Von: Celal Isik / Istanbul
Der Krieg, in den der zionistische und faschistische Netanjahu die USA unter Trump hineingezogen und davon überzeugt hat, das iranische Regime zu stürzen, verlief nicht wie erwartet und geplant. Trotz großer Verluste an Menschenleben und Schäden an der Kriegsinfrastruktur hat der Iran die Wahrnehmung der USA und Israels zunichtegemacht, das Mullah-Regime innerhalb von drei bis vier Tagen erledigen zu können. Er hat beiden „Schurkenstaaten“ schwere Schäden und einen erheblichen Prestigeverlust zugefügt.
Trotz der hohen Verluste hat der Iran derzeit die psychologische und moralische Oberhand gewonnen. Dass der Iran die Straße von Hormus für „Freunde“ offen hält und für „Feinde“ schließt, hat die Ölpreise in die Höhe getrieben. Dies hat die mit den USA und Israel verbündeten Länder der Region sowie Europa durch eine globale Wirtschaftskrise an den Punkt gebracht, an dem ein baldiges Ende des Krieges gefordert wird.
Die Länder der Region und Europas, die erkannt haben, dass ein Sturz des iranischen Regimes ohne einen Bodenkrieg nicht möglich ist, empfinden Unbehagen bei der Feststellung, dass eine weitere Unterstützung der USA und Israels zur Verlängerung dieses Krieges ihnen keinen Nutzen bringt.
Es wurde deutlich, dass die Verlängerung des Krieges auch unter dem Aspekt der Rationalität der Kriegswirtschaft langfristig keinen Vorteil bietet. Dieser Krieg dient für Trump und Netanjahu nicht einmal mehr dazu, ihre eigene Macht durch eine Konsolidierung der heimischen öffentlichen Meinung abzusichern. Da die „Eisernen Kuppeln“ (Iron Dome), die die israelische Gesellschaft schützen sollten, von den ballistischen Raketen des Irans durchschlagen wurden und auf Tel Aviv sowie andere israelische Städte einschlugen, formiert sich im Inneren eine massive gesellschaftliche Opposition gegen Netanjahu und den von ihm begonnenen Krieg. In gewisser Weise hat dieser Krieg einen Zustand erreicht, der dem israelischen Volk am meisten schadet.
Andererseits haben die Pläne der USA und Israels, die darauf abzielten, Aufstände der vom Mullah-Regime seit Jahren unterdrückten oppositionellen Kreise zu provozieren, keine Unterstützung gefunden. Dass aufgrund dieses Krieges eine im Vergleich zum Iran größere Auswanderungswelle aus Israel eingesetzt hat, verdeutlicht das Unbehagen, das der Krieg in der israelischen Gesellschaft ausgelöst hat.
In einem Iran unter externem Angriff hat sich die interne Opposition gegen das Regime zurückgezogen und wartet in einer neutralen Position ab, während eine starke und zahlreichere Gruppe von Regimeanhängern gegen den Angriff des „äußeren Feindes“ in Alarmbereitschaft ist. Neben dem großen Hass des iranischen Volkes auf die USA und Israel gibt es eine jahrhundertealte theologische Politik und eine ideologische Hegemonie. Tatsache ist, dass eine starre Ideologie und ein unhinterfragbarer Glaube wie der an den „Erlöser Mahdi in der Endzeit“ tief in der iranischen Gesellschaft verwurzelt sind.
Der Hass auf die USA und Israel ist so groß, dass der Hass und die Gegnerschaft bestimmter gesellschaftlicher Schichten gegenüber dem Mullah-Regime heute leider in den Hintergrund getreten zu sein scheinen. Die Oppositionellen, die den Sturz des Regimes und die Gründung eines demokratischen Irans fordern, befinden sich heute gegenüber den Regimeanhängern in der Minderheit.
Wenn der Iran, der das Erbe einer großen Zivilisation und Geschichte antritt und eine multikulturelle sowie multinationale Struktur besitzt, heute nicht mit dieser archaischen „Mahdi-Ideologie“, sondern mit einem demokratischen, pluralistischen Verständnis neu aufgebaut werden könnte, wäre er die wohlhabendste, demokratischste und vorbildlichste Gesellschaft der Region. Denn während der Iran mit seinen Erdöl-, Erdgas- und Energieressourcen potenziell das reichste Land der Region sein könnte, bleibt er in den Händen einer falschen und dem eigenen Volk feindlich gesinnten mittelalterlichen Mentalität fanatisch gefangen.
Niemand außer den Völkern Irans sollte erwarten, dass eine andere Macht – einschließlich der USA und Israels – diesem Land Demokratie und Frieden bringt. Tatsächlich hat der Angriff der USA und Israels auf den Iran dem abgenutzten und maroden Mullah-Regime wie ein „Lebenselexier“ gedient und dessen Lebensdauer verlängert.
Es scheint, als würden sich die Übeltäter und Diktatoren in unserer Region und in der Welt gegenseitig nähren und unterstützen. In diesem Sinne ist der Krieg zwischen Israel, den USA und dem Iran kein Kampf zwischen Gut und Böse, sondern ein Krieg zwischen zwei Übeln.
Die Rettung der Völker des Nahen Ostens liegt nicht darin, in einem Krieg zwischen zwei Übeln Partei zu ergreifen, sondern darin, Teil des Kampfes für die Schaffung eines demokratischen, säkularen und freiheitlichen Irans, einer Türkei und eines Nahen Ostens zu sein, in dem die Völker brüderlich und in Frieden zusammenleben können.