Auch die Madımak-Mörder müssen in Deutschland vor Gericht gestellt werden

von Fremdeninfo

                      Von: Turgut Öke

Am 13. Juli 2026 verurteilte das Oberlandesgericht München zwei IS-Mitglieder, die im irakischen Mossul Verbrechen gegen die Menschlichkeit am jesidischen Volk begangen hatten. Deutschland hat damit erneut unter Beweis gestellt, dass es unter Anwendung des Weltrechtsprinzips schwere Verbrechen verfolgen kann, die außerhalb seiner eigenen Landesgrenzen begangen wurden.

Dementsprechend stellt sich heute für Deutschland dieselbe Frage:
Warum werden die Madımak-Mörder in Deutschland immer noch nicht strafrechtlich verfolgt?

Neun rechtskräftig verurteilte Täter des Sivas-Madımak-Massakers leben seit Jahren in Deutschland, ohne jemals mit rechtlichen Konsequenzen konfrontiert worden zu sein. Dokumente, die belegen, dass einer der flüchtigen Angeklagten, Murat Songur, für den deutschen Geheimdienst tätig war, wurden bereits vor Jahren der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dennoch hüllen sich die deutschen Behörden in diesem Punkt weiterhin in Schweigen.

Deutschland hat die Madımak-Täter nicht an die Türkei ausgeliefert mit der Begründung, sie seien dort vor Staatssicherheitsgerichten (DGM) verurteilt worden. Wenn Deutschland diese Prozesse als nicht fair erachtet und deshalb die Auslieferung verweigert, kann es sich der rechtlichen und politischen Verantwortung nicht entziehen. Wenn du sie nicht an die Türkei auslieferst, dann stelle sie in Deutschland vor Gericht! Andernfalls dient diese Haltung lediglich dazu, die Straflosigkeit aufrechtzuerhalten.

33 Jahre sind vergangen. Während die Mörder ihr Leben in Deutschland unbehelligt fortführen, warten die Familien der 33 Opfer, die in Madımak ihr Leben verloren haben, noch immer auf Gerechtigkeit. Gerechtigkeit hat keine Nationalität. Doppelte Standards bei schweren Verbrechen gegen die Menschlichkeit sind inakzeptabel.

Heute ist nicht mehr der Tag der Worte, sondern der Tag der Verantwortungsübernahme. Alle Menschen mit Gewissen, die demokratische Öffentlichkeit und Institutionen müssen in dieser Angelegenheit sensibel reagieren und konkrete Schritte unternehmen. Insbesondere die alevitische Bewegung ist aus der Asche von Madımak entstanden. Daher darf sie nicht schweigen, nicht reaktionslos und nicht gleichgültig bleiben. Wir durchleben Tage, an denen die Aufrichtigkeit eines jeden gemessen wird. Diejenigen, die Madımak wirklich nicht vergessen haben, müssen dies nicht nur durch Gedenkfeiern zeigen, s

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