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Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
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Flüchtlinge

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Allgemein

Ein neues Paradigma für Migranten: Keine nationale, sondern eine ganzheitliche Minderheit

von Cumali Yağmur 2 Dezember 2025
von Cumali Yağmur

Von: Cumali Yağmur

In meinem heutigen Artikel möchte ich eine Diskussion darüber eröffnen, dass Migranten mit einem neuen Verständnis eine „einheitliche Migrantenminderheit“ bilden sollten. Lassen Sie uns dies ausführlich erörtern, ohne die Debatte zu ersticken, und jeden neuen Gedanken theoretisieren, der zum Wohle der Migranten ist.

Diese Situation bringt eine neue Diskussion darüber mit sich, ob Migranten als Minderheit definiert werden können oder nicht.

  • Definition von „Minderheiten“:Sie bestehen aus ethnischen Gruppen, die im Vergleich zur übrigen Bevölkerung zahlenmäßig gering sind und ihre eigene Identität bewahren wollen.
  • Dagegen Migranten:Dies sind Personen, die in ein anderes Land ziehen, um dort zu leben. In Deutschland wird ein Migrationshintergrund so definiert, dass die Person selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsbürgerschaft geboren wurde.
  • Minderheiten erleben häufig systematische Benachteiligungen und besitzen ein kollektives Bewusstsein der Ausgrenzung (Marginalisierung). Auch wenn Migranten oft als Teil der Gesellschaft integriert sind, können auch sie ständiger Diskriminierung und rassistischen Angriffen ausgesetzt sein.

In Deutschland leben heute 25 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund/Minderheiten. Da in vielen europäischen Nationen ethnische, religiöse und sprachliche Unterschiede offiziell als Minderheit anerkannt sind, gilt es als sicher, dass auch die Anerkennung von Migranten als Minderheit positive Auswirkungen auf das Land haben wird.

Heute sind Sprache, Religion und Traditionen von Menschen gleicher Herkunft in Europa rückläufig. Migranten müssen nach dieser Phase eine neue Geschichte schreiben und eine einzelne, einheitliche Minderheit bilden.

In Europa lebende Migranten sollten es sich zur Aufgabe machen, im Laufe der Zeit einen einheitlichen Minderheitenstatus zu schaffen. Migranten aller Nationen werden keinen Erfolg haben, wenn sie versuchen, sich kulturell als jeweils separate Minderheiten in den europäischen Gesellschaften etablieren zu wollen. Es ist daher sicher, dass sich die einzelnen Migrantenminderheiten mit ihren eigenen melodramatischen, provinziellen und folkloristischen kulturellen Eigenschaften nicht in die europäischen Kulturen integrieren können bzw. dort keine Akzeptanz finden werden.

Im halben Jahrhundert der Migration sind diese provinziellen, melodramatischen und folkloristischen Kulturen bei den neuen Generationen verblasst. Nationale Kulturen fanden in europäischen Gesellschaften ebenfalls keine Akzeptanz. Jede Nation muss verstanden haben, dass sie mit ihrer eigenen nationalen Kultur in europäischen Gesellschaften nicht akzeptiert wird.

Im aktuellen Prozess sehen sich die 4. und 5. Generationen der Migranten zwar als Teil der europäischen Kultur, in der sie leben, doch die europäischen Gesellschaften akzeptieren sie immer noch nicht vollständig. Selbst die Tatsache, dass das Aussehen und die Namen der Migranten anders sind und aus anderen Kulturen stammen, führt dazu, dass sie keine Akzeptanz finden.

Auch wenn sie für eine Stelle qualifiziert sind, erhalten sie den Job aufgrund ihres Namens oft nicht, wenn sie Bewerbungen an Unternehmen senden. Selbst wenn in einigen Bundesländern anonymisierte Bewerbungen empfohlen werden, werden sie bei Arbeitsantritt oft nicht gut aufgenommen, wenn ihr Erscheinungsbild „fremd“ wirkt. Ähnliche Phänomene ließen sich zahlreich aufzählen.

In den letzten Jahren hat durch Kriege in den Herkunftsländern, politischen und religiösen Druck sowie das „Kleinerwerden“ der Welt eine große Asylmigration begonnen. Auch Migranten, die über das Asylrecht nach Europa kamen, versuchten wie zu Beginn, sich in die Gesellschaften zu integrieren, in denen sie leben. Obwohl Migranten bereits in der vierten und fünften Generation leben, konnten sie keinen neuen, ganzheitlichen „Migrantenminderheitenstatus“ schaffen.

Menschen mit Migrationshintergrund haben in jedem Berufsfeld erfolgreiche Positionen erreicht und sehr hohe Ämter bekleidet. Obwohl Migranten aller Nationen in politischen Parteien in hohen Funktionen Politik betreiben, konnte kein ganzheitlicher Migrantenminderheitenstatus geschaffen werden. Migranten müssen sich darüber bewusst geworden sein, dass ihre eigenen nationalen Kulturen einzeln in den europäischen Ländern keine Akzeptanz finden werden.

Migranten kämpfen immer noch um Akzeptanz und Anpassung. In diesem Kampf werden sie keinen Erfolg haben, denn es ist sicher, dass die europäischen Länder, in denen sie leben, sie mit ihren nationalen Kulturen nicht akzeptieren werden. Im aktuellen Prozess wäre es richtiger, den Kampf nicht über den Gedanken der Nation zu führen, sondern über eine neue „Kultur der Migrantenminderheit“ in den jeweiligen europäischen Ländern.

Heutzutage ist Verständnis erforderlich, um eine neue „Ein-Nationen-Migration“, ein „einheitliches Migrationsverständnis“ und eine „Migrantenminderheit“ zu schaffen. Der Wunsch nach freiwilligem kulturellen Austausch findet ebenfalls keine Akzeptanz; die Migrantenkultur wird von der dominanten Nationalkultur immer noch herabgewürdigt und abgelehnt. Alle Migranten müssen akzeptieren, dass sie – ausgehend vom Minderheitenbegriff – eine neue und einzige „Migrantenminderheit“ sind. Daher müssen sie die Situation neu bewerten, die aktuellen Bedingungen analysieren und konkrete Schritte unternehmen.

Dies sollte im Laufe der Zeit dazu führen, dass unter den Migranten der neuen Generation mit einem einheitlichen Status gehandelt wird und eine Migrantenbewegung in Europa entsteht. Sie müssen mit dem Verständnis einer Neuorganisation in allen Einheiten der Gesellschaft handeln und die neue Situation, in der sie sich befinden, gut analysieren. In Kindergärten und im Bildungswesen muss unter Berücksichtigung der Multinationalität der Gesellschaft eine Neuorganisation stattfinden.

Bisherige Integrationsprojekte für die Migrantenminderheit waren nicht vollends erfolgreich. Das bestehende deutsche Bildungssystem konnte die Bedürfnisse der Migrantenkinder nicht erfüllen und war nicht erfolgreich. Jedes Konzept wurde ausprobiert, jeder geführte Kampf brachte keinen Erfolg, und es entstanden Parallelgesellschaften.

In der Vergangenheit wurde versucht, durch zahlreiche Islamkonferenzen eine neue religiöse Minderheit zu schaffen, was ebenfalls scheiterte.

Mit einer neuen Verfassung sollte das Minderheitenproblem auch rechtlich diskutiert werden, und man sollte mit einem neuen Verständnis aufbrechen. Unter Einbeziehung der positiven Aspekte der Vergangenheit und neuer Schritte muss mit diesem neuen Verständnis eine Neuorganisation in der Migrantengesellschaft erreicht und Schritte nach vorne gemacht werden.

2 Dezember 2025 0 Kommentare
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cumhuriyet halk partisi
Politik

Was sieht das neue Parteiprogramm der CHP vor?

von Can Taylan Tapar 1 Dezember 2025
von Can Taylan Tapar

von Mehmet Tanlı, Köln

Wandel im Parteiprogramm: Die Kernpunkte

Die im neuen Programm verankerten und nach fast zwei Jahrzehnten aktualisierten Versprechen lauten wie folgt:

  • Gewerkschaftsrecht für die Polizei: Polizeibeamten wird das Recht auf gewerkschaftliche Organisierung gewährt.

  • Ende der „Staatsbürgerschaft gegen Immobilie“: Die Praxis, die türkische Staatsbürgerschaft als Gegenleistung für den Erwerb von Immobilien zu vergeben, wird abgeschafft.

  • Umstrukturierung der militärischen Führung: Die Kommandostäbe der Teilstreitkräfte werden wieder dem Generalstab unterstellt.

  • Anbindung der Kriegsakademien: Die Kriegsakademien werden wieder an die jeweiligen Teilstreitkräfte angegliedert.

  • Wiedereröffnung militärischer Gymnasien: Die geschlossenen Militärgymnasien werden wiedereröffnet.

  • Reaktivierung der Militärkrankenhäuser: Die Militärkrankenhäuser nehmen ihren Betrieb wieder auf.

  • Militär im Katastrophenschutz: Militärische Einheiten werden effektiv in den Katastrophenschutz und die Krisenbewältigung eingebunden.

  • Stärkung der heimischen Rüstungsindustrie: Projekte der nationalen Verteidigungsindustrie werden gefördert.

  • Steuerliche Entlastung für Privatpersonen: Bürgern wird das Recht eingeräumt, erhebliche Ausgaben von der Einkommensteuer abzusetzen.

  • Einschränkung des Einladungsverfahrens bei Ausschreibungen: Die Vergabe öffentlicher Aufträge per Einladungsverfahren wird auf absolute Notfälle beschränkt und an Sondergenehmigungen geknüpft.

  • Vorrang für lokale Produktion und Jugend: Bei öffentlichen Ausschreibungen werden heimische Produktion sowie Frauen- und Jungunternehmer bevorzugt behandelt.

  • Transparenz bei Lebensmittelkontrollen: Die Ergebnisse von Lebensmittelinspektionen werden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

  • Steuerbefreiung für Agrardiesel: Die Sonderverbrauchssteuer (ÖTV) und die Mehrwertsteuer (KDV) auf Diesel für landwirtschaftliche Zwecke werden abgeschafft.

  • Schutz der Wälder: Die Zweckentfremdung von Waldflächen für andere Nutzungen wird verboten.

  • Keine Projekte mit Nutzungsgarantie: Infrastrukturprojekte, die auf staatlichen Garantien für Nutzerzahlen (z.B. Mautgarantien) basieren, werden nicht mehr durchgeführt.

  • Freier Zugang zu Küsten: Die Meeresküsten werden der Öffentlichkeit uneingeschränkt zugänglich gemacht.

  • Urlaubsfonds für Geringverdiener: Es wird ein Fonds eingerichtet, um einkommensschwachen Bürgern Urlaubsreisen zu ermöglichen.

  • Schutz seltener Erden: Der Abbau und die Verarbeitung seltener Erden dürfen nicht an ausländische Unternehmen übertragen werden.

  • Abschaffung der dauerhaften Sommerzeit: Die Regelung der permanenten Sommerzeit wird aufgehoben.

  • Schutz des Arbeitslosenfonds: Mittel aus der Arbeitslosenversicherung werden nicht mehr an Arbeitgeber ausgezahlt.

  • Staatliche Kitas in jedem Viertel: In jedem Stadtteil werden staatliche Kindertagesstätten eingerichtet.

  • Einführung eines Grundeinkommens: Die Umsetzung eines grundlegenden Bürgereinkommens (Temel Vatandaşlık Geliri) wird gestartet.

  • Wiedereröffnung staatlicher Krankenhäuser: Zuvor geschlossene staatliche Krankenhäuser werden wiedereröffnet.

  • Verpflegung an Schulen: Schülern werden eine kostenlose Mahlzeit pro Tag sowie kostenloses Trinkwasser zur Verfügung gestellt.

  • Festangestelltes Schulpersonal: An Schulen werden Reinigungs-, Sicherheits- und Gesundheitspersonal fest angestellt.

  • Umstellung auf Ganztagsschulen: Das Schulsystem wird auf den Ganztagsbetrieb umgestellt.

  • Reaktivierung der Dorfschulen: Die Schulen in ländlichen Dörfern werden wiedereröffnet.

  • Abschaffung von Einschreibgebühren: Es werden keine Aufnahmegebühren an Schulen mehr erhoben.

  • Ende der Interviews bei Lehrerernennungen: Mündliche Auswahlverfahren (Interviews) bei der Einstellung von Lehrern werden abgeschafft.

  • Hochschulreform: Der Hochschulrat (YÖK) wird abgeschafft; Universitätsrektoren werden künftig gewählt.

  • Bedarfsgerechter Ausbau von Wohnheimen: Es werden so viele Studentenwohnheime gebaut, wie tatsächlich benötigt werden.

1 Dezember 2025 0 Kommentare
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Allgemein

Der AABF-Vorstand verletzt systematisch seine institutionelle Rechenschaftspflicht

von Fremdeninfo 1 Dezember 2025
von Fremdeninfo

 

Zwingende Erklärung an die Öffentlichkeit

Von:  Avrupa Demokrat

Als Zentraler Disziplinarausschuss der AABF sind wir aufgrund der gesetzlichen Verantwortung, die sich aus dem Status unserer Institution als „Körperschaft des öffentlichen Rechts“ (K.d.ö.R.) ergibt, verpflichtet, im Rahmen der Prinzipien von Transparenz, Rechenschaftspflicht, Kontrolle und finanzieller Disziplin zu handeln. Diese Notwendigkeit ist keine persönliche Entscheidung, sondern eine bindende Pflicht, die die deutsche Rechtsordnung der AABF auferlegt.

In diesem Sinne wurden unsere mehrfachen Anfragen nach Informationen und Belegen bezüglich der Ausgaben für die Erdbebenhilfe Türkei 2023 und die Madimak-Dokumentation vom AABF-Vorstand in keiner Weise beantwortet. Auch unsere letzte offizielle Anfrage vom 20.10.2025 teilte das Schicksal der vorherigen und wurde vom Vorstand unbeantwortet gelassen.

Dieses Bild stellt keine bloße Verzögerung dar, sondern bedeutet einen institutionellen Amtsmissbrauch, eine Vermeidung von Kontrollen und eine offene Verletzung gesetzlicher Verpflichtungen.

Diese Erklärung erfolgt mit dem Ziel, sowohl die Gesellschaft zu informieren als auch detailliert darzulegen, warum der Prozess auf die juristische Ebene verlagert wurde.

  1. Schwerwiegende Unregelmäßigkeiten bei den Erdbebenhilfen und das Zurückhalten von Belegen durch den Vorstand

Nach den Erdbeben vom 6. Februar 2023 wurden über die AABF spenden in Höhe von ca. 2,5 Millionen Euro gesammelt. Dieses Geld ist nicht nur eine Spende; es ist das Vertrauen der Öffentlichkeit, es ist eine „Hak lokması“ (heilige Gabe), es ist das Recht der Erdbebenopfer.

Die Berichte des AABF-Aufsichtsrats haben klar offengelegt, dass bei der Verwendung dieser Gelder schwerwiegende Unregelmäßigkeiten, nicht registrierte Transaktionen, Ausgaben ohne Belege und Versuche zur Behinderung der Prüfung vorliegen.

Die wichtigsten Feststellungen des Aufsichtsrats sind:

  1. Fehlen von Belegen beim Containerkauf
    • Für den Kauf wurden keine Verträge aufgesetzt.
    • Grundlegende Aufzeichnungen wie Lieferscheine, Übergabeprotokolle oder Seriennummern fehlen.
    • Die Lieferfirma ist ein Unternehmen, das zuvor noch nie Container produziert hat.
    • Die Käufe wurden über Verbindungen getätigt, die Verwandtschaftsverhältnisse beinhalten.
    • Es gibt ernsthafte logische und finanzielle Diskrepanzen zwischen Preisgestaltung und Lieferung.

Dieser Zustand stellt nach den deutschen Gesetzen für juristische Personen des öffentlichen Rechts einen direkten Verstoß gegen die Finanzdisziplin dar und begründet den Verdacht auf Korruption.

  1. Nicht-Dokumentation von Ausgaben und dunkle Punkte im Prozess
    • Es gibt keine Rechnungen, Verträge oder Versanddokumente für Transportvorgänge.
    • Es existieren keine offiziellen Aufzeichnungen darüber, wie viele Container wann und an wen geliefert wurden.
    • Zwischen den Ausgabeposten und den Bankbewegungen wurden dokumentarische Unstimmigkeiten festgestellt.

Solche Mängel sind Verstöße, die aufgrund des K.d.ö.R.-Status der AABF keinesfalls vorkommen dürften.

  1. Systematische Behinderung der Prüfung durch den Vorstand
    Indem der AABF-Vorstand die Anfragen des Aufsichtsrats nach Belegen und Informationen unbeantwortet ließ, hat er:
    • Die Prüfung faktisch gestoppt,
    • Den institutionellen Prozess blockiert,
    • Eine bewusste Haltung zur Vermeidung der Kontrolle eingenommen.

Auf die mehrfachen offiziellen Anträge des Zentralen Disziplinarausschusses wurde in gleicher Weise nicht reagiert. Dieser Ansatz ist eine offene Außerkraftsetzung der innerverbandlichen Demokratie und der gesetzlichen Kontrollmechanismen.

  1. Erhebliche Ungereimtheiten bei den Ausgaben für die Madimak-Dokumentation und nicht erklärte Geldtransfers

Der Prozess bezüglich der Gelder, die angeblich für die Madimak-Dokumentation – eines der sensibelsten Dossiers der alevitischen Gesellschaft – bereitgestellt wurden, verlief völlig im Dunkeln und ohne Belege.

Die grundlegenden Punkte, die vom Vorstand bis heute nicht erklärt und nicht belegt wurden, sind:

  1. Schockierende Diskrepanz bei den Ausgabensummen
    Die auf der Generalversammlung auf den Bildschirmen gezeigte Zahl: 496.000 €
    Die im Prüfungsbericht verzeichnete Zahl: 271.469 €
    Die Differenz: 224.531 €

Diese Differenz wurde nicht erklärt.
Für diese Differenz gibt es keine Belege.
Wohin diese Differenz geflossen ist, ist unbekannt.

  1. Es ist unklar, an welche Firmen wofür Geld gezahlt wurde
    • Mit welchen Firmen zusammengearbeitet wurde,
    • Wie viele Angebote eingeholt wurden,
    • Wie viel Zahlung für welche Dienstleistung geleistet wurde,
    • An wen die Zahlungen transferiert wurden,
    wurde nicht dokumentiert. Dies zeigt, dass sowohl die finanzielle Transparenz als auch die gesellschaftliche Verantwortung völlig missachtet wurden.
  2. Willkürlicher Umgang mit dem Dossier des gesellschaftlichen Gedächtnisses
    Dass die Gelder für ein so schwerwiegendes historisches Dossier wie Madimak:
    • ohne Belege,
    • ohne Kontrolle,
    • in dunklen Bereichen,
    • und ohne Erklärung durch die Verantwortlichen verwaltet werden,
    ist für das Ansehen der AABF inakzeptabel.

III. Behinderung satzungsgemäßer Prozesse und Aussetzung der demokratischen Funktionsweise

57 der AABF angeschlossene Alevitische Kulturzentren (AKM) haben eine außerordentliche Wahl-Generalversammlung gefordert, um die Unregelmäßigkeiten aufzuklären. Diese Forderung wurde vom Vorstand satzungs- und rechtswidrig nicht bearbeitet.

Auf der Generalversammlung in Frankfurt am 18. Oktober 2025 hingegen:
• Wurde das Rederecht der Delegierten systematisch behindert,
• Wurden die Prüfungsberichte nicht zur Diskussion gestellt,
• Wurden Delegierte, die Unregelmäßigkeiten ansprachen, zum Schweigen gebracht,
• Hat der Geistliche Rat (İnanç Kurulu) Mitglieder beleidigt, die eine Prüfung forderten.

Die Aussage des Bundesvorsitzenden Hüseyin Mat:
„Diese Sache ist erledigt, die 57 AKMs können hingehen, wo sie wollen“
ist ein klares Zeichen für die Abkehr vom Verantwortungsbewusstsein.
Diese Rhetorik ist nicht die eines Vorstandsmitglieds, sondern die Erklärung einer Person, die die Satzung der Institution und die öffentliche Verantwortung ablehnt.

  1. Gründe für die Beschreitung des Rechtsweges

Der AABF-Vorstand hat:
• Dokumente verheimlicht,
• Die Prüfung behindert,
• Auf offizielle Anfragen nicht geantwortet,
• Die Rechenschaftspflicht verletzt, die der K.d.ö.R.-Status auferlegt.

Aus diesem Grund wurde der Prozess vor Gericht gebracht.
Das Ziel ist keine Person, sondern es sind die fehlenden Dokumente, die undurchsichtigen Transaktionen und der Verbleib öffentlicher Gelder.

Die Verantwortung für die Erdbeben- und Dokumentationsfonds liegt größtenteils bei den Mitgliedern des 15. AABF-Bundesvorstands. In diesem Rahmen wurde von verantwortungsbewussten AABF-Delegierten Strafanzeige gegen die entsprechenden Personen erstattet.

Diese Strafanzeige richtet sich nicht gegen unsere AABF, sondern gegen Vorstandsmitglieder, die Unregelmäßigkeiten begangen haben, um unsere AABF von Verdächtigungen zu säubern. Die AABF ist unser Augapfel, unsere Ehre; sie zu schützen und zu bewahren, ist die Verantwortung, die uns obliegt.

  1. Dieser Prozess ist für die Wiederherstellung des institutionellen Ansehens zwingend erforderlich
  • Keine Struktur, die vor Kontrollen flieht, kann die alevitische Gesellschaft nicht vertreten.
    • Einvernehmen (Rızalık) ist nur durch Transparenz möglich.
    • Das Ansehen der Institution kann nicht geschützt werden, ohne Rechenschaft über öffentliche Gelder abzulegen.
    • Rechenschaft zu fordern ist keine Spaltung, sondern institutionelle Verantwortung.

Dieser Prozess dient der Verteidigung der Zukunft, des öffentlichen Ansehens und der rechtlichen Integrität der AABF.

Wir teilen den Text der Strafanzeige, die von verantwortungsbewussten AABF-Delegierten gegen die Mitglieder des 15. AABF-Bundesvorstands wegen Nichterfüllung der Rechenschaftspflicht erstattet wurde, als AABF-Disziplinarausschuss und als verantwortungsbewusste Delegierte unserer AABF der gesamten Öffentlichkeit respektvoll mit.

Zentraler Disziplinarausschuss der AABF

1 Dezember 2025 0 Kommentare
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Allgemein

Lotto-Millionär Chico kauft sich eine „Tatort“-Rolle – und hat jetzt nur einen Wunsch

von Fremdeninfo 1 Dezember 2025
von Fremdeninfo

 Artikel von teleschau / TS-Teleschau

Der Preis ist für einen Lotto-Millionär fast überschaubar – die Freude kaum zu beziffern: Kürsat „Chico“ Yildirim hat einen Komparsen-Job beim Dortmunder „Tatort“ ersteigert. Der Ex-Häftling sähe sich als Kleinkrimineller oder „großzügiger Porsche-Fahrer“ ideal besetzt.

Mit seinem Millionengewinn hat sich Lotto-Glückspilz Kürsat Yildirim schon manchen Traum erfüllt – vom Sportwagen-Fuhrpark bis zur Luxusuhren-Sammlung. Jetzt gönnte sich der unter seinem Spitznamen Chico besser bekannte Dortmunder etwas, das zwar deutlich günstiger als ein Lamborghini ist, aber nicht weniger exklusiv wirkt: Der 45-Jährige ersteigerte eine Komparsenrolle im „Tatort“ aus seiner Heimatstadt.

Wie „Bild“ berichtet, fand die Auktion bei der Kinderlachen-Gala am Samstagabend in Dortmund statt. Den Zuschlag für den Auftritt im ARD-Sonntagskrimi erhielt der ehemalige Kranführer für 6.000 Euro. Mitgeboten hatte offenbar auch der mit Chico befreundete Comedian Matze Knop (51). Doch dem Lotto-Millionär war die einmalige Gelegenheit noch etwas mehr wert.

„Für mich geht damit ein Lebenstraum in Erfüllung“, ließ Yildirim nach der Auktion verlauten. Nach eigenen Angaben ist er schon seit Kindertagen ein großer Fan der Erfolgsreihe und hat nur wenige Ausstrahlungen verpasst. Im „Tatort“ mit dem Arbeitstitel „Blut und Wasser“ bekommt es der Gast-Star mit den von Jörg Hartmann und Stefanie Reinsperger gespielten Kommissaren Peter Faber und Rosa Herzog zu tun.

Chico sieht sich für „die Rolle eines großzügigen Porsche-Fahrers“ geeignet

Gedreht wird von 17. Februar bis zum 18. März. Über die Handlung ist noch nichts bekannt. Auch Chico selbst muss sich überraschen lassen, welchen Part ihm die Filmemacher zuweisen werden. „Ich würde mich natürlich für mehrere Rollen eignen“, ist der Dortmunder überzeugt. „Weil ich selbst schon einmal im Knast saß, könnte ich sehr gut einen Kleinkriminellen spielen. Andererseits würde auch gut die Rolle eines großzügigen Porsche-Fahrers passen.“ Nur eines wolle er nicht: als Krimi-Leiche enden.

Kürsat „Chico“ Yildirim ist kein gewöhnlicher Lotto-Gewinner. Als Zwölfjähriger kam er mit seiner Familie aus der Türkei nach Dortmund. Dort hatte er mit Drogenproblemen, Kleinkriminalität und Spielsucht zu kämpfen. Doch dann, im Jahr 2022, wendete sich das Schicksal auf einen Schlag zum Besseren: ein riesiger Gewinn im Lotto.

Anstatt still und heimlich von dem Geld zu leben, machte er seinen Gewinn von fast zehn Millionen Euro öffentlich. „Chico“, wie ihn Freunde und längst auch die Öffentlichkeit nennen, verwandelte sich in einen Unternehmer und Reality-Star. Zuletzt bekundete er, dass er seinen Lotto-Gewinn keineswegs verprasst habe, sondern durch geschickte Geldanlagen sogar vermehren konnte.

1 Dezember 2025 0 Kommentare
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Allgemein

Fremden-Info: Herr Brillante Luigi, Sie haben die EFL gegründet. Was war Ihr Ziel?

von Cumali Yağmur 1 Dezember 2025
von Cumali Yağmur

Brillante:

Mehr als die Hälfte aller Frankfurter BürgerInnen hat einen Migrationshintergrund, aber im Stadtparlament liegt ihr Anteil nur bei ungefähr 15 Prozent. Daran müssen wir arbeiten. Die Europa Liste für Frankfurt (ELF) ist eine unabhängige und überparteiliche Wählergruppe für alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt Frankfurt. Wir wollen, dass die Migranten*innen selbstständige Akteure der Kommunalpolitik werden. Sie sollen für Integration kämpfen. Integration bedeutet für mich gleiche Chancen. Es gibt in der Stadt immer noch große institutionelle Diskrimination.

Fremden-Info: Seit wie vielen Legislaturperioden sind Sie Mitglied der Stadtverordnetenversammlung?
Brillante:

Ich wurde 2001 ins Stadtparlament gewählt.

Fremden-Info: Welche Probleme der Migranten konnten Sie bereits lösen bzw. umsetzen?
Brillante:

Als unabhängiger Stadtverordneter kann ich alle unbequemen Themen auf der Tagesordnung setzen. Ich habe einen Kampf gegen die sog. Sonderschule für Lernhilfe geführt und wir haben Erfolg gehabt. Ohne das Einverständnis der Eltern können Kinder nicht mehr in diese Schulform eingeschult werden.

Diese Schule ist eine Sackgasse. Den Kindern, die diese Schule besuchen werden a priori die Möglichkeit einer guten Berufsausbildung genommen. Ich alleine spreche über anderen Themen der Diskriminierung angefangen bei der Arbeitsuche, Wohnungssuche bis zu der Diskriminierung, welche älteren Migranten*innen immer noch ausgesetzt sind. Als Einzelkämpfer ist es trotzdem schwierig sich durchzusetzen. Deswegen brauchen wir eine starke Fraktion mit Kollegen*innen mit Migrationshintergrund.

Fremden-Info: Sie kämpfen im Parlament alleine. Unterstützen die anderen Parteien Sie?
Brillante:

Nein, ich bin unbequem. Die etablierten Parteien unterstützen mich nicht. Sie machen auch keine echte Integrationspolitik. Es wird uns nichts geschenkt. Wir müssen unsere Rechte selbst durchsetzen.

Fremden-Info: Vor welchen Schwierigkeiten stehen Migranten in der Stadt Frankfurt?
Brillante:

Die Schwierigkeiten habe ich oben erwähnt. Leider fehlt immer noch unter den Migranten*innen ein starkes Bewusstsein, das sie mit dem Kommunalrecht vieles bewegen könnten. Viele Migranten*innen gehen nicht zur Wahl. Das ist fatal. Deswegen müssen wir alles tun damit sie am 15. März 2026 wählen gehen.

Fremden-Info: Sie als ELF befassen sich ausschließlich mit den Problemen von Migranten in der Stadt.
Brillante:

Nein! Wir sind in Frankfurt zu Hause, wir leben hier, zahlen hier Steuern, unsere Kinder besuchen hier die Kindergärten und Schulen. Alles betrifft auch uns und daher sollen wir uns einmischen und mitentscheiden.

Fremden-Info: Ich habe Ihr Programm gelesen, es ist sehr zutreffend für die Migranten. Erhalten Sie Unterstützung von ihnen?
Brillante:

Natürlich, Viele Migranten unterstützen mich. Es ist aber nicht ausreichend. Wir müssen dafür sorgen, dass viel mehr Migranten sich politisch engagieren. Wir sollten übrigens einig sein. Wenn wir mit vielen Listen an der Wahl teilnehmen, dann werden wir scheitern. Die Europa Liste ist eine internationale Liste mit Kandidaten*innen aus vielen Kulturen. Wir spiegeln die soziale Schicht der Stadt.

Fremdeninfo Warum sollen Migranten die Liste ELF wählen?“

Damit sie ein Sprachrohr im Frankfurter Parlament haben sollen. Damit endlich die Integration vorangebracht wird. Damit die Diskriminierungen endlich ein Ende haben sollen.

1 Dezember 2025 0 Kommentare
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Kultur

NÂR – THE SOUND OF ONE

von Fremdeninfo 1 Dezember 2025
von Fremdeninfo

NÂR – The Sound of ONE führt mitten hinein in die 3.500 Jahre alte Klangtradition Anatoliens und Mesopotamiens – in eine Welt voller Mythen, Sprachen, Gebete, Tänze und Geschichten, die bis heute nachwirken.

Unter der künstlerischen Leitung von Mehmet Akbaş, Sänger, Komponist und Musikforscher, entsteht ein Werk, das alte Melodien und moderne Klangästhetik miteinander verbindet. Akbaş widmet sich seit Jahren der gefährdeten Sprache Zazaisch und bringt in NÂR sieben neue Kompositionen zur Uraufführung – Stücke, die von Qaside-Traditionen über Kinderreime bis zu persönlichen Erinnerungen reichen.

Die musikalische Gesamtleitung liegt bei Erdem Altınses, dessen episch-filmische Arrangements traditionelle Instrumente (Saz, Lavta, Duduk, Def) mit Cello, Klavier, Gitarre, Flöte und Schlagzeug in eine atmosphärische, zeitgenössische Form bringen.

Gemeinsam erschaffen sie eine Klangwelt, in der die musikalischen Traditionen von Zaza, Kurden, Armeniern, Assyrern, Juden, Türken, Arabern und Pontiern aufeinandertreffen – nicht als Gegensätze, sondern als fein verwobene Stimmen eines gemeinsamen kulturellen Erbes.

Mi, 10.12., 19:30 Uhr – Köln, Lutherkirche (Uraufführung) im Rahmen der Reihe Lichter der Kulturen
Do, 11.12., 19:30 Uhr – Duisburg, Kulturkirche Liebfrauen
Fr, 12.12., 19:30 Uhr – Herford, Lutherhaus

Bild: Veranstalter:innen

1 Dezember 2025 0 Kommentare
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Politik

Signal der Zusammenarbeit: Der ‚Politische Herbstempfang‘ des Cemevi Berlin

von Fremdeninfo 1 Dezember 2025
von Fremdeninfo

Beim zweiten ‚Herbstempfang‘ des BAT-Cemevi kamen der Regierende Bürgermeister von Berlin, Staatssekretäre, Abgeordnete des Landes- und Bundesparlaments sowie Vertreter politischer Parteien und der Zivilgesellschaft zusammen. In den Redebeiträgen wurden bedeutende Botschaften für ein gemeinsames Wirken unterschiedlicher Identitäten auf der Basis geteilter Werte gesendet.

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des BAT-Cemevi an seinem heutigen Standort fand am vergangenen Freitag der zweite ‚Herbstempfang‘ im Hauptsaal des Cemevi statt – eine Tradition, die im letzten Jahr begründet wurde. Unter den zahlreichen Gästen befanden sich der Regierende Bürgermeister von Berlin und CDU-Spitzenkandidat für die kommenden Wahlen, Kai Wegner, der SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach sowie die Spitzenkandidatin der Linken, Elif Eralp.

Die Veranstaltung, moderiert von Deniz Yıldırım Caliman (Vorstandsmitglied des BAT-Cemevi), begann mit einem Gülbenk (Gebet), vorgetragen vom Vorsitzenden des Geistlichen Rates, Derviş İsmail Canbaz, gefolgt von alevitischen Deyiş (Hymnen), gesungen von Seyid Doğan. Anschließend hielt der Vorstandsvorsitzende des BAT-Cemevi, Dr. Yüksel Özdemir, die Eröffnungsrede.

Dr. Özdemir begrüßte alle anwesenden „Canlar“ (Seelen/Freunde) und setzte in seiner Rede folgende Schwerpunkte:

„Wir haben in Deutschland Wurzeln geschlagen und Werte geschaffen“

„Seit Jahrzehnten beweisen wir unser Eintreten für ein demokratisches und pluralistisches Miteinander und setzen uns für diese Werte ein. Durch diese wichtige Arbeit haben wir gesellschaftliche Beiträge geleistet und die Gestaltung Berlins und Deutschlands mitgeprägt. In diesem Jahr feiern wir das 26. Jubiläum unseres Cemevi in Berlin. Zweifellos gab es auch zuvor alevitisches Leben und Vereinsstrukturen, doch ich erinnere mich noch genau an den Moment im Jahr 1998, als wir diese Räumlichkeiten von der Neuapostolischen Kirche übernahmen und eine Glaubensinstitution errichteten. Dank des Cemevi konnten wir zu einer zentralen Anlaufstelle für alle Aleviten in Berlin werden. Dies war ein entscheidender Moment, um hier ‚Wurzeln zu schlagen‘. Darauf folgten weitere Meilensteine: Durch unsere Anerkennung als Religionsgemeinschaft im Jahr 2002 erhielten wir die Möglichkeit, unseren Glauben an Berliner Grund- und Oberschulen zu lehren. Der Weg zur Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts (KdöR) im Jahr 2022 war lang und steinig. Doch unser Dachverband (AABF) und wir sind diesen Weg entschlossen gegangen. Denn durch den KdöR-Status haben wir in unserer ‚neuen Heimat‘ jene Anerkennung erhalten, die unserem Glauben zusteht – eine Anerkennung, die Aleviten in ihrer alten Heimat bis heute verwehrt bleibt. Mit dieser Anerkennung gehen jedoch auch neue Verantwortungen einher.“

„Die Kontinuität des alevitischen Glaubens ist essenziell“

„Wir setzen uns insbesondere für die gerechte gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Migrationsgeschichte und für die Kontinuität des alevitischen Glaubens ein. Die Anerkennung und Entfaltung einer eigenständigen alevitischen Glaubensidentität steht im Zentrum unserer Vereinsarbeit. Unsere Institution folgt dem Prinzip ‚Der Weg ist einer, die Pfade sind tausendundeins‘ und besitzt eine pluralistische sowie demokratische Struktur. Wir respektieren die Unterschiede, die aus der Vielfalt der Aleviten entspringen, und betrachten sie als Reichtum. Unsere alevitische Organisation formuliert ihren politischen Diskurs im Einklang mit den eigenen Werten des ‚Weges‘ und wahrt dabei stets ihre Neutralität.

Hacı Bektaş Veli, eine bedeutende Persönlichkeit des alevitischen Glaubens, sagte im 13. Jahrhundert: ‚Wir machen keine Unterschiede zwischen Nation, Religion, Sprache und Farbe; wir betrachten zweiundsiebzig Nationen mit demselben Blick.‘ Wir sehen nur den Menschen; nicht die Hautfarbe, das Geschlecht oder die sexuelle Orientierung. Gemäß unserem Weg kämpfen wir gegen jede Form von Rassismus und Diskriminierung.“

„Wir wollen neue Dienstleistungsbereiche und Institutionen schaffen“

„In der Gesellschaft, in der wir leben, wollen wir nicht nur Gesprächsthema sein, sondern in allen Lebensbereichen mitreden und mitgestalten. Die nächsten Projekte befinden sich bereits in der Startphase. Wir planen die Gründung einer alevitischen Kindertagesstätte, um sie in den Dienst unserer Stadt zu stellen. Wir möchten Pflegedienste anbieten und/oder diese kooperativ unterstützen. Unserem Glauben entsprechend wollen wir unsere gemeinnützige Arbeit ausweiten und Hilfe für materiell oder immateriell bedürftige Menschen, seelsorgerische Unterstützung sowie Altenpflege anbieten. In diesem Rahmen haben wir das Projekt ‚Der Weg kennt keine Hindernisse‘ (Yol Engel Tanımaz) ins Leben gerufen, um Menschen mit besonderen Bedürfnissen zu unterstützen und sie aktiv in das Gemeinschaftsleben einzubinden. Perspektivisch wollen wir zusätzliche institutionelle Räume im gesamten Stadtgebiet schaffen, um das alevitische Leben in Berlin zugänglicher zu machen. Wir wollen bestehende Projekte, die die politische Partizipation von Menschen mit Migrationshintergrund fördern, weiter ausbauen. Ein wichtiges Ziel ist zudem die Benennung von Berliner Straßen und Plätzen nach alevitischen Persönlichkeiten. Auch zu Fragen des Umwelt- und Klimaschutzes werden wir beitragen und unsere Ansichten in den politischen Diskurs einbringen. Denn Natur, Mensch und Kosmos sind im alevitischen Glauben ein Spiegelbild der göttlichen Wahrheit (Hakk). In unserem Glauben bilden Gott, Universum und Mensch eine Einheit. Der Kompass unserer Arbeit werden stets die alevitischen Werte sein.“

„Wir benötigen Ihre Unterstützung“

„Angesichts unserer institutionellen Entwicklung möchten wir mehr Verantwortung in unserer Gesellschaft übernehmen. Von dieser Entwicklung werden sowohl wir Berliner Aleviten als auch die gesamte Stadtgesellschaft profitieren. Dafür benötigen wir Ihre Unterstützung, insbesondere die der amtierenden Amtsträger und Institutionsvertreter. Die Einrichtung eines alevitischen Lehrstuhls ist ein längst überfälliges Thema. Wir appellieren insbesondere in dieser Angelegenheit an Sie, damit dieser wichtige Schritt schnellstmöglich realisiert werden kann. Wir möchten die Infrastruktur schaffen, damit zukünftige alevitische Religionslehrer und Geistliche eine fundierte, auf wissenschaftlichen Kriterien basierende theologische Grundausbildung erhalten können. Ziel ist es, dieses akademische Wissen auch in andere gesellschaftliche Bereiche zu transferieren und diese damit zu gestalten.“

„Lassen Sie uns das Festival im nächsten Jahr gemeinsam gestalten“

„Abschließend möchte ich einen Erfolg dieses Jahres erwähnen und eine Bitte äußern. Am 13. September haben wir das erste Alevitische Kulturfestival Deutschlands organisiert. Mit über 15 Kulturvereinen und tausenden Aleviten unterschiedlichster Herkunft war das Festival ein voller Erfolg und eine Gelegenheit, in unserer Stadt sichtbarer zu werden. Dieses Festival dient dem interkulturellen Austausch und fördert den Dialog. Wir betrachten Pluralismus als Bereicherung für unsere Stadt. Wir werden dieses Festival nun jährlich veranstalten. Daher möchte ich eine herzliche Bitte an den Regierenden Bürgermeister richten: Würden Sie die offizielle Schirmherrschaft für das Berliner Alevitische Kulturfestival im kommenden Jahr übernehmen? Vor uns Berliner Aleviten liegen noch viele Aufgaben. Die Herausforderungen sind groß, aber gemeinsam werden wir sie bewältigen. Wie der alevitische Volksdichter Yunus Emre sagte: ‚Kommt, lasst uns einander kennenlernen, die Dinge erleichtern, lieben und geliebt werden, die Welt bleibt niemandem.‘ Mögen Şah-ı Merdan Ali und Hızır uns auf diesem Weg beistehen. Ich danke Ihnen allen.“

Nach Özdemir sprach Melek Şahin im Namen der Alevitischen Gemeinde Deutschland (AABF). Sie begrüßte alle Anwesenden und betonte:

„Wir arbeiten daran, das Alevitentum in die Zukunft zu tragen“

„Wir leben in einem Land, in dem Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenkommen und gemeinsam die Zukunft gestalten. Als alevitische Gemeinschaft sind wir ein sichtbarer, aktiver und verantwortungsbewusster Teil dieses Miteinanders. Als Bundesverband mit dem Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts entwickeln wir entscheidende Projekte für unsere Gemeinschaft: Mit ‚Meine neue Heimat‘ unterstützen wir Menschen beim Aufbau eines neuen Lebens und sagen: ‚Willkommen. Du gehörst hierher.‘ Mit ‚Open Air Culture‘ bieten wir Jugendlichen die Möglichkeit, Natur, Gemeinschaft und Identität zu entdecken. Mit unserer Altenpflege und der alevitischen Seelsorge bilden wir wichtige Säulen unserer Gesellschaft. Durch den alevitischen Religionsunterricht in verschiedenen Bundesländern ermöglichen wir Jugendlichen, ihren Glauben zu verstehen. Mit Lehrstühlen und Forschungsprogrammen an Universitäten tragen wir unsere Kultur in die Zukunft. Unter dem Prinzip ‚Die Natur ist ein Recht‘ (Doğa Haktır) rufen wir die junge Generation dazu auf, Verantwortung für eine nachhaltige Zukunft zu übernehmen.“

„Wir sind gleichberechtigt und Partner“

„Doch während wir hier in Freiheit leben können, berühren uns die Entwicklungen in der Türkei zutiefst. Selahattin Demirtaş ist wegen seines Kampfes für Frieden und Minderheitenrechte immer noch in Haft. Die drohende Haftstrafe für Ekrem İmamoğlu steht als politisches Thema im Raum. Viele oppositionelle Politiker, Journalisten und Aktivisten sind wegen ihrer Ansichten inhaftiert. Deshalb müssen wir Räume schaffen, in denen demokratische Werte gelebt werden. Die Alevitische Gemeinde zu Berlin übernimmt genau diese Rolle; als Begegnungs- und Kulturort schlägt sie Brücken zwischen Generationen und Traditionen. Unser Status als Körperschaft des öffentlichen Rechts ist ein starkes Zeichen dafür, dass unsere Gemeinschaft in dieser Stadt als ‚gleichberechtigt‘ und als ‚Partner‘ anerkannt wird. Ich danke allen, die diesen Abend vorbereitet haben, insbesondere Herrn Yüksel und dem Vorstand. Wie Nelson Mandela sagte: ‚Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern der Triumph über sie.‘ Lassen Sie uns diesen Mut gemeinsam leben. Lassen Sie uns gemeinsam aufrecht stehen für Freiheit, Vielfalt und die Zukunft, die wir uns wünschen. Vielen Dank.“

Nach Şahin ergriff der Regierende Bürgermeister Kai Wegner das Wort. Er drückte seine Freude über die Einladung aus und begrüßte den Cemevi-Vorsitzenden, den Vorstand und alle Teilnehmer mit den Worten „Merhaba Canlar“.

Wegner betonte, dass dieses Kulturzentrum der alevitischen Gemeinde seit über 25 Jahren zu einem „bunten, lebendigen Glaubens- und Kulturzentrum“ transformiert wurde, und hob folgende Punkte hervor:

„Ich sehe, dass Sie Wurzeln geschlagen haben“

„Ihre Aktivitäten hier seit 25 Jahren zeigen nicht nur Ihre Verbundenheit, sondern auch, wie tief Sie in Berlin verwurzelt sind. Das lässt sich auch an der großen Anzahl politischer Vertreter ablesen, die heute hier sind. Ich sehe viele Abgeordnete aus dem Abgeordnetenhaus und dem Bundestag. Man kann festhalten: Es gibt nicht viele Veranstaltungen, bei denen so viele politische Vertreter zusammenkommen.

Herr Özdemir, gegen Ende Ihrer Rede sprachen Sie davon, ‚gemeinsame Brücken zu bauen‘ und ‚in Solidarität gemeinsam zu handeln‘. Gerade in diesen schwierigen Zeiten, in denen viele Menschen Sorge und Angst verspüren, glaube ich, dass wir mehr denn je stabile Brücken und Solidarität brauchen. Leider wenden sich viele Bürger von der demokratischen Mitte ab und rechtsextremen Parteien zu. Wir müssen immer deutlich sein: Wir sind zahlreicher und unsere Stimme ist lauter als die dieser rechtsextremen Kräfte, die unsere Gesellschaft spalten wollen.“

„Ihre Vielfalt macht Berlin zu Berlin“

„Was das Thema Körperschaftsstatus angeht: Bei meinem Besuch im letzten Jahr haben wir ausführlich darüber gesprochen. Deshalb freue ich mich besonders, heute wieder bei Ihnen zu sein. Berlin ist die Stadt der Freiheit; vor wenigen Tagen haben wir den 35. Jahrestag des Mauerfalls gefeiert. Aber Berlin ist für mich nicht nur die Stadt der Freiheit, sondern auch eine Stadt der Vielfalt, der Toleranz und der Internationalität. Genau für diese Werte müssen wir weiter kämpfen, denn das ist es, was Berlin zu Berlin macht. Diejenigen, die Hass und Diskriminierung verbreiten, sind kein Teil von Berlin. In unserer Stadt leben Menschen aus verschiedenen Ländern, mit unterschiedlichen Geschichten und Glaubensrichtungen zusammen. Für mich ist es unwichtig, woher jemand kommt, was er glaubt oder wie er lebt. Wichtig ist, dass wir uns gemeinsam in eine gute Richtung bewegen. Wie stärken wir die Solidarität? Wie sorgen wir für Chancengleichheit für alle Kinder in dieser Stadt? Berlin kann all diese Chancen bieten, wenn wir die Potenziale nutzen und jeden einbeziehen, der Verantwortung übernehmen möchte.“

„Warum sollte mein Sohn nicht Alevitentum lernen?“

„Zum Thema Schirmherrschaft: Ich nehme gerne an! Ich bin offen für Gespräche und hoffe, dass wir dies bis zum kommenden September realisieren können. Und zum Thema Religionsfreiheit: Glauben stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt, er bringt Menschen zusammen. Wir sollten ein inklusives Modell für religiöse Bildung entwickeln, nicht nur für das Christentum, sondern auch für das Alevitentum, den Islam und alle anderen Glaubensrichtungen. Warum sollte mein Sohn in der Schule nicht die Grundwerte des alevitischen Glaubens kennenlernen? Gute Beispiele dafür gibt es in Brandenburg und Hamburg. Die Werte der alevitischen Gemeinschaft – Menschenliebe, Solidarität, Toleranz und Respekt – können wertvolle Beiträge leisten, um diesen Weg gemeinsam zu gehen. Ebenso wichtig ist die Stärkung des interreligiösen Dialogs in unserer Gesellschaft, was durch Ihre Anwesenheit hier unterstrichen wird. Gerade in einer so vielfältigen Stadt muss dieser Dialog fortgesetzt werden. Sie sind bereits aktiv im Berliner Forum der Religionen engagiert. Für diese wertvollen Beiträge danke ich Ihnen herzlich. Kurz gesagt: Lassen Sie uns gemeinsam Verantwortung übernehmen. Ich freue mich über Ihr Angebot und blicke dem erwartungsvoll entgegen. Wir werden diesen Weg gemeinsam gehen. Ich freue mich schon jetzt auf das Festival im kommenden September. Ich bin sicher, wenn wir diesen Weg frei von Vorurteilen und mit mehr Miteinander und Solidarität gehen, muss ich mir um unsere gemeinsame Zukunft keine Sorgen machen. Ich wünsche Ihnen allen einen schönen Abend, danke Ihnen und verbleibe ‚Aşk ile Canlar‘!“

Nach der Rede von Bürgermeister Wegner klang der Empfang mit einem offenen Buffet und Gesprächen aus.

Neben Bürgermeister Wegner nahmen zahlreiche Persönlichkeiten an dem Empfang teil, darunter Vertreter des AABF, des BAT-Cemevi-Vorstands, der Frauen- und Jugendverbände (BDAS-BDAJ), des AABF-Geistlichen Rates und des AABF-Geistlichen Rates der Region Nord. Zu den Gästen zählten zudem Steffen Krach (SPD-Spitzenkandidat), Elif Eralp (Spitzenkandidatin der Linken), Aziz Bozkurt (Staatssekretär für Soziales, Berlin), Andreas Kraus (Staatssekretär), Urban Aykal (Stellvertretender Bezirksbürgermeister Steglitz-Zehlendorf), Filiz Keküllüoğlu (Bezirksstadträtin Lichtenberg), Sevim Aydın (MdA, SPD), Elif Eralp (MdA, Die Linke), Ferat Koçak (MdB, Die Linke), Hakan Demir (MdB, SPD), Celal İrgi (Unternehmer), Pater Prof. Dr. Felix Körner sowie fast 30 weitere Abgeordnete und Vertreter von befreundeten Verbänden, der Zivilgesellschaft und politischer Parteien.

von Avrupademoktat

1 Dezember 2025 0 Kommentare
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Allgemein

„Nicht jeden Lebensbereich regeln“: Özdemir grenzt sich von Grünen-Besserwisserei ab

von Fremdeninfo 30 November 2025
von Fremdeninfo

 

Artikel von Jens Kiffmeier/ Merkur

Cem Özdemir setzt vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg auf Abgrenzung zur Bundespartei. Die Grünen-Spitze ist irritiert. Geht seine Strategie auf?

Hannover – Wenn Cem Özdemir über seine Partei spricht, klingt das oft wie eine Therapiesitzung. „Wir müssen mal selbstkritisch fragen, warum wir immer noch im Verdacht stehen, die Menschen zu belehren oder noch alles besser zu wissen“, sagte der 59-jährige Grünen-Spitzenkandidat vor wenigen Tagen der Wochenzeitung Die Zeit. Es ist ein Satz, der in der Bundespartei für Stirnrunzeln sorgt – und doch eindeutig für Özdemirs Kurs der Abgrenzung steht.

Während seine Parteifreunde in Hannover auf dem Grünen-Bundesparteitag über Taurus-Raketen für die Ukraine und die Anerkennung Palästinas diskutieren, inszeniert sich Özdemir als baden-württembergischer Sonderweg auf zwei Beinen. „Wir Grünen in Baden-Württemberg wollen nicht jeden Lebensbereich regeln, sondern mit den Leuten gemeinsam die Dinge verändern“, betonte er in dem Interview – eine kaum verhüllte Kritik an der Berliner Parteizentrale.

Parteitag in Hannover: Grüne läuten Wahlkampf in Baden-Württemberg mit Cem Özdemir ein

Es ist eine besondere Beziehung zwischen Cem Özdemir und den Grünen. Der ehemalige Bundesminister tritt bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg im kommenden Jahr als Spitzenkandidat an. Er soll den langjährigen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann beerben, der nach drei Amtszeiten nicht mehr antritt. Am Sonntag (30. November) machten die Grünen den Auftakt zum Wahlkampf im Ländle. Beim Bundesparteitag in Hannover durfte Özdemir zum Abschluss eine Rede halten.

Auf ihrem Parteitag diskutierten die Grünen über die Wehrpflicht, die Haltung zur Israel-Politik, das 9-Euro-Ticket oder über Homöopathie – doch aus Sicht von Özdemir sind das alles keine Themen, um die Wahl in Baden-Württemberg 2026 zu gewinnen. Dem Ex-Bundesparteichef geht es vor allem um Wirtschaftsthemen – und dabei setzt er immer wieder auf „knallharte Abgrenzung zur Bundespartei“, wie die Süddeutsche Zeitung kürzlich berichtete. Etwa bei der Aufweichung vom Verbrennerverbot, was im Autoland Baden-Württemberg durchaus eine Bedeutung hat. Jedoch löse er damit regelmäßig „Irritationen“ aus und gelte in Berlin inzwischen als „beratungsresistent“, hieß es in dem Bericht.

Landtagswahl in Baden-Württemberg: Özdemir macht den Rebell – und grenzt sich in Wirtschaftskurs ab

Besonders die Parteilinke warnt vor Özdemirs konservativen Kurs, doch der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister lässt sich nicht beirren. Seine Strategie ist kalkuliert: Während die Grünen bundesweit in Umfragen abstürzen, versucht Özdemir vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg das zu kopieren, was Winfried Kretschmann über Jahre perfektioniert hatte. „Eine Sensibilität für das Wohlergehen der Wirtschaft ist bei uns Teil der DNA“, erklärte Özdemir seine Haltung gegenüber der Zeit und fügte hinzu: „Dies hat vielleicht auch mit meinem baden-württembergischen Hintergrund zu tun.“

Tatsächlich kultivierte Kretschmann die Distanz zur Bundespartei über Jahre geradezu. Als der Ministerpräsident 2011 das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 nicht stoppen wollte, schäumten Kretschmanns Parteifreunde in Berlin, sogar von Verrat war die Rede. Seine Beliebtheit aber stieg. Özdemir zitiert gerne den Parteifreund Reinhard Bütikofer: „Die Grünen müssten Winfried Kretschmann nicht kopieren, aber kapieren.“

Özdemir braucht Aufholjagd: Umfragen zur Wahl im Südwesten sehen Grüne im Nachteil

Das Problem: Özdemir muss bei der Baden-Württemberg-Wahl ohne Amtsbonus kämpfen. Während Kretschmann als amtierender Ministerpräsident seine Distanz zur Partei zelebrieren konnte, geht Özdemir als jemand ins Rennen, der den Großteil seiner Karriere als Bundesparteichef und Bundesminister im fernen Berlin vorangetrieben hat. Die aktuellen Umfragen zur Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg zeigen die Herausforderung: Die Grünen liegen mit 20 Prozent nur noch auf Platz drei, hinter der CDU (29 Prozent) und knapp hinter der AfD (21 Prozent).

Paradoxerweise ist Özdemir persönlich deutlich beliebter als seine Partei. Könnten die Menschen in Baden-Württemberg den Ministerpräsidenten 2026 direkt wählen, würden sich laut SWR-Umfrage 41 Prozent für ihn entscheiden – sein CDU-Konkurrent Manuel Hagel müsste sich mit nur 17 Prozent geschlagen geben. Özdemirs Problem sei derzeit seine Partei, analysierten die Experten des Senders.

Der scheidende Ministerpräsident Kretschmann macht für den Absturz der Grünen vor allem die Bundespolitik verantwortlich: „Der Absturz der Ampel, der Absturz im öffentlichen Ansehen von Robert Habeck, das sind die Gründe, die da einfach durchschwingen“, erklärte er in der SWR-Sendung „Zur Sache Extra“. Özdemir, selbst Teil der gescheiterten Ampel, kontert: „Hier stehen die Grünen Baden-Württembergs zur Wahl. Nicht die Grünen in Berlin oder anderswo.“

Wirtschaft statt Klimaschutz: Özdemir will in seiner Heimat 2026 die Wahl gewinnen

Seine Abgrenzung zur Bundespartei zeigt sich besonders beim Kernthema der Grünen. Während in Hannover über Klimaschutz debattiert wird, setzt Özdemir auf Wirtschaftskompetenz. „Beim Klimaschutz müsse man etwa zuallererst die Akzeptanz in der Bevölkerung in den Blick nehmen“, sagte er der Zeit – eine Position, die in der Bundespartei umstritten ist.

Doch im Wahlkampf wirft er alles in die Waagschale. In Metzingen besichtigt er KI-gesteuerte Roboter, witzelt über Reinigungsroboter („Das wär doch was für den schwäbischen Markt in Sachen Kehrwoche“) und inszeniert sich als bodenständiger Pragmatiker. Gerne bringt er dabei auch seine kurze Doppelrolle als Landwirtschafts- und Bildungsminister in der Endphase der Ampel-Koalition ins Gespräch: „Baden-Württemberger können sowas, zwei Minischterien, ein Gehalt“, scherzt er dann in der schwäbischen Mundart – auch um seine Herkunft aus dem Ländle deutlich zu machen. Zumindest seine 170.000 Instagram-Follower honorieren diese Strategie – damit hat er weit mehr als andere Spitzenkandidierende.

30 November 2025 0 Kommentare
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Politik

Proteste gegen al-Dschulani in Köln: „Völkermord vor den Augen der Welt“

von Fremdeninfo 29 November 2025
von Fremdeninfo

von Mehmet Tanlı, Köln

Fortgesetzte Massaker und Genozid an Aleviten in Syrien

In Köln wurde am Samstag gegen die skrupellose Politik der neu formierten al-Dschulani-Regierung protestiert, die nach dem Sturz des Regimes von Baschar al-Assad die Massaker an der alevitischen Bevölkerung in Syrien stillschweigend duldet.

Bekanntlich haben die seit dem 6. März andauernden Konflikte in den syrischen Küstenregionen, in denen die alevitische Minderheit stark vertreten ist, hunderte Menschenleben gefordert – die Mehrheit von ihnen Zivilisten. Als Reaktion auf diese Ereignisse, die unter der Duldung des HTS-Regimes stattfinden, veranstalteten alevitische Organisationen in Deutschland zeitgleich Presseerklärungen in Köln, Berlin und Frankfurt.

Proteste gegen al-Dschulani in Köln

Bei der Kundgebung am Kölner Rheinufer erhielten die Protestierenden breite Unterstützung von der Föderation der Arabischen Aleviten in Europa, der Föderation der Demokratischen Aleviten, der Konföderation der Gemeinschaften der Aleviten in Europa (AABK) sowie kurdischen Organisationen. In ihren Redebeiträgen auf Türkisch, Arabisch, Kurdisch und Deutsch forderten die Sprecher ein sofortiges Ende der Unterdrückung und der Massaker, die sich insbesondere gegen Aleviten sowie andere ethnische und religiöse Gruppen in Syrien richten.

Massaker mit menschenverachtenden Methoden

In den Erklärungen wurde betont, dass weiterhin Völkermordverbrechen mit Methoden begangen werden, die an die unmenschlichen Praktiken jihadistischer Organisationen wie dem IS (Daesch) und Al-Qaida erinnern. Diese Gewalt richtet sich gegen alle Völker, die nicht den Glauben, die Denkweise oder die Lebensart der Machthaber teilen. Gleichzeitig übten die Redner scharfe Kritik an jenen Ländern und Regierungen, die die derzeitigen Machthaber in Syrien unterstützen.

Proteste gegen al-Dschulani in Köln

Die Sprecher hoben hervor, dass das aktuelle HTS-Regime eine zutiefst sektiererische Politik verfolge und als Handlanger des Westens sowie Israels agiere. Zu den zentralen Forderungen gehörten die sofortige Einrichtung eines Hilfskorridors für die Aleviten in Syrien, die Gewährleistung ihrer Sicherheit sowie der internationale Schutz ihrer Rechte.

Das tatsächliche Ausmaß übersteigt die Medienberichte bei Weitem

Redner und alevitische Meinungsführer auf der Kölner Kundgebung erklärten, sie hätten die Berichte von Augenzeugen aus der Region mit großer Sorge und Angst vernommen. Sie argumentierten nachdrücklich, dass das tatsächliche Ausmaß der Geschehnisse weit über das hinausgehe, was derzeit in der internationalen Presse widergespiegelt wird.

Proteste gegen al-Dschulani in Köln

Proteste gegen al-Dschulani in Köln

29 November 2025 0 Kommentare
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Allgemein

Polizei: AfD-Gegner protestieren zum großen Teil friedlich

von Fremdeninfo 29 November 2025
von Fremdeninfo

Artikel von dpa

Aus Protest gegen die Neugründung der AfD-Jugendorganisation sind in Gießen nach Polizeiangaben bis zum Nachmittag mehr als 25.000 Menschen auf die Straße gegangen. Das Bündnis «Widersetzen» sprach von über 50.000 Teilnehmern.

Ein großer Teil der Versammlungen sei friedlich verlaufen, sagte ein Polizeisprecher. Derzeit wisse man von zehn leicht verletzten Beamten, eine abschließende Zahl gebe es noch nicht. «Hinsichtlich verletzter Versammlungsteilnehmender liegen der Polizei keine gesicherten Zahlen vor.»

Das Einsatzkonzept sei nach Einschätzung der Polizeiführung «insgesamt aufgegangen», sagte der Polizeisprecher. «Es gab einen Raum für friedlichen Gegenprotest. Gegen Blockaden, die ausschließlich der Verhinderung der AfD-Veranstaltung dienten, wurde differenziert und konsequent vorgegangen.»

Das Bündnis «Widersetzen» bezeichnete die Aktionen zivilen Ungehorsams gegen die Gründung der AfD-Jugendorganisation als «riesigen Erfolg». Rund 15.000 Menschen hätten an Blockaden teilgenommen und Zugänge zu dem Gründungskongress versperrt.

Am Abend verließen nach Angaben des Sprechers zahlreiche der Versammlungsteilnehmer die Stadt. Dafür würden auch zusätzliche Busse zur Verfügung gestellt, per Lautsprecherdurchsagen informiere die Polizei darüber.

29 November 2025 0 Kommentare
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