Wird die Rechnung für die CHP-Operation den Aleviten präsentiert?

von Fremdeninfo

Von: Turgut Öker

Es scheint wohl nicht auszureichen, dass Kemal Kılıçdaroğlu an die Spitze der CHP gebracht wurde; jetzt werden gezielt Namen um ihn herum gruppiert, die vor allem für ihre alevitische Identität bekannt sind. Man kommt nicht umhin zu fragen: Warum werden ausgerechnet solche Namen ins Zentrum einer Operation gestellt, die den Weg für Erdoğan ebnen, die CHP schwächen und die Opposition spalten soll? Dass Kılıçdaroğlu, der außer seinem Geburtsort Dersim keinerlei Verbindung zum Alevitentum, zur alevitischen Lehre oder zum jahrzehntelangen Kampf der alevitischen Gemeinschaft für gleichberechtigte Bürgerschaft hat, heute über seine alevitische Identität ins Spiel gebracht wird, wirkt wie Teil eines hinterhältigen Kalküls.

Denn hier wird nicht nur die Zukunft der CHP gestaltet.

Wenn morgen nach den Verantwortlichen für den drohenden Niedergang der CHP, die Spaltung der Opposition und diesen „Palast-Putsch“ – der als Stütze für Erdoğan fungiert – gesucht wird, werden sich alle Augen auf die Namen im Umfeld von Kılıçdaroğlu richten. In der Folge wird man versuchen, über die alevitische Identität dieser Personen die gesamte alevitische Gemeinschaft in die Diskussion hineinzuziehen. Das ist die Gefahr, die ich sehe.

Aus diesem Grund sollten Aleviten an diese Ereignisse nicht mit sektiererischen Gefühlen herangehen. Niemandem sollte politischer Kredit gewährt werden, nur weil er Alevit oder Dersimer ist oder demselben Stamm angehört. Das Alevitentum ist kein Sektierertum und kein Stammesdenken.

Heute gilt es, nicht auf Personen, sondern auf Ergebnisse zu schauen. Was die alevitische Gemeinschaft tun muss, ist völlig klar: Nicht zum Füllmaterial dieses Spiels zu werden, sondern das geplante Komplott zu durchschauen und sich dagegen zu wehren

 

 

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