Aggressives Verhalten von Sicherheitskräften gegenüber Medienvertreter in der Hannoveraner Niki-de-Saint-Phalle-Promenade

von Cumali Yağmur
Cumali Yağmur

                  Von: Cumai Yagmur

Am 23. Juli gegen 13:30 Uhr erreichten das aggressive Gebaren von Mitarbeitern der DB Sicherheit und die Einschränkungen der Pressefreiheit in der Niki-de-Saint-Phalle-Promenade am Eingang des Hannoveraner Hauptbahnhofs ein besorgniserregendes Ausmaß.

Zum Zeitpunkt des Vorfalls war zu beobachten, wie etwa neun Sicherheitsmitarbeiter eine Person umzingelten, die keinerlei Widerstand leistete und ruhig wartete. Passanten, die aus Neugier stehen blieben, wurden von zwei weiblichen Kräften des Teams in schroffem Ton weggewiesen.

In meiner Eigenschaft als Pressevertreter hielt ich mich in etwa 50 Metern Entfernung auf den Treppen auf, um das Vorgehen der Beamten gegenüber der Person zu beobachten. Obwohl ich in keiner Weise intervenierte und einen Sicherheitsabstand wahrte, kam ein Sicherheitsmitarbeiter mit Migrationshintergrund (vermutlich arabischer oder türkischer Herkunft) auf mich zu und schrie mich in einem rüden Ton an: „Verpiss dich!“ (im Sinne von „Hau ab!“). Als ich darauf hinwies, dass ich das Recht habe, mich im öffentlichen Raum aufzuhalten, steigerte sich seine Aggressivität. Mit der Begründung „Du erschwerst unsere Arbeit“ verlangte er meinen Ausweis und drohte mir mit einem Bahnhofsverbot.

Obwohl ich einem anderen, blonden deutschen Kollegen, der schlichtend eingriff, erklärte, dass ich Journalist bin und die Pressefreiheit in Deutschland ein verfassungsrechtlich geschütztes Gut ist, beruhigte sich der erste Mitarbeiter nicht. Im Gegenteil: Als er erfuhr, dass ich Journalist bin, schien sich sein Groll noch zu verstärken, und er drang weiter auf mich ein. Der Mitarbeiter, der vor Wut zitterte und die Fäuste ballte, schien kurz vor einem physischen Übergriff zu stehen. Trotz der Versuche seines Kollegen, ihn mit den Worten „Ali, hör auf!“ zurückzuhalten, setzte er seine Drohungen fort: „Zieh Leine, sonst lassen wir dich festnehmen und zur Wache bringen.“

Es ist inakzeptabel, dass Sicherheitskräfte eine derart intolerante und gewaltbereite Haltung gegenüber einem Medienvertreter an den Tag legen, der lediglich deren Arbeit beobachtet. Dieser Vorfall verdeutlicht einmal mehr, dass Personen, die in einer demokratischen Zivilgesellschaft für die öffentliche Sicherheit zuständig sind, unzureichend im Umgang mit Bürgern und der Presse geschult sind. Es ist beschämend, dass in einer Stadt wie Hannover die Pressefreiheit derart missachtet wird und Sicherheitskräfte mit einer „Rudelmentalität“ agieren.

Es ist unerlässlich, dass die zuständigen Stellen die Kommunikationsfähigkeiten und die Kenntnis über rechtliche Befugnisse ihres Personals überprüfen. Wir erwarten, dass gegen diesen Mitarbeiter der DB Sicherheit, dessen Dienstnummer notiert wurde, sowie gegen weitere Beteiligte mit ähnlichem Gebaren die notwendigen personellen Konsequenzen gezogen werden

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