EIGENTLICH SIND WIR ALLE GEMEINSAM MIT DENİZ GÖKTAŞ FESTGENOMMEN WORDEN

von Fremdeninfo

               Von: Celal Işık/Istanbul


Was heute in der Person von D. Göktaş festgenommen wurde, ist die Meinungs- und Redefreiheit in der Türkei.
Es scheint, als sei dies weder das erste noch das letzte Mal.
Erst gestern geschah Pınar Aydınlar dasselbe.
Es ist nicht nötig, die Namen hier einzeln aufzuzählen; es ist eine Situation, die so vielen Journalisten, Künstlern und Intellektuellen widerfährt, dass sie fast schon alltäglich geworden ist.
Das ist die „Banalität des Bösen“.

Die Gesinnung, die D. Göktaş festgenommen hat, hat der Gesellschaft heute – wie ein schmerzhafter Schlag ins Gesicht – in Erinnerung gerufen, dass sie die Fortsetzung jener Gesinnung ist, die am 2. Juli 1993 im Madımak-Hotel 33 Menschen (Seelen) verbrannte.
Eine Regierung, die Oppositionelle und Andersdenkende so sehr als Feinde betrachtet, dass sie sie lebendig verbrennen oder jahrzehntelang unschuldig in Kerkern verrotten lassen würde, zeigt ihr wahres Gesicht, bedroht die gesamte Gesellschaft und versucht, sie in der Knechtschaft einzuschüchtern.

In der Türkei ist heute eine Macht an der Regierung, die Denkern, Schreibern, Zeichnern, Intellektuellen, der Kunst und den Künstlern feindlich gegenübersteht und versucht, durch das Verbreiten von Angst zu regieren.
Die Festnahme von D. Göktaş in der Türkei des Jahres 2026* ist ein Einschüchterungsversuch gegenüber allen oppositionellen Intellektuellen, Künstlern und der gesamten Gesellschaft.

Solange man vor dieser Regierung zurückweicht und schweigt, werden Knechtschaft, Druck und Unterdrückung immer weiter zunehmen.
Demokratie und gesellschaftlicher Frieden können nur erreicht werden, indem man gegenüber dieser Macht nicht schweigt, nicht zurückweicht, sich auf gemeinsamen Prinzipien vereint und einen gemeinsamen Kampf führt.

Eigentlich befinden wir uns heute alle gemeinsam mit D. Göktaş in Gewahrsam.
Was am 2. Juli in Madımak verbrannt wurde, waren wir alle; es waren die türkische Demokratie, unsere pluralistische Gesellschaft und unsere kulturellen Unterschiede.
Es war sogar – und vor allem – unsere Menschlichkeit.

Die Freiheit von Deniz Göktaş und seine sofortige Freilassung bedeuten eigentlich die Freiheit der gesamten Gesellschaft.


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