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Eine Erklärung zu Diskriminierung und Geschichte

von Cumali Yağmur 27 November 2025
von Cumali Yağmur 27 November 2025
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Der Leserbrief von Herr S.K.:

Heute habe ich einen Brief von einem „Fremdeninfo“-Leser erhalten. Er möchte, dass der Brief nur mit den Anfangsbuchstaben seines Namens veröffentlicht wird.

„Herr Yagmur,

Sie schreiben, dass Einwanderer in Deutschland schon immer diskriminiert wurden und keine demokratischen Rechte hätten. Es stimmt zwar, dass Einwanderer bei der Wohnungs- und Arbeitsplatzsuche sowie bei der Vergabe von Ausbildungsplätzen oft benachteiligt werden. Dennoch ist Ihre Aussage zu pauschal. Man muss sachlich argumentieren und differenzieren. Ich bin ebenfalls gegen Pauschalisierungen.

Jetzt möchte ich darüber schreiben, wie sich Minderheiten in der Türkei diskriminiert fühlen. In der Türkei werden Kurden, Christen, Jesiden, Aleviten und andere nationale sowie religiöse Minderheiten systematisch diskriminiert.

Hier sind einige historische Fakten dazu:

  • Kurden:Die Kurden haben seit Jahrzehnten keine vollen demokratischen Rechte. Die kurdische Bewegung wurde in der Türkei immer blutig niedergeschlagen. Jeden Morgen mussten kurdische Kinder den Eid „Ich bin Türke, wie glücklich ist derjenige, der sagt, ich bin Türke“ aufsagen.
  • Aleviten:Aleviten können ihre Religion nicht frei ausüben. Cem-Häuser werden nicht als Gotteshäuser anerkannt. Der sunnitische Islam fungiert faktisch als Staatsreligion, während andere Glaubensrichtungen benachteiligt werden.
  • 1915–1916:Beim Völkermord an den Armeniern wurden 1,5 Millionen Menschen umgebracht und deportiert. Ist das kein schreckliches Ereignis?
  • 1925:Scheich Said und seine Anhänger wurden wegen des Aufstands für nationale Rechte der Kurden hingerichtet. Dies geschah auf Befehl Atatürks. Kürzlich habe ich gehört, dass Prof. Dr. Taner Akçam die Atatürk-Ära in seinem Buch als Apartheid beschreibt. Und das ist richtig.
  • 1934:In Edirne und Thrakien kam es zu Pogromen gegen Juden; viele wurden vertrieben und ihr Eigentum konfisziert.
  • 1938:Beim Dersim-Aufstand wurden Seyit Rıza und seine Anhänger hingerichtet. Die Zivilbevölkerung wurde massakriert und deportiert. Das war kemalistische Brutalität.
  • 1955:In Istanbul wurden Häuser von Nicht-Muslimen verbrannt und Geschäfte geplündert (Pogrom von Istanbul).
  • Jüngere Geschichte:Bei den Massakern in Malatya, Maraş und Çorum wurden Aleviten ermordet.
  • 1993:Beim Brandanschlag auf das Madimak-Hotel in Sivas wurden 35 alevitische Intellektuelle bei lebendigem Leib verbrannt.

Das ist die türkische Geschichte. Die deutsche Vergangenheit war genauso brutal. Ich denke, wir müssen die Geschichte gemeinsam neu schreiben.“

Antwort von Herrn Yagmur:

Sie haben vollkommen recht mit dem, was Sie geschrieben haben. Ich unterschreibe Ihre Aussagen, da sie die türkische Geschichte akkurat beschreiben.

Nun möchte ich jedoch auf den Vorwurf der Pauschalisierung eingehen:
Bevor ich schreibe, hole ich mir genaue Informationen ein; erst dann verfasse ich meinen Artikel. Ich bin strikt gegen jede Art der Pauschalisierung. Wie kommen Sie zu der Einschätzung, dass mein Artikel pauschalisiert?

Ich habe eine große Leserschaft, und bis jetzt hat noch niemand gesagt, dass ich in meinen Artikeln pauschalisiere. Ich schreibe immer sachlich, inhaltlich fundiert und korrekt.

Dennoch, Herr S. K., werde ich Ihre Kritik bezüglich der Sachlichkeit und der Inhalte in Zukunft berücksichtigen.

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Cumali Yağmur

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