• Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Fremdeninfo
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Fremdeninfo
Fremden Info
Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Startseite Archive

Warum junge Menschen so anfällig für Extremisten sind: Das sagt Prof. Khorchide

von Cumali Yağmur 9 Oktober 2024
von Cumali Yağmur 9 Oktober 2024
574

Warum junge Menschen so anfällig für Extremisten sind: Das sagt Prof. Khorchide

 
                 Der mutmaßliche Täter des Messerangriffs von Solingen wird zu einem Hubschrauber gebracht. Foto: Uli Deck/dpa

In mehreren deutschen Städten kam es jüngst zu Messerangriffen. Experten warnen vor der Radikalisierung junger Menschen, die sich perspektivlos fühlen und durch soziale Medien beeinflusst werden. Präventionsarbeit in Moscheen und Jugendzentren soll dem entgegenwirken und Alternativen bieten, fordert Prof. Mouhanad Khorchide.

Es ist ein sonniger Mai-Nachmittag, als in der Innenstadt von Mannheim plötzlich Panik ausbricht. Ein Mann zieht ein Messer, verletzt mehrere Passanten – ein Opfer überlebt den Angriff nicht. Die Stadt steht unter Schock. Nur wenige Wochen später, im August, wird das fröhliche Treiben auf dem Solinger Stadtfest unterbrochen. Ein islamistisch motivierter Messeranschlag erschüttert die Veranstaltung. Und im September versucht ein weiterer Attentäter offenbar, das israelische Generalkonsulat zu stürmen.

Drei Städte, drei Taten – doch eine erschreckende Gemeinsamkeit: Sie alle tragen den Stempel des islamistischen Extremismus. Nach diesen Angriffen steht die Frage im Fokus, weshalb besonders junge Menschen in den Bann islamistischer Ideologien geraten.

Mouhanad Khorchide, angesehener Professor für Islamische Theologie an der Universität Münster, forscht schon seit Jahren zu diesem Thema. Khorchide glaubt, dass es kein einheitliches Profil derjenigen gibt, die sich radikalisieren. In einem Gespräch mit dem ZDF hebt er hervor, dass es vor allem junge Männer seien, die sich perspektivlos und hilflos fühlten, die besonders anfällig seien. Sie würden sich oft auf der Suche nach einem Sinn oder nach Selbstbehauptung befinden.

Zwei wesentliche Faktoren der Radikalisierung

Khorchide betont, dass bei der Radikalisierung sowohl psychologische als auch ideologische Aspekte eine Rolle spielten. Viele der Betroffenen hätten Traumata oder psychische Probleme, die oft auf belastende Kindheitserfahrungen zurückzuführen seien. Hinzu komme eine ideologische Komponente, die vor allem durch narrative Erzählungen in den sozialen Medien gestärkt werde. Seit dem Rückzug internationaler Truppen aus den ehemaligen IS-Gebieten habe sich die Terrororganisation neu formiert und ihre Aktivitäten zunehmend ins Digitale verlagert. Besonders problematisch dabei: Immer jüngere Menschen werden in diesen virtuellen Räumen erreicht und radikalisiert. 

Der Professor stellt jedoch klar, dass Religion, anders als vor allem Islam-Gegner und -Kritiker oft behaupten, in Radikalisierungsprozessen keine primäre Rolle spiele. Vielmehr seien es soziale Medien, die als Plattform für Narrative über die Ungerechtigkeiten des Westens dienten. „Es gibt ein dominierendes Narrativ, das Diskriminierung und Ungerechtigkeit anprangert“, sagt der Theologe. Viele Jugendliche würden emotional erreicht, weniger durch religiöse Überzeugungen. Ein Phänomen, das Khorchide dabei hervorhebt, ist der “religiöse Analphabetismus”. Viele der jungen Menschen, die sich radikalisieren, verfügten nur über rudimentäres Verständnis ihrer Religion. Sie würden nicht durch fundiertes religiöses Wissen beeinflusst, sondern durch vereinfachte und emotional aufgeladene Erzählungen, die Feindbilder konstruieren.

Identitätskrise als Radikalisierungsmotor

Ein weiterer wesentlicher Aspekt, der zur Radikalisierung beitrage, sei die Suche nach Identität. Viele junge Menschen fühlen sich zwischen verschiedenen Kulturen zerrissen. In ihren Herkunftsländern gelten sie als Ausländer oder gar Verräter, in Deutschland werden sie nicht vollständig als Teil der Gesellschaft anerkannt oder beim ersten Fehlverhalten an den Pranger gestellt. Diese Identitätskonflikte treiben manche in die Arme extremistischer Gruppen, die ihnen Zugehörigkeit und Anerkennung versprechen. Besonders über soziale Netzwerke werden diese Jugendlichen leicht erreicht. Radikale Gruppen nutzen heute das Internet, um emotional aufgeladene Inhalte zu verbreiten, die bei jungen Menschen auf fruchtbaren Boden stoßen.

Behörden warnen zunehmend vor der Gefahr von Einzeltätern, die sich schnell und unbemerkt radikalisieren. Der Zugang zu extremistischem Material im Internet und die einfache Vernetzung mit Gleichgesinnten machen es immer schwerer, solche Entwicklungen rechtzeitig zu erkennen und zu verhindern. Die zunehmende Verlagerung der Radikalisierung in den digitalen Raum stelle neue Herausforderungen dar, weiß auch Khorchide. Er sieht dementsprechend dringenden Handlungsbedarf in der Präventionsarbeit. Moscheen und Jugendeinrichtungen sollten seiner Ansicht nach verstärkt Angebote schaffen, die jungen Menschen eine positive, weltoffene Form des Islam vermitteln und ihnen helfen, stabile Identitäten zu entwickeln, die Extremisten keinen Raum lassen.

Politischer Islam versus Terrororganisationen

Es gibt jedoch noch eine weitere Dimension: der Unterschied zwischen dem politischen Islam und Terrororganisationen wie dem sogenannten Islamischen Staat (IS). Khorchide erklärt, dass der politische Islam auf legalem Weg versuche, Einfluss zu nehmen, während der IS offen Gewalt propagiere. Beide hätten jedoch eines gemeinsam: Sie stellten den Westen als Feindbild dar – ein Narrativ, das auf frustrierte junge Menschen anziehend wirke. Die Attentate in Mannheim, Solingen und München zeigen, wie tief dieses Problem mittlerweile in Deutschland verankert zu sein scheint. Junge Menschen, die sich von der Gesellschaft abgehängt fühlen, sind leichte Beute für die emotionalen Botschaften des Extremismus.

Der Islamwissenschaftler warnt vor pauschalen Urteilen: „Deshalb müssen wir aufpassen, dass wir auf beiden Seiten nicht pauschale Aussagen machen – hier die bösen Muslime oder dort die im bösen Westen“, um ein Narrativ nicht weiter zu bestärken. Moscheen und Jugendzentren müssten stärker in die Pflicht genommen werden. Junge Menschen bräuchten Alternativen, die ihnen ein positives, weltoffenes Verständnis des Islam vermitteln. Nur so könnten die Narrative des Hasses und der Gewalt durchbrochen werden. 

Teilen FacebookTwitterWhatsappEmail
Cumali Yağmur

vorheriger Beitrag
Kaum Chance auf Erfolg: Tausende türkische Erdbebenopfer beantragen Asyl in Deutschland
nächster Beitrag
Rassismus gegen Weiße gibt es nicht“: Organisation HateAid sorgt für Aufsehen

Ähnliche Beiträge

Hinweise auf Anschläge zu Weihnachten: Türkei startet Großrazzia gegen IS

25 Dezember 2025

30 Jahre TGD: Ein Rückblick auf drei Jahrzehnte Engagement und der Blick nach...

4 Dezember 2025

Zahlreiche Organisationen  haben  in Hannover zu einer Demonstration aufgerufen

27 Oktober 2025

Merz stellt sich vehement hinter seine „Stadtbild“-Aussage – und sagt der AfD den...

20 Oktober 2025

Extremistenfest unterstützt? Kieler OB-Kandidat Samet Yilmaz verliert Posten beim Verfassungsschutz

15 Oktober 2025

Ist Deutschland ein Zuhause für alle, die hier leben?

13 Oktober 2025

Beliebte Artikel

  • Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025

    22 Juli 2025
  • Ermittlungen gegen Ex-SPD-Ratsfrau Iri: Was ist am Kronsberg wirklich passiert?

    28 April 2026
  • Appell für Gerechtigkeit: Frauen der AABF wehren sich gegen Willkür und Rechtsbrüche

    4 Dezember 2025
  • Journalist und Aktivist Hakan Tosun stirbt nach brutalem Angriff

    14 Oktober 2025
  • Der Löwenanteil -Para _Şêr

    19 August 2025

Unser Team

Cumali Yağmur

Verantwortliche Redaktor

Ayşe Eker

Ayşe Eker

Redaktorin

Erdoğan Sedef

Erdoğan Sedef

Redaktor

Rojin Erten

Rojin Erten

Redaktor

Can Taylan Tapar

Can Taylan Tapar

Redaktor

Halit Yaşar Demirbağ

Halit Yaşar Demirbağ

Redaktor

Kategorien

  • Allgemein
  • Archive
  • Impressum
  • Politik
  • Religion
  • Flüchtlinge
  • Kultur
  • Frauen
  • Jugend
  • Salafismus
  • Veranstaltungen
  • Information
  • Rassismus
  • Antisemitismus
  • Fremdenfeindlichkeiten
  • Bildung
  • Featured

Neueste Artikel

  • Historische Wahl in Magdeburg: Die Brandmauer fällt zusammen – und mit ihr die CDU

    6 Oktober 2026
  • Offener Brief: Unterstützung für die Linke in Neukölln

    6 Oktober 2026
  • Deutscher Buchpreis: Heimat als sinnloser Begriff

    6 Oktober 2026
  • Ministerium mit Umsetzung von Kopftuchverbot zufrieden

    6 Oktober 2026
  • ritische Grüne erklären Zionismus zu Rassismus – Netanjahu wirft der britischen Regierung „Beschwichtigung islamistischer Kräfte“ vor

    5 Oktober 2026

Über uns

Die „Fremden“ Info-Zeitung ist eine in Niedersachsen ansässige Redaktion, die sich auf die rechtlichen, politischen und sozialen Angelegenheiten von Einwanderern und Flüchtlingen konzentriert. Wir beobachten und analysieren relevante Entwicklungen in der Region Hannover und vertreten die Interessen von Mitbürgern mit Migrations- und Fluchthintergrund bei Behörden, Verbänden und politischen Parteien.

Protest gegen Polizeieinsatz bei kurdischer Gedenkveranstaltung in Hannover

3 Oktober 2026

Neueste Artikel

Offener Brief: Unterstützung für die Linke in Neukölln
6 Oktober 2026
Deutscher Buchpreis: Heimat als sinnloser Begriff
6 Oktober 2026
Ministerium mit Umsetzung von Kopftuchverbot zufrieden
6 Oktober 2026

Hervorgehoben

Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025
22 Juli 2025
Ermittlungen gegen Ex-SPD-Ratsfrau Iri: Was ist am Kronsberg wirklich passiert?
28 April 2026
Appell für Gerechtigkeit: Frauen der AABF wehren sich gegen Willkür und Rechtsbrüche
4 Dezember 2025
  • Startseite
  • Anmelden
  • Über uns
  • Kontakt
  • Datenschutzerklärung
  • Newsletter
  • Impressum
Fremdeninfo
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung