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Staatsangehörigkeitsrecht: Türkische Gemeinde in Deutschland kritisiert pessimistische Debatte und verspielte Chancen

von Fremdeninfo 28 Juni 2024
von Fremdeninfo 28 Juni 2024
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Staatsangehörigkeitsrecht: Türkische Gemeinde in Deutschland kritisiert pessimistische Debatte und verspielte Chancen

 

Nach jahrzehntelangen Bemühungen und intensiven letzten zwei Jahren, tritt das neue Staatsangehörigkeitsrecht endlich in Kraft“, sagt Gökay Sofuoğlu, Bundesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland e.V. „Das Gefühl vieler Bürger*innen, mehrere Heimaten und Zugehörigkeiten zu haben, manifestiert sich zukünftig endlich in Form von zwei Pässen. Gerade für die türkeistämmige Bevölkerung ist das ein Akt der Anerkennung ihrer Lebensrealität und auch der Wertschätzung ihrer Leistungen in der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft. Umso mehr trifft mich die erneute pessimistische Debatte, in der so getan wird, als gäbe es fortan irgendwas geschenkt für Menschen, die sich hier nicht anstrengen würden. Als würde die Gesellschaft nun etwas verlieren. Vielfalt ist die Zukunft Deutschlands. Das ist unabwendbar. Wir haben mit der Entwicklung einer Willkommenskultur so lange gewartet, dass wir heute kaum konkurrenzfähig sind, im Kampf um die Menschen die überall gebraucht werden. Es ist traurig, wie wenig Politiker*innen eine Idee zur Gestaltung dieser Zukunft in Vielfalt haben. Wir brauchen Politiker*innen, die optimistisch unsere Zukunft gestalten mit Vertrauen in die Menschen, die es richten sollen, ob sie nun schon hier sind oder erst zu uns kommen.“

Aslıhan Yeşilkaya-Yurtbay, Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland e.V., sagt: „Diese Art der Debatte gibt es nicht nur beim Staatsangehörigkeitsrecht, sondern auch beim Bundespartizipationsgesetz, das derzeit im Bundesinnenministerium vorbereitet wird. Es geht hier um eine Erhöhung des Anteils von Menschen mit Migrationsgeschichte in der öffentlichen Verwaltung. Wenn ein CDU-Politiker in diesem Zusammenhang von ‚Politik gegen die einheimische Bevölkerung’ spricht, dann ist das wahrlich entlarvend, wer hier als einheimisch begriffen wird und wer nicht. Immer wieder wird suggeriert, es ginge hier um Bevorzugung von Menschen mit Migrationsgeschichte. Das ist ein Märchen! Es geht um das Abstellen ihrer Benachteiligung genauso wie bei Frauen in Spitzenpositionen. Jede Frau weiß, was jetzt kommt. Es wird so getan, als solle nun die Frau den Job bekommen, weil sie eine Frau ist. Als hätten Frauen keine Qualifikationen! Als würden Männer ihre Spitzenpositionen vor allem wegen ihrer herausragenden Kompetenzen erlangen und nicht, weil Männer gerne Typen einstellen, die ihnen ähnlich sind. Diese Argumente kennen wir doch alle. Das ist nur allzu durchsichtig, der Versuch, die eigenen Privilegien zu sichern. Wenn es die Qualifikation zulässt, soll die gesellschaftliche Realität in unseren Ämtern und Behörden abgebildet werden. Das ist vernünftig, denn wenn die Gegenwart nicht am Tisch sitzt, werden keine guten Entscheidungen für die Zukunft getroffen. Das gilt übrigens auch für Ostdeutsche – vor allem in Spitzenpositionen. Es geht um Kompetenzen und um Lebensrealitäten, die prägend sind.“

—————-

Pressekontakt:

Kaan Bağcı

Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

presse@tgd.de <mailto:presse@tgd.de>

01520 686 2206

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Redaktioneller Fokus auf Recht, Politik und Soziales im Kontext von Migration. Wir beobachten Hintergründe und stärken die Position von Einwanderern und Geflüchteten.

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