Von: Suhyla Kaplan
Der Einfluss der Erdoğan-Regierung auf Deutschlands größte Moscheenorganisation steht in der Diskussion.
DITIB, einer der größten islamischen Dachverbände in Deutschland, hat seit etwa einem Jahr einen neuen Bundesvorsitzenden: Ramazan Ilikkan.
Ilikkans Vergangenheit ist eng mit der türkischen Religionsbehörde Diyanet verknüpft. Nachdem er zuvor in der türkischen Diyanet-Organisation tätig gewesen war, arbeitete Ilikkan auch als Attaché für religiöse Dienste in Düsseldorf.
Während seiner Amtszeit zog die Diyanet einige ihrer Imame aus Deutschland in die Türkei zurück – in eine Phase, die in der Öffentlichkeit als „Spionage-Skandal“ bekannt wurde. Auch Ilikkan kehrte nach dieser Periode nach Ankara zurück.
Einfluss Ankaras auf DITIB
In einer Arbeit des Journalisten Moritz Pieczewski-Freimuth wird nahegelegt, dass sich der Einfluss des türkischen Staates auf DITIB nicht nur auf die Ernennung von Geistlichen beschränkt.
In der Untersuchung wird behauptet, dass der türkische Staat seinen Einfluss auf die Organisation über Befugnisse in der DITIB-Satzung, personelle Verflechtungen sowie verschiedene Gremien innerhalb der Institution aufrechterhält.
Zudem wird im Bericht argumentiert, dass die religiösen Aktivitäten von DITIB in Deutschland nicht unabhängig von der politischen Linie Ankaras seien und der Verband einen Einflussbereich bilde, der mit der nationalistisch-islamistischen Politik der Erdoğan-Regierung in Verbindung stehe.
Im Zentrum der Debatte steht die Frage, wie unabhängig DITIB als religiöse Organisation in Deutschland agiert und inwieweit sie unter dem politischen sowie institutionellen Einfluss des türkischen Staates steht.