Amann unframed: Schüren Sie Hass gegen den Islam, Ahmad Mansour?

von Fremdeninfo

Artikel von Alexandra Schaller

Laut Bundesamt für Verfassungsschutz gibt es in Deutschland mehr als 28.600 Personen mit „islamistischem Potenzial“. Dazu zählen Mitglieder und Anhänger islamistischer Gruppierungen, knapp 9.000 von ihnen gelten als gewaltorientiert.

Wie real die Bedrohung ist, zeigte sich zuletzt am 25. Juli 2026 beim Christopher Street Day in Berlin: Ein mutmaßlich islamistisch motivierter Täter raste im Großen Tiergarten mit einem Transporter in eine Menschenmenge. Den Sicherheitsbehörden war der Mann offenbar bereits bekannt. Nur wenige Wochen vor der Tat hatte ihn ein Instrument des Bundeskriminalamts als „Hochrisikoperson“ eingestuft. „Wir haben mit einem sichtbaren Radikalisierungsverlauf zu tun. Deshalb war dieser Anschlag meiner Meinung nach verhinderbar“, sagt der Psychologe und Extremismus-Experte Ahmad Mansour im Podcast „Amann Unframed“.

Mansour kritisiert, dass die Gefahr des Islamismus über Jahre unterschätzt worden sei. „Es reicht mit den Floskeln.“ Viele Entwicklungen seien relativiert worden, obwohl konsequente Prävention und frühzeitiges Eingreifen aus seiner Sicht zahlreiche Radikalisierungen hätten verhindern können. Zugleich warnt er davor, sich vom Terror einschüchtern zu lassen: „Die beste Antwort auf Terror ist: Wir lassen uns unsere Art zu leben nicht wegnehmen.“ Menschen sollten weiterhin Konzerte, Stadtfeste oder den CSD besuchen. Gleichzeitig seien Politik und Sicherheitsbehörden gefordert, alles zu tun, um Anschläge künftig zu verhindern.

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Zwischen Prävention und Polarisisierung

Seit Jahren setzt sich Ahmad Mansour für die Prävention islamistischer Radikalisierung ein. Der israelisch-deutsche Psychologe, der nach eigenen Angaben in seiner Jugend selbst für islamistisches Gedankengut empfänglich war, berät heute Familien, Schulen und pädagogische Einrichtungen. Sein Ansatz: Jugendliche möglichst früh erreichen, bevor sie in extremistische Milieus abrutschen. Besonders gefährdet seien aus seiner Sicht junge Menschen, die nach Orientierung, Identität und Zugehörigkeit suchen. Der Ausstieg aus radikalen Strukturen sei dagegen oft langwierig und schwierig.

Mansours Positionen sind jedoch umstritten. Kritiker werfen ihm vor, mit Verallgemeinerungen zu arbeiten und Thesen zu vertreten, die empirisch nicht ausreichend belegt seien. Dadurch könnten islamfeindliche Narrative verstärkt werden. Das Recherchenetzwerk Correctiv bezeichnete ihn in diesem Zusammenhang als „unwissenschaftlichen Aktivisten“.

Gleichzeitig wurde Mansour mehrfach für sein Engagement gegen Antisemitismus und Extremismus ausgezeichnet. Gerade diese Gegensätze machen ihn zu einer der polarisierendsten Stimmen der deutschen Integrations- und Islamismusdebatte: Für die einen ist er ein wichtiger Aufklärer und Brückenbauer, für die anderen ein Kronzeuge, dessen Aussagen rechte Narrative gesellschaftlich anschlussfähig machen.

Was treibt Mansour an? Und wie antwortet er auf die Vorwürfe, die seit Jahren gegen ihn im Raum stehen?

Im Podcast „Amann unframed“ stellt ihm FUNKE-Chefredakteurin Digital Melanie Amann genau diese Fragen — über seine Haltung zum Islam, die Kritik an seiner Arbeit und die Wünsche, die er für die Zukunft dieses Landes hat. Die neue Folge ist ab heute auf allen Podcastplattformen verfügbar.

Podcast „Amann unframed“ auf allen Plattformen

In „Amann unframed“ geht es um Persönlichkeiten, die Deutschland prägen, die selten in klare Schubladen passen. Menschen, die polarisieren, anecken, provozieren – und manchmal auch manipulieren. Manche werden unfair geframet, andere prägen die Debatte mit ihrem ganz eigenen Frame

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