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Neue Rekorde: Wie SPD und Linke von der Einbürgerungspraxis profitieren

von Fremdeninfo 31 August 2026
von Fremdeninfo 31 August 2026
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Artikel von Lennart Zielke/berliner Zeitung

Die Zahlen der Einbürgerungsstatistik von 2025 sprechen für sich: 333.343 Menschen – das entspricht einer Stadt von der Größe Mannheims – haben im vergangenen Jahr die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten. Ein Rekord.Ein Blick auf die Liste der Herkunftsländer ist aufschlussreich. An der Spitze steht Syrien mit 65.775 Einbürgerungen, gefolgt von der Türkei (34.185). Auch der Irak (13.792), Afghanistan (10.883) und der Iran (10.125) sind im oberen Mittelfeld zu finden. Hinzu kommen Kosovo (9710), Bosnien und Herzegowina (8841) sowie Ägypten (4848). Zählt man diese mehrheitlich muslimisch geprägten Staaten zusammen, ergeben sich 158.159 Personen – rund 47 Prozent aller Einbürgerungen.Und das ist konservativ gerechnet. Denn die Statistik listet nur die jeweils größten Herkunftsländer je Kontinent auf. Weitere muslimisch geprägte Staaten verschwinden in Sammelposten unter „Sonstige“. Der tatsächliche Anteil könnte noch etwas höher liegen. Gut die Hälfte der neuen Staatsbürger stammt demnach aus dem islamischen Kulturkreis.An dieser Stelle wird es politisch interessant. Denn ein deutscher Pass bedeutet vor allem eines: das Recht, an Landtags-, Bundestags- und Europawahlen teilzunehmen

Das Meinungsforschungsinstitut Insa hat kürzlich das Wahlverhalten muslimischer Wähler untersucht. Das Ergebnis ist eindeutig: Dürften nur Muslime wählen, käme die SPD auf 26 Prozent, die Linke auf 23 Prozent. Zusammen hätte Rot-Rot damit eine parlamentarische Mehrheit.Die Union landet bei 22 Prozent, die AfD bei elf, die Grünen bei acht, das BSW bei sieben. Zum Vergleich: In der allgemeinen Sonntagsfrage kommt die SPD auf zwölf Prozent, die Linke auf elf. Bei muslimischen Wählern schneiden beide Parteien also weit überdurchschnittlich ab.Der Zusammenhang liegt nahe: Wer sich für erleichterte Zuwanderung und einen Ausbau des Sozialstaats einsetzt, kann tendenziell bei dieser Wählergruppe punkten. Der Kommunikationswissenschaftler Norbert Bolz formuliert es auf der Plattform X so: „Die mächtigste Waffe der linken Parteien ist die Turboeinbürgerung.“Damit rückt der Kern der Entwicklung in den Blick: das reformierte Staatsbürgerschaftsrecht. Die Ampel-Regierung hatte die Hürden für die Einbürgerung deutlich gesenkt. Die reguläre Wartezeit bis zur Möglichkeit der Beantragung sank damit von acht auf fünf Jahre.

Zudem muss der bisherige Pass nicht mehr abgegeben werden: Mehrstaatigkeit ist generell erlaubt. Auch für in Deutschland geborene Kinder wurden die Regeln gelockert: Lebt ein Elternteil seit fünf Jahren in Deutschland, dann erhält das Kind automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit.Der Zugang zur Staatsbürgerschaft wurde in den Jahren nach der Flüchtlingskrise ab 2015 also spürbar erleichtert. Dass durch diese Öffnung besonders viele Menschen aus muslimisch geprägten Ländern eingebürgert wurden – und damit tendenziell rot-rote Stimmen hinzukamen –, kann mittlerweile als einer der zentralen Effekte der Reform verstanden werden.Dass sich hier etwas verschiebt, zeigt der Blick auf die längerfristige Entwicklung. 2010 lebten nach Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) schätzungsweise 4,1 bis 4,3 Millionen Muslime in Deutschland – rund fünf Prozent der Bevölkerung. 2025 sind es laut Bamf-Hochrechnung bereits 6,6 bis 7,0 Millionen – etwa acht bis achteinhalb Prozent.Binnen fünfzehn Jahren entspricht das einer Zunahme von rund 60 Prozent.An der Einbürgerungspraxis wird sich absehbar nichts verändern.

Aus dem CSU-geführten Bundesinnenministerium hieß es auf Anfrage, man orientiere sich am Koalitionsvertrag: Die „Turboeinbürgerung“ nach drei Jahren – unter Vorweisung besonderer Qualifikationen – wurde zwar abgeschafft, an der grundsätzlichen Reform des Staatsbürgerschaftsrechts werde aber festgehalten – umgesetzt mit der Gesetzesnovelle von Union und SPD vom 30. Oktober 2025.

Wie viele der Rekord-Einbürgerungen 2025 auf die verkürzten Wartezeiten zurückgehen, lässt sich aus der Statistik nicht ableiten.Eine Anfrage dieser Zeitung beim Auswärtigen Amt bezog sich auf die Lage in Syrien, dem größten Herkunftsland der neuen Staatsbürger. Die Antwort: Nach dem Fall des Assad-Regimes habe sich die Sicherheitslage „stark verbessert“, bleibe aber „volatil“.

Wer zurückkehren wolle, müsse selbst prüfen, ob die Voraussetzungen vorliegen – eine „individuelle Entscheidung“. Ein Rückkehrdruck ergibt sich daraus nicht. Die meisten werden langfristig in Deutschland bleiben.

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