HINTER ALLEN ALEVITEN-MASSAKERN IN UNSERER JÜNGEREN GESCHICHTE STECKEN IMPERIALISTISCHE MÄCHTE!

von Fremdeninfo

              Von: Turgut Öker

Seit drei bis vier Tagen steht Ankara unter Blockade. Wegen des NATO-Gipfels kam das Leben in der Stadt zum Stillstand; die Menschen wurden in ihre Häuser verbannt. Wir sehen Bilder, die an den 12. September (den Militärputsch von 1980) erinnern.

Jüngere Generationen haben die NATO nur aus Büchern kennengelernt. Unsere Generation hingegen hat das wahre Gesicht der NATO auf den Plätzen, in den Straßen und bei Beerdigungen gesehen. Deshalb ist es unerlässlich, dass die nachfolgenden Generationen erfahren, was wir Aleviten in der jüngeren Geschichte durchgemacht haben und wer die wahren Verantwortlichen für diese Massaker sind.

DIE NATO IST MEHR ALS NUR EIN MILITÄRBÜNDNIS
Die NATO ist seit dem Kalten Krieg die imperialistische „Front des Bösen“, die die Politik unserer Region, die Sicherheitspolitik der Staaten und die gesellschaftlichen Bruchlinien bestimmt. Sie spielte eine direkte Rolle bei allen Massakern, die in der Türkei verübt wurden – insbesondere bei jenen gegen uns Aleviten.

MASSAKER SIND KEIN ZUFALL, SONDERN GEPLANT
Nichts von dem, was von Maraş über Çorum bis Sivas-Madımak geschah, passierte von selbst. Der Boden für die barbarischen Angriffe auf Aleviten wurde bewusst bereitet. Es wurden Provokationen inszeniert. Die Rolle internationaler Geheimdienste, allen voran der CIA und des BND, in diesen Prozessen ist eine historische Tatsache, die neue Generationen kennen müssen.

DER KLARSTE BEWEIS: DIE AKTE MURAT SONGUR
Das konkretste Beispiel hierfür ist Murat Songur, einer der flüchtigen Angeklagten des Madımak-Massakers. 1993 arbeitete er als Arbeiter in der Nähe von München. Am 2. Juli wurde er in Sivas mit einem Benzinkanister in der Hand an vorderster Front des Massakers gefilmt. Er wurde festgenommen, zwei bis drei Tage später jedoch wieder freigelassen und kehrte nach Deutschland zurück.

Jahre später tauchte in einer Akte, die der Staatsanwaltschaft Nürnberg an den Rechtsanwalt Mahmut Erdem übersandte, das polizeiliche Führungszeugnis von Murat Songur auf: BYLKGD 124243:1601. Diese Nummer beweist, dass er beim deutschen Geheimdienst registriert war.

Dass ein Massenmord-Verdächtiger jahrelang in Deutschland geschützt, nicht an die Türkei ausgeliefert und zudem noch belohnt wurde, lässt sich nur durch einen organisierten Mechanismus erklären. Dieser Registereintrag zeigt die internationale Dimension von Madımak in aller Deutlichkeit.

Dies ist auch kein Einzelfall. Der deutsche Geheimdienst hat jahrelang radikalen Kräften, die aus der Türkei flohen, Unterschlupf gewährt. Dem „Schwarzen Echo“ (Kara Ses) Cemalettin Kaplan wurde ein Aufenthaltsstatus verliehen und ein TV-Kanal zur Verfügung gestellt. Obwohl er offen das Kalifat ausrief, wurde dies unter dem Deckmantel „demokratischer Rechte“ geduldet.

Auch die etwa 15 Madımak-Angeklagten sind nicht zufällig nach Deutschland gegangen. Sie haben dort nicht einfach Geschäfte eröffnet oder als Imame in Moscheen gearbeitet. Genau wie bei der logistischen und juristischen Unterstützung für die FETÖ, „Kara Ses“ und andere islamistische Strukturen, steckt auch dahinter ein geplanter, internationaler Mechanismus.

DAS ZIEL: DEN NAHEN OSTEN SCHRITT FÜR SCHRITT ZU „AFGHANISIEREN“
Ausländische Geheimdienste benutzen diese Strukturen als Handlanger. Das eigentliche Ziel ist groß angelegt: Den Nahen Osten schrittweise zu „afghanisieren“. Aus diesem Grund werden politisch-islamistische Kreise finanziert, geschützt und großgezogen.

Der Völkermord an der alevitischen Gemeinschaft in Syrien ist das aktuellste und blutigste Beispiel dieser Spaltungspolitik. Jeder in der Türkei unternommene Schritt ist darauf ausgelegt, unsere Geografie in denselben dunklen Abgrund zu ziehen.

DIE WAHRHEIT LÄSST SICH NICHT VERBERGEN
Die neuen Generationen müssen wissen: Die Aleviten-Massaker sind nicht nur Ausdruck von lokalem Fanatismus oder einem „Yezid-artigen“ Hass. Dahinter stehen imperialistische Mächte, Geheimdienste und dunkle Strukturen innerhalb des Staates.

Auch wenn sie unterschiedliche Masken tragen – der Ort, an dem sich die FETÖ, „Kara Ses“, die Banden, die Syrien in Blut getränkt haben, und die Mörder von Madımak treffen, ist derselbe: Der Schoß ausländischer Geheimdienste.

Die Wahrheit beschränkt sich nicht nur auf die sichtbaren Täter. Die eigentliche Wahrheit wird erst dann geschrieben, wenn jene ans Licht gebracht werden, die diesen großen Plan ausführen, lenken, schützen und die Akten über Jahre hinweg unter Verschluss gehalten haben.

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