Rat für Koordination und Evaluation setzt 4 Unterausschüsse ein: Weg für Öcalans Beauftragung geebnet
In der ersten Sitzung des „Koordinationsrates für nationale Solidarität und Integration“ wurden vier Unterausschüsse eingerichtet. Es gilt als sicher – auch wenn es noch nicht offiziell bekannt gegeben wurde –, dass Abdullah Öcalan im „Unterausschuss für Entwaffnung und strategische Koordination“ beauftragt wird.
Zusammengefasst:
Der Koordinationsrat für nationale Solidarität und Integration trat am Montag unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten Cevdet Yılmaz zu seiner ersten Sitzung zusammen und beschloss die Gründung von vier Unterausschüssen. An dem Treffen nahmen Minister, der Chef des Geheimdienstes (MİT) und der Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrates (MGK) teil. Frühere Erklärungen von Pervin Buldan (Mitglied der İmralı-Delegation der DEM-Partei) sowie Informationen aus Regierungskreisen deuten darauf hin, dass Öcalan eine Rolle im Unterausschuss für Entwaffnung und strategische Koordination übernehmen soll. Das Gesetz Nr. 7595 ermöglicht eine „Beauftragung gegenüber der Organisation“. Im Prozess soll die Formel „Bestätigung, Feststellung, Verpflichtung“ (Türkisch: teyit, tespit, taahhüt) angewandt werden: Sicherheitsbehörden werden die Entwaffnung feststellen und bestätigen, während Öcalan die Verantwortung für die Umsetzung der Entwaffnung aufseiten der Organisation übernehmen soll. In AKP-Kreisen wird jedoch angemerkt, dass die Sichtbarkeit dieser Rolle in den Wahlbezirken Probleme bereiten könnte. Eine Mitgliedschaft Öcalans im Hauptrat steht nicht zur Debatte, und seine strafrechtlichen Verurteilungen bleiben weiterhin in Kraft.
Details der Sitzung und die Struktur
Der im Rahmen des Gesetzes Nr. 7595 zur „Stärkung der nationalen Solidarität und des gesellschaftlichen Zusammenhalts“ geschaffene Rat kam im Präsidialkomplex zusammen. An der rund dreieinhalbstündigen Sitzung nahmen unter anderem Justizminister Akın Gürlek, Außenminister Hakan Fidan, Innenminister Mustafa Çiftçi, Verteidigungsminister Yaşar Güler, MİT-Chef İbrahim Kalın und MGK-Generalsekretär Okay Memiş teil.
Folgende Unterausschüsse wurden beschlossen:
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Unterausschuss für justizielle und rechtliche Angelegenheiten
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Unterausschuss für Monitoring und Feststellung
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Unterausschuss für soziale Anpassung und Integration
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Unterausschuss für Entwaffnung und strategische Koordination
Obwohl Öcalans Name in der offiziellen Erklärung nicht fiel, deuten alle Signale darauf hin, dass er insbesondere im Entwaffnungsausschuss eine Rolle spielen wird.
Gesetzliche Grundlage: Beauftragung „innerhalb der Organisation“
Die Rechtsgrundlage für eine mögliche Einbindung Öcalans liegt in den weitreichenden Befugnissen, die das Gesetz Nr. 7595 dem Rat einräumt. Demnach kann der Rat „erforderliche Personen“ zu Sitzungen einladen und – was noch wichtiger ist – „Beauftragungen vornehmen, um den Fortschritt des Prozesses gegenüber der Organisation zu gewährleisten“.
Von der „Politisierung“ zur „Strategischen Koordination“
Pervin Buldan (DEM-Partei) hatte bereits vor der Sitzung angekündigt, dass Öcalan in einem der Unterausschüsse tätig sein werde. Während in der Öffentlichkeit zunächst der Begriff „Unterausschuss für Entwaffnung und Politisierung“ kursierte, wurde das Gremium nun offiziell „Unterausschuss für Entwaffnung und strategische Koordination“ genannt. Damit wurde der Begriff „Politisierung“ vermieden, während die Aufgabe der „strategischen Koordination“ klar definiert wurde.
Die „3T“-Formel der Entwaffnung
Das in Ankara diskutierte Modell für den Prozess wird als „3T“ (Teyit, Tespit, Taahhüt) bezeichnet:
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Feststellung (Tespit) und Bestätigung (Teyit): Die Sicherheitsorgane des Staates prüfen und bestätigen, ob die PKK/KCK ihre Waffen abgegeben hat. Ein entsprechender Beschluss des Nationalen Sicherheitsrates (MGK) im Amtsblatt gilt hierbei als rechtliche Schwelle.
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Verpflichtung (Taahhüt): Hier kommt Öcalans Rolle ins Spiel. Er soll im Unterausschuss als derjenige fungieren, der die Umsetzung der Entwaffnung aufseiten der Organisation garantiert und den Prozess vorantreibt.
Interne Diskussionen in der AKP
Berichten zufolge sorgt die Offenheit, mit der über Öcalans Rolle gesprochen wird, für Unbehagen innerhalb der regierenden AKP. Während die Notwendigkeit seiner Rolle für die Koordination der Entwaffnung (insbesondere außerhalb der türkischen Grenzen) intern anerkannt wird, befürchten Abgeordnete negative Reaktionen in ihren Wahlkreisen, falls diese Rolle zu „sichtbar“ wird.
Rechtlicher Status bleibt unverändert
Trotz der geplanten Beauftragung bleibt betont:
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Keine Ratsmitgliedschaft: Öcalan wird kein Mitglied des von Cevdet Yılmaz geleiteten Hauptrates sein. Die Mitglieder des Hauptrates sind gesetzlich festgeschrieben (Minister und Behördenleiter).
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Keine Amnestie: Die Begründung zum Gesetz Nr. 7595 stellt klar, dass diese Regelungen bestehende Urteile nicht aufheben, die rechtliche Natur von Straftaten nicht ändern und die strafrechtliche Verantwortlichkeit nicht beenden. Die rechtskräftigen Verurteilungen Öcalans behalten ihre volle Gültigkeit.