Tausende Teilnehmer beim traditionellen „Festival für Einheit und Solidarität“ der DIDF

von Fremdeninfo

Von Mehmet Tanlı, Köln

Am Samstag nahmen fast 8.000 Menschen am „Festival für Einheit und Solidarität“ teil, das von der Föderation Demokratischer Arbeitervereine (DİDF) im Tanzbrunnen, einem der bekanntesten Veranstaltungsorte Kölns, organisiert wurde. Neben einem sehr facettenreichen Musikprogramm sprachen auf dem Festival namhafte Persönlichkeiten wie der Vorsitzende der Partei EMEP, Seyit Aslan, die Europaabgeordnete Özlem Alev Demirel, deutsche und türkische Gewerkschafter, Vertreter von Jugendorganisationen und Betriebsräte sowie DİDF-Vorsitzende Alev Bahadır und das DİDF-Vorstandsmitglied, der Journalist und Autor Yücel Özdemir. In den Reden wurde auf die politischen Entwicklungen in Deutschland, der Türkei und weltweit aufmerksam gemacht. Es wurden starke Botschaften gegen Krieg, soziale Ungerechtigkeit, Kürzungen, Rassismus, Diskriminierung sowie gegen die Polarisierung und Spaltung der Gesellschaft durch rassistischen Nationalismus gesendet. Die über 7.000 Besucher, die hauptsächlich durch die Organisation der regionalen DİDF-Vereine aus ganz Deutschland und den Nachbarländern angereist waren, sangen gemeinsam Lieder und tanzten voller Begeisterung Halay.

Vielfalt bei Rednern und Musikgruppen
Das Festivalprogramm in Köln, das von Zara Canbay und Emre Ögüt erfolgreich zweisprachig auf Deutsch und Türkisch moderiert wurde, begann mit den folkloristischen Tänzen der Volkstanzgruppe der DİDF Wuppertal und einer Rede der Kölner Bezirksbürgermeisterin Derya Karadağ. In den Eröffnungsreden standen der Arbeitskampf, gesellschaftliche Solidarität, Frieden und das demokratische Zusammenleben im Vordergrund. Das abwechslungsreiche Bühnenprogramm mit Künstlern wie Grup Kontrast, Kai Degenhardt, Junge Arbeiter, Mustafa Özarslan, Agire Jiyan, Gaye Su Akyol und der bekannten Gruppe Moğollar bescherte allen Teilnehmern einen unvergesslichen Tag voller Musik und Kunst.

Seyit Aslan: „Das zionistische Israel bekommt den Hals nicht voll“
Der aus der Türkei eingeladene Gastredner, der EMEP-Vorsitzende Seyit Aslan, thematisierte in seiner Rede vor allem die politischen Entwicklungen in der Türkei: „Die Welt erlebt eine große Krise. Das zionistische Israel beispielsweise bekommt den Hals nicht voll; es mordet weiterhin Menschen in Palästina und im Libanon. In der Türkei hält der Druck auf die Opposition, die CHP, unvermindert an; doch dies ist längst nicht mehr nur eine Angelegenheit der CHP. In unserem Land findet heute ein Kampf zwischen der herrschenden Kapitalklasse und Millionen von unterdrückten Arbeitern und Rentnern statt. Sie wollen, dass diese Plünderung weitergeht. Femizide und die Zerstörung der Natur halten an. Die Arbeiterklasse in der Türkei wird dieses Palast-Regime durch gemeinsamen Kampf definitiv stürzen. Auch die Rechte des kurdischen Volkes werden von dieser Regierung missbraucht. Diese Macht kann das kurdische Problem nicht lösen und keine Gleichberechtigung schaffen. Ich gratuliere den DİDF-Verantwortlichen, Mitgliedern und Freunden zur Organisation dieses großartigen Festivals mit so breiter Beteiligung und wünsche viel Erfolg für die weitere Arbeit.“

Yücel Özdemir: „DİDF ist die richtige Adresse im Kampf für soziale Rechte und gegen Rassismus“
Das DİDF-Vorstandsmitglied, der Journalist und Autor Yücel Özdemir, betonte als letzter Redner, dass die DİDF die führende Organisation im Kampf gegen den Abbau sozialer Rechte, Rassismus, Diskriminierung und gegen die rechtsextreme AfD sei. Er rief dazu auf, die DİDF zu unterstützen und sich an ihrer Arbeit zu beteiligen.

Özdemir sagte: „Der Lauf der Welt ist nicht gut; aber wenn wir als Menschen unterschiedlicher Ethnien, Glaubensrichtungen und Ansichten wie heute hier zusammenkommen und kämpfen, gibt es nichts, was wir nicht erreichen können. Wir leben seit 65 Jahren hier, wir sind hier bleibend. Die Probleme hier sind auch unsere Probleme. Wir sind Teil des Kampfes gegen Rassismus und Diskriminierung. Wie Sie heute sehen, sind auch unsere deutschen Freunde hier. Wir lehnen jede Form von Diskriminierung, Rassismus und Flüchtlingsfeindlichkeit ab. Auch manche Migranten tun dies; das ist eine völlig falsche Haltung. Wir müssen nicht gegen diejenigen kämpfen, die ihre Heimat verlassen mussten, sondern gegen die imperialistischen und kapitalistischen Systeme, die sie zur Flucht zwingen. Während wir unseren Kampf hier fortsetzen, dürfen wir die Ungerechtigkeiten in der Türkei nicht ignorieren. Wir müssen den Kampf in der Türkei mit internationaler Solidarität unterstützen. Unser Herz schlägt für eine demokratische Türkei, in der Journalisten und Politiker nicht ins Gefängnis gesperrt werden. In der Hoffnung, uns in zwei Jahren, am 10. Juni 2028, wieder hier zu treffen, danke ich Ihnen allen.“

Lieder in verschiedenen Sprachen vereinten die Menge
Die auftretenden Künstler begeisterten das Publikum mit Liedern, Volksliedern und „Deyiş“ in den Muttersprachen Türkisch, Kurdisch und Deutsch; sie brachten die Menge dazu, gemeinsam zu tanzen.
Damit spiegelte sich erneut der verbindende und tolerante Charakter der DİDF-Festivals wider, die die Kultur der Völker respektieren und ansprechen. Neben dem Bühnenprogramm verliehen Stände von Buchverlagen, Autoren, Gewerkschaften sowie Essensstände dem Festival zusätzliche Farbe.

Das Festival in Köln endete mit dem kraftvollen Auftritt der legendären Anadolu-Rock-Gruppe Moğollar, angeführt von dem Meistermusiker Cahit Berkay und dem Solisten Emrah Karaca.

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