Nach Sachsen-Anhalt-Wahl: Drastische Warnungen bei Anti-AfD-Protesten in Frankfurt

von Fremdeninfo

 

Artikel von Alexander Jürgs/ Faz

Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt kommt es in der Frankfurter Innenstadt zu Protesten gegen die Alternative für Deutschland (AfD). Rund 3000 Demonstranten sind es, die sich am Sonntagabend auf dem Römerberg versammeln – der Schock über das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt ist ihnen anzusehen. Dort hat die AfD laut Hochrechnungen vom Abend mehr als 44 Prozent und damit die Stimmenmehrheit erreicht. Der Landesverband in Sachsen-Anhalt wird vom Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextrem“ eingestuft.

Peter Fischer schimpft über „braune Scheiße“

Viele Demonstranten haben selbstgemalte Plakate mitgebracht, „Nie wieder 33“ oder „Kein Bundesland in Nazihand“ ist darauf zu lesen. Man sieht auch Europa- und Regenbogenflaggen, genauso wie die Schilder der „Omas gegen Rechts“. Zwischendurch kommt immer wieder eine Sprecherin auf die Bühne und gibt die Zahlen der aktuellen Hochrechnungen weiter. Bei den Ergebnissen der AfD sind laute Buhrufe zu hören.

Simone Claar, die stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Hessen, sagt, die AfD lehne die Grundlagen der parlamentarischen Demokratie ab, sie gehöre deshalb „nicht in die Parlamente“. Unter Applaus forderte sie die Einleitung eines Verbotsverfahrens gegen die Partei.

Besonders viel Zuspruch erhält Peter Fischer, der frühere Präsident von Eintracht Frankfurt. Seine vorbereitete Rede habe er „weggeworfen“ und wolle nun lieber frei reden, kündigt Fischer zu Beginn seines Auftritts bei der Veranstaltung an. In drastischen Worten warnt er vor „der braunen Scheiße“ und einem „Dritten Reich 2.0“. Im Programm der AfD finde man „nichts als Lug und Trug“, sagt Fischer, die Partei kämpfe gegen die Wahrheit.

Er ruft die Demonstranten auf, sich aktiv gegen die in großen Teilen rechtsextreme Partei zu engagieren und Widerstand zu leisten. Es sei wichtig, ihren Anhängern zu widersprechen. „Macht breite Schultern, zeigt klare Kante“, sagt Fischer. „Macht klar: Wir werden nicht auf eure Nazi-Sprüche hereinfallen.“

Zu der Kundgebung haben unter anderen das sogenannte Römerbergbündnis, ein Zusammenschluss aus christlichen Kirchen, Gewerkschaften, Jüdischer Gemeinde und Jugendring, und die „Omas gegen Rechts“ aufgerufen. Im Anschluss an die Kundgebung auf dem Römerberg formieren sich die Demonstranten zu einem Protestmarsch durch die Innenstadt. „Ganz Frankfurt hasst die AfD“, rufen die Aktivisten.

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