von Mehmet Tanlı, Köln
Fortgesetzte Massaker und Genozid an Aleviten in Syrien
In Köln wurde am Samstag gegen die skrupellose Politik der neu formierten al-Dschulani-Regierung protestiert, die nach dem Sturz des Regimes von Baschar al-Assad die Massaker an der alevitischen Bevölkerung in Syrien stillschweigend duldet.
Bekanntlich haben die seit dem 6. März andauernden Konflikte in den syrischen Küstenregionen, in denen die alevitische Minderheit stark vertreten ist, hunderte Menschenleben gefordert – die Mehrheit von ihnen Zivilisten. Als Reaktion auf diese Ereignisse, die unter der Duldung des HTS-Regimes stattfinden, veranstalteten alevitische Organisationen in Deutschland zeitgleich Presseerklärungen in Köln, Berlin und Frankfurt.

Bei der Kundgebung am Kölner Rheinufer erhielten die Protestierenden breite Unterstützung von der Föderation der Arabischen Aleviten in Europa, der Föderation der Demokratischen Aleviten, der Konföderation der Gemeinschaften der Aleviten in Europa (AABK) sowie kurdischen Organisationen. In ihren Redebeiträgen auf Türkisch, Arabisch, Kurdisch und Deutsch forderten die Sprecher ein sofortiges Ende der Unterdrückung und der Massaker, die sich insbesondere gegen Aleviten sowie andere ethnische und religiöse Gruppen in Syrien richten.
Massaker mit menschenverachtenden Methoden
In den Erklärungen wurde betont, dass weiterhin Völkermordverbrechen mit Methoden begangen werden, die an die unmenschlichen Praktiken jihadistischer Organisationen wie dem IS (Daesch) und Al-Qaida erinnern. Diese Gewalt richtet sich gegen alle Völker, die nicht den Glauben, die Denkweise oder die Lebensart der Machthaber teilen. Gleichzeitig übten die Redner scharfe Kritik an jenen Ländern und Regierungen, die die derzeitigen Machthaber in Syrien unterstützen.

Die Sprecher hoben hervor, dass das aktuelle HTS-Regime eine zutiefst sektiererische Politik verfolge und als Handlanger des Westens sowie Israels agiere. Zu den zentralen Forderungen gehörten die sofortige Einrichtung eines Hilfskorridors für die Aleviten in Syrien, die Gewährleistung ihrer Sicherheit sowie der internationale Schutz ihrer Rechte.
Das tatsächliche Ausmaß übersteigt die Medienberichte bei Weitem
Redner und alevitische Meinungsführer auf der Kölner Kundgebung erklärten, sie hätten die Berichte von Augenzeugen aus der Region mit großer Sorge und Angst vernommen. Sie argumentierten nachdrücklich, dass das tatsächliche Ausmaß der Geschehnisse weit über das hinausgehe, was derzeit in der internationalen Presse widergespiegelt wird.

