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Stade: Schwiegermutter von SPD-Politiker fuhr Fluchtwagen

von Fremdeninfo 4 Juli 2026
von Fremdeninfo 4 Juli 2026
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Quellenangabe: HAZ/Dirk Fisser marco Seng  und Elisabeth Woldt
Niedersachsens Migrationsbeauftragter Deniz Kurku informiert über familiäre Verbindung – die Partei stellt sich hinter ihn.

Niedersachsens Migrationsbeauftragter Deniz Kurku (SPD) ist mit der Fluchtwagenfahrerin von Stade familiär verbunden. Über einen Anwalt teilte er der HAZ mit: „Bei der in der Berichterstattung erwähnten ‚Patentante‘ des betroffenen Kindes handelt es sich um meine Schwiegermutter. Unmittelbar nachdem ich aufgrund von Medienberichten von der Betroffenheit meiner Schwiegermutter Kenntnis erhalten hatte, habe ich dieses den Ermittlungsbehörden und weiteren Stellen in meinem beruflichen Umfeld mitgeteilt.“

Seine Schwiegermutter soll das Fahrzeug gefahren haben, mit dem der mutmaßliche Schütze vom Tatort in Stade floh. Erst durch Schüsse der Polizei konnte der Mercedes zum Stehen gebracht werden.

Zuvor soll der Tatverdächtige in einer Mutter-Kind-Einrichtung mit einer Waffe geschossen haben, sechs Menschen starben. Hintergrund könnte ein Streit um das Sorgerecht seines Kindes sein. Es war aufgrund auffälliger Verletzungen in Obhut genommen und gemeinsam mit der Mutter in der Einrichtung untergebracht worden. Der Vater war zu einem Termin mit Jugendamtsvertretern nach Stade angereist.

Dabei soll ihn die Schwiegermutter des SPD-Politikers begleitet haben. Sie hatte Tage zuvor mehrseitige Schreiben verschickt, unter anderem auch an die HAZ. Darin erklärte sie, die Patentante des Kindes zu sein, und schilderte die Vorgänge aus ihrer Sicht, die zur Inobhutnahme des Babys geführt hatten.

Der Tatverdächtige, ein 45-Jähriger mit türkischer Staatsangehörigkeit, sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft. Eine Mordkommission ermittelt. Gegen die Fahrerin wurde kein entsprechender Antrag gestellt, sie wurde aus dem Gewahrsam entlassen. Ob sie auf der Fluchtfahrt von dem Tatverdächtigen bedroht wurde, soll Gegenstand der Ermittlungen sein.

Kurku teilte mit: „Meine Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen, den ihnen nahestehenden Personen und all jenen, die diese schreckliche Tat miterleben mussten. Ihnen allen gilt meine tief empfundene Anteilnahme.“ Auf Anfrage erklärte sein Anwalt Christian Mensching: „Weder kennt Herr Kurku den Tatverdächtigen noch war er in die Sorgerechtsstreitigkeiten, die der Tat vorausgegangen sein sollen, involviert.“ Parteigenossen stellten sich hinter den SPD-Politiker. Parteichef und Ministerpräsident Olaf Lies erklärte: „Wir wünschen Deniz Kurku und seiner Familie in dieser schwierigen Zeit viel Kraft.“

SPD-Fraktionschef Stefan Politze teilte mit: „Deniz Kurku steht in keinem Zusammenhang mit dieser Tat. Er hat deutlich gemacht, dass er keinerlei Kenntnis davon hatte.“ Er habe familiäre Verbindungen transparent offengelegt. Politize warnte vor einer Sippenhaft: Kurku sei nicht für das Handeln Dritter verantwortlich zu machen. Er sei ein hoch angesehener Politiker. Politze weiter: „Die SPD-Landtagsfraktion steht klar und uneingeschränkt an der Seite von Deniz Kurku.“

Anders reagierte die AfD im Landtag. Deren innenpolitischer Sprecher Stefan Bothe forderte Kurkus Rücktritt als Migrationsbeauftragter und Mitglied des Innenausschusses im Landtag. Bothe: „Ein echter Ehrenmann würde jetzt seinen Hut nehmen. Das hat nichts mit Sippenhaft zu tun, aber alles mit Glaubwürdigkeit.“

 

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