Stille Zeugnisse von Fatoş Pınar Türker bis in die 1990er Jahre und Gewalt, die über den weiblichen Körper ausgeübt wird

von Fremdeninfo

Von: Zeynep Hayir

Die Aussagen, die Fatoş Pınar Türker im Gerichtssaal vorbrachte, lösten in der Türkei ein breites gesellschaftliches Echo aus. Frauenorganisationen, Juristen, Menschenrechtsverteidiger und Tausende von Menschen reagierten auf die Geschehnisse. Doch diese Reaktion betrifft nicht nur eine aktuelle Debatte, sondern rückt auch andere Geschichten wieder in den Vordergrund, die seit Jahren erzählt, aber oft nicht gehört wurden.

Denn leider sind die Schilderungen kein Einzelfall, den nur eine Frau erlebt hat. Drohung, Zurschaustellung, Erniedrigung und Gewalt über den weiblichen Körper sind eine der ältesten Herrschaftsmethoden der Menschheitsgeschichte. In Kriegen, bei Besatzungen, in Verhörzimmern, Gefängnissen und sogar nach dem Tod wurde der weibliche Körper oft zum Objekt einer Machtdemonstration gemacht.

Die Realität, die viele Menschen heute durch die Worte von Fatoş Pınar Türker erkennen, ist Teil einer Wahrheit, die revolutionäre Frauen, politische Gefangene, Menschenrechtsverteidiger und kurdische Frauen seit Jahren zu vermitteln versuchen. Ähnliche Schilderungen finden sich seit vielen Jahren in Briefen aus Gefängnissen, in Verteidigungsreden vor Gericht, in Menschenrechtsberichten und in Zeugenaussagen.

Im Laufe der Geschichte zielten Machthaber nicht nur darauf ab, Menschen zum Schweigen zu bringen. Sie beabsichtigten gleichzeitig, Gemeinschaften zu unterwerfen, das Gedächtnis zu verletzen und Angst dauerhaft zu machen. Aus diesem Grund wurde der weibliche Körper nicht nur als der Körper einer Einzelperson angegriffen, sondern als Symbol der Gemeinschaft, der Identität und des Widerstands, dem er angehört.

In vielen Teilen der Welt wurde sexualisierte Gewalt gegen Frauen während Kriegen als Kriegsmethode eingesetzt. In Folterzentren wurden erniedrigende Praktiken am weiblichen Körper durchgeführt. Gewalt gegen Frauen entwickelte sich zu einer Form der Unterdrückung, die nicht nur darauf abzielt, körperlichen Schaden zuzufügen, sondern eine Botschaft an die Gesellschaft zu senden.

Auch in der jüngeren Geschichte der Türkei kommen ähnliche Debatten und Behauptungen über schwere Menschenrechtsverletzungen seit Jahren zur Sprache. Insbesondere die Ereignisse in der konfliktgeladenen Atmosphäre der 1990er Jahre hinterließen tiefe Wunden im gesellschaftlichen Gedächtnis. Bilder von getöteten Guerilla-Kämpferinnen, deren Körper an Panzer gebunden und hinterhergeschleift wurden, brannten sich in das Gedächtnis ein. Diese Bilder wurden zu einem Symbol nicht nur für einen Tod, sondern für die Unterdrückung und Zurschaustellung des weiblichen Körpers auch nach dem Ableben.

Der weibliche Körper wurde mal in Gewahrsam, mal im Gefängnis, mal in Verhörzimmern und mal nach dem Tod zum Objekt einer Machtdemonstration. Daher sollte die Gewalt, die über den weiblichen Körper ausgeübt wird, nicht nur als Angriff auf Einzelpersonen betrachtet werden, sondern als eine Form der Unterdrückung, die auf das gesellschaftliche Gedächtnis und die Menschenwürde abzielt.

Einige Frauen erzählten das Erlebte in Gerichtssälen. Einige schrieben Briefe aus den Gefängnissen. Einige sagten vor Menschenrechtsorganisationen aus. Andere wiederum verloren ihr Leben, ohne dass ihre Stimmen gehört werden konnten.

Hierin liegt der Wert der heutigen gesellschaftlichen Reaktion. Wenn diese Reaktion nicht auf einen einzigen Vorfall beschränkt bleibt und auch den Stimmen der Frauen Gehör schenkt, die jahrelang nicht gehört wurden, kann sich die Tür zu einer echten gesellschaftlichen Aufarbeitung öffnen.

Denn die Gewalt, die über den weiblichen Körper ausgeübt wird, ist nicht neu.
Neu ist, dass die Gesellschaft beginnt, diese Geschichten zu hören.

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