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Frauen

In unsicheren Zeiten braucht es starke Männer.

von Cumali Yağmur 17 Oktober 2025
von Cumali Yağmur

Von: Diden Zeylan

Man sagt:
In unsicheren Zeiten braucht es starke Männer.
Mit Krawatte, Kanzel, Kommando und klarer Kante.
Die „das Ruder übernehmen“,
aber wehe, wenn Frauen es in die Hand nehmen.
Man sagt:
Wir brauchen Macher. Entscheidungsträger. Alphatiere.
Doch wer entscheidet, was Stärke ist?
Die Faust auf dem Tisch –
oder die Hand, die andere mitzieht?
Willkommen im Jahr 2025,
wo man noch immer fragt:
„Brauchen wir starke Männer?“
Aber kaum einer fragt:
Was ist mit den starken Frauen?
Die, die nicht führen – weil sie müssen,
sondern weil sie können.
Die nicht schreien – weil sie wollen,
sondern weil sie müssen.
TikTok-Trend:
Tradwife.
Traditionelle Ehefrau,
in Pastell, mit Schürze,
serviert das Abendessen mit einem Lächeln,
nachdem sie ihre Träume in Tupperdosen verstaut hat.
Und das Netz applaudiert.
Denn Retro ist wieder „in“.
Nur nicht der Feminismus.
Der wird als Umerziehung beschimpft.
Als Entmännlichung.
Als Gefahr.
Aber was ist gefährlich daran,
wenn eine Frau
ihre eigenen Grenzen definiert?
Heute haben Frauen Sitze in Vorständen –
aber oft nur,
wenn ein Gesetz sie hinsetzt.
Heute sind sie 50 % der Bevölkerung,
aber nur 32 % im Bundestag.
Heute haben sie eine Stimme,
aber oft wird sie übertönt,
von Meinungen mit Mikrofonen
und Man(n)nifesten,
die sie zurück an den Herd zitieren.
Lächelnd zurück in die Küche –
freiwillig,
aber nie ganz frei.
Manchmal wirkt es,
als würden wir zwei Schritte vor –
und drei zurück tanzen.
Denn während Frauen protestieren,
verabschieden Parlamente
Gesetze, die ihre Körper regulieren.
Während Aktivistinnen im Iran
ihr Leben riskieren
für Haare, Freiheit, Leben –
träumen andere hier
vom Heimchen-Dasein
mit gebügelter Wäsche und konservierter Seele.
Sie sagen,
wir sollen uns nicht so haben.
„Ist doch nicht so schlimm. Ist doch nur Meinung.“
Aber wenn aus Meinung Macht wird,
und aus Macht Gewalt,
dann ist es eben nicht mehr harmlos.
Dann ist es Hannah Arendt-Zeit.
Und was sagt Hannah Arendt?
„Macht entsteht, wenn Menschen gemeinsam handeln.“
Nicht wenn einer schreit.
Nicht wenn einer dominiert.
Sondern wenn viele zusammen aufstehen
für das, was sie verbindet.
Für Gleichheit. Für Freiheit. Für Würde.
Für das, was man Demokratie nennt –
wenn man es ernst meint.
Wir sind Hannahs Erben.
Nicht weil wir klüger sind.
Sondern weil wir wissen:
Macht braucht Gemeinschaft.
Und Gewalt beginnt
da, wo diese zerbricht.
Deswegen sind wir sind laut.
Weil wir leben.
Weil wir glauben.
Weil wir streiten.
Weil wir gestalten.
Weil wir nicht zurückwollen
in eine Zeit,
in der man uns nur sah,
wenn wir still waren.
Denn wir wissen längst:
Der Rückschritt trägt Anzug.
Oder trägt Lippenstift.
Oder trägt Maske.
Aber immer:
trägt er den Wunsch,
uns leiser zu machen.
Wir müssen Räume schaffen,
die Vielfalt nicht nur aushalten,
sondern feiern.
Wo Macht nicht über,
sondern mit Menschen entsteht.
Wo Männer nicht „stark“ sein müssen,
um geliebt zu werden –
und Frauen nicht „lieb“,
um gehört zu werden.
Was tun?
Vielleicht:
Nicht zurück in Rollen,
die uns kleiner machen
als wir sind.
Vielleicht:
Nicht auf die starke Hand warten –
sondern die eigene erheben.
Vielleicht:
Nicht den Mut verlieren.
Denn das ist es, was autoritäre Bilder nicht aushalten:
Widerspruch.
Und die Männer?
Die dürfen stark sein.
Aber bitte nicht im Sinne von Macht.
Sondern im Sinne von Mut.
Mut, Platz zu machen.
Mut, zu hinterfragen.
Mut, nicht zu dominieren –
sondern zu kooperieren.
Mut, auch mal nicht der Erste zu sein.
Denn Stärke ist nicht,
über anderen zu stehen.
Sondern mit ihnen zu wachsen.
Und wir brauchen starke Frauen.
Nicht weil sie Frauen sind.
Sondern weil sie Menschen sind
mit Können, Klugheit, Kraft und klarer Haltung.
Wir brauchen keine Gesellschaft,
die Frauen feiert,
solange sie leise sind,
lieb sind
und lächeln.
Wir brauchen eine Gesellschaft,
die es aushält,
wenn Frauen laut sind,
wütend sind,
und unbequem.
Zwischen Aufbruch und Rückschritt
liegt der Kampf um die Mitte.
Und die ist nicht erreicht.
Noch nicht.
Aber wir gehen weiter.
Nicht, weil wir dürfen.
Sondern weil wir wollen.
Weil wir müssen.
Weil wir können.
Denn wer uns kleinhalten will,
hat noch nie erlebt,
wie groß wir werden können,
wenn wir zusammenstehen.

 

 

 

 

17 Oktober 2025 0 Kommentare
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Frauen

Muslimischer Frau Schweinefleisch in den Rachen geschoben: Mann verurteilt

von Fremdeninfo 16 Oktober 2025
von Fremdeninfo

Artikel von Malte Kurtz/ TAG 24

 

Der 66-Jährige wurde vom Landesgericht in Ried zu zehn Monaten auf Bewährung verurteilt, wie die „Oberösterreich Nachrichten“ berichteten.

Vorausgegangen war eine Auseinandersetzung mit einer Muslima auf einem Wochenmarkt in der Grenzstadt Schärding. Mitte April soll der Mann dort die Frau zunächst mit Islam-feindlichen Sprüchen beleidigt haben und anschließend handgreiflich geworden sein.

Neben verletzenden Faustschlägen berichtete die Staatsanwaltschaft zudem davon, wie der Angeklagte versucht haben soll, der Frau mit Kopftuch auf gewaltsame Weise ein Frankfurter Würstchen in den Mund zu stecken.

Frankfurter Würstchen werden aus reinem Schweinefleisch hergestellt und können von gläubigen Moslems somit nicht verzehrt werden, da sie als „haram“ („nach islamischem Glauben verboten“) gelten.

Der Angeklagte sieht sich zu Unrecht verurteilt und kündigte bereits an, in Berufung zu gehen. Er selbst gab dem Bericht zufolge lediglich zu, der Frau die Worte „Scheiß Islam oder Scheiß Allah“ an den Kopf geworfen zu haben, woraufhin die Frau ihn angegriffen hätte.

16 Oktober 2025 0 Kommentare
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Politik

Der Fall Kiel sollte eine Lehre für die Grünen sein

von Cumali Yağmur 16 Oktober 2025
von Cumali Yağmur

Von: Cumali Yağmur

In Kiel musste der Bürgermeisterkandidat der Grünen kurz vor den Wahlen seine Kandidatur zurückziehen. Der Grund waren Vorwürfe, der Kandidat habe die als „Graue Wölfe“ bekannten türkischen Nationalisten unterstützt.

Laut einem Bericht des „Spiegel“ wurde der Grüne Kandidat Samet Yılmaz von seiner Position beim Verfassungsschutz Schleswig-Holstein wegen „Sicherheitsbedenken“ entfernt. Yılmaz leitete in der Behörde die Einheit, die extremistische Bewegungen mit ausländischen Verbindungen analysiert und sowohl türkische rechtsextreme Gruppen als auch die Aktivitäten der PKK verfolgte. Ihm wurde jedoch vorgeworfen, die von den Grauen Wölfen organisierte Veranstaltung „Türkischer Tag“ unterstützt zu haben. Der Verfassungsschutzbericht stuft solche kulturellen Veranstaltungen als Organisationen ein, die dazu dienen, extremistische nationalistische Ideologien unter dem Deckmantel „harmloser Feiern“ der Gesellschaft zu präsentieren.

Yılmaz: „Ich habe gedient, um die Demokratie zu schützen.“

Der Kieler Bürgermeisterkandidat Yılmaz nannte die Anschuldigungen in einer Erklärung auf seinem Social-Media-Konto „ehrverletzend“. „Die Behauptung, ich unterstütze den türkischen Rechtsextremismus, ist völlig unbegründet. Im Gegenteil, ich habe beim Verfassungsschutz gedient, um die Demokratie zu schützen“, sagte Yılmaz und erklärte, er könne aus rechtlichen Gründen keine Details nennen.

Die Grünen bewerteten die Vorwürfe als „gezielte Verleumdungskampagne“. Parteisprecher Lasse Petersdotter bezeichnete Yılmaz als „Beamten, der sich für den Schutz der Demokratie einsetzt“ und fügte hinzu: „Einen Menschen, der die Hälfte seines Lebens dem Kampf gegen den türkischen Nationalismus gewidmet hat, auf diese Weise zu beschuldigen, ist völlig absurd.“

Dieser Vorfall zeigt, dass die Grünen bei der Auswahl von Kandidaten mit Migrationshintergrund vorsichtiger sein sollten. Die Grünen gelten als eine der sensibelsten Parteien in Migrationsfragen, weshalb es unter Migranten große Sympathien für die Partei gibt. Viele Migranten möchten bei den Grünen Politik machen. Die Partei sollte jedoch nicht nur Kandidaten auswählen, die sensibel in Migrationsfragen sind, sondern auch solche, deren Weltanschauung mit der Parteilinie übereinstimmt.

Die Grünen haben eine klare Haltung zu Demokratie, Menschenrechten und Völkermorden weltweit. Einige Mitglieder türkischer Herkunft und Amtsträger in den Reihen der Grünen zeigen jedoch möglicherweise nicht ausreichend Sensibilität in Bezug auf Themen wie den Völkermord an den Armeniern in der Türkei, die Unterdrückung der Aleviten und Kurden. Einige leugnen sogar den Völkermord an den Armeniern von 1915-1916. Dies widerspricht der internationalen Außenpolitik der Partei. Daher muss die Partei bei der Auswahl von Personen für hohe politische Ämter sehr vorsichtig sein.

In den letzten Jahren versuchen türkische Religiöse und Nationalisten, die Grünen zu infiltrieren, um auf der politischen Plattform aufzusteigen und im Namen der türkischen Lobby Politik zu machen. Die Grünen müssen in diesen Fragen sehr vorsichtig sein und solchen Versuchen keine Gelegenheit geben. Anstatt alle Migranten türkischer Herkunft über einen Kamm zu scheren, sollte darauf geachtet werden, dass ihre Weltanschauungen mit den Parteigrundsätzen vereinbar sind.

Dies gilt auch für andere Menschen mit Migrationshintergrund. Sie sollten ihre politischen Ansichten aus ihren Heimatländern nicht nach Deutschland tragen und innerhalb der Partei Partei ergreifen, um sich nur mit der Politik ihrer Heimatländer zu beschäftigen.

Die Grünen sollten nicht nur in Migrationsfragen sensibel sein, sondern auch mit einem internationalen Verständnis gegen Menschenrechtsverletzungen, Ausbeutung, Unterdrückung und Völkermorde überall auf der Welt kämpfen. In diesem Glauben mache ich seit der Gründung der Partei Politik, ohne eigene Karriereziele zu verfolgen.

16 Oktober 2025 0 Kommentare
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Archive

Extremistenfest unterstützt? Kieler OB-Kandidat Samet Yilmaz verliert Posten beim Verfassungsschutz

von Fremdeninfo 15 Oktober 2025
von Fremdeninfo

Artikel von Dennis Betzholz, Christian Hiersemenzel/ KIeler Nachrichten

Eenige Wochen vor der Entscheidung wird der Oberbürgermeisterwahlkampf in Kiel von schweren Vorwürfen überschattet. Wie am Mittwoch bekannt wurde, hat der Oberbürgermeister-Kandidat der Grünen, Samet Yilmaz, seinen Posten beim Verfassungsschutz verloren. Nach einem Bericht des „Spiegel“ soll der 44-Jährige ein Frühlingsfest unterstützt haben, an dem auch türkische Rechtsextremisten beteiligt waren.

Demnach hat Yilmaz sich am Telefon beim Grünflächenamt dafür eingesetzt, dass die Abbauarbeiten des Festes aufgrund schlechten Wetters einen Tag länger dauern sollten als genehmigt. Yilmaz bestätigte am Mittwoch, eine Bitte weitergeleitet zu haben. Er wies aber den Vorwurf zurück, Extremisten zu unterstützen. „Ich verabscheue türkischen Nationalismus“, teilte Yilmaz in einer Stellungnahme über soziale Medien mit. Er stehe auf der Seite derer, die Extremismus bekämpfen. Zu den konkreten Vorwürfen könne er sich „aus rechtlichen Gründen” nicht äußern.

Die Grünen halten an der Kandidatur von Yilmaz fest und wittern eine Kampagne. „Dass er ausgerechnet jetzt einem solchen Verdacht ausgesetzt ist, hat für mich einen Beigeschmack“, sagt die grüne Landeschefin Anke Erdmann. „Ich vermute, dass es diese Vorwürfe gar nicht gäbe, wenn Samet Yilmaz nicht so ein starker Kandidat wäre.“

Die Veranstaltung am Pfingstsonntag im Kieler Werftpark, der „Türkische Tag“, steht im Verfassungsschutzbericht Schleswig-Holsteins – als Beispiel für Aktivitäten der „Grauen Wölfe“, berichtet der Spiegel. Yilmaz war zu dem Zeitpunkt noch Leiter des Referats Auswertung für Extremismus mit Auslandsbezug. Zu seinen Aufgaben gehörte unter anderem, die Aktivitäten türkischer Rechtsextremisten und der verbotenen türkischen Arbeiterpartei PKK zu beobachten.

Kiel: Samet Yilmaz ins Olympia-Referat versetzt

Die Versetzung soll bereits wenige Wochen zurückliegen. Nach Informationen der Kieler Nachrichten wurde Yilmaz am ersten Tag nach seinem Urlaub mit diversen Vorwürfen konfrontiert – ohne dass er die Gelegenheit zu einer Stellungnahme bekam. Viele Vorwürfe lagen demnach schon lange zurück und waren vergleichsweise harmlos – mit Ausnahme des Vorwurfs, er habe sich für türkische Rechtsextremisten starkgemacht. Yilmaz wurde noch am selben Tag ins Olympia-Referat des Innenministeriums versetzt. Pikant: In Schleswig-Holstein ist der Verfassungsschutz nicht in einer eigenen Behörde, sondern als Abteilung im CDU-geführten Innenministerium organisiert

15 Oktober 2025 0 Kommentare
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Flüchtlinge

Digital-Rückgrat für Asylpolitik EU startet neues Einreiseverfahren für Nicht-EU-Bürger

von Fremdeninfo 15 Oktober 2025
von Fremdeninfo

Von: Ntv
Das neue "Entry-Exit-System" am Flughafen von Wien.

(Foto: picture alliance / ERNST WEISS / APA / picturedesk.com)

Die EU digitalisiert die Ein- und Ausreisen an ihren Außengrenzen. Was zunächst nur wie das Ende der analogen Reisepass-Stempel für Nicht-EU-Bürger aussieht, soll am Ende das Rückgrat einer gemeinsamen Migrations- und Asylpolitik werden.

Adieu Passstempel: Ab dem heutigen Sonntag startet an Grenzübergängen nach Europa ein neues Einreisesystem für Nicht-EU-Bürger. Das neue Verfahren soll schrittweise eingeführt werden, mehr Daten erfassen und dadurch Kriminalität bekämpfen, wie die EU-Kommission in Brüssel mitteilte. In Deutschland führt zunächst der Flughafen Düsseldorf das sogenannte Ein- und Ausreisesystem („Entry-Exit-System – EES“) ein.

Was ändert sich?

Für deutsche Staatsangehörige oder Staatsangehörige anderer EU-Länder ändert sich nichts. Nicht-EU-Bürger können sich künftig elektronisch an speziellen Schaltern registrieren. Ausnahmen gibt es dabei etwa für Menschen, die eine Aufenthaltskarte besitzen und in unmittelbarer Beziehung zu einem EU-Bürger stehen.

Einreisende müssen laut EU neben den üblichen Angaben aus dem Reisepass auch biometrischen Daten, also Fingerabdrücke und Gesichtsbilder, machen und speichern lassen. Außerdem wird das Ein- und Ausreisedatum festgehalten. Um den Prozess an der Grenze zu beschleunigen, lassen sich manche Daten schon vorab per App oder am Selbstbedienungsschalter abgeben.

Der Kläger, ein 39-jähriger Tadschike, war wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung in Haft. Nun droht die Abschiebung.

Tadschike will nicht ausreisen Gericht: Ex-IS-Kämpfer darf abgeschoben werden

Wann und wo wird das System eingeführt?

In den kommenden sechs Monaten soll das System nach und nach in allen 29 Ländern des Schengenraums eingeführt werden. Neben 25 EU-Staaten sind das Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz. Ab dem 10. April 2026 soll es dann an allen Übergangsstellen europäischer Außengrenzen funktionieren. Dann soll auch der Stempel im Pass Geschichte sein.

In Deutschland folgen dafür nach dem Flughafen Düsseldorf die Flughäfen Frankfurt am Main und München, wie das Bundesinnenministerium mitteilte. Alle weiteren Flughäfen sowie die Häfen an den Seeaußengrenzen sollen demnach allmählich dazukommen. Übrigens: Auch Zugreisende können betroffen sein – etwa bei Reisen mit dem Eurostar von London nach Paris, Brüssel oder Amsterdam.

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Einspruch erst aus Heimatland Großbritannien schiebt Verurteilte aus 15 weiteren Ländern schneller ab

Welche Auswirkungen hat das neue Einreisesystem?

Für alle EU-Bürgerinnen und Bürger haben die neuen Regeln erst einmal keine direkten Auswirkungen. Zwar könnten die Kontrollen bei der Einreise nach den Plänen der EU langfristig schneller gehen, davon profitieren aber besonders Menschen ohne Staatsangehörigkeit eines EU-Landes.

Warum führt die EU das System ein?

Die EU will durch das neue System vor allem für mehr Sicherheit sorgen und Kriminelle frühzeitig aus dem Verkehr ziehen. So soll etwa mit der Speicherung biometrischer Daten Identitätsdiebstahl bekämpft werden, hieß es von der Brüsseler Behörde. Demnach soll es zudem zuverlässige Informationen zu Menschen liefern, die ihre Aufenthaltsdauer überschreiten.

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Der zuständige EU-Kommissar Magnus Brunner bezeichnete das EES als digitales Rückgrat der neuen gemeinsamen europäischen Migrations- und Asylpolitik. „Mit seiner Einführung modernisieren wir die Verwaltung unserer Außengrenzen“, sagte Brunner laut Mitteilung.

Ist das alles?

Das EES ist der erste Schritt eines neuen von der EU angestrebten Grenzsystems: Im letzten Quartal 2026 soll laut EU zusätzlich eine kostenpflichtige Einreisegenehmigung für EU-Ausländer verpflichtend werden, die nicht ohnehin ein Visum brauchen.

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Athen setzt auf Abschreckung Griechenland kürzt Leistungen für Flüchtlinge auf Minimum

Davon sind Staatsangehörige aus über 50 Ländern betroffen – etwa den USA, Kanada, dem Vereinigten Königreich, Brasilien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Israel oder Südkorea. Sie müssen dann eine sogenannte ETIAS-Reisegenehmigung beantragen, die etwa wegen Sicherheitsbedenken der Behörden auch abgelehnt werden kann. Ähnliche Systeme existieren bereits in Großbritannien und den USA.

15 Oktober 2025 0 Kommentare
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Politik

Der Fremde ist fremd, akzeptiere ihn so, wie er ist.

von Cumali Yağmur 15 Oktober 2025
von Cumali Yağmur

  Von:      Cumali Yağmur

Der Fremde ist fremd, und es ist nicht richtig, ihn zu einem anderen Menschen machen zu wollen. Wenn man ihn nicht so akzeptiert, wie er ist, versucht man, ihm die eigenen Gedanken und Ansichten aufzuzwingen. Der Versuch, aus dem Fremden einen anderen Menschen zu machen, führt zu einer falschen Herangehensweise und positioniert ihn gegen sich selbst.

Man sollte aufhören zu glauben, dass man die Traditionen, Gewohnheiten und Kultur des Fremden ändern und ihn in die Gesellschaft integrieren kann. Der Fremde nimmt sich das, was ihm in der Gesellschaft nützlich ist, wann immer er will und aus eigenem Antrieb, und beteiligt sich an einem freiwilligen kulturellen Austausch.

Kultur ist nicht das alleinige Eigentum einer Nation und befindet sich in ständigem Wandel. Man sollte die sich ändernden kulturellen Werte erkennen und sich positiv darauf einstellen. Man sollte sich von den negativen Aspekten der sich ändernden Kultur reinigen und die positiven Aspekte übernehmen. Jede Kultur hat positive und negative Seiten. Mit den negativen und für die heutige Zeit nicht mehr gültigen Aspekten der Kultur wird ständig gekämpft. Mit den positiven Aspekten versucht man, eine neue Synthese zu erreichen. Die positiven Aspekte jeder Kultur behalten ihre weltweite Gültigkeit, und es kann eine universelle Kultur geschaffen werden. Die Menschen erreichen ein neues Zeitalter und handeln entsprechend.

Solange man friedlich zusammenlebt, und da man den Namen des Fremden nicht ändern kann, muss man diesen Namen annehmen und richtig aussprechen. Wenn ein Fremder sich um Arbeit, eine Wohnung oder einen Beruf bewirbt, sollte man seinen Namen sehen und nicht sofort voreingenommen sein. Es ist wichtig, nicht auf seinen fremden Namen zu schauen, sondern auf seine Fähigkeiten und ob er für die jeweilige Aufgabe geeignet ist.

Voreingenommen gegenüber seiner Esskultur zu sein und zu versuchen, diese zu ändern, ist eine Beleidigung der Esskultur. Man kann ihn nicht dazu bringen, die Gerichte aufzugeben, die er seit seiner Kindheit liebt; man muss seine Esskultur respektieren.

Man kann nicht voreingenommen gegenüber dem Kleidungsstil eines Fremden sein und versuchen, ihn zu ändern. Er wählt und trägt das, was ihm steht, seine Farbe und seinen Stil selbst. Versuchen Sie nicht, seine Haltung, sein Verhalten und seine Manieren zu ändern; Sie müssen ihn so akzeptieren, wie er ist. Akzeptieren Sie seinen Sprechstil so, wie er ist, und versuchen Sie, sich daran zu gewöhnen. Akzeptieren Sie das äußere Erscheinungsbild des Fremden und lassen Sie ihn sich so bewegen, wie er möchte.

Wenn Sie versuchen, all dies zu ändern und sich von ihm abgrenzen, grenzen Sie sich selbst von ihm ab. Wenn Sie ihn zwingen, sich dieser Gesellschaft anzupassen, ist das, was für Sie richtig ist, möglicherweise nicht richtig für ihn. In jeder Gesellschaft gibt es bestimmte Regeln und Vorschriften; diese Regeln und Vorschriften sind möglicherweise nicht für andere Gesellschaften gültig. Man muss die Regeln und Vorschriften anderer Gesellschaften respektieren. Zwingen Sie andere Phänomene nicht dazu, Teil der deutschen Gesellschaft zu werden; dies wäre auch nicht möglich.

Selbst diejenigen, die die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten haben, sollten nicht ausgegrenzt werden, wenn sie nicht „wie ein Deutscher“ sein können. Man sollte nicht alles mit deutschen Augen sehen und sich selbst niemals ändern können.

Solange Migranten gleiche Rechte erhalten und nicht verachtet oder erniedrigt werden, beteiligen sie sich freiwillig am kulturellen Austausch in den Gesellschaften, in denen sie leben. Andernfalls ziehen sie sich wie Igel zurück und beginnen, sich gegen Rassismus und Nationalismus zu verteidigen.“

Wenn du jedes Phänomen mit der typisch deutschen Kulturstruktur bewerten willst, dann ist es so, wie Kurt Tucholsky sagte: „Deutsche bleibt Deutsche. Da helft keine Pillen.“

15 Oktober 2025 0 Kommentare
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Hakan Tosun
Politik

Journalist und Aktivist Hakan Tosun stirbt nach brutalem Angriff

von Can Taylan Tapar 14 Oktober 2025
von Can Taylan Tapar

Istanbul – Der Journalist, Dokumentarfilmer und Öko-Aktivist Hakan Tosun ist am Montag, den 13. Oktober 2025, verstorben, nachdem er in der Nacht zum Freitag, den 10. Oktober 2025, in Istanbul-Esenyurt einem tätlichen Angriff zum Opfer gefallen war und aus dem Koma nicht mehr erwachte. Tosun, der eine Gehirnblutung erlitten und drei Tage lang auf der Intensivstation um sein Leben gekämpft hatte, löste mit seinem verdächtigen Tod in allen Presse- und Ökologiekreisen der Türkei große Empörung und Forderungen nach Gerechtigkeit aus. Im Rahmen der Ermittlungen wurden zwei Verdächtige festgenommen, während sich der Verdacht erhärtet, dass der Angriff mit den profit- und umweltfeindlichen Projekten zusammenhängen könnte, die der Journalist zuletzt verfolgt hatte.

Einlieferung ins Krankenhaus und 27 Stunden Dunkelheit

Hakan Tosun wurde in der Nacht vom 10. auf den 11. Oktober auf dem Weg zu seinem Haus im Istanbuler Stadtteil Esenyurt, Mehmet Akif Ersoy, von Unbekannten angegriffen. Er wurde mit schweren Kopfverletzungen bewusstlos am Straßenrand aufgefunden und mit einem Krankenwagen in das Başakşehir Çam und Sakura Stadtkrankenhaus gebracht.

Die größte Wut seiner Familie und Freunde richtete sich gegen die Fahrlässigkeit bei seiner Einlieferung ins Krankenhaus. Da er keine Ausweispapiere bei sich trug, wurde seine Familie erst 27 Stunden später darüber informiert, dass er auf der Intensivstation lag. Seine Schwester, Öznur Tosun, erklärte vor dem Krankenhaus: „Hakan Tosun, der nicht einmal einer Ameise etwas zuleide tun konnte, war keine unbekannte Person. Warum wurde kein Fingerabdruck genommen, kein Gesichtsscan durchgeführt? Warum hat die Polizei die Familie nicht informiert?“ und stellte den Behörden scharfe Fragen.

Zwei verhaftete Verdächtige und widersprüchliche Aussagen

Laut einer Erklärung der Istanbuler Polizeidirektion wurden im Rahmen der Ermittlungen die beiden Verdächtigen A.M. (18) und A.Ş. (24) anhand von Kameraaufnahmen identifiziert, festgenommen und am 12. Oktober 2025 inhaftiert.

Der Verlauf der Ermittlungen nährte jedoch den Verdacht, dass es sich nicht um einen einfachen Kriminalfall handelt. Die Anwälte des Journalisten Tosun berichteten, dass die verhafteten Verdächtigen in ihren Aussagen widersprüchliche Angaben machten, die nicht zu Tosuns Persönlichkeit passen und den Vorfall als einen „Streit“ darstellen sollten, wie etwa, dass Tosun betrunken gewesen sei, sich unangemessen verhalten und sie beleidigt habe.

Hakan Tosun

Mangelnde Beweise in den Ermittlungen und der Verdacht einer gezielten Tat

Rechtsanwalt Hakan Bozyurt, Mitglied des Vereins zeitgenössischer Juristen (Çağdaş Hukukçular Derneği), betonte, dass es in der Akte erhebliche Mängel gebe:

  • Fehlende Aufnahmen: Es wurde festgestellt, dass die Kameraaufnahmen von dem Zeitpunkt, als Tosun in den Metrobus stieg und sich dem Tatort näherte, in der Akte fehlen. Rechtsanwalt Bozyurt erklärte, dass Augenzeugen und zusätzliche Kameraaufnahmen für die Aufklärung des Falles von entscheidender Bedeutung seien.

  • Vorwürfe der Beweismittelvernichtung: In der Presse wurde berichtet, dass einige Kameraaufnahmen vom Tatort möglicherweise von Angehörigen der Verdächtigen beschafft wurden, bevor die Ermittlungsbehörden darauf zugreifen konnten.

Hakan Tosun

Starke Reaktionen von politischen und Umweltgruppen: „Was ist mit Hakan Tosun passiert?“

Nach dem verdächtigen Tod von Tosun forderten politische Parteien, Umweltorganisationen und Kollegen einstimmig die Aufklärung des Vorfalls und betonten die Möglichkeit, dass der Angriff ein vorsätzlicher Mord im direkten Zusammenhang mit seiner beruflichen Tätigkeit sein könnte:

  • Die Abgeordnete der Republikanischen Volkspartei (CHP), Sibel Suiçmez, sagte: „Wir haben den Journalisten und Dokumentarfilmer Hakan Tosun, der die Natur, die Wahrheit und das Leben verteidigte, bei einem feigen Angriff verloren. Diese unmenschliche Tat muss in all ihren Aspekten untersucht und die Täter müssen schnell der Justiz übergeben werden.“

  • Die Abgeordnete der Partei für Gleichheit und Demokratie der Völker (DEM Parti), Perihan Koca, stellte eine provokante Frage zum Motiv des Angriffs: „Wir sind voller Wut und Trauer. Ein Journalist, der das Gedächtnis des Widerstands dokumentierte, wurde mitten auf der Straße zu Tode geprügelt. Wurde dieser Mord von einer Bande begangen, die angeheuert wurde, um institutionelle ökologische Verbrechen zu schützen?“

  • Der inhaftierte TİP-Abgeordnete aus Hatay, Can Atalay, erinnerte in einer Erklärung auf seinem Social-Media-Konto daran, dass Tosun zuletzt über die Missstände bei Enteignungen und TOKİ-Projekten berichtet hatte, die im Schatten von Profitgier-Banden nach dem Erdbeben vom 6. Februar in Hatay standen, und deutete damit klar an, dass diese Berichte der Grund für den Angriff waren.

  • Dr. Demet Parlar, Mitglied der Koalition für Klimagerechtigkeit, erklärte, dass die Frage „Was ist mit Hakan Tosun passiert?“ so lange gestellt werde, bis eine Antwort gefunden sei, und forderte ein Ende der Straflosigkeit.

  • Gemeinsame Trauer und Wut von Umweltorganisationen: Umweltorganisationen betonten Tosuns Engagement für ökologische Anliegen:

    • Polen Ekoloji Kolektifi: „Wir sind in tiefer Trauer und Wut. Hakan war ein Widerstandskämpfer. Er war unser Gedächtnis. Was ihm widerfahren ist, ist uns allen widerfahren.“

    • Muğla Umweltplattform (MUÇEP): „Wir trauern. Unser Freund, der mit seiner Kamera der Natur und der Wahrheit folgte, ist von uns gegangen. Die Bäume, die Felsen, die Vögel fragen alle im Chor: Was ist mit Hakan Tosun passiert?“

    • WWF-Türkei: „Mit großer Trauer erfahren wir vom Tod des Journalisten und Naturschützers Hakan Tosun. Wir hoffen, dass dieser tragische Vorfall so schnell wie möglich aufgeklärt wird und die Gerechtigkeit siegt.“

Parlamentarische Anfrage bringt das Thema auf die Tagesordnung

Der Istanbuler Abgeordnete der DEM-Partei, Celal Fırat, reichte eine parlamentarische Anfrage im türkischen Parlament ein, um alle dunklen Punkte im Zusammenhang mit dem Tod von Hakan Tosun aufzuklären. In seiner Anfrage an Innenminister Ali Yerlikaya forderte Fırat eine Untersuchung, ob der Angriff mit Tosuns journalistischer Tätigkeit zusammenhängt. Die Anfrage konzentriert sich insbesondere auf folgende kritische Fragen:

  1. Wird untersucht, ob der Angriff mit Tosuns Berichten über Profitgier und Enteignungsarbeiten im Erdbebengebiet von Hatay zusammenhängt?

  2. Wurde eine Untersuchung gegen Beamte eingeleitet, die fahrlässig gehandelt haben, weil Tosuns Identität nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus verspätet festgestellt und seine Familie zu spät benachrichtigt wurde?

  3. Wird der Fall angesichts der widersprüchlichen Aussagen der verhafteten Verdächtigen über den Grund für den Angriff als vorsätzliche Tötung untersucht?

Diese Fragen deuten darauf hin, dass die Ermittlungen nicht als einfacher Kriminalfall, sondern unter dem Verdacht eines ungeklärten Mordes geführt werden müssen.

HAKAN TOSUN: WER ER WAR, SEIN KAMPF UND SEIN BERUFLICHES LEBEN

Hakan Tosun hinterließ nicht nur eine journalistische Karriere, sondern auch ein unabhängiges Erbe, das die kritischsten ökologischen und sozialen Widerstandspunkte der Türkei dokumentierte.

Berufliche Karriere

Hakan Tosun wurde 1975 in Istanbul geboren. Er begann seine Karriere in der Medienbranche 1993 als technischer Berater mit dem Aufkommen privater Radiosender. 1998 zog er nach Izmir und arbeitete als Nachrichten-Cutter bei lokalen Fernsehsendern. Ab 2009 verließ er das Fernsehen und konzentrierte sich auf die Produktion von Dokumentarfilmen. Er führte Regie bei seiner eigenen Produktionsfirma „Doğa ve Kent Aktivizm Documentary“. Seine unabhängige journalistische Linie setzte er mit Produktionen fort, die sich auf soziale Ereignisse und Ökologie konzentrierten.

Die Kamera des Widerstands und der Wahrheit

Hakan Tosun betrachtete seinen Beruf nicht nur als Nachrichtenübermittlung, sondern als ein Mittel, um gesellschaftliches Bewusstsein zu schaffen. Er war ein Soldat im Kampf für die Ökologie, und seine Kamera war immer die Stimme der Natur, des Lebens und derer, die Unrecht erlitten. Er machte mit Dokumentarfilmen wie Validebağ-Widerstand, Tekel-Arbeiter, Großer Anatolischer Marsch, Transformation (Gentrification) und Zu den Dächern auf sich aufmerksam, die seine kämpferische Identität widerspiegelten und im kollektiven Gedächtnis blieben.

Umweltorganisationen wie die Muğla Umweltplattform (MUÇEP) und das Polen Ekoloji Kolektifi beschrieben Tosun als „einen Widerstandskämpfer mit unendlicher Energie“ und „unser Gedächtnis“ und erklärten, dass sein Kampf eine Inspirationsquelle für alle Lebensverteidiger von Samandağ bis Akbelen, von den Kaz-Bergen bis Validebağ sei.

Sein letzter Wille: Organspende

Hakan Tosun erlag leider am 13. Oktober den Folgen des Angriffs. Seine Familie erfüllte seinen letzten Willen und spendete seine Organe, da er sein ganzes Leben lang für das Gute gekämpft hatte.

Der Tod des Journalisten, Aktivisten und Dokumentarfilmers Hakan Tosun schürt die Sorge um die Sicherheit all jener, die „der Wahrheit auf der Spur sind“, während die gesamte Öffentlichkeit eine vollständige und transparente Aufklärung der Frage „Was ist mit Hakan Tosun passiert?“ fordert. Es wird betont, dass der Justizprozess genau verfolgt wird, um die Täter und die Mächte hinter dem Angriff aufzudecken.

14 Oktober 2025 0 Kommentare
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Allgemein

Über das 3. Europäische Treffen der CHP in Brüssel.

von Fremdeninfo 14 Oktober 2025
von Fremdeninfo

 

Von: Dogan Özgüden

Die Reden und Ereignisse bei der Kundgebung von Özgür Özel in Brüssel enthalten neue Lehren für die Demokratisierung der Türkei.

Am Sonntag erlebten wir eine neue Phase in den Bemühungen der Türkei, der heutigen Europäischen Union beizutreten, deren Ursprünge vor genau 66 Jahren als Europäische Wirtschaftsgemeinschaft begannen, mit der Kundgebung der CHP in der EU-Hauptstadt Brüssel.

Özgür Özel, der Führer der Partei, die spätestens 2028 an die Macht kommen wird, es sei denn, die derzeitige islamo-faschistische Regierung verhindert die nächsten Parlamentswahlen auf unbestimmte Zeit oder es kommt zu einem neuen Militärputsch nach dem Muster von 1971 und 1980, gab in seiner Rede bei der Kundgebung nicht nur vor den ihm zuhörenden Türken, sondern auch vor den Vertretern der Europäischen Union offen ein Versprechen ab:

„Es gibt heute Erklärungen der Sozialistischen Internationale, dass 87 Parteien aus 79 Ländern das Ziel der Cumhuriyet Halk Partisi, Vollmitglied der Europäischen Union zu werden, unterstützen. Unsere geschätzten Bruderparteien und sehr geschätzten Strukturen, deren Vertreter hier sprechen, versprechen nur Brüderlichkeit und Solidarität, um der Cumhuriyet Halk Partisi den Weg zu ebnen, wenn sie die Türkei auf dem Weg der Demokratie voranbringt. Wir werden die Türkei zu einem integralen Bestandteil der modernen Welt, des modernen Europas, machen, einem Vollmitglied der Europäischen Union, wo Verbote verboten sind und Grenzen verschwinden, entgegen denen, die versuchen, Stimmen durch Hass zu sammeln, indem sie die Türkei in ein Land drängen, das die ganze Welt als Feind betrachtet, das niemand will und das isoliert ist.“

Als ich diese enthusiastische Rede von Özel hörte, führte mich mein Gedächtnis 71 Jahre zurück. Auf einer Konferenz in Paris am 23. Oktober 1954 wurde die Westeuropäische Union, der Vorläufer der heutigen Europäischen Union, mit Beteiligung von Frankreich, Großbritannien, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Italien und der Bundesrepublik Deutschland gegründet.

Während Deutschland, der Hauptverantwortliche des Zweiten Weltkriegs, in diese Union aufgenommen wurde, sorgte das Fehlen des Namens der Türkei in dieser Formation, obwohl sie seit 1950 Mitglied des Europarates und seit 1952 Mitglied der NATO war, in der Öffentlichkeit für Überraschung…

Dabei war es gar nicht überraschend… Ja, die Türkei war am 13. April 1950 in den Europarat aufgenommen worden, weil sie von einem jahrelangen Einparteienregime zu einem Mehrparteienregime übergegangen war, und die am 14. Mai 1950 stattfindenden Parlamentswahlen sollten einen wichtigen Schritt im Demokratisierungsprozess darstellen.

So kam es auch, doch die Demokratische Partei, die eine völlig kapitulationistische Haltung gegenüber dem US-Imperialismus einnahm, begann als erstes damit, einerseits eine 4500 Mann starke Brigade nach Korea zu entsenden, um unter dem Kommando von US-Generälen zu kämpfen, und andererseits eine massive „kommunistische Verhaftungswelle“ zu starten.

Darüber hinaus hatte nur eine Woche vor der Gründung der Westeuropäischen Union auf der Pariser Konferenz, am 17. Oktober 1954, ein Militärgericht 118 Mitglieder der Kommunistischen Partei der Türkei zu Haftstrafen von bis zu 10 Jahren und Verbannungen von bis zu 3 Jahren verurteilt.

Die CHP, die während ihrer gesamten Regierungszeit Kommunisten aller Art unterdrückt und verfolgt hatte, unterstützte als wichtigste Oppositionspartei alle antikommunistischen und NATO-freundlichen Maßnahmen bis zum Schluss.

Der erste Antrag der Türkei auf Beitritt zur ehemaligen Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft wurde 1959 von Premierminister Adnan Menderes gestellt, als der Staatsterror zunahm, doch ein Assoziierungsabkommen konnte erst am 12. September 1963 nach der Annahme der neuen Verfassung 1961 unterzeichnet werden. Die aufeinanderfolgenden faschistischen Putsche von 1971 und 1980 und der anschließende Staatsterror während der zivilen Regierungen verhinderten jedoch den Beginn von Vollbeitrittsverhandlungen.

Wie Özgür Özel heute unternahm der damalige Premierminister Bülent Ecevit im Jahr 1978, als die CHP mit Beteiligung einiger parteiloser Abgeordneter eine Regierung bildete, eine Reise nach Brüssel, führte eine Reihe von Gesprächen mit NATO- und Gemeinsamer Markt-Führungskräften und bat bei einer Kundgebung am 27. Mai 1978 die türkischen Arbeiter in dieser Stadt um „finanzielle Hilfe“, um die türkische Wirtschaft aus der Krise zu führen.

Die Einzelheiten von Ecevits Gesprächen mit NATO- und EWG-Vertretern und seine Bitte um Hilfe an die türkischen Arbeiter bei der Kundgebung sind ausführlich in den Türkisch-, Französisch- und Englisch-Bulletins von Info-Türk vom Mai 1978 enthalten.

Der faschistische Militärputsch vom 12. September 1980 sollte jedoch nicht nur die Beziehungen der Türkei zu den europäischen Institutionen beeinträchtigen, sondern auch Oppositionelle im Ausland ihrer Staatsbürgerschaft entziehen und die Organisationen der Gastarbeiter vollständig unter die Kontrolle der Konsulate und der Diyanet-Stiftung bringen.

Während der Alleinregierung der ANAP nach dem Putsch von 1980 kam Premierminister Turgut Özal mit einer großen Delegation nach Brüssel, um die EWG-Beitrittsverhandlungen wieder aufzunehmen. Nach einer Reihe von Kontakten, auch mit Unterstützung des griechischen Premierministers Papandreou, prahlte er auf einer Pressekonferenz im Internationalen Pressezentrum am 4. März 1988 damit, dass der türkische Staat durch die Beendigung antidemokratischer Praktiken das Recht auf EU-Mitgliedschaft erworben habe.

Da jedoch keine ernsthaften Fortschritte im Bereich der Menschenrechte erzielt wurden, kam es zu ergebnislosen Hin- und Her-Protokollen zwischen Brüssel und Ankara. Die Kandidatur der Türkei wurde erst auf dem Gipfel von Helsinki am 10. und 11. Dezember 1999, in einer Zeit, als Ecevit wieder Premierminister war, angenommen, und das Beitrittspartnerschaftsdokument wurde vom Rat der Europäischen Union am 8. März 2001 gebilligt.

Die AKP-Führung, die die Europäische Union in der Opposition als „Falle des Zionismus“ bezeichnete, änderte nach ihrem Regierungsantritt bei den Wahlen 2002 ihre Rhetorik und erreichte auf dem Brüsseler Gipfel am 17. Dezember 2004 eine Entscheidung, die besagte, dass „die Türkei die politischen Kriterien ausreichend erfüllt“, und konnte am 3. Oktober 2005 die Beitrittsverhandlungen beginnen.

Doch nachdem Erdoğan 2015 den Friedenstisch mit dem kurdischen nationalen Widerstand umgestoßen und 2016 unter dem Vorwand eines gefälschten Putschversuchs einen beispiellosen Staatsterror begonnen hat, ist der Beitritt der Türkei zur Europäischen Union erneut in eine Sackgasse geraten.

Damit die Türkei nicht nur in der Europäischen Union, sondern auch im Europarat und bei den Vereinten Nationen ein respektierter Partner werden kann, gibt es keine andere Wahl, als die AKP-MHP-Diktatur so schnell wie möglich zu stürzen.

Es ist äußerst wichtig, dass der CHP-Vorsitzende Özgür Özel bei der Brüsseler Kundgebung diesen Willen für seine Partei zum Ausdruck bringt.

Doch für eine vollständige Demokratisierung der Türkei und damit sie wie im Europarat auch in der Europäischen Gemeinschaft als Staat, der die Menschenrechte und die Gleichheit seiner Völker uneingeschränkt respektiert, einen Platz einnehmen kann, ist es die Aufgabe der CHP als stärkster Kandidat für die nächste Regierung, einen Übergang zu einer Periode zu gewährleisten, in der die DEM-Partei und andere linke Parteien sowohl im Parlament, in den lokalen Verwaltungen als auch in allen staatlichen Institutionen Mitspracherecht und Entscheidungsbefugnis erhalten.

Ein wichtiger Punkt, der uns bei der Brüsseler Kundgebung der CHP am Sonntag auffiel, war, dass alle belgischen und ausländischen Redner und Gäste, die an der Versammlung teilnahmen, auf Özels Aufruf hin am Ende der Kundgebung gemeinsam auf die Bühne kamen, um die Menschen zu begrüßen.

Özel dankte in seiner Rede wie folgt: „Heute sind hier nicht nur Freunde aus der Türkei. Heute sind hier zahlreiche Vertreter unserer europäischen Schwesterparteien. Sehr geschätzte Vertreter der Sozialistischen Internationale, der Partei der Europäischen Sozialisten, der Grünen, des Europäischen Parlaments sind hier. Wir danken allen Abgeordneten und dem Bürgermeister von Brüssel, den Bürgermeistern von Rom, Amsterdam, Barcelona, Budapest, die ihre Botschaften übermittelt haben, unserem Bruder, dem Bürgermeister von Thessaloniki, und den Bürgermeistern von Timișoara, Köln, Frankfurt und Utrecht von ganzem Herzen für ihre Unterstützung dieses Platzes und die Gastfreundschaft, die sie uns entgegengebracht haben. Es ist gut, dass sie existieren. Es ist gut, dass sie bei uns sind.“

Erinnern wir uns… Die Sozialistische Partei (PS) im französischsprachigen Teil Belgiens und die Sozialistische Partei (VOORUIT) im flämischsprachigen Teil Belgiens sind wie die Cumhuriyet Halk Partisi, die diese Kundgebung organisiert hat, Mitglieder der Sozialistischen Internationale…

Doch obwohl die Kundgebung mitten in Brüssel stattfand, machte sich keiner der gewählten türkischen Abgeordneten in den belgischen Bundes-, Regional- und Kommunalparlamenten, einschließlich der Mitglieder der sozialistischen Parteien, die Mühe, an dieser internationalistischen Solidaritätsveranstaltung, die nur wenige hundert Meter von ihrem Wohnort entfernt stattfand, teilzunehmen und Solidarität zu zeigen.

Erst vor einer Woche, als der sozialistische Bürgermeister von Brüssel, Philippe Close, für eine Veranstaltung des Galatasaray-Clubs nach Istanbul reiste, waren vier Mitglieder der Sozialistischen Partei des Brüsseler Regionalparlaments dabei.

Während die Delegation an diesen Veranstaltungen teilnahm, machte sie sich nicht die Mühe, Ekrem İmamoğlu, den Bürgermeister der größten Metropole Europas, der als Opfer der Tyrannei Tayyips im Silivri-Gefängnis in der Nähe von Istanbul inhaftiert ist, zu besuchen und Solidarität zu zeigen.

Während sich die Cumhuriyet Halk Partisi darauf vorbereitet, die Türkei ab den nächsten Wahlen zu regieren und die internationalen Beziehungen zu lenken, sollte sie auch die Frage der Vertretung türkischer Staatsbürger im Ausland in den Verwaltungen ihrer jeweiligen Länder und Regionen ernsthaft auf die Tagesordnung setzen und ihre „Schwester“-Parteien in der Sozialistischen Internationale dazu anhalten, bei der Auswahl türkischer Kandidaten sorgfältiger vorzugehen und zu verhindern, dass diese Diener der derzeitigen Regierung in der Türkei werden.

Dies ist gleichzeitig auch die Aufgabe der DEM-Partei, die wie die CHP Mitglied der Sozialistischen Internationale ist.

14 Oktober 2025 0 Kommentare
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Menschenrechtsgericht verurteilt Türkei wegen Untersuchungshaft für Kurdin

von Fremdeninfo 14 Oktober 2025
von Fremdeninfo

Artikel von AFP

Wegen der zwei Jahre andauernden Untersuchungshaft für eine kurdische Politikerin hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die Türkei zu Schadensersatz in Höhe von 16.000 Euro verurteilt. Die U-Haft für die heute 60 Jahre alte Aysel Tugluk habe ihr Recht auf Freiheit und Meinungsfreiheit verletzt, urteilten die Straßburger Richter am Dienstag.

Tugluk ist ein ehemaliges Mitglied der Führung der prokurdischen Partei HDP. Sie war im Dezember 2016 wegen ihrer Mitarbeit in einer kurdischen Organisation festgenommen worden, die nach Ansicht der türkischen Justiz Verbindungen zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) hatte. 2018 wurde sie wegen Zugehörigkeit zu einer terroristischen Organisation zu zehn Jahren Haft und 2022 aus gesundheitlichen Gründen freigelassen.

Nach Ansicht der Straßburger Richter war die Untersuchungshaft nicht gerechtfertigt. Es habe „keine Beweise“ gegeben, dass ihre Aktivitäten den Vorwürfen entsprachen, deretwegen sie festgenommen wurde, hieß es in der Urteilsbegründung.

Die Türkei wurde in den vergangenen Jahren wiederholt wegen Menschenrechtsverletzungen verurteilt. Der Gerichtshof in Straßburg ist für die juristische Ahndung von Verstößen gegen die Europäische Menschenrechtskonvention zuständig, die von 47 Ländern unterzeichnet wurde. Die Menschenrechtskonvention wurde 1954 auch von Ankara ratifiziert.

kol/ju

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Das Düstere bannen: Deutscher Buchpreis geht an Dorothee Elmiger für „Die Holländerinnen“

von Cumali Yağmur 14 Oktober 2025
von Cumali Yağmur

 

Artikel von Cornelia Geißler/ Berliner Zeitung

 Dorothee Elmiger hat aus dem Kreis der für den Deutschen Buchpreis nominierten Autorinnen und Autoren am Montagabend das erste und das letzte Wort. Sie ist es, die am Ende nach vorn gebeten wird und die Urkunde für den Roman des Jahres entgegennehmen darf. „Die Holländerinnen“ von Dorothee Elmiger wird ausgezeichnet. Die Autorin erhält ein Preisgeld, das Buch wird in den kommenden Wochen und Monaten gekauft, verschenkt und vor allem: gelesen.

In ihrer kurzen Rede hebt die Autorin, vor 40 Jahren in Wetzikon in der Schweiz geboren, zunächst ihren Lektor ins Zentrum, mit dem sie schon 15 Jahre zusammenarbeitet. Dann erwähnt sie ihren Verleger von Hanser aus München und schließlich die Korrektorin des Manuskripts. Sie dankt auch anderen Menschen, denn Texte gingen aus Texten hervor, auch sei beim Schreiben immer wichtig, wer einen umgibt.

Und als sie kürzlich mit einem Freund über Anlässe wie diese sprach, nämlich eine Danksagung zu halten, da sei ihr nur ein Satz eingefallen, so Elmiger, den sie in der Berliner U-Bahn auf dem Bildschirm gelesen habe. Er werde der Dichterin Marie Luise Kaschnitz zugeordnet, sie wisse nicht, ob er wirklich von ihr stamme: „Der Dichter ist das Sprachrohr der Ratlosigkeit seiner Zeit.“

Die Jury beschreibt die „Holländerinnen“ zunächst knapp in ihrem Begründungstext:  „Eine Schriftstellerin berichtet von ihrer Reise in den südamerikanischen Urwald mit einer Theatergruppe auf den Spuren zweier Holländerinnen, die vor Jahren dort verschwunden sind. Auf dieser Wanderung erzählt sich die Gruppe verstörende Geschichten.“ Dann geht es darum, was das Erzählen für eine Wirkung hat: „Je tiefer sie sich im Dickicht und Morast verläuft, desto mehr reißt Elmiger die Leser:innen in einen Sog der Angst. Ihr Roman erzählt von Menschen, die in ihr ‚dunkelstes Gegenteil‘ verfallen.“ Schließlich preist die Jury die literarischen Mittel: „Indirekt ist dabei nicht nur Elmigers Sprache, sondern auch ihr Verweis auf unsere Gegenwart, die Schritt für Schritt in Selbstüberhebung versinkt. Elmigers Stil ist gleichzeitig distanziert und doch fesselnd. ,Die Holländerinnen‘ – ein faszinierender Trip ins Herz der Finsternis.“

Die Preisverleihung ist würdig und gelassen, sie wird im Livestream aus dem Römer zu Frankfurt am Main übertragen. In dieser Stadt wird nicht nur die weltgrößte Buchmesse ausgerichtet, hier arbeitet als Kulturdezernentin eine Literaturwissenschaftlerin mit langjähriger Erfahrung im Journalismus: Ines Hartwig begrüßte die Jury und Autoren, die Gäste und Zuschauer und richtete extra einen Dank an „die Literaturredakteurinnen und -redakteure, die sich dafür einsetzen, dass die Literaturkritik in ihren Medien weiterhin Platz hat, genug Platz hat, denn sie ist sehr wichtig“.

Dem Alphabet nach war Dorothee Elmiger die erste, die im kurzen filmischen Porträt vorgestellt wurde. Auf sie folgten die weiteren fünf Nominierten Kaleb Erdmann („Die Ausweichschule“), Jehona Kicaj („ë“), Thomas Melle („Haus zur Sonne“), Fiona Sironic („Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft“) und Christine Wunnicke („Wachs“). Elmiger stand zum zweiten Mal auf der Shortlist, Thomas Melle war bereits zum dritten Mal nominiert.

229 seit Oktober 2024 erschienene deutschsprachige Romane sind in den vergangenen Monaten von der Jury gesichtet und diskutiert worden, 20 Bücher wurden auf die Longlist gewählt, im September blieben dann also sechs auf der Shortlist übrig. Insgesamt ist der Buchpreis mit 37.500 Euro dotiert, davon gehen 25.000 Euro an die Siegerin. Die Shortlist-Nominierten erhalten jeweils 2500 Euro – und natürlich die Aufmerksamkeit des Buchhandels und der Medien.

„Ein Thema zieht sich durch alle Bücher, das ist Gewalt“, sagte die Jury-Vorsitzende Laura de Weck im Gespräch auf der Bühne. In „Die Holländerinnen“ sind die Teilnehmer der Kultur-Expedition in den tiefen Regenwald einem Verbrechen auf der Spur, treffen auf bedrohliche Naturerscheinungen und erzählen sich gegenseitig düstere Geschichten. Es ist unsere Gegenwart, die so dunkel ist. Dorothee Elmiger bringt das auf außergewöhnliche Weise in einen Roman. Denn sie schreibt fast durchgängig im Konjunktiv. Sie lässt kurz nur eine Schriftstellerin auftreten und gibt dann wieder, was diese vor Publikum erzählt. Sie hält den Schrecken auf Abstand mit dieser Erzählweise, macht keine Identifikationsangebote, bezieht zugleich die Leser eng ein, verlangt immer ein Mitdenken, die stete Reflexion. Ihr Roman ist eine verblüffende, begeisternde Reise in Gedanken.

„Es war ein großes Glück und Vergnügen, mit euren Büchern unterwegs zu sein“, sagte Dorothee Elmiger noch in ihren Dankesworten am Ende der Veranstaltung, gewandt an die Kolleginnen und Kollegen auf der Shortlist. Und dann holte sie ein weiteres Zitat hervor, das ihr wichtig sei. Es stammt von Tocotronic: „dass das Unglück überall zurückgeschlagen werden muss“. Das habe auch mit ihrem Schreiben zu tun, sagte sie.

14 Oktober 2025 0 Kommentare
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