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Interview mit Herrn Günther Hoffmann

von Fremdeninfo 28 August 2018
von Fremdeninfo 28 August 2018
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Interview mit Herrn Günther Hoffmann

„Demokratisches Ostvorpommern – Verein für politische Kultur e.V.“

Der Verein „Demokratisches Ostvorpommern – Verein für politische Kultur e.V.“ ist gemeinnützig, überparteilich und ein funktionierendes Netzwerk, das seit April 2008 im gesamten Landkreis OVP aktiv ist. Das Potential liegt in der Vielfalt seiner Mitglieder. Zu dem Verein gehören engagierte BürgerInnen genauso wie GeschäftsführerInnen und MitarbeiterInnen aus Vereinen, KünstlerInnen, VertreterInnen aus Sport und Kultur sowie der Jugend- und Seniorenarbeit, aber auch der Landkreis, die Stadt Anklam und Gemeinden sind dem Verein beigetreten. Die vielen HelferInnen verbindet das Interesse, Demokratie erlebbar zu machen und Menschen jeden Alters in ihrer Region die Möglichkeit zu bieten, sinnvoll am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Der Verein Demokratisches Ostvorpommern hat den Anspruch, in und außerhalb des Vereins die tatsächlichen Bedürfnisse und Interessen der Menschen zu erkennen, um gezielt Projekte und Aktionen vor Ort entwickeln zu können und diese gemeinsam umzusetzen.

Wie kam die Gründung des Vereins „Demokratisches Ostvorpommern – Verein für politische Kultur e.V.“ zustande?
Günther Hoffmann: Wie beschreibt man das? Das ist etwas schwierig. Das erste Treffen hat im Januar 2008 stattgefunden. Das war die Vorstellung des Projektes der Bundeszentrale und eigentlich waren damals schon alle Leute anwesend, die später den Verein vertreten haben. Das Treffen war insofern wichtig, weil man sich vorher noch nicht kannte und man führte so die ersten Gespräche. Die erste Sitzung hat im Februar stattgefunden und es hat sich ein Kern heraus kristallisierte. Zu diesem Zeitpunkt waren auch der Kreis und die Stadt Anklam noch aktiv beteiligt. Zur tatsächlichen Gründung kam es dann im März 2008 und im April ist die Eintragung erfolgt.

Wer war damals daran beteiligt?
Günther Hoffmann: Das ging eigentlich querbeet. Damals waren noch die Stadt und der Kreis beteiligt, das ist allerdings sozusagen „ausgelaufen“. Sie sind formal noch Mitglieder des Vereines, aber es findet kein Engagement mehr statt. Das ist auch der Geschichte des Vereins geschuldet. Wir sind ein Verein, der nicht aus sich selbst heraus entstanden ist, sondern es war eher ein Wunsch von der Bundes- und der Landeszentrale, diesen Verein zu etablieren. Das ist eine etwas ungewöhnliche Herangehensweise einen Verein zu gründen, aber es wurden gezielt Leute angesprochen, ob sie bereit wären, sich in dem Verein zu engagieren. Normalerweise ist das ja umgekehrt.

Haben sie zur Zeit ein aktuelles großes Projekt? Welches ist es?
Günther Hoffmann: Der Verein ist in dem Pasewalker Bündnis sehr engagiert, das sich im Juni diesen Jahres anlässlich des Pressefestes der Deutschen Stimme gegründet hat. Das ist momentan der Schwerpunkt unserer Arbeit. In diesem Rahmen wurde eigentlich auch schon ein großes Vereinsziel erfüllt. Es ging ja darum, Leute miteinander ins Gesprächs zu bringen, zu vernetzen, usw. Deshalb liegt die Priorität der Vereinsarbeit im Moment auf diesem Bereich.

Seit 2011 gibt es den DemokratieLaden. Wie kann man sich dieses Projekt vorstellen?
Günther Hoffmann: Der DemokratieLaden ist quasi der operative Arm. Er ist nicht direkt mit dem Verein verbunden und dort arbeiten zwei Damen, die über die Bundes- und die Landeszentrale finanziert werden. In Diskussionen im Verein und mit der Landes- und Bundeszentrale hat sich herausgestellt, dass man einen Ort benötigt, der öffentlich zugänglich ist. Bis vor zwei Jahren haben wir uns noch ein Büro geteilt, in einem Bürotrakt. Dort hat sich Demokratie nicht unbedingt offen präsentiert und deshalb war es ein sehr wichtiger Schritt, ein eigenes Büro zu haben. Dieses Projekt ist bei uns glaube ich ziemlich einzigartig.

Können Menschen dort einfach vorbeischauen und sich informieren?
Günther Hoffmann: Der DemokratieLaden ist inzwischen zu einem richtigen Kommunikationstreffpunkt geworden. Wir haben dort die unterschiedlichsten Veranstaltungen: es finden Koordinierungstreffen von Jugendfestivals statt, Kulturveranstaltungen, Lesungen, Vorträge und Weiterbildungen, also das gesamte Spektrum, das sich normalerweise an unterschiedlichen Standorten abspielt, hat sich hier manifestiert und der DemokratieLaden ist jetzt ein Anlaufpunkt.

Welche Vorhaben werden Sie im Jahr 2013 besonders beschäftigen?
Günther Hoffmann: Wir stecken gerade in Diskussionen, wie der Verein noch mehr mit dem Pasewalker Bündnis verzahnt werden kann und ob die Vereinsstrukturen für dieses Pasewalker Bündnis genutzt werden oder ob der Verein eher im Hintergrund bleibt. Das sind im Moment Diskussionsprozesse, die sehr konstruktiv laufen. Vor Kurzem war beispielsweise wieder eine Vorstandssitzung, wo es doch erstaunlich ist, wie die Leute aus so unterschiedlichen Zusammenhängen bei uns über die Jahre zusammengefunden und auch eine Kommunikationsbasis gefunden haben. Da ist der Geschäftsführer dabei, der wissenschaftliche Leiter vom HTI, historisches technisches Informationszentrum, eine Rechtsanwältin, ein Journalist und viele mehr.
Wir haben eine sehr, sehr vielfältige Geschichte, die sich schon allein im Vorstand zeigt. Und wir diskutieren, schmieden Pläne, analysieren die Lage und so weiter. Ein Schwerpunkt des Vereins ist gerade die Ausarbeitung einer sehr prekären Gewaltsituation in Anklam im Frühjahr des Jahres, als Jugendliche von Neonazis quer durch die Stadt gejagt wurden. Das ist gerade ein aktueller Diskussionspunkt, bei dem der Verein zwischen Verwaltung, Zivilgesellschaft und Sicherheitsorganen moderiert. An für sich sind wir doch ein außergewöhnlicher Verein, auch in Bezug auf die Zusammensetzung und unser Einmischen. Und das ist, glaube ich, das Entscheidende, dass das Bewusstsein dafür da ist, dass man sich einmischt. Und nicht überwiegend hinterm Berg hält, sondern sich ganz offen positioniert. Das ist eine Qualität, die gerade in Mecklenburg-Vorpommern noch nicht sehr weit entwickelt ist.

Was möchten Sie der Öffentlichkeit gerne noch von ihrem Verein berichten?
Günther Hoffmann: Wir haben im März 2013 unser fünfjähriges Jubiläum. Da sind wir jetzt gerade noch in der Findungsphase, überlegen wie wir den Geburtstag begehen wollen. Das wird sicher ein kleines feines Spektakel, nicht in der Hinsicht, dass es eine große Aktion wird, aber wir werden anlässlich des Jubiläums versuchen, den Dialog wieder voran zu treiben und das in unterschiedlichen Kreisen, zwischen denen es immer noch große Kommunikationsschwierigkeiten gibt und Hindernisse. Zum Beispiel, dass man mit der Verwaltung anders als mit der Zivilgesellschaft umgeht. Da sind wir aber noch am tischlern, wie wir mit diesem Jubiläum umgehen. Das wird in den nächsten Wochen und auf unserer Weihnachtsfeier näher beleuchtet.

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Redaktioneller Fokus auf Recht, Politik und Soziales im Kontext von Migration. Wir beobachten Hintergründe und stärken die Position von Einwanderern und Geflüchteten.

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