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Sedat Peker macht die Zehn voll: „Ich hab’s euch versprochen“

von Fremdeninfo 21 August 2021
von Fremdeninfo 21 August 2021
196

Sedat Peker macht die Zehn voll: „Ich hab’s euch versprochen“

Von

dtj-online

–

22.06.2021

 
 

 

 

 

Was ist mit Sedat Peker los? Der untergetauchte Mafiaboss, der die Türkei in Atem hält, ist seit Wochen stumm. Zunächst hieß es, er sei gefasst, vielleicht sogar exekutiert worden. „Stimmt alles nicht“, meldete sich Peker nun zu Wort, doch seine Sicherheit könne derzeit nicht so recht gewährleistet werden. Dies hätten die Behörden dem Exil-Mafiosi mitgeteilt. Um keine Unruhe zu verursachen, müsse Peker eine Zwangspause einlegen. „Aber ich habe einen Eid abgelegt. Ich werde ihn erfüllen. Hier oder in einem anderen Land der Welt. Mein Versprechen werde ich einhalten“.

Er verfügt offenbar über eine ganz besondere Intelligenz. Etwas, womit man ihn aufgrund seiner äußeren Erscheinung bislang nicht unbedingt mit ihm in Verbindung brachte. Vermutlich hat es bis zu seinem Exodus auch genau diese Wahrnehmung von ihm gebraucht. In seinen Videos spricht Peker selbst davon, immer so präsentiert worden zu sein, „und ihr habt an diese Version geglaubt“, so Peker klagend. Doch er sei, im Gegenteil, ein sehr belesener Mann.

Einer, der seine Intelligenz im Feldzug gegen den türkischen Innenminister und Figuren aus dem Untergrund gezielt einsetzt. Mit seinem Slogan „Mit einem Stativ und einer Kamera werde ich euch schlagen“ führt Peker seit Wochen einen digitalen Informationskrieg unter anderem gegen prominente Regierungsmitglieder. Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat seinen Teil abbekommen, aber seinen „großen Bruder Tayyip“ fast Peker noch mit Samthandschuhen an. Mit YouTube-Videos deckt Peker unter anderem Skandale des türkischen Innenministers Süleyman Soylu auf. Video 9, sein bis vor kurzem letztes Video, veröffentlichte Peker am 6. Juni. Video 10 war für den 13. Juni angekündigt, doch dazu kam es erst in der vorgestrigen Nacht.

Sedat Peker: „Ich habe einen Eid abgelegt. Ich werde ihn erfüllen“

Aufgrund von Sicherheitsmängeln könne er die versprochenen Videos noch nicht veröffentlichen. Sicherheitskreise, wahrscheinlich der Vereinigten Arabischen Emiraten, wo er sich derzeit befinden soll, hätten ihn gewarnt. Die Türkei fahnde auf höchster Gefahrenstufe nach ihm. Deshalb könne er seine Serie nicht wie gewohnt fortsetzen. Aber er sei nach wie vor entschlossen. Schließlich habe er ein Versprechen abgegeben, dass er unbedingt halten werde. Selbst wenn er nicht mehr leben sollte, würde er sein Versprechen halten. Wie das passieren soll, führt Peker nicht weiter aus. Er suggeriert, dass die Informationen auch nach seinem Ableben weiter veröffentlicht werden könnten. Also ist sein Leben derzeit sein Faustpfand. Wenn man noch eingreifen will, dann muss man mit einem lebendigen Sedat Peker verhandeln, so die Botschaft. Muss Peker nun das Land, in dem er sich derzeit aufhält, wieder verlassen? Es bleibt unklar. Peker zieht einen nebulösen Schleier, der ihm vielfach in die Karten spielt.

Peker spielt mit der Neugier und gewinnt, ohne zu spielen

Was wird er noch veröffentlichen? Wen wird es beim nächsten Mal treffen? Wie geht es weiter? Geht es überhaupt weiter? Diese Fragen stellen sich Bevölkerung wie auch die (regierungskritische) Öffentlichkeit in der Türkei unentwegt. Mit seiner Verzögerung beim zehnten Video hat Sedat Peker seine Strategie auf die Erzeugung von Neugier gesetzt. Somit steigert er in der Bevölkerung die Erwartung auf mehr, zieht mehr internationale Aufmerksamkeit auf sich und setzt die türkische Regierung weiter unter Druck. In den 24 Stunden (Twitter-)Funkstille war das lauteste Gerücht, dass Peker womöglich durch den türkischen Geheimdienst getötet wurde. Dass diese Eventualität für gar nicht mal unwahrscheinlich gehalten wurde, setzt die türkische Regierung zudem zusätzlich unter Druck. Peker hat bewiesen: Er kann auch gewinnen, ohne zu spielen.

 

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