DER KAPITALISMUS LEBT VOM KRIEG

von Cumali Yağmur


Von: Celal Işık

Zwischen Massenproduktion und Massenkonsum hat sich die Welt in einen gigantischen Markt verwandelt. Alles auf der Welt wurde in rasantem Tempo zur Ware. Es fand eine exzessive Ausbeutung der Natur und der menschlichen Arbeit statt.

Der Mensch verwandelte sich in ein „Konsuminsekt“, das sich selbst und der Natur entfremdet ist. Er wurde zu der einzigen Spezies, zum einzigen Lebewesen, das das Gleichgewicht der Natur stört und zum Feind der Natur sowie seiner selbst wurde – zu einem unbefriedigten, kranken Wesen, dessen Verstand und Herz durch den Industrialismus verzerrt wurden.

Dieser kranke, anthropozentrische Modernismus und die industrielle Zivilisation erleben heute vielleicht ihre tiefste und letzte Krise. Keine Ideologie der industriellen Zivilisation verspricht heute mehr Hoffnung für die Zukunft. Ideologien wie der Realsozialismus, der Kapitalismus, der Liberalismus, der Nationalismus usw. wirken heute wie unterschiedliche Versionen derselben industriellen Zivilisation, die die Welt und alle Lebenshabitate auf der Erde bedroht. All diese Ideologien gleichen heute den verschiedenen Zweigen eines verdorrenden Baumes. Oder sie unterscheiden sich voneinander lediglich wie die Konfessionen des Christentums, etwa Katholizismus und Protestantismus.

Die Grundideologie dieses Systems ist der kapitalistische Industrialismus, der nach „mehr Produktion, mehr Konsum“ verlangt. Die gigantische Massenproduktionsweise, die das Wirtschaftswachstum stimuliert, um den Bedürfnissen des exzessiv gepushten Massenkonsums gerecht zu werden, sorgt einerseits für die extreme Ausbeutung der Natur und stört das ökologische Gleichgewicht, während sie andererseits den Verstand und das Herz des Menschen verzerrt hat.

Ist es möglich, dass egoistische Massen, deren Herzen gegenüber dem Leid anderer Lebewesen und Menschen taub geworden sind, die den Geist der Solidarität verloren haben und sich selbst sowie der Natur entfremdet sind, die Fähigkeit, den Willen und das Handeln entwickeln, um das System (die Realität), das sie in diesen Zustand versetzt hat, zu verändern?
Nein.

Mehr noch: Diese Masse ist durch ihre bloße Existenz ein treuer Kunde dieser Konsumwelt und eine Quelle, die das System nährt und ihm Lebenskraft verleiht. Dieses System gleicht einem riesigen Krankenhaus, das an Menschen verdient, deren geistige und körperliche Gesundheit sich rapide verschlechtert. Kann eine Institution, die darauf angewiesen ist, dass viele Menschen krank werden und zu ihr kommen, um Profit zu machen, eine Rettung für Menschen mit zerrütteter Gesundheit (Patienten) sein?

Oder möchte die Pharmaindustrie auf dem Medikamentenmarkt wirklich, dass die kranken Menschen – ihre Kunden – gesund werden? Ebenso wie die Rüstungsindustrie kein Ende der Kriege will, die den Verkauf ihrer Waffen ermöglichen, kümmert sich die industriekapitalistische Ordnung nicht um die Gesundheit der Menschen, die sie krank macht; im Gegenteil, deren Krankheit ist die Quelle ihres Profits. Genauso verhält es sich mit Kriegen: Ihre Fortführung tötet die armen Völker und die Werktätigen, während sie die Rüstungsindustrie (den Kapitalismus) am Leben erhält.

Die Lösung liegt darin, ein Mensch zu werden, der Subjekt einer globalen Revolution sein kann – kein Kunde des Kapitalismus, sondern sein Totengräber. Dieser neue Mensch muss darauf abzielen, anstelle der kapitalistischen Produktionsweise eine globale ökosozialistische Bewegung zu schaffen, die im Einklang mit der Natur steht, sich nach lebensnotwendigen Bedürfnissen richtet, nicht gewinnorientiert, sondern egalitär und freiheitlich ist. Er muss ein Bestandteil dieser globalen Bewegung sein und deren lokale Organisierung schaffen.

Die Alternative zum Kapitalismus ist ein Gesellschaftsmodell, in dem Privateigentum der Natur und dem Lebensstil widerspricht. Es ist ein ökologischer und libertärer Sozialismus. Ein Gesellschaftsmodell, in dessen Zentrum nicht der Markt steht, sondern eine Produktions- und Konsumplanung nach Bedarf sowie eine Produktionsweise und ein Verwaltungsmodell, in dem die Produzenten sich selbst direkt verwalten – dies ist das Modell, das sozialen Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit gewährleisten wird.

Dieses Modell basiert auf drei Grundprinzipien:

  1. Eine Produktion und Industrie im Einklang mit der Natur: Der Verzicht des Menschen auf eine Industrie, die die Natur ausbeutet und zerstört.

  2. Ein Zivilrecht, das die Gleichberechtigung und Vorrangstellung der Frau in allen Lebensbereichen garantiert.

  3. Die Überwindung aller bürokratischen Instanzen und Machtzentren: Ziel muss es sein, dass alle Machtstrukturen in der Gesellschaft durch die Entwicklung der direkten Selbstverwaltung des Volkes verkümmern.

Denn jede Macht und jeder Staat ist ein Unterdrückungsinstrument auf dem Rücken der Gesellschaft, eine Klasse von Parasiten und eine Last, die abgeworfen werden muss.

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