Fremdeninfoi
Ziel ist eine stärkere Vertretung und Solidarität angesichts der gemeinsamen Herausforderungen der türkischen Gemeinschaft.
NIEDERSACHSEN – Verschiedene in Niedersachsen tätige türkische zivilgesellschaftliche Organisationen haben sich zur „Union Türkischer Vereine in Niedersachsen“ (Aşağı Saksonya Türk Dernekler Birliği) zusammengeschlossen. Ziel dieser neuen Plattform ist eine effektivere Zusammenarbeit und Koordination bei gemeinsamen Anliegen. Bei einem Treffen mit Vertretern verschiedener Vereine und Organisationen wurden die Arbeitsgrundsätze der Union festgelegt und ein Fahrplan für künftige gemeinsame Projekte erstellt.
An der Gründungssitzung nahmen Vertreter folgender Organisationen teil: DİTİB Niedersachsen, ŞURA, Milli Görüş Hannover, ATİB Niedersachsen, UID Niedersachsen, FöTEV Niedersachsen, Atatürkçü Düşünce Derneği Hannover (ADD), Fenerbahçeliler Verein Hannover, Beşiktaş JK Hannover, Serender Trabzonlular Verein Hannover, Türkische Elternunion Lehrte, TWC Niedersachsen und die DİTİB İlim İrfan Moschee.
Gemäß den verabschiedeten Arbeitsprinzipien wird die Union keine eigene Rechtspersönlichkeit besitzen, sondern als reine Koordinationsplattform fungieren. Auf diese Weise kann jeder Mitgliedsverein seine Arbeit gemäß der eigenen Satzung, Zielen und Tätigkeitsbereichen unabhängig fortsetzen. Bei Themen, die ein gemeinsames Handeln erfordern, werden die Vereine auf freiwilliger Basis zusammenkommen und ihre Kräfte bündeln.
Die erste gemeinsame Aktivität wurde bereits kurz nach der Gründung realisiert. Vertreter der Union besuchten muslimische Inhaftierte in der Justizvollzugsanstalt Hannover und organisierten anlässlich des Opferfestes (Kurban Bayramı) eine feierliche Begegnung. Die Verantwortlichen erklärten, dass derartige soziale Projekte, die verschiedene Teile der Gesellschaft erreichen, auch in Zukunft fortgesetzt werden.
Zu den Kernzielen der neuen Vereinigung gehören:
- Beiträge zur Lösung von Problemen der türkischen Gemeinschaft.
- Eine gemeinsame Haltung gegen den europaweit zunehmenden Rassismus und Diskriminierung.
- Die Stärkung der politischen Teilhabe von Bürgern türkischer Herkunft.
- Die Intensivierung der Kontakte zu öffentlichen Institutionen, politischen Parteien und anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen, um die Forderungen der türkischen Gemeinschaft in Entscheidungsprozessen deutlicher Gehör zu verschaffen.
Der Koordinator der Union, Hasan Kortak, bewertete den Gründungsprozess positiv und betonte, dass der Zusammenschluss von Organisationen mit unterschiedlichen Ansichten und Arbeitsfeldern für gemeinsame Ziele ein wichtiger Gewinn sei.
Kortak erklärte: „Während unsere Vereine ihre eigenen Aktivitäten beibehalten, wollen wir bei Themen, die ein kollektives Handeln erfordern, durch Kraftbündelung zur Lösung der Probleme unserer Gemeinschaft beitragen. Die Unabhängigkeit der einzelnen Institutionen bleibt unangetastet. Die Union wird als Plattform fungieren, die die Koordination bei gemeinsamen Anliegen sicherstellt.“
Kortak unterstrich zudem, dass der Dialog und die Zusammenarbeit mit deutschen Institutionen fortgesetzt werde und man der politischen Teilhabe in der kommenden Zeit besondere Bedeutung beimesse. In diesem Zusammenhang wies er auf die Kommunalwahlen am 13. September in Hannover sowie in verschiedenen Städten und Landkreisen Niedersachsens hin. Man werde Maßnahmen ergreifen, um insbesondere türkischstämmige deutsche Staatsbürger zur Stimmabgabe zu motivieren.
Eine der ersten großen Veranstaltungen der Union soll ein Kandidatenpanel vor den Wahlen sein. Bei diesem für Anfang September geplanten Panel sollen die Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters von Hannover mit der türkischen Gemeinschaft zusammenkommen und Fragen der Wähler direkt beantworten. Die Verantwortlichen der Union betonen, dass diese Veranstaltung sowohl die demokratische Teilhabe fördern als auch die Möglichkeit bieten wird, die Erwartungen und Forderungen der türkischen Gemeinschaft direkt an die Kandidaten heranzutragen.
Die Gründung der Union Türkischer Vereine in Niedersachsen wird als bedeutender Schritt für ein koordinierteres Handeln der türkischen Gemeinschaft im Bundesland gewertet. Die Vertreter der Union erklärten, dass sie durch die Zusammenführung der Erfahrungen und Kompetenzen verschiedener Institutionen sowohl das soziale und kulturelle Leben der türkischen Gemeinschaft bereichern als auch einen stärkeren Beitrag zu den demokratischen Beteiligungsprozessen in Deutschland leisten wollen.
„Fazit:
Es wird berichtet, dass sich in Niedersachsen türkische reaktionäre und religiöse Vereine zusammengeschlossen haben, um eine neue Organisation zu gründen, mit dem erklärten Ziel, gegen Rassismus zu kämpfen. Doch diese Strukturen schließen Kurden, Aleviten und andere linke Verbände konsequent aus. Was ist das für ein Antirassismus-Kampf, bei dem versucht wird, eine Form von Rassismus mit einer anderen zu bekämpfen?
Diese reaktionären, rassistischen und religiösen Vereine haben jahrelang durch ihre nationalistische und systemerhaltende Haltung die Migrationsbewegung gespalten und eine zutiefst spalterische Rolle eingenommen. Nun geben sie vor, sich neu formiert zu haben, und behaupten, die Massen für die Kommunalwahlen in Hannover am 13. September 2026 mobilisieren zu wollen. Es bleibt die spannende Frage, welchen Oberbürgermeisterkandidaten und welche Partei diese Gruppierungen unterstützen werden. Ihrer Weltanschauung nach stehen sie der AfD (Alternative für Deutschland) nahe; werden sie womöglich sogar offen zur Wahl der AfD aufrufen?“
Da der türkische Generalkonsul Hsannover anwesend ist, möchten wir gerne wissen, welche Rolle er vertritt.“?