Von: Cumali Yağmur
Wenn wir uns die kurdischen Organisationen im Iran und Irak ansehen, stoßen wir auf eine Vielzahl kleinerer und größerer Gruppen. Die Struktur der PKK im Kandil-Gebirge übt einen erheblichen Einfluss auf diese Organisationen aus, und es besteht eine wechselseitige Interaktion zwischen diesen Gruppen.
Doch wie würde sich die Situation dieser Gruppen gestalten, wenn in der Türkei ein Waffenstillstand erreicht würde und die PKK die Waffen niederlegte? Welche Haltung würde die Türkei ihnen gegenüber einnehmen? Nehmen wir zum Beispiel ein Szenario in Syrien an, in dem sich die SDF (Demokratische Kräfte Syriens) auflöst, in die syrische Armee eingegliedert wird und der syrische Staat Kurdisch als zweite Amtssprache anerkennt: Wohin würde sich die Position der Gruppen im Iran und Irak in einem solchen Fall entwickeln? Was wäre das Schicksal dieser Strukturen, wenn es einen Ort namens „Kandil“ nicht mehr gäbe?
Lassen Sie uns einen genaueren Blick auf die Gruppen in diesen Ländern werfen:
1. Komala (Revolutionäre Gesellschaft der Werktätigen des Iranischen Kurdistans)
Komala ist eine linke Partei im iranischen Kurdistan, die 1969 von Abdullah Mohtadi und Ömer İlhanizade gegründet wurde. Ihr Hauptsitz befindet sich in der Stadt Sulaimaniyya im Irak. Die Partei folgt einer kommunistisch-leninistischen Ideologie. Ihr Unterschied zur PKK besteht darin, dass sie eine eher städtisch geprägte und „linkere“ Bewegung ist.
Heute ist die Organisation in drei oder vier verschiedene Flügel gespalten, wobei der Flügel unter Abdullah Mohtadi als der bekannteste und stärkste gilt. Seit 1980 führen sie einen bewaffneten Kampf gegen das iranische Regime. Durch die „Jina Mahsa Amini“-Proteste im Jahr 2022 machten sie ihren Namen in der Weltöffentlichkeit stark bekannt. Der iranische Staat stuft Komala als Terrororganisation ein.
2. Gorran (Bewegung für Wandel)
Diese Bewegung mit Sitz in Sulaimaniyya (Irak) war zeitweise sehr einflussreich in der Autonomen Region Kurdistan. Sie wurde als Reaktion auf die Korruption innerhalb der KDP gegründet und schaffte es anfangs, mit 25 % der Stimmen 25 Abgeordnete ins Parlament zu entsenden. Aufgrund interner Spaltungen hat sie jedoch heute ihre einstige Stärke verloren.
3. Die Hauptakteure: KDP, PUK und PJAK
Während die KDP (Barzani) und die PUK (Talabani) weiterhin die traditionellen Mächte im Irak und Iran darstellen, ist die PJAK (Partei für ein freies Leben in Kurdistan), die als iranischer Ableger der PKK bekannt ist, ein wichtiger Akteur.
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PJAK: Diese Organisation mit Schwerpunkt in Ostkurdistan (Iran) nutzt das Kandil-Gebirge als Stützpunkt. Ihr bewaffneter Arm trägt den Namen YRK (Verteidigungseinheiten Ostkurdistans). In den 2000er Jahren lieferten sie sich heftige Kämpfe mit der iranischen Armee, nahmen jedoch nach einem 2011 erklärten Waffenstillstand eine passivere Rolle ein. Heute setzen sie ihre Existenz als kleine Gruppe fort. Die PJAK, die vom Iran auf der Liste der Terrororganisationen geführt wird, wurde zeitweise auch von den USA in diese Liste aufgenommen.
Regionale Auswirkungen und jüngste Entwicklungen
Die USA haben im weiteren Verlauf einige dieser Gruppen von der Terrorliste gestrichen oder begannen, mit ihnen zu kooperieren. Insbesondere im Kampf gegen den IS (Daesh) in der Region Rojava spielten diese Gruppen eine effektive Rolle und kämpften aktiv an vorderster Front.