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Kein Zusammenhang zwischen Migration und Kriminalität – neue Studie widerspricht der Politik

von Cumali Yağmur 19 Februar 2025
von Cumali Yağmur 19 Februar 2025
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Kein Zusammenhang zwischen Migration und Kriminalität – neue Studie widerspricht der Politik

Artikel von Nils Thomas Hinsberger / Frankfurter Rundschau

 

Um die Sicherheit in Deutschland zu gewährleisten, wollen viele Parteien die Migration in Deutschland begrenzen. Eine Untersuchung zeigt effektivere Wege auf.

München – Der Wahlkampf zur Bundestagswahl dreht sich vor allem um die Frage, wie man die Migration in Deutschland begrenzen kann. Die CDU kündigte im Zusammenhang mit den Anschlägen in Mannheim, Magdeburg oder jüngst in München einen harten Migrationskurs an. „Angesichts dieser schockierenden Vorfälle fordert die CDU/CSU-Fraktion, dass endlich entschlossene Maßnahmen gegen illegale Migration und rechtswidrigen Aufenthalte umgesetzt werden“, teilte die Partei in einer Stellungnahme mit.

Aber lässt sich ein Zusammenhang zwischen Migration und Kriminalität herstellen? Eine Untersuchung des Münchner ifo Instituts widerspricht jetzt dieser Annahme. Dass Menschen mit Migrationshintergrund in der polizeilichen Kriminalstatistik häufiger auftauchen, sei durch „ortsspezifische Faktoren“ zu erklären. Es komme also auf den Wohnort an – und nicht auf einen Migrationshintergrund.

Migration und Kriminalität – Untersuchung deutet auf wesentliche Faktoren

Für die Untersuchung wurde die polizeiliche Kriminalstatistik nach Landkreisen in den Jahren 2018 bis 2023 ausgewertet. Zunächst hält die Studie fest, dass im Jahr 2023 auf 1.000 ausländische Einwohner 57 ausländische Tatverdächtige in der Kriminalstatistik geführt werden. Unter Deutschen seien es bei gleicher Einwohnerzahl dagegen nur 19 Verdächtige. Dies nähre natürlich die Sorge, dass Migration für eine steigende Kriminalität verantwortlich sein könne, schreiben die Autoren der Studie Jean-Victor Alipour und Joop Age Harm Adema.

Doch diese Zahlen alleine seien weder ein Beweis für einen Zusammenhang zwischen Migration und Kriminalität, noch für „steigende Kriminalität infolge von Zuwanderung“. Vielmehr sei dies dem Umstand geschuldet, dass sich Menschen mit Migrationshintergrund oft in „Ballungsräumen mit hoher Kriminalitätsdichte“ konzentrieren würden. Die Autoren weisen auch darauf hin, dass in Regionen mit einer erhöhten Ausländerkriminalität „im Schnitt auch eine höhere Kriminalität unter Deutschen aufweisen“.

„Migration hat keinen systematischen Einfluss auf die Kriminalität im Aufnahmeland“, heißt es in der Analyse des ifo Instituts. Nach Untersuchung der Statistiken sei kein „Zusammenhang zwischen einer Veränderung im Ausländeranteil und der lokalen Kriminalitätsrate“ nachweisbar.

Untersuchung zu Migration und Kriminalität – Politik will innere Sicherheit mit strenger Asylpolitik sichern

Die Studienautoren nehmen in ihrer Analyse auch Bezug auf Äußerungen deutscher Politiker, die eine Verbindung zwischen innerer Sicherheit und einer restriktiven Migrationspolitik herstellen würden. So forderte CSU-Chef Markus Söder auf der Winterklausur seiner Partei, man müsse „Migration begrenzen und damit die innere Sicherheit verbessern“. Die behauptet zudem auf ihrer Webseite: „Fakt ist: Die jüngsten Gewalttaten kamen durch Personen, die kein Asyl haben und das Land längst verlassen sollten. Die wiederkehrenden Wiederholungen der Gewalttaten zeigen den Handlungsdruck“.

Doch auch andere Parteien fordern ein konsequenteres Vorgehen gegen hohe Migrationszahlen. „Seit Wochen liegen weitere umfangreiche Gesetzesentwürfe für mehr Sicherheit und Steuerung der Migration auf dem Tisch“, schreibt die SPD unter Bundeskanzler Olaf Scholz in ihrem Beschluss des Parteivorstandes vom 27. Januar. Die von der Bundesregierung erlassenen Grenzkontrollen wolle die Partei „so lange fortführen, wie es die Sicherheitslage erfordert. Sie haben wesentlich dazu beigetragen, die Asylzahlen deutlich zu senken und irreguläre Zuwanderung zu verhindern“.

Kriminalität verhindern – Studie gibt konkrete Handlungsanweisungen für die Migration

Statt Migration als Reaktion auf Kriminalität einzuschränken, schlägt die Studie des ifo Instituts integrierende Maßnahmen für Menschen mit Migrationshintergrund vor. „Studien belegen, dass Integrationsmaßnahmen, insbesondere Sprachkurse, das Kriminalitätsrisiko von Geflüchteten reduzieren“, heißt es dazu. Auch ein erleichterter Zugang zur Staatsbürgerschaft, oder gezielte Unterstützung bei der Arbeitssuche seien ebenfalls sinnvoll.

Als weitere Maßnahme führt die Studie eine andere Verteilung Geflüchteter in Deutschland an. „Derzeit erfolgt diese in Deutschland vor allem auf Basis des Steueraufkommens und der Bevölkerungszahl“, heißt es dazu. Würde man sich stattdessen auf persönliche und lokale Faktoren konzentrieren, könne dies „die Beschäftigungschancen von Geflüchteten erheblich verbessern“ und so die Kriminalität unter Zugewanderten vorbeugen. Dies sei auch mit Blick auf den immer größer werdenden Fachkräftemangel ein sinnvolles Vorgehen. (nhi)

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Cumali Yağmur

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