Artikel von Julia Graber/ Ausburger Allgemeine
Ist die Türkei Teil der EU? Das müssen Urlauber bei Ein- und Ausreise wissen
Für die Einreise in die Türkei akzeptieren die Behörden verschiedene deutsche Ausweisdokumente. Was Türkei-Urlauber zudem beachten sollten.
Ob Antalya, Alanya oder Istanbul: Die Türkei bietet eine enorme Vielfalt für den Urlaub. Das Land kann mit traumhaften Stränden, beeindruckenden Berglandschaften oder malerischen Dörfern bei vielen Touristen punkten. Allerdings sollten Türkei-Urlauber stets die Nachrichten verfolgen und sich über die aktuelle Sicherheitslage informieren.
Vor dem Urlaubsantritt fragen sich viele Reisende zudem: Ist die Türkei eigentlich ein Mitglied in der EU? Und welche Dokumente benötige ich für die Einreise? Die Antworten erfahren Sie in diesem Artikel.
Die Europäische Union (EU) hat 27 Mitgliedstaaten. Die Türkei zählt nicht dazu, ist unter den aktuellen neun Beitrittskandidaten aber das Land, das sich am längsten um die EU-Mitgliedschaft bemüht, informiert die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (lpb). Denn schon 1987 beantragte die Türkei den Beitritt zur damaligen Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Auf einer Tagung in Helsinki im Dezember 1999 gewährte der Europäische Rat dann der Türkei den Status eines EU-Beitrittskandidaten, informiert der Europäische Rat.
Die EU und die Türkei haben demnach bereits 1963 ein Assoziierungsabkommen geschlossen, um die wirtschaftliche Zusammenarbeit und die Handelsbeziehungen zu vertiefen. Die Zollunion EU-Türkei besteht seit 1995. Im Oktober 2005 wurden dann auch die Verhandlungen der EU-Mitgliedschaft offiziell aufgenommen. Doch diese haben aufgrund der unbefriedigenden Situation von Rechtsstaatlichkeit und anhaltenden Menschenrechtsverletzungen in der Türkei einen Stillstand erreicht und sind seit einigen Jahren eingefroren. Hinzu kommt die Zypernproblematik, denn die Türkei erkennt das Land nicht als eigenständig an und missachtet seine Souveränität, so die lpb.
Nach der türkischen Zustimmung zum NATO-Beitritt Finnlands und Schwedens im Jahr 2023 stellten sich die Weichen zwar erneut in Richtung EU-Annäherung. Der Beitritt zum Staatenverbund ist aktuell aber noch immer in weiter Ferne, denn aufgrund der genannten Konfliktpunkte gilt es laut der lpb als unwahrscheinlich, dass die Türkei ein vollwertiges EU-Mitglied wird.
Neben Anreise, Hotelbuchungen und Co. sollten Urlauberinnen und Urlauber auch ihre Einreise gut planen. Laut dem Auswärtigen Amt (AA) können Deutsche mit diesen Dokumenten einreisen:
- Reisepass
- Vorläufiger Reisepass
- Personalausweis
- Vorläufiger Personalausweis (wird aber nicht empfohlen)
- Kinderreisepass
Bei der Einreise mit dem vorläufigen Personalausweis hat es in der Vergangenheit Probleme gegeben, sodass die Einreise damit laut AA nicht empfohlen wird. Wer bis zu 90 Tage in einem Zeitraum von 180 Tagen in der Türkei bleibt, benötigt kein Visum.
Das AA weist darauf hin, dass gerade im Grenzgebiet zwischen der Türkei und Syrien das Fotografieren strengstens verboten ist. Auch Anlagen, die der militärischen Sicherheit dienen, sollten nicht als Fotomotive verwendet werden. Dies schließt vermeintlich harmlose Landschaftsaufnahmen ebenfalls mit ein. Laut dem Reisemagazin Condé Nast Traveller sollten auch Flughäfen und einige Regierungsgebäude nicht abgelichtet werden. Bei Verstößen können hohe Geldstrafen oder sogar Festnahmen drohen.
Zudem empfiehlt es sich, Verhalten und Kleidung außerhalb von touristischen Badestränden anzupassen. Besonders zur Zeit des Ramadan kann es laut AA vorkommen, das es außerhalb von touristischen Gebieten nicht geduldet ist, tagsüber zu essen, zu trinken oder zu rauchen.
Ist man in der EU unterwegs, werden medizinische Leistungen über die Europäische Krankenversicherungskarte EHIC abgewickelt. Ausnahmen gibt es für Reisen nach Bosnien-Herzegowina, in die Türkei oder nach Tunesien, informiert die AOK. Für diese Reiseziele benötigen Urlauberinnen und Urlauber einen Auslandskrankenschein, den man bei der jeweiligen Krankenkasse bestellen kann. Dennoch haben Reisende nach türkischem Recht einen Anspruch auf sofort notwendige Sachleistungen wie eine Behandlung im Krankenhaus, informiert der GKV-Spitzenverband. Zudem sollten Reisende prüfen, ob eine Auslandsreise-Krankenversicherung sinnvoll ist.
Da die Türkei nicht zur Europäischen Union gehört, gelten dort auch die EU-Roamingregelungen nicht. Wer in der Türkei unterwegs ist, von dort aus telefoniert und seinen deutschen Tarif nutzt, kann später von höheren Kosten überrascht werden, informiert die Bundesnetzagentur. Zwar müssen Mobiltelefonbesitzer über die Tarife bei der Einreise informiert werden. Es kann sich aber lohnen, vorab ein spezielles Reisepaket zu buchen.
Die Türkei ist bereits seit Längerem von einer hohen Inflationsrate betroffen. Die schwache türkische Lira war bisher immer ein Vorteil für Urlauber, der sich nun aber zum Nachteil entwickeln könnte, denn Hotels und Restaurants haben ihre Preise deutlich angezogen. Um Geld zu sparen, sollte man laut dem Portal Urlaubstracker wenn möglich immer mit türkischer Lira zahlen – egal, ob mit Karte oder Bargeld. Viele beliebte Urlaubsorte bieten Waren und Dienstleistungen zwar auch in Euro an, summieren dann aber o