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25.Jahrestag des Brandanschlags in Mölln Als der Rechtsextremismus Deutschland erschütterte

von Fremdeninfo 23 November 2017
von Fremdeninfo 23 November 2017
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  1. Jahrestag des Brandanschlags in Mölln Als der Rechtsextremismus Deutschland erschütterte

Von red/AFP 23. November 2017 – 13:44 Uhr

 STN -De Stuutgarter Nsachrichten

1992 erschüttert ein Brandanschlag auf zwei Häuser türkischer Mitbürger in der Kleinstadt Mölln ganz Deutschland. Auch 25 Jahre nach der Tat lassen die Erlebnisse die Überlebenden nicht los.

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Hamburg – Die Täter kamen im Schutz der Dunkelheit – und ließen ihren überraschten Opfern keine Chance. Am Donnerstag vor 25 Jahren warfen zwei Rechtsextremisten in der schleswig-holsteinischen Provinzstadt Mölln nachts Brandsätze in zwei Häuser türkischer Mitbürger. In einem starben drei Menschen, darunter zwei junge Mädchen. Zum Jahrestag gedenken Hinterbliebene sowie Vertreter von Staat und Religionsgemeinschaften der Opfer. Erwartet wird auch Bundes-Integrationsbeauftragte Aydan Özoguz (SPD).

Mehr zum Thema

  • Rostock-Lichtenhagen – Als der rechte Mob wütete 

Attentat kurz nach den Ausschreitungen von Rostock-Lichtenhagen

Der Anschlag von Mölln war ein weiterer Höhepunkt in einer Welle rassistischer Gewaltakte nach der deutschen Einheit, nicht lange nach den Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen. Nur wenige Monate später starben im nordrhein-westfälischen Solingen fünf türkische Menschen bei einem von Rechtsextremen verübten Attentat.

Die Welt blickte geschockt auf Deutschland. An der Gedenkveranstaltung am Abend nimmt auch der türkische Botschafter in Berlin, Ali Kemal Aydin, teil. Auf Seiten der Angehörigen beteiligt sich nach Angaben der Stadt unter anderem Ibrahim Arslan, der damals Großmutter, Schwester und Cousine verlor und bis heute leidenschaftlich gegen Rassismus und für Opferbelange eintritt. Sein Verhältnis zu Vertretern von Politik und Stadt ist angespannt, er kritisiert sie scharf.

Das Brandhaus steht noch

Noch heute gibt es das Gebäude in der Möllner Mühlenstraße, in der kleinen Stadt unweit von Lübeck heißt es schlicht „das Brandhaus“. Der niedrige mehrstöckige Altbau in der Altstadt wurde nach den Ereignissen wieder aufgebaut, er trägt jetzt den Namen von Bahide Arslan. Die Großmutter von Ibrahim starb damals im Alter von 51 Jahren, ebenso wie seine zehnjährige Schwester Yeliz und seine 14 Jahre alte Cousine Ayse Yilmaz.

Eine Gedenktafel und eine Kunstinstallation an der Fassade erinnern heute an die Geschehnisse, am Donnerstag wird dort ein Kranz niedergelegt. Damals schockierten die Bilder der qualmenden Ruine das ganze Land. Für Möllns Bürger sind sie auch ein Vierteljahrhundert später noch präsent. Es seien Ereignisse, die „das Leben unserer Stadt damals grundlegend erschütterten“, heißt es im Grußwort der Stadt zum Jahrestag.

Junge Neonazis warfen Molotowcocktails

Die Täter wurden einige Tage nach dem Anschlag festgenommen, die Bundesanwaltschaft übernahm den Fall. Die zur Tatzeit 25- und 19-jährigen Neonazis aus Mölln und dem nahegelegenen Gudow wurden wegen Mords und Mordversuchs zu Lebenslänglich und zehn Jahren Jugendhaft verurteilt. In jener Nacht fuhren sie mit einem Auto umher und warfen gezielt Molotowcocktails in von Ausländern bewohnte Häuser.

Der Ältere bekannte sich per Telefon mit „Heil Hitler“-Rufen bei der Polizei zu den Taten. Damals stürzten das Attentat von Mölln und die vorangegangenen Ausschreitungen eines rechten Mobs in Rostock das Land in eine tiefe Verunsicherung. Die Ereignisse, die von einer Debatte über den Zuzug von Asylbewerbern überschattet wurde, ließen viele Ausländer in der Bundesrepublik in großer Angst leben.

Ein Land ist fassungslos

Ähnlich wie heute nach Aufdeckung der Mordserie des NSU-Trios gerieten Politik und die Sicherheitsbehörden massiv in die Kritik. Viele Deutsche waren fassungslos, vielerorts wurden Demonstrationen und Lichterketten zum Symbol des Widerstands gegen Rassismus. Auch im Ausland waren kurz nach der Einheit die Sorgen groß, dass das größere und mächtigere Deutschland die Gespenster seiner düsteren NS-Vergangenheit nicht los wird.

25 Jahre nach dem fatalen Brandnacht verbüßten die Täter von Mölln ihre Strafe inzwischen. Ibrahim Arslan und die anderen Überlebenden aber lassen die damaligen Erlebnisse nicht los. „Es ist für einen Überlebenden so, als wenn der Tag wieder jeden Tag neu geschieht“, sagte der heute 32-Jährige kürzlich dem Sender Deutschlandfunk Kultur. „Und weil wir nicht wollen, dass das noch mal passiert, sind wir jedes Jahr in Mölln.“

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