• Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Fremdeninfo
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Fremdeninfo
Fremden Info
Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Startseite Politik

Erdogan wiedergewählt: Die Türkei entscheidet sich gegen Europa

von Fremdeninfo 29 Mai 2023
von Fremdeninfo 29 Mai 2023
269

Frankfurter Allgemeine Zeitung

 Erdogan wiedergewählt: Die Türkei entscheidet sich gegen Europa

Artikel von Nikolas Buss

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Es gibt gute Gründe, den Wahlsieg Erdogans nicht als fair zu betrachten. Der Präsident und seine AKP haben große Teile der Medien unter ihrer Kontrolle. Der Oppositionspolitiker, der wahrscheinlich die besten Aussichten gegen den langjährigen Machthaber gehabt hätte, der Bürgermeister von Istanbul, wurde mit einem fadenscheinigen Gerichtsverfahren außer Gefecht gesetzt.

Auch andere Parteien, die ihm gefährlich werden könnten, wie die kurdische HDP, hat Erdogan mit juristischen Mitteln vom politischen Wettbewerb fernhalten lassen und behindert, und das schon seit längerem. Mit der Chancengleichheit, die in einer demokratischen Wahl vorherrschen sollte, ist das alles kaum vereinbar.

Trotzdem sollte man das Ergebnis vom Sonntag nicht als Manipulation des Wählerwillens werten. Die Lage im Land hätte die Opposition eigentlich begünstigen müssen. Die wirtschaftliche Misere, die Folgen des Erdbebens, die Aushöhlung des Rechtsstaats – all das waren gute Voraussetzungen, um Erdogan zu schlagen. Selbst ein eher farbloser Gegenkandidat wie Kilicdaroglu hatte da eine realistische Chance, wie die Umfragen vor der Wahl zeigten. Und immerhin konnte er Erdogan ja in einen zweiten Wahlgang zwingen.

Schon das zeigt, dass die Türkei bei allen Defiziten keine Diktatur ist, in der nur noch Scheinabstimmungen stattfinden. Die Türken hatten am Sonntag eine Wahl zwischen dem autoritär-islamistischen Amtsinhaber und einem kemalistisch-sozialdemokratischen Herausforderer.

Dass sie sich am Ende doch wieder für Erdogan entschieden haben, sagt etwas über die Stimmung im Lande, auch wenn sein Vorsprung nicht riesig war. Wie schon in der Parlamentswahl zu beobachten war, gibt es in der Türkei eine Mehrheit für das Gesellschaftsmodell des Präsidenten: eine Mischung aus Frömmigkeit, Nationalstolz, staatlich gelenkter Modernisierung und einem selbstbewussten Auftritt im Ausland. Dass Kilicdaroglu auf den letzten Metern des Wahlkampf selbst auf die nationalistische Pauke schlug, zeigt, wo die Türkei im Jahre 2023 steh

Istanbul ist nicht die Türkei

Das sollte man auch im Westen zur Kenntnis nehmen, wo man schon in der Vergangenheit dazu neigte, die städtischen Eliten in Istanbul mit dem Land zu verwechseln. Die Türkei wird unter Erdogan ein schwieriger Partner bleiben, aber man wird sich mit ihr weiter zusammenraufen müssen. Es gibt Felder, auf denen es sich lohnt, Druck auf den Präsidenten auszuüben oder auch mal Zugeständnisse zu machen. Dazu gehören der NATO-Beitritt Schwedens oder die Flüchtlingsfrage.

Schwieriger wird es beim Thema Menschen- und Minderheitenrechte. Mit einer Politik des erhobenen Zeigefingers wird man Erdogan auch weiterhin in die Karten spielen. Im schlimmsten Fall schadet man sich selbst, wie die frühere moralische Großmacht Schweden im vergangenen Jahr zu lernen hatte. Die Türkei ist nicht das einzige Land, bei dem die Kosten für eine wertegeleitete Außenpolitik steigen. Das ist eine Folge des (relativen) Machtverlusts des Westens, den man mit Aktivismus nicht ungeschehen machen kann.

Erledigt hat sich fürs Erste auch das Thema EU-Beitritt. Selbst bei einem Sieg Kilicdaroglus wäre das kein Selbstläufer gewesen. Wenn die Stichwahl aber wirklich ein Referendum über Erdogan war, dann hat die Türkei sich am Sonntag auch gegen Europa entschieden. Das Land schaut nach Osten, nicht nach Westen.

Teilen FacebookTwitterWhatsappEmail
Fremdeninfo

Redaktioneller Fokus auf Recht, Politik und Soziales im Kontext von Migration. Wir beobachten Hintergründe und stärken die Position von Einwanderern und Geflüchteten.

vorheriger Beitrag
Wahl in der Türkei: Cem Özdemir verurteilt Wiederwahl von Recep Tayyip Erdoğan von Türken in Deutschland
nächster Beitrag
arüber wird zu reden sein!“: Özdemir besorgt über Wahlverhalten von Türken in Deutschland

Ähnliche Beiträge

Willkürrecht in Hannover

30 September 2026

Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente.

26 September 2026

Interview mit Mizgin Çiftçi, Kandidat für das Amt des Regionpräsidenten (Die Linke)

16 September 2026

Protest in Hannover: Rund 2.000 Menschen demonstrieren vor dem Neuen Rathaus gegen die...

9 September 2026

Vier Verfahren gleichzeitig: İmamoğlus Zwischenbilanz im August

21 August 2026

Journalismus ist kein Verbrechen: Der vielschichtige Druck auf die Presse in der Türkei

19 August 2026

Beliebte Artikel

  • Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025

    22 Juli 2025
  • Ermittlungen gegen Ex-SPD-Ratsfrau Iri: Was ist am Kronsberg wirklich passiert?

    28 April 2026
  • Appell für Gerechtigkeit: Frauen der AABF wehren sich gegen Willkür und Rechtsbrüche

    4 Dezember 2025
  • Journalist und Aktivist Hakan Tosun stirbt nach brutalem Angriff

    14 Oktober 2025
  • Der Löwenanteil -Para _Şêr

    19 August 2025

Unser Team

Cumali Yağmur

Verantwortliche Redaktor

Ayşe Eker

Ayşe Eker

Redaktorin

Erdoğan Sedef

Erdoğan Sedef

Redaktor

Rojin Erten

Rojin Erten

Redaktor

Can Taylan Tapar

Can Taylan Tapar

Redaktor

Halit Yaşar Demirbağ

Halit Yaşar Demirbağ

Redaktor

Kategorien

  • Allgemein
  • Archive
  • Impressum
  • Politik
  • Religion
  • Flüchtlinge
  • Kultur
  • Frauen
  • Jugend
  • Salafismus
  • Veranstaltungen
  • Information
  • Rassismus
  • Antisemitismus
  • Fremdenfeindlichkeiten
  • Bildung
  • Featured

Neueste Artikel

  • Willkürrecht in Hannover

    30 September 2026
  • 27. September 2026: Mitglieder äußern sich zur Polizeirazzia im kurdischen Verein

    29 September 2026
  • Linke zeigt deutschen Innenminister an

    29 September 2026
  • Wüst äußert sich nach ungewöhnlichem Treffen mit Erdogan – und dankt türkischen Migranten

    29 September 2026
  • Belit Onay gewinnt erneut die Oberbürgermeisterwahl in Hannover

    28 September 2026

Über uns

Die „Fremden“ Info-Zeitung ist eine in Niedersachsen ansässige Redaktion, die sich auf die rechtlichen, politischen und sozialen Angelegenheiten von Einwanderern und Flüchtlingen konzentriert. Wir beobachten und analysieren relevante Entwicklungen in der Region Hannover und vertreten die Interessen von Mitbürgern mit Migrations- und Fluchthintergrund bei Behörden, Verbänden und politischen Parteien.

Am 27. September 2026 führte die Polizei in Hannover eine Razzia im kurdischen Verein in der Kornstraße 17 durch.

28 September 2026

Neueste Artikel

27. September 2026: Mitglieder äußern sich zur Polizeirazzia im kurdischen Verein
29 September 2026
Linke zeigt deutschen Innenminister an
29 September 2026
Wüst äußert sich nach ungewöhnlichem Treffen mit Erdogan – und dankt türkischen Migranten
29 September 2026

Hervorgehoben

Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025
22 Juli 2025
Ermittlungen gegen Ex-SPD-Ratsfrau Iri: Was ist am Kronsberg wirklich passiert?
28 April 2026
Appell für Gerechtigkeit: Frauen der AABF wehren sich gegen Willkür und Rechtsbrüche
4 Dezember 2025
  • Startseite
  • Anmelden
  • Über uns
  • Kontakt
  • Datenschutzerklärung
  • Newsletter
  • Impressum
Fremdeninfo
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung