PANISLAMISMUS (ÜMMETÇİLİK) IST NICHT DER ‚INTERNATIONALISMUS DES NAHEN OSTENS‘, SONDERN DER NAME DER MONARCHISCHEN REGIME, DIE TOM BARRACK DEN VÖLKERN DES NAHEN OSTENS ZUDENKT“

von Fremdeninfo

     Beitrag von Celal Işık

Die islamistische Sprache von Altan Tan ist eine Sprache, die alevitische Kurden und linke Kreise, die innerhalb der DEM-Partei oder der politischen Kurdenbewegung stehen oder diese unterstützen, spaltet und ausgrenzt.

Er stellt diese gesellschaftlichen Gruppen sogar als ein Hindernis dar, das „bereinigt“ werden müsse, damit die Verwirklichung der muslimischen kurdisch-türkischen Brüderschaft (der Umma) erfolgen kann.

Dass Altan Tan diese Worte gerade jetzt äußert, nachdem Öcalan sagte, dass auch Mehmet Metiner und Altan Tan Teil eines „neuen Einheitskonzepts“ sein sollten, erscheint zeitlich sehr vielsagend.

Während Öcalan behauptet, die „Umma sei der islamische Internationalismus des Nahen Ostens“, zeigen Altan Tans Versuche, die „Aleviten ohne Ali“ und die Sozialisten als problematisch im Verhältnis zur Umma und zum Islam darzustellen, dass sie demselben Paradigma wie die aktuelle Regierung folgen.

Genauer gesagt: Altan Tans Beschreibung der alevitischen Kurden und Linken als Personen, die im Konflikt mit Özal, Demirel, Erbakan, Menderes und heute der AKP stünden – betrachtet aus dem Paradigma des Nakschibendi-Ordens –, beweist seine Beharrlichkeit in der traditionellen Verteidigung einer panislamistischen rechten Linie statt der Demokratie.

Er stellt die Linke und die Aleviten als „Andere“ dar, die Probleme mit dem Islam hätten, und betrachtet die alevitischen kurdischen und linken Teilnehmer innerhalb der DEM-Partei als Unruhestifter („Eiterbeule“) und als Hindernis für die islamische kurdisch-türkische Brüderschaft.

Dies deckt sich eins zu eins mit den Ansichten von Tom Barrack, der sagte, für den Nahen Osten sei keine demokratische Ordnung nötig, sondern eine „barmherzige Monarchie“ reiche aus.

Es muss betont werden, dass Öcalans Hervorhebung der historischen Allianz zwischen Yavuz (Sultan Selim) und İdris-i Bitlisî die historischen Wunden und Schmerzen der alevitischen Kurden innerhalb der politischen Kurdenbewegung und der DEM-Partei aufreißen wird und der demokratischen sowie pluralistischen Einheit von Kurden jeglichen Glaubens widerspricht.

Wenn diese Betonung Öcalans nicht dazu dient, das Herz der Regierung zu erfreuen – die eine besondere Vorliebe für Yavuz hat –, dann besteht die Notwendigkeit, den kurdischen Aleviten gegenüber eine Erklärung abzugeben.

Andernfalls ist es zwar wichtig, dass Frieden herrscht, die Waffen niedergelegt werden und Öcalan sowie seine Mitstreiter durch bestimmte rechtliche Regelungen von den Bergen in die Städte kommen und zivile Politik machen – oder dass den Kurden bestimmte Rechte gewährt werden –, doch all dies bedeutet keine Garantie für die Sicherung einer Demokratischen Republik.

Ein Verständnis, das die pluralistische, multikulturelle und multireligiöse Struktur der Kurden ignoriert und den Minderheiten die Kultur und den Glauben der Mehrheit aufzwingt, kann keine Demokratisierung herbeiführen.

Eine Regierung, die auf der Vorherrschaft der sunnitisch-muslimischen Mehrheit über andere ethnische und religiöse Minderheiten basiert, ist nicht demokratisch, sondern allenfalls eine „mehrheitsbasierte Diktatur“ (Majoritarismus).

Es ist von größter Bedeutung, dass Öcalan und die DEM-Partei in diesen Tagen bestätigen, dass sie nicht-muslimische und nicht-sunnitische Kurden sowie andere Glaubensrichtungen und Ethnien aus der Perspektive gleichberechtigter Bürger betrachten.

Andernfalls werden jenen islamistischen, türkisch-nationalistischen, kurdisch-nationalistischen und sämtlichen lösungskritischen sowie demokratiefeindlichen Kreisen, die versuchen, die pluralistische Basis der DEM zu spalten und die Partei zu schwächen, Tür und Tor geöffnet.

Panislamismus (Ümmetçilik) ist nicht der Internationalismus der Völker des Nahen Ostens, sondern der Zusammenschluss von Islamisten.
Es ist der Name eines Regimes, das Tom Barrack für den Nahen Osten vorgesehen hat.

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