• Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Fremdeninfo
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Fremdeninfo
Fremden Info
Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Flüchtlinge

Die in Europa gestellten Asylanträge sind deutlich weniger geworden. In Deutschland wird...

3 März 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

Migrationswende mit GEAS: Das ändert sich jetzt für Asylbewerber

27 Februar 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

Ausreisepflichtige: Poseck verteidigt Handyortung: „Vereinbar mit EU-Recht“

26 Februar 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

Migrantenboot kollidiert mit Küstenwache vor griechischer Insel – Polizei spricht von 14...

4 Februar 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

Asylbewerber nach Angriff auf Sozialarbeiter abgeschoben

28 Januar 2026 0 Kommentare
Flüchtlinge

Neue Wohnsitzauflage für Migranten sorgt für Kritik

20 Januar 2026 0 Kommentare
Religion

UNO warnt vor Islamophobie – Österreich hält am Kopftuchverbot fest

von Fremdeninfo 11 Dezember 2025
von Fremdeninfo

 

 Von: D.Dgens.de

 

UNO warnt vor Islamophobie – Österreich hält am Kopftuchverbot fest

Nach Angaben von Exxpress äußert die UNO-Sonderberichterstatterin Ashwini K. P. deutliche Vorbehalte. Sie sehe „keine wesentlichen Belege“ für die Notwendigkeit des Verbots und warnt, der Schritt könne „islamophobische Einstellungen, Vorurteile und Stereotypen verstärken“. Exxpress berichtet zudem, sie halte das Vorhaben für einen möglichen Eingriff in Religionsfreiheit.

Die Expertin verwies laut Exxpress auch auf strukturelle Schwierigkeiten beim Umgang mit Diskriminierung, darunter Hinweise auf Racial Profiling, Benachteiligungen von Roma und Sinti sowie steigende antisemitische Vorfälle. Sie zeigt sich besorgt über einen „Aufschwung von rechtsgerichtetem Populismus und von Neonazi-Gruppen“, besonders in der FPÖ-geführten Steiermark.

Konflikte zwischen Religionsfreiheit und staatlichen Eingriffen sind in mehreren europäischen Ländern regelmäßig Gegenstand von Grundrechtsdebatten.

Erfahrungen aus Schulen

Tagesschau zitiert den Wiener Schulleiter Christian Klar, der von verstärktem Gruppendruck auf muslimische Mädchen berichtet. „Es gibt immer mehr Mädchen, die ab unserer ersten Klasse, der fünften Schulstufe, begonnen haben, das Kopftuch zu tragen“, sagte er. Nach Darstellung des Senders sprach er von familiären und schulischen Erwartungen, die Schülerinnen in ihrer Freiheit einschränken könnten.

Tagesschau berichtet außerdem, Klar schildere abwertende Grenzziehungen zwischen Mädchen mit und ohne Kopftuch. Seine Aussagen verdeutlichen, wie Fragen religiöser Praxis im Schulalltag auch soziale Spannungen auslösen.

Rückhalt und Einwände

Parallel dazu läuft der politische Entscheidungsprozess. Tagesschau berichtet, dass ÖVP, SPÖ, NEOS und FPÖ das Vorhaben im Bildungsausschuss unterstützten, während die Grünen verfassungsrechtliche Einwände äußerten.

Der Sender erinnert daran, dass der Verfassungsgerichtshof 2020 ein ähnliches Gesetz aufgehoben hatte. Bildungsminister Christoph Wiederkehr wurde mit den Worten zitiert: „Wir sind hier natürlich in einer Grundabwägung von Grundrechten“, und betonte, das Gesetz gelte nur bis zur Religionsmündigkeit mit 14 Jahren.

agesschau meldet auch Kritik aus muslimischen Organisationen. Fatma Akay-Türker warnte, Mädchen könnten „zwischen Politik und Community zerrieben“ werden.

Einordnung

Die Abstimmung fällt in eine Phase, in der Europa zunehmend darüber ringt, wie religiöse Symbole, Minderheitenrechte und Integrationspolitik austariert werden. Österreich steht damit nicht nur vor einer innenpolitischen Entscheidung, sondern inmitten einer breiteren rechtlichen und gesellschaftlichen Neuvermessung.

11 Dezember 2025 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Kultur

Songs of Unity – Resîtala Netewî: Eine symphonische Begegnung von Tradition und Moderne

von Fremdeninfo 10 Dezember 2025
von Fremdeninfo

Das Songs of Unity – Resîtala Netewî Orchestra Project ist ein außergewöhnliches Bühnenprojekt, das das reiche Erbe der kurdischen Musik mit den vielfältigen Klangwelten internationaler Orchestertradition verbindet. Alle Arrangements wurden eigens für dieses Konzert neu entwickelt und mit höchster künstlerischer Sorgfalt gestaltet.

Im Zentrum des Orchesters treffen die erhabenen Klänge klassischer Streichinstrumente auf die jahrhundertealten Töne orientalischer Instrumente. Diese Begegnung entfaltet sich mal als faszinierender Dialog, mal als mitreißendes musikalisches Duell, das die Bühne zum Leben erweckt. Jede Musikerin und jeder Musiker ist ein Virtuose seines Fachs und bringt nicht nur technische Meisterschaft, sondern auch die tiefen kulturellen Wurzeln und emotionale Intensität der eigenen Tradition zum Publikum.

Dieses Projekt ist weit mehr als ein instrumentales Zusammenspiel – es ist ein vielstimmiger Chor unterschiedlicher Stimmen und Identitäten. Mehrere Solist*innen teilen sich die Bühne, jede und jeder mit ihrer eigenen Geschichte und Klangfarbe, die im Zusammenspiel des Orchesters eine neue Dimension erhält. Diese kollektive Energie erschafft ein großes musikalisches Mosaik und entführt das Publikum in eine magische Welt, in der viele Stimmen zu einer verschmelzen.

Das Projekt bewahrt bewusst den authentischen, ursprünglichen Charakter der kurdischen Musik und verwebt ihn zugleich mit einem modernen, westlich geprägten Musikverständnis. So erleben die Zuhörer*innen einerseits die zeitlosen Melodien Mesopotamiens und begeben sich andererseits auf eine Reise durch die universelle Sprache der Musik.

Die im Konzert präsentierten Werke spiegeln die Kultur, Geschichte und emotionale Vielfalt der kurdischen Regionen wider. Jedes Stück trägt Freude und Schmerz, Liebe und Sehnsucht, Hoffnung und Widerstand in sich. Diese Kompositionen sind mehr als Noten auf dem Papier – sie sind lebendiges kulturelles Gedächtnis und ein gemeinsamer emotionaler Raum, der auf der Bühne zum Leben erwacht.

An der Spitze des Orchesters steht Erdem Altinses, Dirigent und Musikalischer Leiter, der mehr als 35 Instrumente beherrscht und bei zahlreichen internationalen Projekten mitgewirkt hat. Mit diesem Projekt schafft er nicht nur ein Konzert, sondern ein musikalisches Manifest: Seine Vision ist es, kurdische Musik mit dem Reichtum moderner Orchestertradition zu vereinen und Vergangenheit und Zukunft auf einer Bühne zusammenzuführen.

Die künstlerische Leitung liegt bei Mehmet Akbaş, der mit seiner feinen künstlerischen Sensibilität die emotionale und konzeptionelle Ausrichtung des Projekts prägt. Die Produktion verantwortet Kerem Çelik, der die künstlerische und organisatorische Verwirklichung dieses außergewöhnlichen Konzepts ermöglicht hat. Die Koordination übernimmt Ali Güler, das Management liegt in den Händen von Evin Aksoy.

Songs of Unity – Resîtala Netewî ist mehr als ein Konzert – es ist ein unvergessliches Erlebnis, in dem Ost und West, individuelle Virtuosität und kollektive Harmonie, die Kraft einzelner Solist*innen und die Einheit des Orchesters, kulturelle Wurzeln und universelle Horizonte in einem einzigartigen musikalischen Schmelztiegel verschmelzen.

10 Dezember 2025 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
AllgemeinFlüchtlinge

Das bedeuten die neuen Asylregeln für Deutschland und Europa

von Fremdeninfo 10 Dezember 2025
von Fremdeninfo

Artikel von Julia Naue / T-Online

Sichere Drittstaaten oder Rückkehrzentren: Die EU-Staaten haben sich auf strengere Asylregeln verständigt. Bei der konkreten Umsetzung gibt es jedoch noch erhebliche rechtliche und praktische Hürden.

Für Alexander Dobrindt war es gewiss ein guter Tag. Die EU-Staaten haben sich am Montag in Brüssel auf strengere Asylregelungen geeinigt. Der Bundesinnenminister (CSU) tritt seit Amtsantritt als Hardliner in der Migrationspolitik auf, hat eine „Migrationswende“ versprochen. Dass die EU-Innenminister sich nun auf eine Asylreform verständigt haben, nannte Dobrindt ein „europäisches Momentum einer neuen Migrationspolitik“.

Und dann konnte der CSU-Politiker am Abend noch einen weiteren Erfolg verkünden: Italien und Griechenland wollen dem Bundesinnenminister zufolge künftig wieder Asylbewerber aus Deutschland zurücknehmen. „Wir haben uns mit Griechenland und Italien darauf verständigt, dass sie Migranten wieder zurücknehmen, die über ihre Länder die Europäische Union betreten haben“, sagte er der „Bild“-Zeitung.

Was heißt all das für die deutsche Migrationspolitik? Und was sind die Knackpunkte der Beschlüsse, die das EU-Parlament noch final genehmigen muss? Zu klären gibt es einiges – das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. t-online gibt einen Überblick zu den wichtigsten Fragen.

Sichere Drittstaaten

Der Beschluss: Künftig soll es leichter sein, Menschen in sogenannte sichere Drittstaaten außerhalb der EU zu überstellen. Bisher mussten Asylsuchende eine enge Verbindung zu einem solchen Drittstaat haben, etwa durch Familie oder einen längeren Aufenthalt, ein sogenanntes „Verbindungselement“. Künftig könnte für eine Abschiebung schon ein Abkommen zwischen einem Mitgliedstaat und diesem Staat genügen. Dadurch wäre es möglich, Asylverfahren auch in Länder zu verlagern, zu denen Betroffene keinerlei Bezug haben.

Die Knackpunkte: Der Migrationsexperte Gerald Knaus lobt die Einigung in diesem Punkt. Sie sei ein „vielleicht historischer Schritt“, sagte er dem ZDF. Damit könnten deutlich weniger Menschen in die EU kommen. Wenn das sogenannte Verbindungselement wegfalle, werde das vieles erleichtern, argumentiert er. Er sieht die Herausforderung nun darin, Länder zu finden, in denen die menschenrechtlichen Standards eingehalten werden.

Als Negativbeispiel wird hier oft der britische Ruanda-Deal angeführt. Das Migrationsabkommen sah vor, dass Asylsuchende, die irregulär nach Großbritannien eingereist sind, nach Ruanda ausgeflogen werden. Dort sollten sie ihr Asylverfahren durchlaufen – nicht in Großbritannien. Anerkannte Flüchtlinge hätten nicht nach Großbritannien zurück gedurft. Der britische Premier Keir Starmer stoppte die Pläne einen Tag nach Amtsantritt, zuvor gab es auch rechtliche Hürden für die Umsetzung.

Der Vergleich greift aber nur begrenzt. Bisher ist nicht festgelegt, dass anerkannte Schutzberechtigte zwangsweise in dem entsprechenden Drittstaat verbleiben müssten. Ohnehin müssen nun erst einmal entsprechende Abkommen mit Nicht-EU-Ländern geschlossen werden. „Nicht-EU-Länder können nur dann als sichere Herkunftsländer eingestuft werden, wenn sie hohe Sicherheitsstandards erfüllen“, so der Europäische Rat.

Das UN-Flüchtlingswerk UNHCR mahnte die EU bereits im Sommer, dass „bei der Überstellung von Asylsuchenden in ein sicheres Drittland strenge Schutzvorkehrungen getroffen werden müssen“. Es ist davon auszugehen, dass gegen mögliche Drittstaaten-Modelle geklagt wird. Dabei dürfte auch die Einhaltung menschenrechtlicher Standards ganz genau überprüft werden. Die Herausforderung besteht also darin, rechtlich wasserdichte Abkommen mit Drittstaaten zu schließen. Italien hat bereits ein bilaterales Abkommen mit Albanien geschlossen, das aber rechtlich erfolgreich angefochten wurde.

Return Hubs

Der Beschluss: Die Einigung sieht vor, dass Rückführungszentren in Drittstaaten außerhalb der EU eingerichtet werden können. In solchen sogenannten Return Hubs sollen ausreisepflichtige Asylbewerber untergebracht werden, die nicht in ihre Herkunfts- oder Heimatländer zurückgebracht werden können. Hier geht es also um Menschen, die bereits einen negativen Asylbescheid in Europa erhalten haben.

Die Knackpunkte: An diesem Vorhaben gibt es viel Kritik. Die EU-Agentur für Grundrechte in Wien mahnte in der Vergangenheit „schwerwiegende Risiken für die Grundrechte“ beim Betrieb solcher Rückführungszentren an. Deshalb müssten „unabhängige und wirksame Mechanismen zur Überwachung der Menschenrechte“ in Abkommen mit Drittstaaten sichergestellt werden. Auch hier gibt es also wieder hohe Hürden, diese Abkommen rechtssicher zu machen.

Es müssen außerdem Länder gefunden werden, die überhaupt bereit sind, ausreisepflichtige Menschen aus der EU aufzunehmen. Entsprechende Abkommen können auch kippen, wenn es zu Regierungswechseln oder Krisen kommt. Außerdem muss vor Ort sichergestellt werden, dass die Vorgaben eingehalten werden. Als Land, das für solche Return Hubs infrage kommen könnte, wird von EU-Seite zum Beispiel Uganda genannt.

Nicht alle EU-Mitgliedsstaaten sind überzeugt von dem Konzept der Return Hubs. So zweifelte Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska daran, ob die Abschieberegelung mit internationalem und humanitärem Recht vereinbar sei. Auch die SPD-Europaabgeordnete Birgit Sippel übt Kritik an den Plänen. Es sei völlig offen, wie es mit den Menschen dort weiterginge, sagte sie im Deutschlandfunk. Sie fragte, ob die Menschen dann in dem Land bleiben sollten oder ob man hoffe, dass ihre Herkunftsstaaten sie aufnehmen würden. „Alles sehr, sehr vage und völlig ungeklärt“, sagte sie.

Solidaritätsmechanismus

Der Beschluss: Im Rahmen des sogenannten Solidaritätsmechanismus haben sich die EU-Länder darauf verständigt, innerhalb der Europäischen Union im Jahr 2026 21.000 Schutzsuchende umzusiedeln. So sollen besonders unter Druck stehende EU-Staaten entlastet werden. Im Rahmen dieses Mechanismus sollen weniger belastete EU-Länder zudem 420 Millionen Euro bereitstellen, auch Sachleistungen können verrechnet werden. Deutschland nimmt unter dem Solidaritätsmechanismus nach Angaben der Bundesregierung keine zusätzlichen Asylbewerber auf.

Die Knackpunkte: Die Europäische Kommission stuft Zypern, Griechenland, Italien und Spanien als Staaten ein, die unter Migrationsdruck stehen – also die Länder an den EU-Außengrenzen. Diese Länder können von den Solidaritätsmaßnahmen des Solidaritätspools profitieren. Wer bisher besonders viele Schutzsuchende aufgenommen hat, kann sich seinen bisherigen Beitrag anrechnen lassen. Das gilt voraussichtlich für Deutschland, muss aber final noch bestätigt werden.

Begeistert sind von diesem neuen Mechanismus aber bei Weitem nicht alle EU-Länder. Ungarn zum Beispiel will sich daran nicht beteiligen. Der EU-Kommissar für Inneres, Magnus Brunner, bedauert das. Das System würde für alle Vorteile mit sich bringen, sagte der Österreicher im ZDF-„Morgenmagazin“. Es gehe um eine Balance zwischen Solidarität und Verantwortung. „Jeder, der teilnehmen will an der Europäischen Union, muss sich natürlich auch daran halten, selbstverständlich.“ Möglicherweise kann eine Verweigerungshaltung Strafzahlungen für Budapest bedeuten.

Unklar ist auch, wie sich die weiteren Länder verhalten werden, die nach den neuen Regeln wahrscheinlich Zuwanderer aus anderen EU-Staaten aufnehmen oder Zahlungen leisten müssten. Dazu zählen neben Ungarn Schweden, Portugal, Rumänien und Luxemburg.

Die SPD-Europaabgeordnete Sippel sieht auch den Solidaritätsmechanismus kritisch. „Ehrlich gesagt, ich wundere mich, worüber wir uns aufregen, wenn es um 21.000 Umsiedlungen geht“, sagte sie. Es handle sich um einen „Treppenwitz“.

Sichere Herkunftsländer

Der Beschluss: Es soll eine gemeinsame EU-Liste sicherer Herkunftsländer eingeführt werden. Darauf sollen die Länder Marokko, Tunesien und Ägypten, Kosovo, Kolumbien sowie Indien und Bangladesch gelistet werden. Grundsätzlich sollen auch Länder, die Kandidaten für einen EU-Beitritt sind, als sicher gelten. Dazu würden dann etwa Albanien, Montenegro oder die Türkei gehören. Prinzipiell soll auch bei diesen Ländern der Einzelfall geprüft werden. Das bedeutet, dass nicht automatisch abgeschoben wird. Stattdessen ist ein beschleunigtes Asylverfahren vorgesehen.

Die Knackpunkte: Die Liste soll EU-weit bindend sein. Generell gilt auch bei so einer pauschalen Liste, dass rechtlich strenge Anforderungen erfüllt sein müssen, damit ein Staat als sicher eingestuft werden kann. Viele EU-Staaten, auch Deutschland, haben eigene Listen und eigene Kriterien. Der Bundestag hat gerade erst beschlossen, dass Staaten

Verwendete Quellen:

  • ZDF-Interview mit Migrationsforscher Knaus: „Vielleicht historischer Schritt“
  • DLF-Interview mit Birgit Sippel: EU-Abgeordnete fürchtet Abschaffung des Asylrechts in Europa
  • ZDF-Interview mit Brunner: „Sind inmitten der größten Migrationswende“
  • Pressemitteilung des Europäischen Rats: Migration and asylum: Member states agree on solidarity pool (englisch)
  • Pressemitteilung des Europäischen Rats: Asylum policy: Council pushes ahead with EU laws on safe countries of origin and safe third countries (englisch)
  • Pressemitteilung des Eupoäischen Rats: Council clinches deal on EU law about returns of illegally staying third-country nationals (englisch)
  • Materialen der Nachrichtenagenturen

Weitere interessante Artikel:

  • AfD-Positionen im Check: Das kann man sich nicht ausdenken
  • Tagesanbruch: In Deutschland gehen Lichter aus
  • Newsblog zur US-Politik: Merz äußert sich zu neuer US-Sicherheitsstrategie
10 Dezember 2025 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Flüchtlinge

Kanzler bei ARD-„Arena“: „Würde ich heute anders machen“ – Merz relativiert „Stadtbild“-Aussagen

von Fremdeninfo 10 Dezember 2025
von Fremdeninfo

Von Sdwest presse

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich selbstkritisch zur Art und Weise geäußert, wie er seine umstrittene Aussage zu Migration im „Stadtbild“ getätigt hat. „Ich hätte vielleicht früher sagen sollen, was ich konkret damit meine“, sagte Merz am Montagabend in der ARD-Sendung „Die Arena“. Er würde dies „heute anders machen“. Merz betonte dabei, dass Deutschland Migration und Einwanderung brauche und auch wolle.

Merz hatte mit Äußerungen zu einer nach seiner Auffassung problematischen Auswirkung von Migration auf das „Stadtbild“ im Oktober eine kontroverse Debatte ausgelöst. Ihm wurden daraufhin unter anderem Diskriminierung und Rassismus vorgeworfen.

„Wer guten Willens war, wusste, was ich meinte“

„Ich glaube, jeder, der guten Willens war, wusste, was ich damit meinte“, sagte Merz in der ARD-Sendung auf Zuschauerfragen zu dem Thema. Er bekräftigte dabei, er sehe weiter Probleme mit Migranten, die sich etwa in Schwimmbädern oder Bahnhöfen nicht an die Regeln hielten. Solche Dinge müssten „aufhören“, betonte der CDU-Chef. „Diejenigen, die in unserem Land leben wollen, müssen sich an die Regeln halten. Und wenn sie es nicht tun, müssen sie gehen.“

Dies sei aber nur einer von zwei Teilen der Antwort, betonte Merz. „Unser Land muss ein offenes Land bleiben für Einwanderung derer, die hier arbeiten wollen, die hier leben wollen und die sich in Deutschland integrieren wollen.“

Deutschland brauche Einwanderung auch, um den Fachkräftemangel etwa in der Pflege bewältigen, sagte Merz weiter. Er sehe das etwa im Pflegeheim seiner Eltern: „Ohne diejenigen, die aus anderen Ländern kommen, geht es einfach nicht mehr.“ Dies gelte auch für andere Berufe. „Diese Differenzierung, die würde ich gerne stärker betonen.“

„Reform aus einem Guss“ bei der Rente

Auch zur Diskussion über die Rente äußerte sich Merz bei der ARD-„Arena“. Er könne einer Koppelung des Renteneintrittsalters an die Zahl der Beitragsjahre etwas abgewinnen. „Das ist durchaus erwägenswert“. Er wolle aber den Ergebnissen einer Gesamtreform der Alterssicherung nicht vorgreifen und nicht über einzelne Punkte diskutieren. „Ich möchte, dass wir eine Reform aus einem Guss machen. Und da könnte das Thema eine Rolle

Der Wirtschaftsprofessor Jens Südekum hatte sich dafür ausgesprochen, den Renteneintritt nicht mehr an das Alter, sondern an die Zahl von Beitragsjahren zu knüpfen. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) sagte dazu im ARD-„Bericht aus Berlin“: „Ich finde die Idee grundsätzlich ganz gut.“

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) lehnte den Vorschlag ab. „Der von Bas unterstützte Vorschlag eines einzelnen Beraters ist eine Neuauflage der „Rente mit 63“ unter einer neuen Überschrift. Dieses war falsch, bleibt falsch – und wird auch zukünftig unter einer neuen Überschrift falsch“, sagte BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter mit Blick auf die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren

10 Dezember 2025 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Kultur

Stücke aus der Landschaft und Para Şêr

von Fremdeninfo 9 Dezember 2025
von Fremdeninfo

Der Autor İskan Tolun legte alle laufenden Projekte auf Eis, um seine ganze Energie dem kurdischen Jugendroman Para Şêr zu widmen. Der Verlag zeigt sich entschlossen, der wachsenden Nachfrage junger Leser nicht gleichgültig zu bleiben. Und nun ist er da – der mit Spannung erwartete, historische und poetische Jugendroman Para Şêr:

Xalê Sado êdî hertim, di ber xwe de, bi kêf û coş digot:
“Şikir ji xwedê re, zarokên min dixwînin.
Wê bivin efendî û pêşîya xwe baş bivînin.
Ahmo laîke bive doktor û Çelo jî bive ébûqat.
Ez ê hingê ji wan re bikrim du dest cilê bi qerewat.”
Lê, ji kêfa re hertim, hêstir diketin çavê wî û girînê wî dihat.
“Tu kurmacîya xwe ji bîra nekî, eger baş nizanî, divê zêdekî…” (CEGERXWÎN)

Das in jüngster Zeit rasant wachsende Interesse an Kinder- und Jugendliteratur veranlasst Verlage dazu, ihre Publikationspolitik zu überdenken. Dieser Aufschwung macht sich nicht nur in türkischen Veröffentlichungen bemerkbar, sondern manifestiert sich auch deutlich in der kurdischen Literatur. Verlage, die die Bedürfnisse der Leserschaft genau verfolgen, unternehmen neue Schritte, um die Lücke in diesem Bereich zu schließen.

In diesem Rahmen fror der Autor İskan Tolun sämtliche Projekte ein, an denen er arbeitete, um seinen Fokus gänzlich auf den kurdischen Jugendroman Para Şêr zu richten. Diese Entscheidung Toluns wird nicht nur als persönliche Präferenz gewertet, sondern als ein sensibler Ansatz für die sprachlichen und literarischen Bedürfnisse junger Leser. Während Para Şêr unmittelbar nach Erscheinen seinen Platz in den Regalen einnahm, betonen Branchenvertreter, dass solche Werke sowohl zur sprachlichen Vielfalt als auch zum kulturellen Gedächtnis einen bedeutenden Beitrag leisten. Der Verlag erklärte zudem, dass der Aufschwung in der Kinder- und Jugendliteratur zu stark sei, um ignoriert zu werden, und man daher ähnlichen Arbeiten weiterhin Raum geben werde.

Aus editorischer Sicht ist Para Şêr nicht bloß ein Roman, sondern ein strategischer und mutiger Schritt, um die kurdische Literatur an junge Generationen heranzutragen. Es ist bereits jetzt abzusehen, dass dieser Schritt sowohl die Leserschaft erweitern als auch die sprachliche Produktion fördern wird.

Und hier das Bulletin zum türkischen Buch Manzaradan Parçalar:

Je mehr ein Werk den Geist des Menschlichen atmet, je mehr es die Höhen und Tiefen des menschlichen Lebens zur Sprache bringt und je inniger es mit der Natur verbunden ist, desto erfolgreicher ist es. Dies lässt sich in jedem Werk unseres Autors beobachten. Die Souveränität der Kunst ist durch ihre eigenen Linien begrenzt und bedeutet nicht zwangsläufig, die Natur und den Menschen bloß abzubilden. Ein Künstler ist dann ein guter Künstler, wenn es ihm gelingt, sich selbst einzubringen und eine Lebensauffassung oder eine Denkweise unverzerrt, so wie sie aus seinem Inneren strömt, in das Werk zu übertragen. In der Tat sind die fließenden, poetischen Bücher und Romane unseres Autors der deutlichste Beweis für seine unbestreitbare Künstlerpersönlichkeit.

Ja, unser als moderner Dengbêj (Barde) bekannter Meisterautor İskan Tolun bearbeitet diesmal die Zusammenfassungen von Büchern, die er aus seiner privaten Bibliothek ausgewählt und mit Genuss gelesen hat, mit seiner ganz eigenen, originellen Interpretation – sorgfältig und liebevoll. Neben einigen Erinnerungen präsentiert er seinen geschätzten Lesern auch Anekdoten, die er bemerkenswert findet.

„Ein guter Leser entdeckt in den Schriften eines anderen oft mehr Vollkommenheit, als der Autor selbst hineingelegt hat.“ (Montaigne)

Investigativer Journalist und Autor Mimar Kaya

9 Dezember 2025 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
İsa Turan
Allgemein

Europa steht am Scheideweg.

von Fremdeninfo 9 Dezember 2025
von Fremdeninfo

Von:  Isa Turan/Schweden

Wohin steuert Europa?

Mit dem Migrationspaket, das im Juni 2026 in Kraft treten soll, versucht Europa, sich als eine Art Küstenfestung zu inszenieren. Es heißt, die Wellen würden „eingedämmt“ und die Grenzen sicherer gemacht werden… Doch in Wahrheit zielen diese Festungsmauern nur darauf ab, eine unsichtbare Mauer zu errichten, den Menschenstrom zu verlangsamen und umzuleiten. Die Behauptung, die Integration würde erleichtert, klingt zwar gut; doch hinter diesen Worten verbirgt sich der Versuch, die rechtsextremen und nationalistischen Winde in Europa zu besänftigen.

Dabei ist Migration ein unaufhaltsamer Fluss. Diese Strömung, genährt von Krieg, Armut, Unterdrückung und Hoffnungslosigkeit, wird immer wieder über die Ufer treten. Angesichts der alternden Bevölkerung und des Arbeitskräftebedarfs in Europa basieren die Dämme, die gegen diesen Fluss errichtet werden, nicht auf der Realität, sondern auf einer Illusion. Dies ist keine langfristige und rationale Strategie, sondern ein Eingriff, der lediglich einen vorübergehenden Eindruck erwecken soll.

Das neue Paket ist zum Teil ein Versuch, den Erwartungen jener Wähler gerecht zu werden, die sich der Illusion hingeben, der „Fluss werde vollständig versiegen“. Aber ist es möglich, den Lauf eines Gewässers zu stoppen? Werden Menschen, die vor dem Tod und vor Unterdrückung fliehen und nach Hoffnung suchen, einfach vor den Grenzen stehen bleiben und warten? Asylanträge, die in Zentren außerhalb der EU bearbeitet werden, ändern den Lauf des Flusses nicht; sie schaffen lediglich eine Strömung fernab der Öffentlichkeit, die in Vergessenheit gerät.

Im Kern der Entscheidung liegt das Ziel, schnellere, umfassendere und weiter entfernte Überflutungen zu verhindern. Es ist bemerkenswert, wie sehr sich die EU-Institutionen zunehmend vom sicherheitspolitischen Wind der extremen Rechten treiben lassen: automatische Warnungen, verbindliche Rückführungsanordnungen, beschleunigte Verwaltungsverfahren… Hier herrscht eine technokratische Verwaltung, bei der nicht nur Effizienz im Vordergrund steht, sondern die Kontrolle über das Recht gestellt wird – wie ein menschlicher Eingriff, der das Flussbett verändert.

Doch Europas institutionelle Strukturen, demokratische Normen und das kulturelle Gefüge sind angesichts dieses Stroms nicht zusammengebrochen und werden es auch nicht. Große gesellschaftliche Veränderungen können nicht den Migranten angelastet werden, die wie dieser Fluss strömen. Der Diskurs, der Migration als Bedrohung darstellt, erzeugt nur Angst und Illusionen und verzerrt die Realität.

Europa steht heute an einem Scheideweg; es sucht ein Gleichgewicht zwischen den an seinen Ufern emporragenden Festungsmauern und der Kraft des Flusses. Kurzfristige Sicherheitsreflexe erheben sich im Schatten langfristiger Werte. Die eigentliche Frage lautet: Welche Werte werden angesichts dieses Flusses aufgegeben, und wer wird den Preis dafür zahlen?

9 Dezember 2025 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Allgemein

Wegen Abschiebung: Unsicherheit im Klassenzimmer

von Cumali Yağmur 9 Dezember 2025
von Cumali Yağmur

Von: Frankfurter Rundschau

Immer wieder werden Minderjährige aus dem Klassenverband gerissen und abgeschoben. An den Schulen regt sich Widerstand. Zwei Beispiele aus Hessen.

Im April dieses Jahres wurde die Familien Kapoor mit ihren zwei Söhnen Angad und Gunit nach Indien abgeschoben. Die zwölf und 15 Jahre alten Jungen, Schüler der Frankfurter Johanna-Tesch-Schule, hatten gerade Osterferien, als die Familie in die Ausländerbehörde beordert und dort in Abschiebegewahrsam genommen wurde. Bereits seit 2018 sei die Familie ausreisepflichtig gewesen und hatte deshalb nur einen Status der Duldung. Die Familie hatte angegeben, aus Afghanistan zu kommen, die Behörden schrieben ihnen jedoch eine indische Staatsbürgerschaft zu. Auf FR-Anfrage teilte das Hessische Innenministerium damals mit, dass der Grund für die Abschiebung „ein besonders schwerwiegendes Ausweisungsinteresse […] aufgrund einer Verurteilung wegen einer vorsätzlichen Straftat“ gewesen sei. Worum es konkret geht, blieb genauso offen wie die Tatsache, um welches Familienmitglied es sich handelt. Viele Schülerinnen und -schüler der Johanna-Tesch-Schule waren geschockt, als sie von der überraschenden Abschiebung erfuhren. Sie forderten auf mehreren Kundgebungen und Demonstrationen die Rückführung ihrer beiden Mitschüler Angad und Gunit.

Inzwischen hat die Jugendhilfe der Johanna-Tesch-Schule keinen Kontakt mehr zu der abgeschobenen Familie. Es hat sich im Anschluss jedoch ein Bündnis im Viertel gegründet, um zukünftig schneller handeln zu können. „Hätten wir frühzeitiger davon gewusst, hätten wir vielleicht mehr machen können“, meint die Sozialarbeiterin Nele Kaulbersch. Mehr Beratungsangebote und ein offenes Ohr für das Thema seien jetzt wichtig. „Denn auch bei den anderen Schülerinnen und -schülern hat die Abschiebung Ängste und Sorgen ausgelöst“.

An der Fürst-Johann-Ludwig Schule in Hadamar im Landkreis Limburg-Weilburg machen sich ebenfalls Kinder, Eltern und Lehrkräfte gegen die Abschiebung von Mitschüler:innen stark. Die palästinensische Familie A. hätte bereits Anfang Juli nach Rumänien abgeschoben werden sollen. Laut der Dublin Verordnung können Menschen nur in dem europäischen Land Asyl beantragen, welches sie als erstes betreten haben beziehungsweise wo sie zuerst registriert worden sind. Für die staatenlose Geflüchtete Aziza A. mit ihren beiden Töchtern war das Rumänien. Dort lebten die drei längere Zeit auf der Straße, bevor sie den Entschluss fassten, weiterzureisen. Im November 2021 sollen sie in Deutschland eingereist sein, ihr im Februar 2022 gestellter Asylantrag sei ein halbes Jahr später abgelehnt worden.

Als die Polizeibeamten im Juli vor der Wohnung standen, war die alleinerziehende Mutter der beiden Töchter Janna und Joud nicht anwesend, weshalb die geplante Abschiebung verschoben werden musste. Seitdem ist viel passiert: Eine Petition wurde abgelehnt, woraufhin der Schulelternbeirat einen Härtefallantrag stellte, der vergangene Woche ebenfalls abgelehnt wurde. Darin enthalten waren Stellungnahmen von Lehrkräften und Mitschülerinnen und -schülern. Eine von ihnen ist Mara. Sie schreibt: „Joud ist zu einer meiner besten Freundinnen geworden. Sie bringt mit ihrem Humor immer alle zum Lachen. Bei ihr kann man sich einfach wohlfühlen und Spaß haben“. Sie wünsche sich von Herzen, dass ihre Freundin bei ihnen bleiben könne. Der Härtefallantrag habe jedoch wenig Chancen gehabt, erklärt Ramona Henrich, Lehrkraft an der Fürst-Johann-Ludwig-Schule. Trotzdem sei sie „nachhaltig geschockt“. Sie hatte Janna und Joud in der Intensivklasse, wo die beiden sehr schnell Deutsch gelernt hätten. „Die Familie kann weiterhin jeden Moment abgeschoben werden“, erklärt sie und hofft nun auf öffentlichen Druck.

9 Dezember 2025 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Cumali Yağmur
Allgemein

Glaubwürdigkeit durch Freiheit: Bedingungen für einen neuen Lösungsprozess in der Kurdenfrage

von Cumali Yağmur 9 Dezember 2025
von Cumali Yağmur

Von: Cumali Yağmur

Zu diesem Thema wurde bereits viel gesagt und geschrieben. Heute wurde ein Schritt zur Lösung der Kurdenfrage getan, die seit Jahren ungelöst ist und ein Hindernis für die türkische Demokratie darstellt. Doch ähnlich wie ein Nichtschwimmer, der ängstlich am Ufer entlangwandert, nähert man sich dem Problem noch immer mit Furcht, sodass keine konkreten Schritte unternommen werden können.

Der Lösungsprozess und politische Ansätze

Wenn der Lösungsprozess fortgesetzt werden soll, müssen Selahattin Demirtaş, Figen Yüksekdağ und Osman Kavala freigelassen werden. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat in dieser Angelegenheit bereits dreimal ihre Freilassung angeordnet. Wenn die AKP und die MHP glaubwürdig sein wollen, müssen sie diese Personen unverzüglich freilassen. Damit der Lösungsprozess in den Augen der Massen glaubwürdig erscheint, müssen im Rahmen des Prozesses einige symbolische politische Maßnahmen ergriffen werden. Sollte dieser Lösungsprozess scheitern, hätte dies verheerende Folgen.

Während die CHP eigentlich die treibende Kraft im Lösungsprozess sein sollte, beschränkt sie sich lediglich darauf, die AKP und die MHP zu kritisieren. Ich sage nicht, dass sie keine Kritik üben sollen, aber ich möchte besonders betonen, dass man sich für den Frieden auch mit dem Gegner an einen Tisch setzen muss.

Die kurdische Frage ist auch das Problem der CHP. Als türkische Sozialdemokraten sollte die Partei Vorschläge zur Lösung dieses Problems unterbreiten und sich bemühen, diese in die Tat umzusetzen. In Spanien und im Vereinigten Königreich haben Sozialdemokraten eine aktive Rolle bei der Lösung des Basken- bzw. des Nordirlandkonflikts (IRA) gespielt.

Die AKP-MHP-Regierung, die ihre Glaubwürdigkeit bei der Lösung der kurdischen Frage vollständig verloren hat, muss die Unterstützung der Massen zurückgewinnen und Schritte zur Lösung unternehmen. In der türkischen Bevölkerung herrscht Pessimismus. Die AKP und die MHP, die diesen Prozess führen, lassen einerseits gewählte Bürgermeister verhaften und ins Gefängnis werfen, andererseits setzen sie Zwangsverwalter (Kayyum) ein. Angesichts dieses Vorgehens ist die Bevölkerung verwirrt und fragt sich: „Wie soll so die kurdische Frage gelöst werden?“ Diese Verwirrung in den Massen wird durch die Politik der AKP und MHP ständig geschürt.

Bei der Lösung der kurdischen Frage sollten sie sich Spanien und das Vereinigte Königreich zum Vorbild nehmen. Sie sollten Kommissionsmitglieder in diese Länder entsenden, um Informationen einzuholen und zu lernen, wie dort solche Konflikte gelöst wurden. Man sollte das Problem nicht nur auf die Türkei beschränken, sondern internationale Beispiele betrachten. Die Kommissionsmitglieder dürfen nicht passiv bleiben; sie müssen lösungsorientiert denken und Informationen sammeln.

Die Kommission muss eine breite Basisarbeit leisten und mit konkreten Vorschlägen an die Öffentlichkeit treten. Es steht fest, dass das Problem durch Zögern und Angst nicht vorangebracht werden kann.

Damalz  der Russischen Revolution wurde das Selbstbestimmungsrecht der Völker diskutiert und beschlossen. Lehren aus der Geschichte zu ziehen, wäre für die heutige Lösung aufschlussreich. In jener Zeit sind viele neue Staaten entstanden. Auch in jüngerer Zeit, nach dem Zerfall Jugoslawiens, haben sich Kroaten und Serben getrennt und ihr Recht auf einen eigenen Staat erlangt.

Deutschland hat beispielsweise folgende Gruppen als nationale Minderheiten anerkannt:

  • Die dänische Minderheit
  • Die friesische Volksgruppe
  • Die deutschen Sinti und Roma
  • Das sorbische Volk

Die Untersuchung dieser Beispiele kann als Leitfaden für die Lösung der kurdischen Frage in der Türkei dienen.

 

 

9 Dezember 2025 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Allgemein

SPD-Abgeordneter Karaahmetoğlu: „Kopftuchverbot untergräbt den Grundsatz der rechtlichen Gleichheit“

von Fremdeninfo 8 Dezember 2025
von Fremdeninfo

Von Fremdeninfo 

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Macit Karaahmetoğlu hat das Urteil des Verwaltungsgerichts Darmstadt bewertet, wonach eine Frau mit Kopftuch nicht Richterin oder Staatsanwältin werden darf. Er erklärte, die Entscheidung werfe „ernsthafte Fragen im Hinblick auf die verfassungsrechtliche Gleichheit und die Glaubensfreiheit auf“.

Das Verwaltungsgericht Darmstadt hatte die Klage einer muslimischen Juristin abgewiesen, die nicht in den Richterdienst aufgenommen wurde. Die Begründung lautete, dass sie aufgrund der in Hessen für Justizangehörige geltenden Regelung zur ‚religiösen Neutralität‘ nicht mit Kopftuch arbeiten dürfe.

Das Gericht betonte, dass der Staat insbesondere im Justizbereich „sichtbar neutral“ sein müsse, und entschied, dass das Tragen religiöser Symbole im Gerichtssaal im Widerspruch zu diesem Grundsatz stehen könne.

Gericht: Kopftuch kann aus Neutralitätsgründen verboten werden

Das Urteil erinnerte auch an eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2017 in einer ähnlichen Angelegenheit. Damals wurde das Verbot für eine Rechtsreferendarin, während der Verhandlungen ein Kopftuch zu tragen, als rechtmäßig erachtet.

Karaahmetoğlu: „Neutralität wird durch das Verständnis von Gerechtigkeit gewährleistet, nicht durch Kleidung“

Der SPD-Abgeordnete Karaahmetoğlu fand in seiner Erklärung zu dem Urteil deutliche Worte.

Karaahmetoğlu sagte: „Dass eine Frau lediglich ein Kopftuch trägt, bedeutet nicht, dass sie nicht neutral sein kann. Neutralität misst sich am Gerechtigkeitsverständnis und der berufsethischen Haltung einer Person, nicht an ihrer Kleidung.“

Er wies darauf hin, dass das Urteil die Gefahr berge, muslimische Frauen indirekt aus dem öffentlichen Dienst auszuschließen, und bewertete die Lage wie folgt: „In Deutschland leben Hunderttausende Frauen mit Kopftuch loyal zu Recht, Demokratie und der verfassungsmäßigen Ordnung. Diesen Frauen die beruflichen Türen zu verschließen, ist mit unserer gesellschaftlichen Vielfalt nicht vereinbar.“

„Urteil birgt das Risiko, Vorurteile zu verstärken“

Der SPD-Abgeordnete erklärte weiter, dass Vorurteile gegenüber Muslimen aufgrund der Migrations- und Sicherheitsdebatten der letzten Jahre zugenommen hätten und Gerichtsentscheidungen in diesem sensiblen Umfeld noch behutsamer getroffen werden müssten.

Karaahmetoğlu machte zudem auf internationale Praktiken aufmerksam und fügte hinzu:
„Wenn im Vereinigten Königreich Sikh-Polizisten mit ihren Turbanen Dienst tun können, kann auch in Deutschland ein vernünftiges Gleichgewicht zwischen religiösen Symbolen und staatlicher Neutralität gefunden werden.“

Berufseinstieg der klagenden Juristin könnte „dauerhaft“ verhindert werden

Laut dem Gerichtsurteil wird die Juristin mit Kopftuch im Bundesland Hessen nicht mehr in den Richter- oder Staatsanwaltsdienst eintreten können.

In der Entscheidung wurde angeführt, dass dieser Umstand als weniger schwerwiegend angesehen werde, da sich die Frau im Wissen um die Bewerbungsbedingungen auf diesen Weg begeben habe. Gegen das Urteil ist Berufung möglich.

Debatte über Säkularismus und Religionsfreiheit in Deutschland neu entfacht

Das Urteil hat die Diskussion darüber, ob Beamte im öffentlichen Dienst in Deutschland religiöse Symbole tragen dürfen, erneut auf die Tagesordnung gebracht.

Juristische Kreise weisen darauf hin, dass die Entscheidung erneut die Frage in den Vordergrund rückt: „Was wiegt schwerer: die religiöse Neutralität des Staates oder die Glaubensfreiheit des Einzelnen?“

8 Dezember 2025 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Allgemein

Kiel: Samet Yilmaz ist der erste grüne Oberbürgermeister

von Fremdeninfo 8 Dezember 2025
von Fremdeninfo

 

 

Mit 54,1 Prozent der Stimmen hat Samet Yilmaz die Wahl zum Oberbürgermeister in Kiel gewonnen. Erst vor Kurzem stand er in der Kritik – er soll ein türkisches Extremistenfest unterstützt haben.

Erstmals bekommt Kiel einen Grünen-Oberbürgermeister. Mit 54,1 Prozent der Stimmen hat Samet Yilmaz die Stichwahl um das höchste Amt der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt gewonnen. Damit setzte sich der 44-Jährige knapp gegen den parteilosen Gerrit Derkowski durch, den CDU, FDP und SSW unterstützten. Das teilte die Stadt mit.

Yilmaz plant nach eigenen Angaben, Bildung und Sicherheit zu fördern sowie eine moderne Verwaltung und eine funktionierende Mobilität, die den Klimaschutz ins Zentrum stellt. Mit der Wahl sei er »sofort startklar«. Yilmaz betonte: »Das heißt, mit meiner Verwaltungserfahrung und Führungskompetenz brauche ich keine Zeit, wo ich mich noch mal einführen lassen muss.« Er freue sich auf seine Arbeit im Rathaus, die jetzt beginne.

»Neuer Lebensabschnitt« für Derkowski

Dabei wolle er auch die Kieler mitnehmen, die ihn nicht gewählt haben. »Hier heißt es, genau darzustellen, für welche Politik ich stehe und genau zu gucken, wo der Schuh drückt«, betonte der Grünenpolitiker. Insgesamt waren 190.779 Kielerinnen und Kieler wahlberechtigt. Die Wahlbeteiligung lag im ersten Wahlgang der Stadt zufolge bei 48,7 Prozent. Bei der Stichwahl gingen noch 43,5 Prozent an die Urne. Mehr als bei der vorherigen Oberbürgermeisterwahl im Jahr 2019. Hier hatten nur 37,9 Prozent der Stimmberechtigten gewählt.

8 Dezember 2025 0 Kommentare
FacebookTwitterWhatsappBlueskyEmail
Neuere Beiträge
Ältere Beiträge

Beliebte Artikel

  • Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025

    22 Juli 2025
  • Appell für Gerechtigkeit: Frauen der AABF wehren sich gegen Willkür und Rechtsbrüche

    4 Dezember 2025
  • Journalist und Aktivist Hakan Tosun stirbt nach brutalem Angriff

    14 Oktober 2025
  • Der Löwenanteil -Para _Şêr

    19 August 2025
  • Begegnungen am Radweg: Eine Geschichte von Mensch, Natur und einem besonderen Rabenfreund

    23 August 2025

Unser Team

Cumali Yağmur

Verantwortliche Redaktor

Ayşe Eker

Ayşe Eker

Redaktorin

Erdoğan Sedef

Erdoğan Sedef

Redaktor

Rojin Erten

Rojin Erten

Redaktor

Can Taylan Tapar

Can Taylan Tapar

Redaktor

Halit Yaşar Demirbağ

Halit Yaşar Demirbağ

Redaktor

Kategorien

  • Allgemein
  • Archive
  • Impressum
  • Politik
  • Religion
  • Flüchtlinge
  • Kultur
  • Frauen
  • Jugend
  • Salafismus
  • Veranstaltungen
  • Information
  • Rassismus
  • Antisemitismus
  • Fremdenfeindlichkeiten
  • Bildung
  • Featured

Neueste Artikel

  •   Ramadan-Streit an Schule in NRW nur der Anfang? „Traurig

    14 März 2026
  • Konsequenzen nach Studie zu jungen Muslimen

    13 März 2026
  • Aleviten, Kurden und Syrien: Das Gesamtbild betrachten

    13 März 2026
  • „Nein zum Krieg“ – Spaniens Sanchez stellt sich gegen USA und Israel

    13 März 2026
  • „Wir haben einen Leserbrief erhalten; wir geben nur die Anfangsbuchstaben seines Namens an

    12 März 2026

Über uns

Die „Fremden“ Info-Zeitung ist eine in Niedersachsen ansässige Redaktion, die sich auf die rechtlichen, politischen und sozialen Angelegenheiten von Einwanderern und Flüchtlingen konzentriert. Wir beobachten und analysieren relevante Entwicklungen in der Region Hannover und vertreten die Interessen von Mitbürgern mit Migrations- und Fluchthintergrund bei Behörden, Verbänden und politischen Parteien.

„Wir haben einen Leserbrief erhalten; wir geben nur die Anfangsbuchstaben seines Namens an

12 März 2026

Neueste Artikel

Berlin diskutiert: Darf das Kopftuch Teil der Polizeiuniform sein?
17 Februar 2026
Monika Ertl: Die Frau, die Che Guevara rächte“
16 Februar 2026
Sechster Jahrestag des Anschlags von Hanau: Unvergessen, unvergeben!
16 Februar 2026

Hervorgehoben

Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025
22 Juli 2025
Appell für Gerechtigkeit: Frauen der AABF wehren sich gegen Willkür und Rechtsbrüche
4 Dezember 2025
Journalist und Aktivist Hakan Tosun stirbt nach brutalem Angriff
14 Oktober 2025
  • Startseite
  • Anmelden
  • Über uns
  • Kontakt
  • Datenschutzerklärung
  • Newsletter
  • Impressum
Fremdeninfo
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung