Von: İSKAN TOLUN / Köln.
Ich gedenke in tiefer Ehrfurcht derer, die beim Massaker von Sindschar (Şengal) am 3. August 2014 ihr Leben verloren haben!..
Obwohl das Massaker von Sindschar am 3. August 2014 als „74. Ferman“ (Vernichtungsdekret) in die durch eine Welle von Dekreten und Massakern geprägte Geschichte der Jesiden eingegangen ist, stößt man leider auf noch mehr, wenn man die dunklen Seiten der Geschichtsbücher aufschlägt.
Tatsächlich wurde dieses unschuldige Volk, das im Nahen Osten ein zurückgezogenes Leben zu führen versuchte, im Laufe der Geschichte von Mächten, die die Region besetzten, unterdrückt; es war Massakern und Dekreten ausgesetzt. Dabei begegnete diese unschuldige, kleine Gemeinschaft jedem Glauben, jeder Kultur und jedem Volk ausschließlich mit Respekt und Liebe. Das tun sie noch heute. Ein kurzes Zitat aus ihren Qewls (religiösen Hymnen/Gebeten) reicht aus, um dies zu bestätigen:
Xwedê bide 72 mileta û me jî / Gott möge den 72 Nationen helfen (ihnen geben), und dann auch uns.
Ja, die IS-Banden griffen am 3. August 2014 Sindschar auf barbarische Weise an – wie ein Stier, der Rot sieht; sie ermordeten tausende unschuldige Menschen, ohne Unterschied zwischen Jung, Alt, Frau, Mann oder Kind. Dieser barbarische Angriff führte nicht nur zu einer gewaltigen Zerstörung, sondern verursachte auch die Zerstreuung des Großteils der Bevölkerung in alle Welt – wie eine Handvoll Kichererbsen, die auf einen Stein geworfen werden.
Diese Barbarei des IS hat sich so tief in das Gedächtnis eingebrannt, dass sie niemals gelöscht werden kann. In diesem neuen Zeitalter, in dem sich die Technologie rasant entwickelt und fortgeschrittene Dimensionen erreicht hat, hat die ganze Welt das Massaker von Sindschar gesehen; jeder weiß es nun…
Ein weiterer Aspekt, der nicht vergessen werden darf, ist, dass diese barbarische Bande während des Mordens in Sindschar auch Tausende als Geiseln nahm… Ich verurteile dieses Massaker an den Jesiden, einem der ältesten Völker des Nahen Ostens, erneut aufs Schärfste!..
Das erste Viertel des 21. Jahrhunderts neigt sich dem Ende zu, und leider zerreißt es uns immer noch das Herz, wenn wir gelegentlich Nachrichten über Massaker an anderen Minderheiten hören. Ich hoffe, dass es keine Massaker mehr geben wird und die Leiden ein Ende finden!..
Es ist leicht gesagt, aber seit dem Massaker von Sindschar am 3. August 2014 sind genau elf Jahre vergangen – und diese Zahl entspricht fast der Anzahl der Länder, die das Massaker als Völkermord (Genozid) anerkannt haben (Vielen Dank an sie alle). Sollten die Länder, die diesen Völkermord noch nicht offiziell anerkannt haben, nicht so schnell wie möglich handeln?
In der Hoffnung, dass alle Länder der Welt, allen voran die Nachbarstaaten, das Massaker von Sindschar vom 3. August 2014 offiziell als Völkermord, als Genozid anerkennen
P.S. Dies ist die deutsche Fassung des Artikels des Autors, der am 03.08.2025 in mehreren renommierten Zeitungen und Webportalen veröffentlicht wurde.“