Mit einem Kandidaten, dessen Muttersprache Kurdisch ist, könnten wir uns eventuell nicht zusammenschließen.“

von Cumali Yağmur

Celal Işık / Istanbul

Ein Satz, der die Reaktion auf diese Erklärung des TİP-Vorsitzenden Erkan Baş widerspiegelt, lautet genau wie folgt:
„Als ihr mit den Stimmen der Kurden als Abgeordnete in die Große Nationalversammlung der Türkei (TBMM) eingezogen seid, habt ihr euch doch mit jenen zusammengeschlossen, deren Muttersprache Kurdisch ist.“

Ein weiterer Kommentar aus den sozialen Medien zu diesem Satz von Erkan Baş lautet:
„Während Erkan Baş und seine Partei gestern noch auf dem Rücken der Kurdischen Politischen Bewegung ins Parlament einzogen, setzen sie heute die Tradition fort, sich ins Parlament tragen zu lassen, indem sie Distanz zur DEM-Partei und der Kurdischen Politischen Bewegung wahren und der CHP zunicken.“

Diese zwei Stimmen geben im Grunde die beste Antwort auf die obigen Worte von Erkan Baş.
An diejenigen, die versuchen, diese Worte von Baş zu rechtfertigen, gibt es nur eines zu sagen:
Hört auf, „türkischen Suprematismus“ (Türk üstünlükçülüğü) zu betreiben, indem ihr euch hinter abgedroschenen Phrasen von Sozialismus, Gleichheit und Brüderlichkeit versteckt.
Wie können diejenigen, die nicht einmal in der Lage sind, die Identität eines Volkes gleichberechtigt anzuerkennen, behaupten, sie seien Sozialisten oder Verfechter der Gleichheit?
Darüber würden selbst die Krähen lachen.

Letztendlich gibt es keinen Grund, die Dinge zu verdrehen.
Sagt doch einfach: „Wir sind Atatürk-Nationalisten, wir sind den Gründungscodes dieser Republik treu.“
Wenn jemand die Muttersprache der Kurden nicht als gleichwertig mit der eigenen Muttersprache ansieht, ist die Rede von Sozialismus, Gleichheit und Brüderlichkeit bestenfalls ein geschmackloser Witz.


Anmerkung:
Die türkische Linke kann sich noch immer nicht aus dem Schatten des Kemalismus befreien.


Der TİP-Vorsitzende Erkan Baş sagte: „Die DEM-Partei möchte vielleicht mit einem Kandidaten antreten, dessen Muttersprache Kurdisch ist. Hier könnten wir uns eventuell nicht zusammenschließen.“

Diese Erklärung zeigt einmal mehr, dass viele Strukturen in der Türkei, die sich selbst als sozialistisch, linksorientiert oder revolutionär definieren, noch immer nicht aus dem Schatten des Kemalismus und des etatistischen (staatsgläubigen) Verständnisses herausgetreten sind.
In dieser Linie, die bis zur TİP reicht, weht ein durchdringender Geruch von „Ulusalcılık“ (nationalistischer Säkularismus). Dass Ahmet Şık zuvor die alevitische Identität von Kemal Kılıçdaroğlu als wahltaktischen Nachteil darstellte, war ein weiteres Spiegelbild desselben Verständnisses.

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