• Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Fremdeninfo
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Fremdeninfo
Fremden Info
Einwandererinnen und Flüchtlingspolitik
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung
Startseite Archive

Immer mehr junge Türkinnen und Türken verlassen das Land – Viele wollen nach Deutschland

von Fremdeninfo 7 Mai 2021
von Fremdeninfo 7 Mai 2021
373

Freitag, 7. Mai 2021 Politik HAZ

Flucht vor Erdogan

Immer mehr junge Türkinnen und Türken verlassen das Land – Viele wollen nach Deutschland

Von Gerd Höhler

Seit 120 Tagen protestieren in Istanbul Studenten gegen Erdogan – und werden von der Polizei hart angefasst.Foto: Hakan Akgun/dpa

Ankara. Es sollte eine Satire sein. Wozu kann ein türkischer Pass in der Pandemie nützlich sein? Wenn schon nicht zum Reisen, dann vielleicht im Haushalt, fanden zwei junge Istanbuler und posteten ein Video auf der Plattform Tiktok. Es zeigt, wie man den türkischen Pass als Lesezeichen, Ofenhandschuh oder Untersetzer verwenden kann. Ergebnis: Die beiden 23-Jährigen wurden festgenommen und in Handschellen dem Staatsanwalt vorgeführt. Auf sie wartet jetzt ein Prozess wegen „öffentlicher Beleidigung von Staatssymbolen“.

Es sind Vorgänge wie dieser, die immer mehr junge türkische Menschen daran zweifeln lassen, ob die Türkei unter Staatschef Recep Tayyip Erdogan noch ihr Land ist. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Von Anfang April 2019 bis Ende März 2020 beantragten in der EU 22 705 türkische Staatsbürger Asyl. Zum Vergleich: 2015 gab es weniger als 3000 Anträge.

Es sind keineswegs nur politische Aktivisten oder Angehörige der kurdischen Minderheit, die aus der Türkei fliehen. Immer mehr gut ausgebildete, hoch qualifizierte junge Leute kehren dem Land den Rücken und suchen ihre Zukunft im Ausland. Einer offiziellen Statistik zufolge wanderten 2019 rund 330 300 Türken aus. Die Mehrzahl war im Alter von 25 bis 29. Umfragen bestätigen den Trend. Nach einer Studie des angesehenen Meinungsforschungsinstituts Metropoll wollen 47 Prozent aller Befragten lieber im Ausland studieren oder arbeiten. Fast jeder vierte von ihnen nennt Deutschland als bevorzugtes Ziel. Die favorisierte Stadt ist Berlin, gefolgt von Düsseldorf, Köln und Frankfurt.

Der Exodus hat mehrere Gründe. Die Wirtschaftslage ist zunehmend schwierig. Die Geldentwertung zehrt an den Einkommen. Im April stieg die offizielle Inflation auf 17,1 Prozent. Unabhängige Ökonomen schätzen die tatsächliche Teuerung auf rund 30 Prozent. Die Arbeitslosenquote erreichte im Februar 13,4 Prozent. Unter den 15- bis 24-Jährigen finden sogar 27 Prozent keinen Job. Auch die Arbeitslosenstatistik gilt als geschönt. Statt offiziell gemeldeter 4 Millionen könnte es in der Türkei rund 10 Millionen Arbeitslose geben, schrieb kürzlich der Ökonom Mustafa Sönmez.

Die zunehmende politische Gängelung des Bildungswesens durch die islamisch-konservative Regierung ist ein weiterer Auswanderungsgrund. Seit 120 Tagen protestieren in Istanbul Studierende und Lehrende gegen die Ernennung eines Regierungspolitikers zum Rektor der früher als liberal geltenden Bogazici-Universität. Der Staatschef hatte seinen Parteifreund Anfang Januar ohne die üblichen Anhörungen an die Spitze der Hochschule berufen.

Schon 2012 verkündete Erdogan, sein Ziel sei es, eine „fromme Generation“ heranzuziehen. Dazu fördert der Staat den Bau immer neuer religiöser Imam-Hatip-Schulen. Sie übernehmen inzwischen die Rolle allgemeinbildender Schulen. Aber viele junge Türkinnen und Türken interessieren sich mehr für Informatik als für Koranverse. Sie versuchen, sich der Islamisierung von Staat und Gesellschaft zu entziehen und gehen ins Ausland oder träumen zumindest davon. Der ohnehin innovationsschwachen türkischen Wirtschaft droht ein gefährlicher Braindrain. Das Land ist dabei, seine besten Talente zu verlieren.

Staatschef Erdogan mag es recht sein, wenn kritische junge Menschen das Land verlassen. Auf ihre Wählerstimmen kann er ohnehin nicht hoffen. Wie aufmüpfig die Stimmung unter der Jugend ist, erlebte Erdogan im vergangen September bei einer auf Youtube übertragenen Videokonferenz mit Schülern und Studierenden. Je länger Erdogans Rede dauerte, desto mehr kritische Kommentare äußerten die jungen Leute im Chat – von Slogans wie „Keine Stimme für Dich“ bis zu „Bye Bye Erdogan“. Rund 340 000 Dislikes kassierte der Staatschef, bevor seine Mitarbeiter nach 39 Minuten die Kommentarfunktion kurzerhand abschalteten, um die Kritiker mundtot zu machen.

Teilen FacebookTwitterWhatsappEmail
Fremdeninfo

Redaktioneller Fokus auf Recht, Politik und Soziales im Kontext von Migration. Wir beobachten Hintergründe und stärken die Position von Einwanderern und Geflüchteten.

vorheriger Beitrag
Konsulatsmitarbeiter zwangsversetzt
nächster Beitrag
Bürgermeister Onay übt Kritik an Menschenrechtslage in der Türkei

Ähnliche Beiträge

Hinweise auf Anschläge zu Weihnachten: Türkei startet Großrazzia gegen IS

25 Dezember 2025

30 Jahre TGD: Ein Rückblick auf drei Jahrzehnte Engagement und der Blick nach...

4 Dezember 2025

Zahlreiche Organisationen  haben  in Hannover zu einer Demonstration aufgerufen

27 Oktober 2025

Merz stellt sich vehement hinter seine „Stadtbild“-Aussage – und sagt der AfD den...

20 Oktober 2025

Extremistenfest unterstützt? Kieler OB-Kandidat Samet Yilmaz verliert Posten beim Verfassungsschutz

15 Oktober 2025

Ist Deutschland ein Zuhause für alle, die hier leben?

13 Oktober 2025

Beliebte Artikel

  • Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025

    22 Juli 2025
  • Ermittlungen gegen Ex-SPD-Ratsfrau Iri: Was ist am Kronsberg wirklich passiert?

    28 April 2026
  • Appell für Gerechtigkeit: Frauen der AABF wehren sich gegen Willkür und Rechtsbrüche

    4 Dezember 2025
  • Journalist und Aktivist Hakan Tosun stirbt nach brutalem Angriff

    14 Oktober 2025
  • Der Löwenanteil -Para _Şêr

    19 August 2025

Unser Team

Cumali Yağmur

Verantwortliche Redaktor

Ayşe Eker

Ayşe Eker

Redaktorin

Erdoğan Sedef

Erdoğan Sedef

Redaktor

Rojin Erten

Rojin Erten

Redaktor

Can Taylan Tapar

Can Taylan Tapar

Redaktor

Halit Yaşar Demirbağ

Halit Yaşar Demirbağ

Redaktor

Kategorien

  • Allgemein
  • Archive
  • Impressum
  • Politik
  • Religion
  • Flüchtlinge
  • Kultur
  • Frauen
  • Jugend
  • Salafismus
  • Veranstaltungen
  • Information
  • Rassismus
  • Antisemitismus
  • Fremdenfeindlichkeiten
  • Bildung
  • Featured

Neueste Artikel

  • Belit Onay gewinnt erneut die Oberbürgermeisterwahl in Hannover

    28 September 2026
  • Am 27. September 2026 führte die Polizei in Hannover eine Razzia im kurdischen Verein in der Kornstraße 17 durch.

    28 September 2026
  • Rentner sammelte 58 Euro Pfand: Dann kürzte das Amt seine Grundsicherun

    27 September 2026
  • Berlin: SPD-Landesvorstand stimmt für Sondierungsgespräche mit der Linke

    27 September 2026
  • Islam gehört zu Deutschland“? – Wulff bekräftigt umstrittene Aussage

    26 September 2026

Über uns

Die „Fremden“ Info-Zeitung ist eine in Niedersachsen ansässige Redaktion, die sich auf die rechtlichen, politischen und sozialen Angelegenheiten von Einwanderern und Flüchtlingen konzentriert. Wir beobachten und analysieren relevante Entwicklungen in der Region Hannover und vertreten die Interessen von Mitbürgern mit Migrations- und Fluchthintergrund bei Behörden, Verbänden und politischen Parteien.

Am 27. September 2026 führte die Polizei in Hannover eine Razzia im kurdischen Verein in der Kornstraße 17 durch.

28 September 2026

Neueste Artikel

Am 27. September 2026 führte die Polizei in Hannover eine Razzia im kurdischen Verein in der Kornstraße 17 durch.
28 September 2026
Rentner sammelte 58 Euro Pfand: Dann kürzte das Amt seine Grundsicherun
27 September 2026
Berlin: SPD-Landesvorstand stimmt für Sondierungsgespräche mit der Linke
27 September 2026

Hervorgehoben

Statistik: Bürgergeld-Bezieher nach Nationalitäten – Stand Anfang 2025
22 Juli 2025
Ermittlungen gegen Ex-SPD-Ratsfrau Iri: Was ist am Kronsberg wirklich passiert?
28 April 2026
Appell für Gerechtigkeit: Frauen der AABF wehren sich gegen Willkür und Rechtsbrüche
4 Dezember 2025
  • Startseite
  • Anmelden
  • Über uns
  • Kontakt
  • Datenschutzerklärung
  • Newsletter
  • Impressum
Fremdeninfo
  • Startseite
  • Flüchtlinge
  • Politik
  • Kultur
  • Religion
  • Rassismus
  • Frauen
  • Jugend
  • Bildung