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Beschwerden über rassistische Diskriminierung in Deutschland haben sich verdoppelt

von Fremdeninfo 3 Juni 2026
von Fremdeninfo 3 Juni 2026
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Von: ferda Ataman

Die Zahl der Diskriminierungsbeschwerden bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat im Jahr 2025 ein Rekordniveau erreicht. Die Beschwerden über rassistische Diskriminierung haben sich im Vergleich zu 2021 mehr als verdoppelt.

Avrupa Demokrat Haber Merkezi
Dem Jahresbericht 2025 der Antidiskriminierungsstelle des Bundes zufolge ist die Zahl der Diskriminierungsbeschwerden in Deutschland auf einen historischen Höchststand gestiegen. Dem Bericht nach gingen im Jahr 2025 insgesamt 13.067 Beratungsanfragen bei der Stelle ein.

Während die Zahl der Anträge im Jahr 2021 noch bei 7.750 lag, stieg sie 2022 auf 8.827, 2023 auf 10.772 und 2024 auf 11.405. Damit verzeichnet das Jahr 2025 die höchste Anzahl an Anträgen seit Bestehen der Statistik.

Rassistische Diskriminierung an erster Stelle
Bei einer Pressekonferenz in Berlin stellten die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Ferda Ataman, und die Geschäftsführerin des Antidiskriminierungsverbandes Deutschland (advd), Eva Andrades, den Bericht der Öffentlichkeit vor.

Dem Bericht zufolge bezog sich der größte Teil der Beschwerden im Jahr 2025 mit 4.571 Anträgen auf Diskriminierung aufgrund von „Rassismus und ethnischer Herkunft“. Im Jahr 2021 lag diese Zahl noch bei 2.054. Somit haben sich die Anträge im Zusammenhang mit rassistischer Diskriminierung innerhalb von vier Jahren mehr als verdoppelt. Im Bericht wurde zudem darauf hingewiesen, dass rassistische Äußerungen und Haltungen in den letzten Jahren immer offener zum Ausdruck gebracht werden.

Behinderung und Geschlechterdiskriminierung folgen
An zweiter Stelle der Beschwerdestatistik stehen Diskriminierungen aufgrund von Behinderungen und chronischen Krankheiten mit 3.015 Anträgen. Es folgen Diskriminierung aufgrund des Geschlechts (2.407 Anträge), des Alters (1.261 Anträge) sowie der Religion oder Weltanschauung (733 Anträge).

Ein erheblicher Teil der Anträge betraf Diskriminierungen im Arbeitsleben. Laut Bericht entfielen 3.670 Beschwerden auf den Arbeitsmarkt, 1.927 auf den Zugang zu Dienstleistungen und Produkten, 1.466 auf staatliche Institutionen, 835 auf den öffentlichen Raum, 603 auf den Bildungsbereich, 505 auf Polizei und Justiz, 488 auf die Wohnungssuche und 474 auf das Gesundheitswesen.

„Das ist nur die Spitze des Eisbergs“
Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Ferda Ataman, betonte, dass Menschen in Deutschland regelmäßig am Arbeitsplatz, bei der Wohnungssuche oder in verschiedenen Bereichen des täglichen Lebens Diskriminierung ausgesetzt seien.

Ataman erklärte, dass die 13.067 im Jahr 2025 registrierten Anträge nur einen kleinen Teil der tatsächlich erlebten Diskriminierung widerspiegeln: „Das ist nur die Spitze des Eisbergs.“ Sie wies darauf hin, dass viele Betroffene trotz erlebter Diskriminierung keine rechtlichen Schritte einleiten oder Beratungsangebote nutzen könnten. Besonders besorgniserregend sei das Ausmaß der Diskriminierungsfälle in staatlichen Institutionen.

Kritik an staatlichen Institutionen
Ataman kritisierte, dass das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in Deutschland keinen ausreichenden Schutz gegen Diskriminierung durch staatliche Stellen biete. Sie betonte, dass der Staat sich selbst weitgehend aus dem Geltungsbereich des Diskriminierungsrechts herausnehme und die bestehenden gesetzlichen Regelungen dringend aktualisiert werden müssten.

Zudem warf Ataman der Regierung vor, im Kampf gegen Diskriminierung nicht genügend Unterstützung zu leisten. Das Budget für Beratungsstellen sei unzureichend, und langjährige Reformvorschläge würden nicht berücksichtigt.

Beratungsstellen an der Belastungsgrenze
Eva Andrades, Geschäftsführerin des Antidiskriminierungsverbandes Deutschland (advd), erklärte, dass die Zahl der Menschen, die aufgrund von Diskriminierung Beratung suchen, jedes Jahr steige.

Die Beratungsstellen seien mittlerweile an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen, so Andrades. Während die meisten Anfragen aufgrund rassistischer Diskriminierung gestellt würden, gebe es auch in anderen Diskriminierungskategorien deutliche Zunahmen. „Diskriminierung ist ein reales Problem und in Deutschland weit verbreitet“, sagte Andrades und betonte, dass die Politik wirksamere Maßnahmen ergreifen müsse. Betroffene und Beratungsorganisationen fühlten sich derzeit allein gelassen.

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