• Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Fremdeninfo
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Fremdeninfo
Fremden Info
Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Startseite Allgemein

von Fremdeninfo 28 August 2026
von Fremdeninfo 28 August 2026
139

            von Ulrike Hummel

Von der Idee bis zur Baugenehmigung hat es 18 Jahre gedauert, aber jetzt ist es amtlich: Deutschlands erster Friedhof für Muslime in eigener Trägerschaft entsteht in diesem Herbst in Wuppertal.

Bislang sind muslimische Bestattungen auf Länderebene so geregelt, dass einzelne kommunale Friedhöfe Gräberfelder für Muslime bereitstellen. Das setzt jedoch voraus, dass die gesetzlichen Regelungen jeweils eine sarglose Bestattung zulassen – wie etwa im Hamburger Bestattungsrecht, wo dies seit 2010 erlaubt ist. In der islamischen Tradition ist die Erdbestattung in Leinentüchern eine religiöse Pflicht.

Wenn der Tod zur Zerreißprobe wird

An einem Ort bestattet zu werden, an dem die Liebsten leben, ist für viele ein großer Wunsch. Für Muslime mit Zuwanderungsgeschichte ist es jedoch oft problematisch, wenn Angehörige sterben. Zugewanderte der ersten, sogenannten „Gastarbeitergeneration“, wollen oft noch in ihren Herkunftsländern beerdigt werden. Nach islamischer Tradition soll die Bestattung jedoch so schnell wie möglich, idealerweise innerhalb von 24 Stunden, erfolgen. Die Überführung des Leichnams sowie gesetzliche Vorschriften, etwa eine zweite Leichenschau, führen jedoch oft zu Verzögerungen, die die Angehörigen unter Stress setzen.

Burcu Temel erinnert sich an den Tod ihres Großvaters: „Allein der Transport des Leichnams ist immer mit großen Hürden verbunden. Die ganze Familie möchte an der Bestattung teilnehmen. Doch die Flugkosten sind hoch, und oft gibt es vor Ort keine Möglichkeit, alle unterzubringen.“ Damals ging Burcu noch zur Schule und bekam nicht frei, um bei der Beerdigung ihres Großvaters in der Türkei dabei zu sein.

Die Grabfelder sind voll – und der Bedarf wächst

Mittlerweile hat sich die Situation verändert, weiß Samir Bouaissa vom Vorstand des Trägervereins „Muslimische Friedhöfe in Wuppertal“: „Die zweite und dritte Generation möchte hier bestattet werden. Es gibt immer mehr Menschen, die keine zweite Heimat mehr haben, in die sie überführt werden könnten – seien es hier geborene Muslime oder Geflüchtete, die nicht zurückkehren können. Die bisherigen muslimischen Gräberfelder in Wuppertal sind bereits belegt.“

Auch in Städten wie Hamburg ist die Zahl muslimischer Bestattungen deutlich gestiegen, sagt Daniel Abdin, Landesvorsitzender des Zentralrats der Muslime. Angesichts der alternden muslimischen Bevölkerung rechne man auch hier mit einem steigenden Flächenbedarf.

Ein langer Weg zur Baugenehmigung

Um dem Wandel in der Bestattungskultur gerecht zu werden, haben sich vor Jahren zehn Moscheegemeinden in Wuppertal zusammengeschlossen. Ihr Ziel: ein eigener muslimischer Friedhof. Möglich wurde dies erst durch die Änderung des Bestattungsgesetzes in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2015. Nun liegt die Baugenehmigung für Deutschlands ersten muslimischen Friedhof in eigener Trägerschaft vor – ein Meilenstein. Im Herbst dieses Jahres beginnt die erste Bauphase, und die ersten Bestattungen sollen bereits im Frühjahr 2025 möglich sein.

Ruhe mit Ewigkeitsgarantie

Im Unterschied zu kommunalen oder christlichen Friedhöfen ist die „Ewigkeitsgarantie“ für gläubige Muslime von zentraler Bedeutung. In Wuppertal wird dies nun erstmals umgesetzt: „Man stellt sicher, dass der Bestattete dort für ewig seine Ruhe hat“, erklärt Bouaissa. „Das bedeutet nicht, dass ein Grab nie wieder belegt werden darf. Wenn der Verwesungsprozess abgeschlossen ist, kann eine erneute Belegung erfolgen. Vorgefundene Überreste müssen jedoch an Ort und Stelle bleiben, um die ewige Ruhe zu garantieren.“

Muslime, Christen, Juden – Seite an Seite

Der künftige Friedhof soll mehr sein als nur ein Ort der Ruhe. „Die Besonderheit ist nicht nur die muslimische Trägerschaft, sondern auch die direkte Nachbarschaft zu einem christlichen und einem jüdischen Friedhof. Wir wollen dort einen gemeinsamen Platz der Begegnung schaffen“, so Bouaissa. Geplant ist zudem, die Zufahrtswege für alle drei Friedhöfe gemeinsam zu gestalten – ein bundesweites Novum.

Der Kreis schließt sich

Für Burcu Temel und ihre Familie ist es eine große Erleichterung, Angehörige künftig zeitnah und in Würde in Wuppertal beerdigen zu können: „Man lebt hier, man verbringt sein Leben hier. Dann ist es nur konsequent, auch sein Grab in Deutschland zu haben, sodass sich der Kreis von der Geburt bis zum Tod schließt.“

Das durch Spenden finanzierte Projekt wird von der Stadt Wuppertal mit 200.000 Euro gefördert. Auf rund 10.000 Quadratmetern sollen nach und nach Grabfelder für bis zu 1.800 Bestattungen allein im ersten Bauabschnitt entstehen. Geplant sind auch Gebäude für die rituelle Totenwaschung und Gebete.


Dieser Beitrag erschien im Rahmen des Freitagsforums – Berichte und Reportagen aus dem Alltag von Muslimen.

Teilen FacebookTwitterWhatsappEmail
Fremdeninfo

Redaktioneller Fokus auf Recht, Politik und Soziales im Kontext von Migration. Wir beobachten Hintergründe und stärken die Position von Einwanderern und Geflüchteten.

vorheriger Beitrag
Brief aus Istanbul: Warum geht es uns allen „wie der Türkei“?
nächster Beitrag
Özdemir warnt vor russischem Einfluss bei AfD-Regierung

Ähnliche Beiträge

Grünen-Abgeordneter wirft AfD Pläne zur „millionenfachen Deportation“ vor und kassiert Rüge

16 Oktober 2026

Halk TV: Türkische Regierung übernimmt Kontrolle eines oppositionsnahen Sender

14 Oktober 2026

Ein Teil der Last der Wirtschaftskrise in Deutschland wird von eingewanderten Rentnerinnen und...

14 Oktober 2026

MIT DEM DENKEN DER ALTEN WELT KÖNNEN WIR DIE HEUTIGE ZEIT NICHT VERSTEHEN

14 Oktober 2026

Wichtige Erklärung von Karayılan: Wir ziehen unsere geheimen Spezialkräfte aus Istanbul und den...

13 Oktober 2026

Neue  Partei Wütenberg, lass uns im Lichte der Republik für immer zusammen sein!

13 Oktober 2026

Beliebte Artikel

  • Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025

    22 Juli 2025
  • Ermittlungen gegen Ex-SPD-Ratsfrau Iri: Was ist am Kronsberg wirklich passiert?

    28 April 2026
  • Appell für Gerechtigkeit: Frauen der AABF wehren sich gegen Willkür und Rechtsbrüche

    4 Dezember 2025
  • Journalist und Aktivist Hakan Tosun stirbt nach brutalem Angriff

    14 Oktober 2025
  • Der Löwenanteil -Para _Şêr

    19 August 2025

Unser Team

Cumali Yağmur

Verantwortliche Redaktor

Ayşe Eker

Ayşe Eker

Redaktorin

Erdoğan Sedef

Erdoğan Sedef

Redaktor

Rojin Erten

Rojin Erten

Redaktor

Can Taylan Tapar

Can Taylan Tapar

Redaktor

Halit Yaşar Demirbağ

Halit Yaşar Demirbağ

Redaktor

Kategorien

  • Allgemein
  • Archive
  • Impressum
  • Politik
  • Religion
  • Flüchtlinge
  • Kultur
  • Frauen
  • Jugend
  • Salafismus
  • Veranstaltungen
  • Information
  • Rassismus
  • Antisemitismus
  • Fremdenfeindlichkeiten
  • Bildung
  • Featured

Neueste Artikel

  • Grünen-Abgeordneter wirft AfD Pläne zur „millionenfachen Deportation“ vor und kassiert Rüge

    16 Oktober 2026
  • Bundeskongress der Räte der Religionen in Stuttgart

    14 Oktober 2026
  • Halk TV: Türkische Regierung übernimmt Kontrolle eines oppositionsnahen Sender

    14 Oktober 2026
  • Ein Teil der Last der Wirtschaftskrise in Deutschland wird von eingewanderten Rentnerinnen und Rentnern getragen.“

    14 Oktober 2026
  • In Paris stärken Frauen den Kampf gegen Gewalt

    14 Oktober 2026

Über uns

Die „Fremden“ Info-Zeitung ist eine in Niedersachsen ansässige Redaktion, die sich auf die rechtlichen, politischen und sozialen Angelegenheiten von Einwanderern und Flüchtlingen konzentriert. Wir beobachten und analysieren relevante Entwicklungen in der Region Hannover und vertreten die Interessen von Mitbürgern mit Migrations- und Fluchthintergrund bei Behörden, Verbänden und politischen Parteien.

Mordrohungen

10 Januar 2017

Neueste Artikel

Bundeskongress der Räte der Religionen in Stuttgart
14 Oktober 2026
Halk TV: Türkische Regierung übernimmt Kontrolle eines oppositionsnahen Sender
14 Oktober 2026
Ein Teil der Last der Wirtschaftskrise in Deutschland wird von eingewanderten Rentnerinnen und Rentnern getragen.“
14 Oktober 2026

Hervorgehoben

Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025
22 Juli 2025
Ermittlungen gegen Ex-SPD-Ratsfrau Iri: Was ist am Kronsberg wirklich passiert?
28 April 2026
Appell für Gerechtigkeit: Frauen der AABF wehren sich gegen Willkür und Rechtsbrüche
4 Dezember 2025
  • Startseite
  • Anmelden
  • Über uns
  • Kontakt
  • Datenschutzerklärung
  • Newsletter
  • Impressum
Fremdeninfo
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung