• Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Fremdeninfo
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Fremdeninfo
Fremden Info
Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Startseite Archive

Trotz Ärztemangel in Deutschland: Türkische Ärzte müssen lange warten

von Cumali Yağmur 23 Mai 2024
von Cumali Yağmur 23 Mai 2024
438

Trotz Ärztemangel in Deutschland: Türkische Ärzte müssen lange warten

        Von: dpa

Tübingen: Ein Chirurg des Universitätsklinikums Tübingen operiert an der Frauenklinik. Ein Körperunterstützungssystem entlastet den Operateur bei langwierigen chirurgischen Eingriffen (Exorobot noac der Firma Hellstern). Foto: Bernd Weißbrod/dpa

 
In vielen Gemeinden und Kliniken fehlen Ärzte. Da trifft es sich gut, dass es Bewerber aus dem Ausland gibt. Doch für sie gibt es in Deutschland enorme Hürden zu überwinden.

Die Bewerberinnen und Bewerber kommen aus der Türkei, aus Syrien, der Ukraine und vielen anderen Ländern. Sie alle wollen als Ärztin oder Arzt in Deutschland arbeiten. Viele Kommunen und Krankenhäuser sind darüber froh. Regionaler Ärztemangel reißt längst Lücken in die Versorgung. Doch vor dem Einsatz der ausländischen Mediziner in deutschen Praxen, Versorgungszentren oder Kliniken stehen langwierige Verfahren. In den Behörden, die für Anerkennung und Arbeitserlaubnis zuständig sind, stauen sich derzeit viele Anträge – zum Ärger von Betroffenen. Werden am Ende die Patientinnen und Patienten deshalb schlechter versorgt? Was könnte helfen?

Arbeitsvertrag unterschrieben: Türkischer Bewerber kommt trotzdem nicht zum Zug

Ob im Südschwarzwald oder an der Mecklenburgischen Seenplatte, im Taunus oder in Thüringen: Ausländische Ärztinnen und Ärzte sind in vielen deutschen Städten begehrt. Im badischen Bad Säckingen zum Beispiel schien die Suche nach einem Nachfolger für die gynäkologische Praxis im örtlichen Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) schon erfolglos. Dabei wurde schon ein Arbeitsvertrag mit einem türkischen Bewerber geschlossen – doch die Zulassung ließ auf sich warten. Medizinischen Fachangestellten wurde bereits gekündigt. Nach bangen Wochen fand das MVZ laut „Badischer Zeitung“ doch noch einen Gynäkologen aus der Region. Unterdessen kämpft in Aalen auf der Ostalb ein Mediziner aus Venezuela seit Monaten um seine Anerkennung, um als Hausarzt zu arbeiten.

Im thüringischen Eisenach wartet eine Ukrainerin, die bereits seit 27 Jahren als Kinderärztin in ihrer Heimat gearbeitet hatte, auf die Anerkennung ihres Studienabschlusses. „Schade, dass es sehr, sehr lange dauert“, sagte sie dem MDR. Für sie blieb in der Kinderstation zunächst nur der Einsatz als Hospitantin. Im hessischen Bad Schwalbach wuchs unterdessen bei einem kolumbianischen Arzt die Wut: Einen Arbeitsvertrag bei einer Klinik hatte er schon – nur die beantragte Approbation ließ auf sich warten, und die zuständige Landesbehörde erreichte er erst gar nicht für Nachfragen, wie er gegenüber dem Hessischen Rundfunk erklärte.

Immer mehr ausländische Ärzte – Tendenz steigend

Dabei ist die Zahl ausländischen Ärztinnen und Ärzte vergangenes Jahr auf eine neue Höchstmarke gestiegen – auf knapp 64.000. Nach einer verlangsamten Zuwanderung während der Corona-Pandemie steigt ihr Zuzug wieder, wie die Vizepräsidentin der Bundesärztekammer, Ellen Lundershausen, sagt. „Die Einwanderung von ausländischen Ärztinnen und Ärzten wird sich voraussichtlich auch in den kommenden Jahren fortsetzen.“ Syrien lag bei den Herkunftsländern im Jahr 2023 vorn (6120 Ärztinnen und Ärzte), gefolgt von Rumänien (4668), Österreich (2993), Griechenland (2943), Russland (2941) und der Türkei (2628). „Seit rund eineinhalb Jahren erleben wir einen großen Anstieg aus der Türkei“, berichtet die Leiterin der Gutachtenstelle für Gesundheitsberufe, Carola Dörfler. Die verbreitete Unzufriedenheit mit der politischen und wirtschaftlichen Lage in dem Land könne der Grund sein. Seit rund einem Jahr steigen auch die Bewerberzahlen ukrainischer Kriegsflüchtlinge.

In Dörflers Einrichtung überprüfen unter anderem Ärzte und Therapeuten sowie Dokumentare und Dokumentarinnen im Auftrag der Bundesländer die eingereichten Abschlüsse und Dokumente auf ihre Gleichwertigkeit in Deutschland. In vielen Regionen wird auch einiges für den Zuzug ausländischer Ärzte getan. So gewann das Klinikum in Neubrandenburg mit einem Programm der Agentur für Arbeit elf Jung-Medizinerinnen und Mediziner aus Mexiko zur weiteren Qualifikation. Baden-Württemberg will die Verfahren per gebündelter Behörden-Anlaufstelle erleichtern, Bayern auch mit künstlicher Intelligenz.

Hürden für Bewerber stellen sich oft als Teufelskreis heraus

Doch statt Freude herrscht vielerorts Frust. „Der Anstieg der Bewerberzahlen aus der Türkei und der Ukraine hat zu einem Stau geführt“, räumt Gutachtenstellen-Leiterin Dörfler ein. „Die Personalausstattung der Behörden hinkt der Entwicklung hinterher.“ Die Dauer der Gleichwertigkeitsprüfung in ihrem Haus: ein halbes Jahr, acht Monate oder vereinzelt bis zu einem Jahr. Ärztekammer-Vizepräsidentin Lundershausen sagt: „Zweifelsohne besteht aufgrund des komplexen Anerkennungsverfahrens die Gefahr langer Wartezeiten oder Hängepartien.“ Häufig erschienen die Abläufe der verschiedenen Behörden widersprüchlich.

Von den praktischen Problemen kann Elitsa Seidel ein Lied singen. Mit ihrer Mainzer Agentur „inmed personal“ hilft sie Bewerberinnen und Bewerbern bei der Anerkennung. Seidel beklagt die unterschiedlichen Anforderungen in den Bundesländern – von der Form der Beglaubigung der Unterlagen bis hin zur Wartezeit auf die ebenfalls nötige Fachsprachprüfung. „Das dauert zwei Monate bis zu einem halben Jahr.“ Manche Bewerberinnen und Bewerber gerieten in einen Teufelskreis. „Die Kliniken brauchen Planungssicherheit und akzeptieren daher nur voll anerkannte Bewerber“, so Seidel. Viele Approbationsbehörden verlangten aber einen Einstellungsnachweis, bevor sie den Antrag überhaupt bearbeiten – vor allem, wenn die Ärzte noch keinen deutschen Wohnsitz haben.

Es könnte alles einfacher sein

„Oft erscheint alles ganz einfach: Eine Klinik oder ein MVZ will einen Arzt einstellen, der Arzt will eingestellt werden“, sagt Agentur-Chefin Seidel. Für die Bewerber entwickelt sich das Herbeischaffen aller Dokumente und der Vergleich mit den deutschen Anforderungen trotzdem nicht selten zum Drama. Seidel erläutert, es könne schnell zwei, drei Monate länger dauern, wenn der Anerkennungsbehörde ein Zeugnis fehlt. „Die Anerkennungsverfahren ziehen sich in die Länge, wenn die Unterlagen nicht vollständig vorliegen oder die Personalressourcen in den Behörden eine schnelle Prüfung nicht zulassen“, meint Lundershausen. „Oft liegt es auch nicht an den Behörden, etwa wenn Dokumente nachgereicht werden“, betont Dörfler.

Sie findet: Es könnte alles auch einfacher sein. Denn heute müssen Antragsteller ihre Dokumente auf jeden Fall erst auf Gleichwertigkeit in Deutschland prüfen lassen. Aber bei rund drei von vier Bewerbern reichen die Zeugnisse nicht. Sie müssen in eine persönliche Arztprüfung, die Kenntnisprüfung. Dörfler schlägt vor, dass die Betroffenen künftig vorher wählen dürfen, ob sie ihre Dokumente überprüfen lassen. Bei mangelnder Erfolgsaussicht sollten sie sich gleich auf die Kenntnisprüfung konzentrieren können. Dörfler wirbt für die Idee: „Es würde eine Menge Behördenarbeit einsparen.“

Forderungen und Kritik – ein Ausblick

Die Expertinnen sind sich einig: Die Zusammenarbeit der Behörden sei ausbaufähig, so Ärztekammer-Vize Lundershausen. Seidel: „Es wäre wichtig, bürokratische Hürden zu senken – im Gegensatz zu den sprachlichen und fachlichen Voraussetzungen, die einfach gegeben sein müssen.“ Doch sind die fachlichen Qualifikationen für den Einsatz an den Patienten auch immer gegeben? „Wir haben es mit einem sehr heterogenen Feld an Bewerbern und Bewerberinnen zu tun“, mahnt der Leiter des Instituts für Ausbildung und Studienangelegenheiten an der Medizin-Fakultät in Münster, Bernhard Marschall. „Dass jemand sehr versierte Erfahrungen mitbringt, ist sehr selten.“ Zum Schutz der Patientinnen und Patienten seien gründliche Anerkennungsverfahren unabdingbar.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) räumte auf dem Ärztetag im Mai ein, über Jahre seien auch aus Spargründen zu wenig Ärztinnen und Ärzte hierzulande ausgebildet worden. Stattdessen hole Deutschland immer mehr ausländische Mediziner ins Land. „Das ist nicht ethisch und kann so nicht weitergehen.“ Marschall weist auch auf eine anderes Ungleichgewicht hin: Wegen ungleichmäßiger Verteilung der insgesamt 428.000 Ärztinnen und Ärzte in Deutschland landeten die ausländischen Mediziner oft in strukturschwachen Regionen. Dort, wo die Arbeit und das Leben den hier ausgebildeten Ärzten weniger attraktiv erscheine – und Patientinnen und Patienten sich womöglich schon abgehängt fühlten

 

 
Teilen FacebookTwitterWhatsappEmail
Cumali Yağmur

vorheriger Beitrag
Pamuk-Ausstellung in München: Literaturnobelpreisträger zeigt sich von einer anderen Seit
nächster Beitrag
Geflüchtete: Mehr als drei Millionen Menschen suchten 2023 Schutz in Deutschland

Ähnliche Beiträge

Hinweise auf Anschläge zu Weihnachten: Türkei startet Großrazzia gegen IS

25 Dezember 2025

30 Jahre TGD: Ein Rückblick auf drei Jahrzehnte Engagement und der Blick nach...

4 Dezember 2025

Zahlreiche Organisationen  haben  in Hannover zu einer Demonstration aufgerufen

27 Oktober 2025

Merz stellt sich vehement hinter seine „Stadtbild“-Aussage – und sagt der AfD den...

20 Oktober 2025

Extremistenfest unterstützt? Kieler OB-Kandidat Samet Yilmaz verliert Posten beim Verfassungsschutz

15 Oktober 2025

Ist Deutschland ein Zuhause für alle, die hier leben?

13 Oktober 2025

Beliebte Artikel

  • Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025

    22 Juli 2025
  • Ermittlungen gegen Ex-SPD-Ratsfrau Iri: Was ist am Kronsberg wirklich passiert?

    28 April 2026
  • Appell für Gerechtigkeit: Frauen der AABF wehren sich gegen Willkür und Rechtsbrüche

    4 Dezember 2025
  • Journalist und Aktivist Hakan Tosun stirbt nach brutalem Angriff

    14 Oktober 2025
  • Der Löwenanteil -Para _Şêr

    19 August 2025

Unser Team

Cumali Yağmur

Verantwortliche Redaktor

Ayşe Eker

Ayşe Eker

Redaktorin

Erdoğan Sedef

Erdoğan Sedef

Redaktor

Rojin Erten

Rojin Erten

Redaktor

Can Taylan Tapar

Can Taylan Tapar

Redaktor

Halit Yaşar Demirbağ

Halit Yaşar Demirbağ

Redaktor

Kategorien

  • Allgemein
  • Archive
  • Impressum
  • Politik
  • Religion
  • Flüchtlinge
  • Kultur
  • Frauen
  • Jugend
  • Salafismus
  • Veranstaltungen
  • Information
  • Rassismus
  • Antisemitismus
  • Fremdenfeindlichkeiten
  • Bildung
  • Featured

Neueste Artikel

  • Willkürrecht in Hannover

    30 September 2026
  • 27. September 2026: Mitglieder äußern sich zur Polizeirazzia im kurdischen Verein

    29 September 2026
  • Linke zeigt deutschen Innenminister an

    29 September 2026
  • Wüst äußert sich nach ungewöhnlichem Treffen mit Erdogan – und dankt türkischen Migranten

    29 September 2026
  • Belit Onay gewinnt erneut die Oberbürgermeisterwahl in Hannover

    28 September 2026

Über uns

Die „Fremden“ Info-Zeitung ist eine in Niedersachsen ansässige Redaktion, die sich auf die rechtlichen, politischen und sozialen Angelegenheiten von Einwanderern und Flüchtlingen konzentriert. Wir beobachten und analysieren relevante Entwicklungen in der Region Hannover und vertreten die Interessen von Mitbürgern mit Migrations- und Fluchthintergrund bei Behörden, Verbänden und politischen Parteien.

Am 27. September 2026 führte die Polizei in Hannover eine Razzia im kurdischen Verein in der Kornstraße 17 durch.

28 September 2026

Neueste Artikel

27. September 2026: Mitglieder äußern sich zur Polizeirazzia im kurdischen Verein
29 September 2026
Linke zeigt deutschen Innenminister an
29 September 2026
Wüst äußert sich nach ungewöhnlichem Treffen mit Erdogan – und dankt türkischen Migranten
29 September 2026

Hervorgehoben

Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025
22 Juli 2025
Ermittlungen gegen Ex-SPD-Ratsfrau Iri: Was ist am Kronsberg wirklich passiert?
28 April 2026
Appell für Gerechtigkeit: Frauen der AABF wehren sich gegen Willkür und Rechtsbrüche
4 Dezember 2025
  • Startseite
  • Anmelden
  • Über uns
  • Kontakt
  • Datenschutzerklärung
  • Newsletter
  • Impressum
Fremdeninfo
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung