Bildung

Fatih Akins Insel-Hommage „Amrum“: Der Junge, das Meer und der Krieg

von Fremdeninfo 7 Oktober 2025
von Fremdeninfo

Von Tagespiegel

Eine Nordseeinsel im Frühjahr 1945. Fatih Akin hat den Erinnerungsroman „Amrum“ seines Freundes Hark Bohm als atmosphärische Coming-of-Age-Geschichte verfilmt.

Nanning (Jasper Billerbeck) ist unterwegs zur Robbenjagd. © Foto: dpa/Warner Brothers/Gordon Timpen

 Nordsee ist Mordsee. Das erlebt Nanning in einer mondhellen Nacht, als er über den Kniepsand stromert, um Treibholz zu sammeln. Da liegt ein britischer Fallschirmspringer am Strand, den das Meer angeschwemmt hat. Mausetot, die Augen von Möwen herausgehackt.

„Nordsee ist Mordsee“, so heißt ein Klassiker des Filmemachers Hark Bohm, dessen 2024 als Roman erschienene, autobiografische Erinnerungen an die Kriegskindheit auf Amrum Fatih Akin verfilmt und beim Festival von Cannes uraufgeführt hat. Im Vorspann wird „Amrum“ als ein „Hark Bohm Film von Fatih Akin“ gelabelt, was die Temperatur der Coming-of-Age-Geschichte gut beschreibt.

Nanning (Jasper Billerbeck), der als Familienernährer fungiert und bei Bäuerin Tessa (Diane Kruger) arbeitet, um Milch für seine kleineren Geschwister und Korn für die Hühner zu ergattern, kämpft trotzdem darum. Selbst wenn er dafür Karnickel ausnehmen, Gänseeier klauen, als Robbenköder dienen und bei auflaufender Flut durch den lebensgefährlichen Priel zur Insel Föhr schwimmen muss.

Dass Nanning kein gebürtiger Insulaner, sondern ein „Festländer“ ist, bekommt er immer wieder zu spüren. Mitsamt Mutter Hille, Tante Ena (Lisa Hagmeister) und den Geschwistern ist er auf die Insel von Hilles Vorfahren gekommen, um dem Bombenkrieg zu entfliehen. Die elterliche Villa in Hamburg ist im Feuersturm in Flammen aufgegangen. Und dass Vater Wilhelm bei den Nazis als Ideologe und SS-Führer ein hohes Tier und auch Hille stramme Nationalsozialistin ist, bringt ihm zusätzlich Misstrauen ein.

Etwas überauthentisch ist dagegen die Entscheidung, die Amrumer einen Mix aus Hochdeutsch und der ehemals auf der friesischen Insel üblichen Sprache Öömrang sprechen zu lassen. Deren schwer zu enträtselndes Klangbild, das Untertitel übersetzen, verstärkt den Charakter einer vom Festland getrennten Welt mit eigenen Regeln, auf der geräucherte Schollen als „Amrum-Geld“ fungieren.

Insgesamt gelingt es Bohms und Akins Buch jedoch, Exotikfallen, die bei Seefahrer-, Insel- und Meeresstoffen allerorten lauern, zu meiden. Bei Gruseldialogen, wie dem, in dem die vom Zusammenbruch des NS-Regimes erschütterte Mutter Hille dem überforderten Sohn Nanning das Weinen untersagt und schreit „Wegen Heulsusen wie dir haben wir den Krieg verloren!“, verbietet sich jede Inselromantik.

7 Oktober 2025 0 Kommentare
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Bildung

AfD will Lehrern politische Aussagen im Unterricht verbieten

von Fremdeninfo 6 Oktober 2025
von Fremdeninfo

 

Artikel von dpa

Die AfD-Landtagsfraktion polarisiert in Sachsen-Anhalt erneut mit einem bildungspolitischen Antrag. Sie will Lehrern das Äußern von politischen Meinungen im Unterricht untersagen. «Lehrkräfte nutzen Freiräume, um ihre persönlichen politischen Einstellungen an Schüler weiterzugeben. Damit überschreiten sie ihre eigentliche pädagogische Rolle», heißt es in dem Antrag, der in dieser Woche im Parlament in Magdeburg beraten werden könnte. Werbung für politische Parteien oder deren Abwertung solle verhindert werden.SPD-Fraktionschefin Katja Pähle kritisiert den Vorstoß als «Kulturkampfrhetorik». Es sei erneut ein Tiefpunkt erreicht, wenn man ernsthaft darüber debattieren wolle, ob etwa die Namen des früheren Kanzlers Willy Brandt (SPD) oder der NS-Widerstandskämpferin Sophie Scholl politisch geprägt seien.

Lehrer dürfen eigene Meinung sagen

Der Ansatz werde jedoch oft verkürzt «auf ein sogenanntes Neutralitätsgebot», sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums. Würden von politischen Vereinigungen, Parteien oder Schülern zentrale Grundprinzipien der Verfassung infrage gestellt oder gar verletzt, «ist es geradezu die Pflicht der Lehrkraft, keine neutrale Position einzunehmen und stattdessen diese Grundprinzipien zu verteidigen und offen für sie einzutreten». Der Beutelsbacher Konsens bedeute aber nicht, die eigene Meinung nicht sagen zu dürfen. «Der Beutelsbacher Konsens bedeutet, kontroverse Meinungen zuzulassen, zu diskutieren und die eigene Meinung nicht als die einzig richtige darzustellen.»

6 Oktober 2025 0 Kommentare
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Politik

Wahrnehmung Europas durch rechte Politiker in der Türkei und ihre Auswirkungen auf Migranten

von Cumali Yağmur 5 Oktober 2025
von Cumali Yağmur


 Von: Cumali Yağmur

Rechte Politiker und rechte Medien in der Türkei neigen dazu, die Beziehungen zu Europa und Deutschland sofort anzuspannen, wenn sie in diesen Beziehungen nicht das bekommen, was sie wollen. Im Falle der deutschen Visumpolitik verschlimmern sie das Problem, indem sie drohen: „Dann verhängen wir auch Visa für sie.“ Es wird beobachtet, dass sie Schwierigkeiten haben zu verstehen, dass die Türkei sich immer noch weigert, die Bedingungen für eine Vollmitgliedschaft im gemeinsamen Markt zu erfüllen.

Türkische rechte Politiker ziehen es vor, mit harschen Reaktionen zu antworten, anstatt geduldig auf die Lösung von Problemen zu warten, sich an den Tisch zu setzen und gemeinsam Lösungen zu finden. Diese Reaktionen werden in der türkischen Presse von einem nationalistischen und rassistischen Ansatz begleitet; sie zeigen große Empörung, wenn die Türkei in Europa und Deutschland nicht bekommt, was sie will. Es ist schwierig, die Presseorgane, die dieses Verhalten zeigen, als besonnen zu bezeichnen. Die rechten türkischen Politiker wiederum unterstützen sofort diese rassistische und nationalistische Haltung.

Sie stacheln auch Migranten in Deutschland mit nationalistischer und rassistischer Hassrede gegen die Politiker ihres Gastlandes auf. Auf diese Weise tun sie alles in ihrer Macht Stehende, um die in Europa lebenden Migranten gegen die Politiker des europäischen Landes, in dem sie leben, aufzubringen. Migranten werden für andere Themen als ihre eigenen Probleme aufgehetzt und ihre nationalen Gefühle werden missbraucht. Sie sind sehr geschickt darin, sie mit anderen Themen abzulenken und die Methode der Zielverschiebung, die als „byzantinische Spiele“ bezeichnet wird, sehr gut einzusetzen.

Migranten, die in europäischen Gesellschaften leben, neigen dazu, die Politik ihres Heimatlandes und die Türkei zu verteidigen, wenn sie Diskriminierung, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ausgesetzt sind.

Sie missbrauchen ständig Gefühle wie die Loyalität der Migranten zu ihrem Heimatland und ihre Sehnsucht nach der Heimat für ihre eigenen Interessen. Auf diese Weise lösen sie nicht nur die Probleme im Land, sondern stellen auch bewusst seit Jahren ein Hindernis für die Probleme der Migrantenminderheit in Europa dar. Sie sagen ihnen nicht: „Kümmert euch um eure eigenen Probleme in dem Land, in dem ihr lebt, organisiert euch, um Probleme in der Gesellschaft zu lösen und bewältigt eure Probleme.“

Migranten organisieren sich seit Jahren nicht um die in Europa zu lösenden Probleme und nehmen ihren Platz in der politischen Arena nicht ein. Rechte türkische Politiker versuchen, die aus der Türkei stammenden Kurden, Türken und anderen Minderheiten in Europa mit denselben Methoden und Ansätzen zu entzweien und zu spalten, mit denen sie die Gesellschaft in der Türkei gespalten haben. Türkische Migranten, die seit einem halben Jahrhundert in Europa und Deutschland leben, wurden in jeder Periode von rechten Politikern bewusst gespalten.

Türkische Vertretungen im Ausland (Botschaften und Konsulate) agieren ähnlich wie die Praktiken rechter türkischer Politiker. Dies kann sich insbesondere darin äußern, dass sie Migranten in Europa spalten und sie daran hindern, sich um ihre eigenen Probleme herum zu organisieren. Es ist sicher, dass kein Botschafter oder Konsul, der nicht die regierende Partei in der Türkei unterstützt, ins Ausland entsandt wird.

Religionsbeamte, die über die Konsulate entsandt werden, organisieren sich ebenfalls unter dem Dach der DITIB (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion). Obwohl die DITIB versucht, sich nach außen als unabhängig und liberal von der türkischen Regierung darzustellen, versuchen auch die von der Türkei an die Konsulate entsandten Attachés mit derselben Methode, Migranten in ihrem eigenen Interesse zu lenken.

Seit Jahren organisieren sie sich nicht um die in Europa zu lösenden Probleme und nehmen ihren Platz in der politischen Bühne nicht ein. Rechte türkische Politiker versuchen, die aus der Türkei stammenden Kurden, Türken und anderen Minderheiten in Europa mit denselben Methoden und Ansätzen zu spalten und zu entzweien, mit denen sie die Gesellschaft in der Türkei gespalten haben. Türkische, kurdische und andere Minderheitenmigranten, die seit einem halben Jahrhundert in Europa und Deutschland leben, wurden von rechten Politikern ständig gespalten.

Unabhängig davon, welcher Partei oder Ansicht Migranten in Europa in der Türkei angehören, sind ihre Probleme in Europa dieselben. Die Lösung dieser Probleme sollte, wenn auch spät, gemeinsam durch Organisation und Kampf für ihre eigenen Anliegen erfolgen.

Kurden und Türken türkischer Herkunft, die seit einem halben Jahrhundert in Europa und Deutschland leben, sind ständig von rechten Politikern und rechten Medien beeinflusst worden.

Es ist nun höchste Zeit, dass alle innehalten und sehr gut darüber nachdenken, wie dieser Fehler korrigiert werden kann. Solange dieser Fehler nicht aufgegeben wird, müssen die Migranten verstehen, dass sie ihren eigenen Problemen mit ihren eigenen Händen schaden.

 

 

5 Oktober 2025 0 Kommentare
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Allgemein

Britisches Home Office: Neuer Bericht zur Gülen-Bewegung offenbart Verfolgung durch türkische Führung

von Fremdeninfo 5 Oktober 2025
von Fremdeninfo

Von: Dtj-Online

Das britische Innenministerium hat seine Einschätzung zur Gülen-Bewegung aktualisiert. Der Bericht dokumentiert Massenverfahren in der Türkei, riskante Kriterien für Verdächtigungen und eine zunehmende internationale Dimension der Verfolgung.

Das britische Home Office hat seine Country Policy and Information Note (CPIN) über die Gülen-Bewegung (Eigenbezeichnung „Hizmet“) auf einen neuen Stand gebracht. Die Einschätzung wird seit dem gescheiterten Putsch in der Türkei 2016 regelmäßig upgedatet. Sie ist unter anderem für Behörden relevant, die mit der Zuerkennung von Asyl und Aufenthaltswesen für türkische Staatsangehörige befasst sind.

Generalverdacht einer Gülen-Nähe gegen ganze Berufsgruppen

Der Bericht zitiert Daten und Erkenntnisse aus Großbritannien, den USA oder der EU – aber auch aus der Türkei selbst. Etwa, wenn es um die Zahlen geht, die aus Ankara selbst genannt werden. Seit 2016 ist es diesen zufolge zu mehr als 693.000 Gerichtsverfahren gekommen. Allein bis Mitte 2023 waren 122.632 Menschen verurteilt worden, darunter über 1.300 zu lebenslangen Freiheitsstrafen. Etwa 12.000 saßen zu diesem Zeitpunkt noch im Gefängnis.

Freigesprochen wurden 97.139 Personen – häufig, weil sie sich als Kronzeugen gegen andere Hizmet-Verdächtige zur Verfügung gestellt hatten. Gegen fast 68.000 Personen dauerten die Ermittlungen noch an. Es seien rund 125.000 Beamte entlassen und mehr als 230.000 Pässe entzogen worden. Zahlreiche Schulen, Vereine und Medienhäuser wurden geschlossen, rund 270 Stipendien gestrichen und tausende Institutionen dauerhaft aufgelöst.

Der Bericht gibt auch Einblick in die Verfolgungspraxis türkischer Behörden gegenüber tatsächlichen oder vermeintlichen Anhängern der Bewegung. So stehen bestimmte Bevölkerungsgruppen von vornherein unter einem erhöhten Verdacht, Hizmet nahezustehen. Zu diesen gehören unter anderem Lehrer, Journalisten, Richter, Anwälte, Soldaten oder Polizisten.

Menschen müssen mit Durchleuchtung sozialer Kontakte durch die Türkei rechnen

Darüber hinaus konstruiert die Führung in Ankara jedoch Anhaltspunkte, die jedermann sehr schnell ins Visier der Justiz bringen können. Ausreichend seien etwa die frühere Nutzung der verschlüsselten App ByLock, ein Konto bei der inzwischen geschlossenen Asya Bank oder ein Name auf der Abonnentenliste der behördlich geschlossenen Zeitung „Zaman“. Der Staat ist nach wie vor im Besitz der entsprechenden Unterlagen.

Ebenso sind die Behörden nach wie vor daran interessiert, zu erfahren, wer im Besitz von Hizmet-Literatur war oder Spenden an nahestehende Organisationen geleistet hat. Zu den belastenden Elementen zählt die Führung auch den eigenen ehemaligen Besuch von Gülen-Schulen – und erst recht, die eigenen Kinder dorthin geschickt zu haben.

Ins Visier der türkischen Ermittlungsbehörden oder Nachrichtendienste können einen auch auffällige Social-Media-Aktivitäten oder Kontakte ins Ausland bringen. Dies bezieht sich insbesondere auch auf Reisen nach Pennsylvania zu Lebzeiten des im Oktober 2024 verstorbenen Fethullah Gülen.

Das Risiko einer Verfolgung bemisst sich dabei nicht nur nach tatsächlichem Engagement, sondern häufig auch nach bloßen Zuschreibungen oder sozialen Kontakten. Selbstredend werten die Dienste auch die Verbindungen in sozialen Medien oder Teilnahmen an „verdächtigen“ Veranstaltungen aus.

Türkei teilt Bewegung in sieben Ebenen auf

In ihrer Konstruktion der „Fethullahistischen Terrororganisation“ (FETÖ) hat die türkische Führung 2018 nach einem Urteil des Verfassungsgerichtshofs eine hierarchische Struktur aus sieben Ebenen entworfen. Diese reicht von losen Unterstützern und Sympathisanten und Mitarbeitern in Schulen oder Nachhilfezentren bis hin zu offiziellen Funktionären und Geheimnisträgern unterschiedlicher Stufen. An oberster Stelle soll eine 17-köpfige Elite stehen.

Mit Strafverfolgung haben dem Bericht zufolge vor allem Angehörige von der zweiten Ebene aufwärts zu rechnen – das wären Mitarbeiter in Institutionen, regelmäßige Spender, Medienredakteure oder Studentenheimleiter. Die Höhe der zu erwartenden Strafe richtet sich nach der Ebene, der die jeweils Beschuldigten zugerechnet werden.

Der Bericht zitiert auch Erkenntnisse der britischen Bürgerrechtsorganisation „Statewatch“. Diese hat unter anderem die „Entlassungslisten“ und Erkenntnisse zur „algorithmischen Verfolgung“ nachgezeichnet, nach der sich die gegen Hizmet gerichteten staatlichen Übergriffe seit 2016 gerichtet haben.

Internationale Dimension: Ankara drängt auf Auslieferungen von Gülen-Anhängern

Die CPIN verweist auch auf die weltweite Verfolgung mutmaßlicher Anhänger. Seit 2016 habe die Türkei nach Angaben des Justizministeriums 1.271 Auslieferungsersuchen an 112 Staaten gestellt, darunter allein 256 an die USA und 483 an EU-Mitglieder. In 126 Personen seien bis Juli 2023 tatsächlich Menschen überstellt worden – vor allem von Staaten in einem starken Abhängigkeitsverhältnis zu Ankara und mit einem erheblichen türkischen Einfluss.

Menschenrechtsorganisationen dokumentierten mindestens 100 Fälle von Entführungen und erzwungenen Rückführungen aus Ländern in Afrika, Asien und sogar Europa. Der Europarat und die Vereinten Nationen kritisierten diese Praxis als Verstoß gegen rechtsstaatliche Standards. Auch das Europäische Parlament wies auf den Missbrauch von Interpol-Notices und bilateralen Abkommen hin. Auf mehreren Seiten der CPIN geht es auch um Folter und unmenschliche Haftbedingungen sowie um fehlende Garantien für eine menschenwürdige Behandlung von Hizmet-nahen Inhaftierten.

Der Bericht macht auch deutlich, dass in so gut wie keinem Land weltweit außer der Türkei das Bestehen einer „FETÖ“ angenommen wird. Auch der britische Bericht unterstreicht, dass Fethullah Gülen und die von ihm inspirierte Bewegung gewaltlos seien. Gülen setze sich für eine „inklusive, moderate Form des sunnitischen Islam“ ein, er predige Toleranz und betone „Altruismus, harte Arbeit und Bildung“.

5 Oktober 2025 0 Kommentare
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Archive

Özdemir: Schulen müssen zügig Geld für Digitalisierung bekommen

von Fremdeninfo 5 Oktober 2025
von Fremdeninfo

 

Von:  dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Grünen-Politiker Cem Özdemir hat die Bundesregierung aufgefordert, den Digitalpakt 2.0 zügig auf den Weg zu bringen. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass der Bund zehn Monate nach der politischen Einigung zum Digitalpakt 2.0 noch immer nicht sagen kann, wie das Geld für die Digitalisierung an die Schulen kommen soll“, sagte der Spitzenkandidat der Grünen für die Landtagswahl in Baden-Württemberg den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntagausgaben).

Alle Verträge seien seit dem Frühjahr faktisch unterschriftsreif, so Özdemir, der nach dem Bruch der Ampelkoalition neben dem Landwirtschafts- auch das Bildungsministerium übernommen und mit seinen Länderkollegen den Digitalpakt ausgehandelt hatte.

Özdemir pochte auf die Einhaltung der Vereinbarungen: „Wir waren uns einig, dass der Digitalpakt 2.0 spätestens im Januar 2026 starten muss und Maßnahmen auch rückwirkend für das Jahr 2025 abgerechnet werden können, um eine Lücke in der Förderung zu verhindern.“ Gerade für die Kommunen sei es wichtig, dass sie nicht auf ihren Vorleistungen sitzen blieben und für die kommenden Jahre sicher planen könnten.

5 Oktober 2025 0 Kommentare
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Information

iyi Parti Abgeordneter Dr. Turan Çömez bringt schockierenden Vorfall auf die Tagesordnung des Parlaments

von Cumali Yağmur 4 Oktober 2025
von Cumali Yağmur

 

Geschrieben von Cumali Yagmur

Der İyi Parti Abgeordnete Dr. Turan Çömez hat einen Vorfall, der die Öffentlichkeit erschüttert hat, auf die Tagesordnung des Parlaments gebracht. Laut den von Çömez mitgeteilten Informationen entwickelte sich die Ereigniskette wie folgt:

Eine 14-köpfige syrische Familie beantragte Asyl in Frankreich und gründete dort einen Verein. Die französische Regierung stellte jedoch fest, dass die Familie ISIS-freundlich war, und schloss ihren Verein. Daraufhin schrieb die Familie einen Brief an den  Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Auf Anweisung Erdoğans wurde die Präsidentschaft der Migrationsverwaltung aktiv, und die Familie wurde in die Türkei gebracht.

Der in die Türkei gekommenen Familie wurde schnell die türkische Staatsbürgerschaft verliehen. Somit hatte die Familie das Recht, sich frei in der gesamten Türkei zu bewegen. Zuerst reiste die Familie nach Gaziantep, wo ein kleiner Junge starb und begraben wurde. Es wurde behauptet, dass keine Informationen über die Todesursache des Kindes gegeben und keine Autopsie durchgeführt wurde.

Später ließ sich die Familie in Ankara nieder und traf nach einiger Zeit einen pensionierten Kleinbusfahrer, der als Taxifahrer arbeitete. Die Familie äußerte dem Fahrer gegenüber den Wunsch, nach Syrien zu reisen. Nach einer Einigung machten sie sich mit dem Kleinbus auf den Weg. An einem Punkt nahe der syrischen Grenze tötete die Familie den Kleinbusfahrer und überquerte mit dem Kleinbus die Grenze nach Syrien.

Der İyi Parti Abgeordnete Turan Çömez reichte daraufhin eine parlamentarische Anfrage ein. Çömez forderte in seiner Anfrage Antworten auf folgende Fragen:

  • Wie wurde diese Familie aus Frankreich gebracht?
  • Warum wurde ihnen ein türkischer Pass ausgestellt?
  • War bekannt, dass diese Familie ISIS-Mitglieder waren?

Çömez betonte, dass die Migrationsverwaltung zu diesen Themen Klarheit schaffen müsse. Dr. Turan Çömez gab den Vorfall in einem von ihm auf Facebook geteilten Video bekannt und unterstrich, dass er von der AKP-Regierung immer noch keine definitive Antwort erhalten habe. Çömez erklärte, dass er diese Angelegenheit nicht ruhen lassen und kämpfen werde, bis die Wahrheit ans Licht kommt.

4 Oktober 2025 0 Kommentare
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Information

Türkei: Inflation erstmals seit über einem Jahr wieder gestiegen

von Fremdeninfo 4 Oktober 2025
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Von: dpa/dtj

Die Inflation in der Türkei zieht nach langer Zeit wieder an. Analysten hatten mit einem weiteren Rückgang gerechnet. In zwei Bereichen sind die Preise besonders gestiegen.

In der Türkei hat sich die Inflation erstmals seit mehr als einem Jahr nicht weiter abgeschwächt. Im Jahresvergleich stiegen die Verbraucherpreise im September um 33,3 Prozent, wie das Statistikamt am Freitag in Ankara mitteilte. Im August hatte die Inflationsrate noch rund 33,0 Prozent betragen. Mit dem Anstieg im September hat sich die Teuerung erstmals seit Mai 2024 wieder verstärkt.

Analysten wurden von der Entwicklung überrascht. Sie hatten mit einem weiteren Rückgang der Teuerung gerechnet und im Schnitt eine Inflationsrate von 32,4 Prozent erwartet. In den vergangenen Jahren hatte sich das Leben in der Türkei stark verteuert. Zeitweise wurden 2022 Inflationsraten von mehr als 80 Prozent erreicht. Seit dem Frühjahr 2024 hatte sich die Lage aber kontinuierlich entspannt.

Preistreiber Strom und Bildung

Zu den stärksten Preistreibern zählten im September die Kosten für Strom. Auch die Ausgaben für Bildung sind im Jahresvergleich deutlich stärker als der Durchschnitt gestiegen. Die Ausgaben für Lebensmittel lagen den Angaben zufolge nur leicht über dem Schnitt.

Die türkische Notenbank hatte in den vergangenen Jahren mit einem starken Anstieg der Leitzinsen gegen die hohe Inflation angekämpft. Vor dem Hintergrund der zuletzt schwächeren Teuerung wurden die Zinsen in diesem Jahr aber wieder gesenkt, zuletzt im September um 1,5 Prozentpunkte auf 40,5 Prozent.

Am Devisenmarkt zeigte der Anstieg der Inflation kaum Wirkung. Der Kurs der türkischen Währung ist seit Jahren auf Talfahrt. Mittlerweile müssen für einen US-Dollar 41,68 Lira und für einen Euro 48,88 Lira gezahlt werden.

dpa/dtj

4 Oktober 2025 0 Kommentare
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Erdogan bedroht? Journalist Fatih Altayli muss im Gefängnis bleiben

von Fremdeninfo 4 Oktober 2025
von Fremdeninfo

 

Von: Artikel von Erkan Pehlivan / F.R

Pressefreiheit in der Türkei

Fatih Altaylı gilt in der Türkei als bekannter Journalist. Dem seit dem 22. Juni inhaftierten Moderator drohen jetzt mindestens fünf Jahre Gefängnis.

Istanbul – In der Türkei halten die Repressionen gegen kritische Journalisten weiter an. Der seit dem 22. Juni inhaftierte Journalist Fatih Altaylı muss deswegen weiter im Gefängnis bleiben, entschied am Freitag ein Gericht in Istanbul. Altaylis Anwälte hatten zuvor einen Antrag eingereicht, den bekannten Journalisten für die Dauer seines Gerichtsprozesses auf freien Fuß zu lassen. Der nächste Gerichtstermin wurde auf den 26. November angesetzt.

Journalist Fatih Altaylı drohen mindestens fünf Jahre Haft

Dem Journalisten drohen wegen seiner Aussagen auf seinem YouTube-Kanal „Fatih AltaylıYorumluyor“ („Fatih Altaylı kommentiert“) mindestens fünf Jahre Haft, weil er Präsident Recep Tayyip Erdoğan bedroht haben soll. Der Vorwurf überrasche ihn sehr. „Eine zweieinhalb- bis dreiminütige, gut gemeinte Rede wurde auf 15–20 Sekunden verkürzt und ich wurde Opfer einer Social-Media-Hetze“, zitiert der türkische Dienst der Deutschen Welle Altaylı. Danach sei er in eine kleine Zelle in Silivri gesteckt worden. „Jeder, der die ganzen Zweieinhalbminuten anschaut, sieht, dass ich keinerlei Drohabsicht hatte. Ich beginne mit ‚Das türkische Volk liebt die Wahlurne‘ und endet damit. Ich spreche über die demokratische Verbundenheit, die tief in den Menschen verankert ist.“

70 Prozent der türkischen Bevölkerung lehne laut einer Umfrage eine lebenslange Präsidentschaft für Erdoğan ab. Erdoğan ist seit über zwei Jahrzehnten an der Macht. „Schaut auf die Geschichte dieser Nation“, sagte Altaylı. „Dies ist ein Volk, das seinen Sultan erdrosselte, wenn es ihn nicht mochte oder wollte. Es gibt etliche osmanische Sultane, die ermordet, erdrosselt oder deren Tod als Selbstmord dargestellt wurde.“

Vernunft und Logik in der Türkei „verschwunden“

Oppositionelle Journalisten in der Türkei sehen in der Verhaftung des Journalisten politische Motive. „Fatih Altaylıs Haft wurde verlängert. Doch jeder weiß, dass seine Aussagen im Video nichts mit der Anklage zu tun haben. In einem Land, in dem Vernunft und Logik verschwunden sind, werden Journalisten durch Verschwörungstheorien und bewusstseinsverändernde Taktiken inhaftiert“, schrieb der Journalist Timur Soykan auf X.

Auch aus der Oppositionspartei CHP kommt Kritik. „Es liegt keine Straftat vor, das gegen den Präsidenten gerichtet sein könnte, und es ist auch für Fatih Altaylı unmöglich, dieses Verbrechen zu begehen“, sagt der Abgeordnete Sezgin Tanrikulu. „Die Verhaftung Fatih Altaylıs ist eine klare Botschaft an die Presse: Seht, wir können selbst die einflussreichsten Menschen hinter Gittern halten. Also hört auf, euch zu widersetzen.“

Türkei gehört im Pressefreiheitsindex zu den Schlusslichtern

Ein Ende der Repressionen gegen Journalisten in der Türkei ist nicht in Sicht. Im Pressefreiheitsindex von Reporter ohne Grenzen (RoG) liegt das Land auf Platz 159 unter 180 Staaten. „Seit der Niederschlagung des Putschversuchs von 2016 gehen Regierung und Justiz härter denn je gegen kritische Journalisten und Journalistinnen vor. Dutzende wurden aufgrund ihrer Berichterstattung zu teils langjähriger Haft verurteilt, viele warten seit Jahren auf ihre Urteile oder wehren sich in Berufungsinstanzen gegen Haftstrafen“, schreibt RoG auf seiner Internetseite.

Die einst pluralistische Medienlandschaft steht inzwischen fast vollständig unter Kontrolle der Regierung oder regierungsnaher Geschäftsleute. Im Internet werden Tausende journalistische Beiträge blockiert. Die Wahlen 2023 – zu Gunsten von Recep Tayyip Erdoğan – waren von der Verhaftung Dutzender kurdischer Journalisten geprägt. (Quelle: DW, RoG, Sezgin Tanrikulu, X) (erpe)

 

4 Oktober 2025 0 Kommentare
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