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Sicherheitsexperte spricht von dritter Terrorwelle in Europa

von Fremdeninfo 17 März 2025
von Fremdeninfo 17 März 2025
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Sicherheitsexperte spricht von dritter Terrorwelle in Europa

      Artikel von Maximilian Plück/ RP.online

Düsseldorf. Der Terrorismusexperte Peter Neumann skizziert, wie sich die Radikalisierung von Dschihadisten massiv verändert hat. Der Terror-Angriff der Hamas habe auch dem IS ein neues Projekt beschert.

 

                                 

                                  Gedenken an die Opfer des Anschlags von Solingen. © Christoph Reichwein

Der Parlamentarische Untersuchungsausschuss zum Terrorangriff in Solingen hat seine Befragungen von Experten fortgesetzt. Am Morgen wurden die beiden Professoren Aladin El-Mafaalani von der TU Dortmund und Peter Neumann vom Londoner King’s College zum Fall Solingen befragt. El-Mafaalani skizzierte, wie die Unterbringung in Erstaufnahme- und Sammelunterkünften bei den Geflüchteten zu einem sehr hohen Stresslevel führe. Zudem bestehe dort eine größere Gefahr der Isolation. Er schlug vor, mit Anreizsystemen und Transparenz über die Dauer ihrer Verfahren diese Unsicherheit zu reduzieren. Hinzu komme, dass Angebote und Kontakte in kommunaler Unterbringung eher gewährt würden, weil dort die zivile Gesellschaft Teil des Systems sei. Scharfe Kritik äußerte er daran, dass Hunderte, womöglich sogar Tausende junge Menschen, die eigentlich schulpflichtig seien, keinen Schulplatz hätten.

Der Terrorexperte Peter Neumann erläuterte, dass Europa seit den Anschlägen vom 11. September 2001 von zwei dschihadistischen Terrorwellen getroffen worden sei. Die erste unmittelbar nach den Attacken auf die USA, die zweite nach Ausbruch des Syrienkonflikts. Die dritte kündige sich gerade an und sei eine Reaktion auf die Hamas-Anschläge vom 7. Oktober 2023. So habe Europol 2022 in Europa zwei Anschläge und vier Versuche registriert. Seit dem 7. Oktober 2023 habe man neun durchgeführte Anschläge und 25 Versuche registriert – ein Plus von 400 Prozent. „Die dschihadistische Aktivität hat sehr, sehr stark zugenommen“, sagte Neumann. Die islamistische Szene habe seit dem Hamas-Angriff und der Reaktion Israels wieder ein Projekt. Die Wut müsse nicht erst geschürt werden, sie sei bereits da. Dabei sei auch nicht die Hamas sondern der Islamische Staat der Referenzpunkt, der zur Bekämpfung der Juden weltweit aufrufe.

Neumann verwies darauf, dass es in Deutschland einen sehr starken Zusammenhang mit dem Thema Flucht und Asyl gebe. Es sei eine Tatsache, dass in den letzten zehn Jahren, ungefähr 80 bis 90 Prozent der Terroristen aus diesem Bereich gekommen seien. Zugleich wies er darauf hin, dass die Terroristen immer jünger seien. Etwa zwei Drittel der Festgenommenen in Europa seien 19 Jahre und jünger gewesen. Gerade an diesem Morgen musste sich in Wuppertal ein 16-Jähriger wegen eines mutmaßlichen Terrorplans vor Gericht verantworten.

„Heutzutage ist die Regel, dass wir es mit Teenagern zu tun haben“, sagte Neumann. In diesem Zusammenhang wies er auch darauf hin, dass sich die Form der Radikalisierung massiv gewandelt habe. Sie finde immer häufiger komplett im Internet statt. Auch El-Mafaalani warnte, dass immer mehr Kinder bereits im Grundschulalter ein Smartphone benutzten und damit immer früher den ersten Zugang zu Pornografie, Verschwörungserzählungen und Gewaltdarstellungen erhielten.

Neumann verlangte entsprechend, dass Präventionsarbeit sich auch stärker auf die neue Situation ausrichten müsse. Vor zehn Jahren habe man es mit Extremisten zu tun gehabt, die sich in offenen Szenen bewegten, die in der Fußgängerzone standen oder an radikale Moscheen angedockt gewesen seien. „Das Einzige, was man tun musste, war, die Szene zu verstehen“, sagte er. Jetzt seien die Präventionsarbeiter gefordert, schneller ihre Arbeit umzustellen.

Wenn diese weiter staatlich gefördert werden wollten, müsst sie nachweisen, dass sie sich online genau so gut bewegen könnten. Im Bereich Flucht täten sich viele Akteure jedoch schwer, kritisierte er.

Neumann zufolge hat sich der zeitliche Druck bei der Radikalisierung Einzelner massiv erhöht. „Was früher Monate gedauert hat, passiert jetzt in Wochen.“ Dabei spiele Ideologie auch nur noch eine nachgelagerte Rolle. Neumann sprach von einer Verrohung – es gehe häufig sofort um die Gewalt. Der typische Radikalisierungsablauf sei, dass man in einer Online-Filterblase lande – bei Tiktok, Discord oder Instagram. „Wenn man in der Filterblase drin ist, wird man angesprochen: ,Bist Du interessiert an noch krasseren Gewaltvideos?‘“ Dann bekomme man Zugang zu geschlossene Telegramgruppen und werde dort rekrutiert.

Neumann verlangte, dass sich die deutschen Nachrichtendienste unabhängiger von den USA machen müssten. Bei verhinderten Anschlägen kämen die Hinweise auf die Pläne in 80 bis 90 Prozent der Fälle von den amerikanischen Nachrichtendiensten. „Donald Trump wird entweder den Hahn abdrehen oder dafür eine Bezahlung verlangen“, warnte der Terror-Experte. Er verlangte, den deutschen

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